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Full text of "Der Schulchan-Aruch und die Rabbinen über das Verhältnis der Juden zu Andersglaübigen"

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Der Scfyulcfycm 2lrud^ 



unb 



bie ^abbitten über bas Derfyältntft 
ber 3uben 311 andersgläubigen. 



Don 



Dr. g* goffwatttt 




•• - • 
ANCONA KJi; 



Docent am Habbiner- Seminar 3 n Berlin. \^ *Objino-aU 0l ior3^ 



3mcitr wrrmrljrte ttttfc verbelltet* Auflage. 



-^«—►■£ 



Berlin \8%. 

SBerlag ber ©t*>ebirion ber „Sübifdjen SPreffe" 



6) 




Dortport 

§ur erften 2t uf läge. 



®ic t)ier erfdjeinenben 20 Slrtifet finb in bei* 
„Sübifdjen treffe" 3al)rg. 1884 9?r. 27— 52 öeröffent* 
ticfjt nnb otme wcfentlicrje Stenberungen feparat abgebrutft 
korben. S)iefer Umftanb wirb bie $orm unb Anlage ber 
(Schrift fjmreidjenb erfrören. ®ic 3(rtifel finb nicfjt für bie 
erjrlicrjen, guten Grjriften geschrieben, benn bieten finb ftc 
ntct)t nötf)ig; nocf) weniger für bie profeffionSmäfjigen Silben» 
ijefcer, benn für bk\t ift 2lfle§ mtfeloS! (Sie finb in alter* 
erfter Sinie für bie grafje 3<^ *>on Suben beftimmt, 
welche burd) alle jene üerläumberifcfjen ^ßamrjrjlete, bie an 
fid) gwar twflftänbig bebeutung§(o§ finb, bitrcr) bie iljnen 
twn Sfatoritaten gu Srjeit geworbene SBeadjiung aber afö 
nict)t gang granbloS erfcrjeinen tonnen, it)re #odjad)iimg 
uor Den jübifcr)en 9^eIigion§fcr)riftcn oertieren tonnten; fo* 
bann aber and) für djriftlidje Geologen unb Drientoiiften, 
wetdje im ©taube finb, bie I)ier citirten ßuetten im Original 
nadjgulefen, gu prüfen, wo bie 2ßar)rr)ett ift, unb ficr> 
banadj if)r tlrtrjeU über bk jübifcrjen Dftetigionäfcrjriften gu 
bilben. 

liefen Greifen wirb bie üorliegenbe <Scr)rift hoffentlich 
mnndjen üftu^en bringen. 

23 er l in, Smiuar 1884. 



2069949 



Dortt>ort 

jur ^weiten Auflage. 



3m Safjre 1883 erlebten im Vertage ber öoiiifactuS* 
5Drucferet gu s $aber6oni eine SBrojdjüre unter bem Xttet: 
„Subenfpieget, ober 100 neuentfyültte, Ijeutgutage 
nod) geltenbe, ben SBerfeljr ber gilben mit ben 
(Sljriften betreffenbe ®efe£e, mit einer bit Gnt* 
fteljung unb SBeiterentroitfefung ber jüb ifct)en ®e* 
fe^ebarftellenben, Ijödjft interereffanten Einleitung. 
3Son Dr. Jus tus, speculi opifex in lumine veritatis". 
S)er eigentliche SBcrfaffcr mar, roie fid) fpäter IjerauSftellte, 
ein rumänifdjer Sube, SftamenS Slron Srimann, ber 
guerfi in Berlin gum Sßroteftanttemuä, bann in ^eiligen* 
ftobt gum ®atl)oligi§tnu3 übergetreten war.*) 2>a§ iöücf)= 
lein erfdjien nodj.in bemf elften Saljre in 2. 3. unb 4. Auflage. 
3tm 16. Sanitär 1883 6rarf)te ber „9£eftfäliid)e 
2Werf ur" einen Strtifel über ben „Subenfpieget", infolge 
beffen ber 9tebacteur angefragt rourbe, „in einer ben offene 
licfien ^rieben gefäf)rbenben 305etfe oerfd)iebene klaffen ber 
23eoölferung gegen einanber aufgereigt gu fjaben." S)er 
^Srogefe fom am 10. ©ejember 1883 oor bem ßanbgerid)t 
in fünfter gur SSerfjanbhmg, roooei ber ^rioatbocent an 
ber ®önigt. Stfabemie bafelbft, ®r. Safob Gcfer, aiZ 
„©aefperftanbiger" ein ©utadjten abgab, gu beffen 9tetf)t* 
fertigung er bann im Sttärg unb (in 2. 2ütfi.) 2fpril 1884 
eine <2a)rift unter bem Xitel: „2> er „Subenipieget" im 



*) 21m 6. Suli 1885 rcurbe berielfce öom Söiener Canbgeric^t 
wegen Urfunbenfälitfiung 511 jttiei Monaten ©efängnifc unb 3U Sanbe§* 
toertoeifung berurtfjeilt. 



— V — 

Sidjte ber 2ßaf)i^ei t" oeröffent lidjte. jpatte fdjon bie 
(&d)mat))($)xijt bei „®r. 3ufru§" ben 21ntifemiteu roiH* 
fommenes Material gur Sefdjmtpfung oon Sufcen unb 
Siibentfjum geliefert, fo teiftete bie „ tt»iff enf ct)af ilicr)e Unter* 
fud)ung" be§ ®r. Gcfer biefem Xreiben nodj größeren SSor* 
ftfmb. Iage*3eitungen, Flugblätter unb 23rofd)üren über* 
boten einnnber in rauften Sdnnäfjungen. 

2lud) ber Sürftenbtnber Slugufi tDtaaß in Sonn 
Ijatte ficf) burd) Verausgabe eine» berartigen, in groben 
ßnitteloerfen gefdmebenen, „r^umorifti^fattiriic^" fein follen* 
ben $anupi)tet*, „Sie 3[aafiobe" benannt, gu einer anti* 
femitifd)en Serüijmtfyeit madjen wollen. Sie 23rofd)üre 
nntrbe oon ber ©taatsannmlti'djaft mit 33efd)(ag belegt, unb 
gegen ben £>erau§geber unb gegen ben Srucfer bie Slnftage 
erhoben. 3 ur SBerfjcmblung bieie§ SßroseffeS, loeldje am 
7. ^uni 1884 oor bem Sanbgeridjte in Sonn ftattfanb, 
mürbe ber Sßrofeffor ber orientatifdjen Sprachen an ber 
bortigen Unioerfität, SMr. Sodann ©itbemeifter, ai§<2ad)= 
oerftänbiger geloben. Sas" üon biefem Gkleljrten M jener 
Gelegenheit abgegebene ©utadjten ift e», toelcfjes mid) beroog, 
gur SBertfjetbtgung be§ „rabbinifd^en Subentfjumä" 3ioangig 
Strtifet in ber t)ier erfdjeinenben Sßodjenfcbrift „Sie jübiidje 
treffe" 31t oevöffentlidjen, roetdje bann Anfang» 1885 in 
einem <2onber=2(bbrucf erfd)ienen. 

Sie Hoffnung, ber id) bamalS im Sorroovte 21u§brucf 
gab, l)at f\d) ju meiner Jreube in jeber 93egief)ung erfüllt. 
Sie <5d)rift l)at oiele Suben, meiere nidjt im &\ax\bt waren 
ober nidit bk SJiufje Ratten, it)re 9Migions^<£d)riften im 
Criginal gu tefen, über bk ifmen oon iljrer Religion ge= 
botenen ^Sflicfjten gegen bie d)riftiid§en Mitbürger aufge* 
flärt: bie antifemitifd)en £e£fdjriften Ratten in biefer $e= 
giel)ung and) unter ^uben eine IjeillofeSerroirrung angerichtet, 
meiere bie oerberbltd)ften folgen befürchten tief;. 216er 
aud) fer)r oiele cf)riftlicf)e Ideologen unb Orientaliften fjaben 
meine Sdjrift nicr)t ofyne -Mutjen geiefen unb biefetbe ftetS 31t 
^atf)e gesogen, wenn e§ galt, über bie jübtföen Religion» * 



— VI — 

quellen ein Uritjeil abzugeben. SBiele oon itjnen f)aben an 
mic^ birect anerfennenbe Söorte gerietet. %v& tiefen 3" 5 
fünften fei biejenige be3 öon mir t)otf)öeref)rten fei. $rof. 
21. $ neuen mitgeteilt, meil itf) ein borin enthaltenes 
Aconitum für roidjtig genug tjalte, um baSfelbe au btefer 
Stelle 5U erlebigen, ^rofeffor föuenen fd)rieb mir folgenbeS: 

Seiben, 8. 2Kärg 1885. 
£>ocf)berefirter £>err! 

empfangen Sie für bie freunbticfje 3ufenbung 3b«r Schrift 
Sctjulcf)an*2trucf) meinen Seiten 2>anf, melden icfj 3fjnen nicfjt f)abe 
abftatten tooHen, bebor icfj Sfjre @a5e näfjer fennen gelernt fiatte. 
Sefet fjabe irf) 30« 2lrtifel, unb gtoar mit bem lebenbigften Sntereffe 
gelefen. lieber bie bon S^nen betjanbetten fragen getraue icfj mir 
fein felbftänbigei Urttjeü gu, aber icfj öerftetje bocfj nictjt allein toa§ 
Sie jelbft fcfjretben, fonbern aucfj bie bon Sfmen citirten SBeroeiSfteffen, 
toenn nicfjt alle, bocf) bie meiften. Sie fjaben micfj bon berSBafjr* 
Ijeit Sfyrer £>aupttf)efe gärtgltct) übergeugt, unb überbie§ banfe 
icfj Sf)nen über biele ©ingelnfjeiten manage fjöcfjft ttiüfommene SSetefjrung. 
3f)re Sdjrift toirb fjoffentlicf) ifjre SBirfung nicfjt Derfet)Ien unb bagu 
beitragen, um, toenn nicfjt bie Seiter be§ 2(ntifemiti§mu3 gu befetjren, 
iocfj bieten bon ifjren ^acfjfolgern bie Stugen gu öffnen. 

lieber bie Sacfje im Mgemeinen geftatten Sie mir bielleicfjt nodj 
eine 33emerfung. 2)ie betounbernltoertfje ©elefjrfamfeit, bon ber jebe 
(Seite Stirer (Schrift geugt, unb ber Sctjarffinn, toelcfjen Sie fo glüdticfj 
antoenben, fctjeinen mir, auf meinem mobcm*freifinnigen Slanbpunfte, 
ein fjelfc§ 2td)t 3U toerfen auf bie Stfjtoierigfeiten, toeldje bie 21ner* 
fennung einer autoritatiben ©efefcgcbung mit fidj bringt. 3$ bente 
babei nicfjt au§fcfjlieBlicfj an baZ Subenifjum, bin im ©egentfjeü über* 
geugt, ba% ficfj auf firctjlicfj^c^riftttcrjem Stanbpunfte bie nämlicfjen 
Scfjtoierigfeiten geigen mürben, toenn g. 93. ba% canonifcfje Oiecfjt jefct 
nod) gültig toäre. Sie bürgerlichen ©efe^e, beren menicfilicfjer llrfprung 
anerfannt wirb, änbern [icfj mit ben Seitberf)äitniffen unb toerben, 
too nöttjig, abrogirt. 2)ie religiöfen, icfj meine: bie at§ göttlicfj ber* 
etjrten ©efefce, toie Sie ba% toieberijott auSfprectjen, bürfen bon ben 
©täubigen nicfjt bei Seite gelegt, fie tonnen nur gebeutet toerben. 
Unb ba§ gefc^ietjt toirflict), toie Sie ba% fo treffenb gegeigt fjaben, auf 
gang bor gügl ict)e JBeife. 2lber toie icfjroierig toirb e§ nun, unb 
gtoar in immer fteigenbem 2Waaße, für ben Saien, ha* ©etefc 3U ber* 
ftefjen unb gu befolgen: 9kfjinen Sie 3. 33. ben bon 3b>en aufge* 
geigten geiler in ben meiften 2(u§gaben be§ Scfjulajan 2Irucfj. „©er 
2(fum mit bem Sreuge" muß bocf) bie Sefer in ben 2öafjn gebracht 



— VII — 

Ijaben, als ob btc Slfum an anbercn ©teilen bie ©Ijrifien toären unb 
überhaupt bie ßfjriften als gternanbeier betrachtet toürben. 2ftan 
mufe, tote Sie, fein Seben bem Slubium ber aulgebefjnten rabbinifdjen 
Siteratur getoibmet fjaben, um ben Srrtljum ju enlbccfen — ben Srr* 
ib,um, toeldier in füegieHen gällen audj für bie 2eben3j>rari§ gefäfjrlicfi 
»erben fann. SEBenn biefe ©efaljr nid)t beftänbe, fo fönnie man bie 
<5aa)e ruljig anfefjen. Stber jefct fdjeint pe mir nidjt oljne 93ebenfen. 
Sn einem SBorte: bie SSBiffenfdjaft fcfjeint mir im Subentfjum eine 
gar ju grofee Aufgabe unb eine su fdjtoere SBeranttoortlidjfeit ju 
Ijaben. 3b>e bodj immer möglichen geiler unb Unlerlaffungen fönnen 
leicht bem ßeben fcfmben. 3Bäre e§ bod) möglief), bie SBanbe fo 
toeit ju löfen, ba% biefe ©efatjr aufgehoben toürbe! 

^erseitjen <B ie mir, ber idj ju ben ^nr» »an*» ju gehören meine, 
ben 2iu§brutf biefei 2Bunfct)eB. 

2Rit oorjüglirfjer ^odjadjtung bleibe idj 
Sfjr ergebener 

2t. Äuenen. 

£)er Don bem trefflichen ©eferjrten au§gefprocf)ene- 
SSunfcf), e§ möchten bie 23anbe, meiere im 3ubentf)um bie 
2Biffenfcf)aft mit bem Seben oerfnüpfen, fo weit getöft 
werben, bafc bie üon ber SßiffenfcrjQft begangenen gelter 
uicrjt einen fcfjäbtidjen (Sinftufj auf baZ üraftiferje ßeben 
ausüben, ift meinet ©racrjtens f)mftdt)tlic^ be§ 93erljatten§ 
be§ gläubigen Suben feinem nicf)tjübifdr)en 9?ebenmenfcr)en 
gegenüb er bereits tr)atfäd^Iict) erfüllt. S)a§ un§ üom 
^Sropr)eten Seremia am beginne unferer SSanberung burd) 
bie 2öelt im tarnen ®otte§ erteilte ©ebot: „Norbert ba§ 
3ßof)l ber Stabt, rooI)in iä) (Sud) auSnmnbern laffe, unb 
betet für biefetbe 5U ©Ott!" (Seremia 29, 7), Ijat ein für 
alle Hftal betrep unfere§ 3Serr)atten§ gegen unfere nidjt« 
jübifdjen Mitbürger jebes ©efe£, baZ etroa biefem göttlichen 
33ef etile roiberfprädj e, für ungiltig erftärt. 2öelcr)e fjeitige 
religiöfe $flicr)ten un§ biefe ^roüfjetentüorte auflegen, finbet 
man im § 609 be§ „Gf)oreb" üon Rabbiner ©. 9L ^irfcf) bar* 
gelegt (ogl. biefe ©cfjrift 6. 177 f.). Sftögen nun bk ©rgebniffe 
ber 3öiffenfct)aft ftd) nrie immer geftalten, mir gläubige 
Suben werben un§ nicr)t§ geftatten, xoaZ bem 23or)le be§ 
&taate% unb ber ©efelljcf)aft irgenbtoie nacr)tt)eilicj fein 



— VIII — 

fönntc. $f)atfäd)üdj tfi nun aber, nüe id) in tiefer (Schrift 
bargetfyan ju fjaben glaube, ba§ alle göttliche (2tnai*©efe|3, 
wie e§ bie 3öiffenfcr)aft be§ 3ubentf)um§ bi§r)er aufgelegt 
fjat, mit ber Söeifung be§ ^rop^eten Seremia in fdjönftem 
Giuttange, unb mir jtnb in ber glütfüdjen Sage, ftet§ ber 
2)ialjnung be§ ^ropljeten folgen gu fönnen, ofme babei 
mit ben 5Inforberungen be§ alten ©efe^e» in Goflifum ju 
geraden. — 

Sn biefer jiüeiten Sluflage ift t>a% Material bebeutenb 
oermefyrt korben. 2)iei 2lnf)änge [inb Ijingugetommen, 
roelcrje , obmo^l fie manches SSorrjergefagte tüieberfyolen, 
bennod) gur ©rgänaung unb SSertljeibigung unferer 2lnfitf)t 
notfjroenbig erfctjienen. 9ftöge bie (Schrift in biefer er* 
»eiterten ©eftalt noct) mein* bagu kitragen, Silben unb 
ÜRidjtjuben über ben ßljarafter be§ jübifcfjen ©efe£e§ auf* 
guftären. 

Berlin, Januar 1894. 

H. fjoffmrttt». 



£ttlj<tlt*-#*v$ei<ljtti&< 



(Seite 



1—7 



7—14 



I. SSerbot, im§ ©efefc gu fällen. — SRabbi ©alomon 
Surje unb SR. Sefaja £urtoi$. — #iü>H P<«m»T<m 
IMtiri 

IL 3ftaimombe3. — SR. 9Kofe§ au§ ©ouct). — SR. 3uba 
b. Samuel ou§ SRegen§burg, SR. ©liefer b. (Samuel 
Ratetet u. 2t 

IIL ®a§ $8ucfj „Ordjot 3abbifim". — SR. Sofep^ Sabej. 

— SR. ©liefet 21ftari. — SR. ©atoib Sbn ©imra. — 
SR. 2Reuacf,em 2lfarja. — SR. Segalel 2*fdjfenafi. — 
SR. ©liefet 2lfcf)fenafi. — SR. SWofeä SRibfeä. — SR. 

Wlo\t ©fjageä. — SR. Sfaaf Sampronii u. 21. . . 14—23 

IV. $. iorob tämtttn über Triften uub ©Ijriften^um 23—31 

V. Di* Ittytn 100 Qativt. — SR. %%mad $afoljeii. 

— SR. Wlo\e ®oni^. — SR. ®Iia SßmdjaS ben SRtit. 

— SR. Sfrael Sippfäifc. — SR. Socob gebi SRecfleu* 
bürg 

VI. 2>«r ^djttldjrtit-^VMdj. - ©ie ,,SP?appafi/' beB SR. 
SRofeä SfferleS unb bie ©ommentare gum <3dj.*8C. — 
SCutoritöt be§ @dj.*8. — ©er fcjarmlofe ©afc: „£>ie 
©üter be§ „®oi" ftnb roie rjerrenlofeä @ut", ift bon 
qßrofeffor ©ilbemeifter unb 2tnberen arg mifetoerftanben 
uiorben. So^amieS SBülfer über biefeu ©afc . . 36—46 

VII. SM* £vit*tw$eft1it. — ®er „Subenfpiegel" bon 
Suftu*. — ©ie ridjtige ©rflärung be§ 2tu§brurfeö 
„mipne darke schalom." — SReitung uub 93efdjenfung 

ber „2tfum" 46—55 

VIII. -pie $«Utgittt0 fr** Itrttttttt* ©*«<«♦ — ©r* 

flärung be§ ©efefceS „Über bie berlorene ©adje ber 

©üuber" 55—64 



31—36 



X — 



•Seite 



£>aä ©ejefc über Äefcer unb 2lpoftaten .... 04—72 

X. (&efeM fcrr gl*0i*;rung ift gilttge« |lcdjt. — 

©influfc t>c% nidiijübifcrjen 3ted)t§ auf ba§ jübti'dje. — 
<Die Dna'af) bcr „2Ifum". — iöcrorbnungen ber 
Rabbiner 3U ©unften ber 9iid)tjuben 72—78 

XL ®tv „t&iU iufc*tt[V«Sel" 78-103 

Aap. 1. 2lftgemeine ©runbfäfce ©. 80. 
„ 2. 2Id)iung ber 3Bürbc aller 2>ien|'dien 5. 81. 
„ 3. qßrofertjten ©. 84. 
„ 4. Stpoftaten <©. 85. 
„ 5. 9fttf)ijübtf(f)e ©flauen ®. 86. 

6. 2Baf)rrjaftigfeit unb £reue (5. 87. 

7. SDttlbtfjäiigieit gegen 2tnber§g[du6ige 
@. 89. 

„ 8. SiebeSbienfte unb 95armfjcr3ig!ett S, 90. 

„ 9. greunb|cf)afllic§er SScr£ef)c mit üftidjt* 

juben ©. 91. 

„ 10. 91 ücf fielen gegen 9iid)tjuben S. 93. 

„ 11. SDiebjtab,! unb §ef)leret ©. 94. 

„ 12. 9?aub unb SSorentfjaltung ©. 96. 

„ 13. ®teuer*Sonlrat»ention ©. 98. 

„ 14. ©efe£ ber Regierung ijt ©efe§ 3. 99. 

„ 15. betrug <S. 101. 

„ 16. SBudjer unb ©tMSfoiet @. 103. 

„ 17. Korruption ©. 104. 

„ 18. iperjonen*unbSad)be|crjäbigung©.104. 

„ 19. <Sd)u£ be§ ©igenif)um§ bon PHcfjtjuben 

@. 106. 

XII. $!<m ten £iüfrf;ttttgen *»** „Utttettfrieö*!"» 
— Qnftus toirb überfüfjrt, fünf;*!)tt fdjroere »er* 
läumberifcbc 33ejd)ulbigungcn gegen ba$ Subentfjum 
auf ©runb bon Sügen unb gälfdjuugen erhoben gu 

fjaben. — Über ben ©a§: „Attem kerujim adam" 109—128 

XIII. glt* „^iutw" int ^djuldjan &«td|, — ©er 

2tu§brud „2tfum" ift ein gSrobuft ber Eenfur. - 
S)urd) biefe S^ati'adje finb oiele 33ett>ci)e ©dura 
unb ©ilbemei jter'S a(§ Jrrifjümcr nadjgennefen 129—134 



— XI — 

Seite 

XIV. Ijtlfv ftttJ» fci* (ööifenfrmter im §djuldjan- 
2lr»dj? ©ie Gftriften roerben nidjt unter „©öfcen* 
biener" bcrftanben. — üftaimonibeä unb bie fran-- 
göfiidie u. brutfdie 3d)ule. — ©er 2d).*2{. Imnbelt 
überall beutlicf) bom aliöeibniicrjen. ©ögencultu§, 
nrieiooljl berielbe 3U feiner 3 C ^* 1"$* me ^ r epftitte 135—131 

XV. gi* (CJjvifUn im §djttldjatt-3l*ttdj.. (Sf)riften* 
tfium Reifet niefit ©ö$enbicnir, ionbern ,,§djitiuf". 
©ic SIbfjanblungen über „Sdüttuf".— ©er cfjriftltctje 
ßuftu§ ift nad) bem 2d).4(. b!o§ ben Suben ber* 
boten; 9Jid)tjuben aber begeben mit ber Übung biefei 
6ultu§ gar feine Sünbe. — 2)?oimonibe§ ift fein 

geinb ber Sfjriften 145—150 

XVI. £«* ^Ijof-JJrordtjtf im §djttldjtttt-3lt?ttdj. — 
2Ba§ tjeißt. ein Xtjor-^Srofelrjte? — Diedjte be§ Xf)or- 
^jßrofelrjteTt. — ©ie Gljriften muffen 3um 2>iinbeften 
toie Zfjor^rofelnten betrautet werben. — üSarum 
fjaben bie mittelalierlidjen Diabbinen bie§ nidjt 
einftimmig erfiärt? — ©ie ©rflärung be§ franko* 
jifcf)*jübifcb,en Si)nf)ebrium§ unb ber beutjdjcn Rabbiner 150— 1Ö6 

XVII. §djiirt btv gdjttldjim-^rttdj btn §Uajl>tti)a[?? 

— ©ie ®efe§e, in benen3Jid)tjuben fdjtterer 23erbred)en 
befdmlöigt roerben, ftnb Dom <Ed>.*2t. unb ben ^abbitten 
aueöriii&lidj al§ in cibilifirten Sänbern ungültig 
erftart toorben 156—159 

XVIII. gv$miien-<£>efei}t im Sdjuldjrttt-^t-ud;. — 

Sßenige alte grembengefege, bie sur 3^it be§ 23eftanbe§ 
be§ jübifd)cn ©taate§ feine§meg§ ungeredjt toaren, 
bat ber Sd).=2f. au§ bem Salmub übernommen. — 
©er SSorwurf ber Smmoralität toirb gegen bie 
^abbinen mit Unrecht erhoben 160—167 

XIX. ÖrfctitQuuQ her ivttobtxi-fötfebt* — ©egen* 
berorbnungen. — Sefanot. — ©ie jübifdje ^ro^eß* 
Crbnung erfiärt biele ©etefce, in benen fdjeinbar 
Söefrug unb Unrecht (aber nid)t blol gegen fticb> 
juben, fonbern audj gegen Suben) al§ erlaubt 
erfcfjeinen. — ©egen Srjriiten ift nad) fämmtlidjen 
jübifcfjen Dieligionsfdjriften jebc» Unrecht unb jebe 
üiebloftgfeit ftreng berboten. 3Borte be§ DiabbinerS 

©. 9L #irfd) 167—173 



- XII — 

Seite 

XX. HUfttttte mtfc §djhtßt»H»rt. — Slufftäfjlung ber 
öorjüglidjften Sertürner im ©uladjüen ©übe* 

meifter'3 178—182 

2lnf)ang I. Qie 5, ÄttAue? &«* „Jufcritryußd". . 282—196 
2lnt)ang II. (Dfgen fr«n §Uig*<»r&t«tett flasttadr . . 196—199 
2Inf)ang III. |JUrti|rlj<?it mtfr |M«**lf*it. Gine Äritif ber 
(adjriftbe§ £)t\ galtob (ßifeer: „SJerSuben* 
flieget im Sitfiie ber aöafjrljeit" .... 200—228 

ikgiftrr ber citirten Tutoren unb 2Berfe 229—232 

$*d)Vt$iftev 233—234 



I. 

Sßrofeffor ©übemeifter in SBonn f)ctt im Sctfjre 1884 
über mehrere ifjm dorn 2anbgericr;t gu 23onn öorgetegte, 
ben <Sd)uIcr)an 2lrucf) unb beffcn Seljren betreffenbe fragen 
ein ©utacfjten abgegeben, ba%, nrie bte§ bei feiner b!o§ manget= 
fjafter ^enntnifj ber fpäteren rabbinifcfjen ßiteratur nidjt 
onberl gu erwarten aar, tnele unnötige ^Behauptungen 
enthält, bie bagu angetan finb, baZ öubentfyum nnb beffen 
Seljrer, bk Dfabbinen, bem £affe unb ber SBeradjtimg 
preisgeben. @s> foH nun in ber folgenben Slrbeit ben* 
jenigen, bie ftcf) für biefe $rage interefjtren, foroeit unfere 
ßenntnife reicht, einiget Material §ur richtigeren 95e* 
urtfjeitung be§ rabbinifcfyen SubentfjumS 1 ) an bk ^panb 
gegeben werben. 

$rof. ©ilbemeifter fagt roörtltcl): „Seit man djrtftftd&er* 
feitS eine folctje Benennung (Slfum) übet empfunben, Ijaben bk 
Suben — unb ba§> gehört §u bem Stiftern ber Säufcfjungen, 
womit fte Ijarmlofe Stiften im SDunfel 31t ermatten furfjen — 
geleugnet, ba$ unter Slfum aucf) bie (Xfjriften $u oerftefjen 
feien; e3 feien nur bk alten Sternanbeter gemeint. ©0 
fteljt in ober üor mannen r)ebrätfcr)en 23ücfjern, öießeicfjt 
wegen ber Genfur, ein SßaffuS abgebrurft, in bem fie fagen, 
fte behielten nur au3 Vßkt'ät unb @ewotml)eit ben alten 
2lu§brucf Slfum bei, e§ feien aber burcr)au§ nicfjt bie Gfjriften 



!) SGBir fiegetcfinen mit biefem 2tu§brucf bie 9Migion§gefe§e, 
welche im Scfjulcfjan 2{rud) unb in ben gu bemfelben üon ben maß* 
gebenben Stuiortläten gegebenen Erläuterungen unb Ergänzungen 
entfallen finb. 



bamit gemeint, benn biefe glaubten ja an bie ©djöpfungfr 
gefaxte, ben SluSgug auS 2legrjptcn unb anbere alt* 
teftamentlicrje ßrgäfj hingen." ®. fudjt nun gu beweifen, 
bafe unter Slfum uottjwenbig aucr) bie (griffen uerftanben 
ftnb. Siefe „33eweife" werben weiter unten oon uns 
geprüft werben, f)ier fott oor Sillem gegeigt werben, ba% 
bie Slnnafjme, bie betreffeuben ©rflärungen ber Suben 
gehören „31t bem ©rjftem ber Xäujcrjungen", gang unb 
gar unmöglich ift. 

3m Xatmub Sabti (23aba ®ama 38a) wirb erjagt: 
„(Sinft fdjicfte bie boshafte (römifdje) Regierung gwei ©eamte 
gu ben iSraelitifdjen SBetfen mit bem Stuftrage, bie ßerjre 
Israels gu prüfen. SDie Beamten enttebigten |td) ifjreö 
Auftrages. Seim 2tbfdt)iebe fpraerjen fte gu ben SBeifen: 
„SBir fjaben (Sure gange £rjora redjt befunben, mit 2luS* 
naljine beS einen @efe£eS, baS Sljt lehret: „Sßenn ein 
£)d)S eines Israeliten ben eines Reiben flögt, fo brauet 
ber (Schaben nid)t erfefct gu werben; flögt aber eines Reiben 
£cf)S ben eines Suben, fo mufj ber £eibe in jebem gaffe 
ben gangen ©djaben begaben." 2)ieS finben wir ungerecht, 
wollen eS aber ber Regierung ntdt)t angeigen." — ©0 
weit ber Xalmub. £>iergu bemerft 9i ©alomo ßurje 1 ) 
in feinem Söerfe Jam schel Schelomo: „hieraus tonnen 
wir lernen, bafc es »erboten ift, bie SBorte ber Srjora gu 
fälfdjen, felbft gur 3eit ber ©efaljr. . . SDenn eS gibt bod) 
nichts härteres, als oor ben Reiben gu fagen, bafc wir 
ifynen gegenüber frei 00m @cr)abenerfa^, fte aber uns gegen* 
über bagu oerpflidjtet jinb. SSäre ba nidjt gu befürchten 
gewefen, bafc l)ierburdj) oiele Verfolgungen über SSraet oon 
(Seiten jeuer boshaften Regierung rjereiubredjen würben, bie 
nur einen SBorwanb fud)te, über SSrael rjerguf allen? Sie 
SSetfeu rjätten bemuad) baS ©cfe£ anberS oortragen foEen, 



i) tiefer krümmte Rabbiner, ein getigenoffe bcZ 9t. Sftofe 3fferte§, 
mar neben biefem bie grüßte talmubifcfie Slutoriiat feiner Seit. 2>a§ 
SScrf Jam schel Schelomo gu 23aba Äamct erfctjien guerft in Sßrag 
im Saljre 1615. 



— 3 — 

entioeber: „SBeibe ftnb frei" ober „Serbe fmb fcrjutbig." 
(Sie traten bie§ ober ntcrjt. @§ ift baljer hieraus gu fcrjtiejjen, 
baf; roir üerpflicrjtet ftnb, aucf) imfer ßebeit prei§gugeben 
roegen Heiligung be§ göttlichen 9iamen3, unb wer, ©ott 
behüte, baZ ©efe£ gefälfcrjt mitteilt, ber ift gleich beut, 
ber bit Sftofaifcrje £r)ora oerteugnet. SDeSfjalb ,f)abeu bie 
2Beifen bie Sßarjrljett gefagt gur Heiligung be§ ©ötttid)en 
Samens." 1 ) £)a§fetbe Ier)rt aucf; 9i Sefaja £nrroi£ in 
feinem berühmten 5ßexfe n^» (Sehne Luchot Habberit) 
©. 185 a (guerft gebrueft gu 21mfterbam 1653). 

SSenn nun groei fo berühmte ialmubifcfje Autoritäten 
erftären, man muffe etjer ba% 2ftartrjrümt erbulben, beüor 
man, fetbft Reiben gegenüber, bie £f)ora üerteugttet unb 
ein oon ben Sftabbinen trabirteS ©efe£ falfd) mittrjeitt, ift 
e§ ba benfbar, bafj fo tuete fromme Diabbineit roiber beffereS 
SÖiffen ba% ifmen Zeitig gettenbe ©efe£ abftdt)tüdr) üerbreljt 
unb erKart trotten, bie Gfjriften feien axidtpt in biefem ©e* 
fe£e enthalten, roieroorjt fie mußten, ba% ba§> ©efe£ anberä 
ausgutegen ift? SBarjrltct), e3 roäre ben alten 9tabbinen 
aucf) ein ßeicr)te§ geroefen, gu erklären, bie Körner, bie 
cuttioirt unb gerecht feien, treffe biefeS ©efe£ nict)t. £)ie§ 
roäre irjnen um fo leichter geroefen, a(§ e§ bamafö ttoef) 
feine ^rofefforen ber Drientatia gegeben Ijat, roetetje oor* 
gaben, 2lEe§ beffer gu roiffen, al§ bie Suben fetbft. S)ocr) 
nein, bie ^abbinen rooEten nie unb nimmer ifrre £n,ora 
oerleugnen, unb roenn fte erflärt f)aben, bafc ein ©efe£ fo 
unb fo aufgelegt roerben muffe, fo roar bk§> eben ir)rc tief» 
innerfte, ijeitigfte Uebergeugung. 

?lber abgeferkelt Ijterüon, famt es Siiemanbcm, ber mit 
ben rabbiniferjett <Sd)riften oertraut ift, ber bk galjtreicrjen, 
an oerfcrjiebeiten (Stellen gerftreuten 23emerfungen gelefen 
Jjat, einen Sütgenblicf gtneifetijaft fein, büfc roir es> mit 
ernften, aus> ben ©efe£e3quellen begrünbeten ©utactjten ber 



ciStri Dn GKi orn trn'p by iidoS um i^inc» n»:<o yoc xbx (} 
.ctpn nenp by nesn nnrn p by\ . . . nec miro isim nin pn n:ty 



— 4 - 

Dtabbinen gu tfyun Ijaben, roelcfje für Suben beftimmt 
finb, um fte über tf)r 23erl)alten gegen bie driften gu be= 
lehren, unb nid^t im ©ntfemteften barauf beregnet 
finb, auf bte (£f)riften irgenb weisen ©tnbrucf gu machen. 
(Sie ftnb gum großen £f)eü an öerborgenen ©teilen mit» 
geseilt, wo fie bo§ 2luge eines d^riftlic^en $orfdjer§ nie 
erfocht Ijätte. 9?ur benjenigen Suben, roelcfie ben größten 
Xtjeil ü)re§ SebenS bem ©tubium ber rabbinifdjen Schriften 
geroibmet, maren fte befannt, unb biefen Kennern tarn e§ 
bi§ auf bie neuefte Seit, too bk mafctofen, gegen 3>uben 
unb Subentfium gerichteten Angriffe fte gur ©egenroeln - 
IjerauSforberten, nicfjt in ben «Sinn, mit biefen oon Xoierang 
unb ©eretf)tigfeit3liebe geugenben (Stellen üor ben (Sfjriften 
gu prunfen unb gu parabtren. 

£ier fei nur auf biejenigen, ttroaZ abfett§ gelegenen 
rabbinifcfjen ©ntfdjeibungen aufmerffam gemalt, roetd^e 
feföft ber eingefleifdjtefte Subenfeinb für ernft unb abftcf)t§= 
(öS gehalten erflaren muß. 

2)ie raidjtigften (£ntftf)eibungen biefer 2trt ftnb oon 
bem berühmten 91. Oftenodfjemb. (Satomo au§ ^erpignan 1 ) 
getroffen roorben unb finben ftdf) gerftreut in feinem großen 
2fteifterroerfe Bet ha-Bechira, roetdjeS ©efe^e§=@ntfcr)eibungen 
gu 36 £afatub*Xractaten enthalt. Selber ift biefe§ groß» 
ortige SSerf nur gum geringen %fy\l feparat im 2)rucf er* 



*) Stuc^ 2Keirt genannt. Neffen 2ibot*£ommentar ift bon ©alotnon 
(ätern fjerauägegeben (SBten 1854), too and) eine 23iograbf)ie unb ein 
Sßerjei^nife ber ©Triften beSfelben — niefit weniger al§ breigefin gum 
Seil rtejengrofje SBerfe — gegeben toirb. Sie wenigen ©cfiriften, 
bie bon ifint beröffentlidjt ftnb, offenbaren überall einen aufeer« 
getoöfinlicfien totffenfcfiaftltcfien ©eift. ©r blühte gegen (£nbe be§ 13. 
3afirfiunbert§. 9t. Sfaac be 2ata§ berietet in ber 1372 berfafeten 
©cfirift p* ny» (2tfagaätn für bie SEÖiffenfcrjaft be§ 3ubentfium§ 1877 
©. 75 &. 19—20), bafc 9t 2Renac6em bie gange fdjriftlttfje unb münb« 
Itdje 2e^re tounberboö comntentirte, unb bafc 3U feiner 3ei* bie Suben 
au§ granfreidj bertrieben tourben unb biele Setben gu erbulben blatten. 
■mnaa ne byiv mini anaa» munn So *ik»; . . . nruo "1 ^"»n sin 
Jiiaiaom nnsn mi nßnss -ick tsmnvi ien:s: vo»m m«a kSb: 



— 5 — 

fcr)ienen; einige roenige »örtliche STu^üge barauS ftnb in 
bas (sammeltoerf Schittah - mekubezeth oon dl. Segalet 
$fcf)fenafi aufgenommen morben. 

Qu ber oben cttirten ©teile in Sofia 5hma 38a, mo 
ber Salmub al§ ©runb tiefer £ärte be£ ©efe^eö gegen 
bie Reiben bie 9?icr;tbeobacf)tung ber fteben 9?oacf)ibifcf)en 
©efe^e 1 ) oon (Seilen ber Reiben angiebt, bemerft 91. 
SÜienacfjem 2 ): „2)arau§ ift gu entnehmen, bafj biejenigen, 
me(tf)e bie fteben ©ebote gelten, bei un§ baSfelbe 9ied)t galten, 
mie mir M ifmen; um mie oiel mefjr muß bie§ ber 
galt fein bei ben SSölfern, bie buref) Religion unb 
©efe^e ficr) auggeierjuen*).'' — 

3u ber Salmubftelle 33aba ®ama 113 b, mo gejagt 
roirb, ba% man nierjt oon 9f*ed)t§megen oerpflidjtet fei, 
einem Reiben feine oerlorene ober aus Sntljum megge* 
gebene <5aä)t gurürfgubringen, unb bafe man bie§ blo§ auZ 
bem ©runbe tf)un folle, um ben tarnen ©otte£ gu Zeitigen, 
fagt 91. äftenacfjem mieber: „2tl§ ©efe£e3entfcf)eibung (pyS 
pco) gilt folgenbeS: „(Selbft ©ö^enbiener unb bie fein 
©efe£ adjtenben SBötfer barf man nierjt berauben ober beren 
©arteten behalten ober if)nen einen iäraeliiifdjen ©flaoen 
of)ne Söfegelb entreißen, üftur eine oon ifyrn oertorene 
<5ad)t brauet man nidt)t gurücfgugeben, meil ber $inber 
ein gemiffeS @Kgentl)um3redjt an ber gefunbenen ©acfje er» 
toirbt, ba% guriirfgeben baljer ein SIct ber 2ßof)ltf)ätigfeit 
ift, unb mir nicfjt öcrpflid)tet ftnb, 2Bof)(tI)aten gu ermeifen 
bemjenigen, ber felbft fein ©efefc achtet, aufjer raenn e3 
gefcfjieljt, um ben tarnen ©otte§ gu ^eiligen. 2Ber jeboct) 
ju ben SBötfem geprt, meldte ©efe£ unb Sftecrjt 
üben unb in irgenb einer SBeife bie ©ottfieit oer= 



l ) SSerbot tum 1) ©öfcenbtenft, 2) ©otieSIäfierung, 3)2Rorb, 
4) 3flau6, 5) Snceft, 6) ©enufe tinei bom leßenben Spiere a&ge* 
fdfmitienen <8Iiebe§, 7) ®ebot ber 9tedjt§toflege. 

*) Schitta mekub. ed. SBttiebig 1761, @. 78 ä. 

y* nnyoi dSxk wh:j uSsk wh nwn yatr ]»o»'pöB> hsi yatro ( 8 

.S*t n'KO .j»Dio»3i mm »diu mimn mono b"t 



— 6 — 

cfyren, mag aud) if)r ©taube öon unferem ©tauben 
oerfcrjieben fein, fteljt nidjt unter biefer Dtegel. 
(Solche [inb üiefmeljr in jeber £inficr)t, forooljl in 
93 c 3 u g auf üertorene ©adjen, als in 23egug auf 
Srrtljum unb in atfen anberen Singen öottftänbig 
mie ein 3fraelit 3« betjanbetn, otjne irgenb roetdjen 
Unterfdjieb 1 )". 

Safetbft beißt e3 ferner: „®ommt ein Sube mit einem 
folgen (ciöttifirten) 3^icr)t)uben öor ein i§raelitifcf)e3 ©erid)t, 
fo barf man and) nict)t um ein Haarbreit mefyr fid) 
bem Suben hingeneigt fügten, fonbern man fpredje 
ba§> Urtfyeit nad) ftrengftem 9led)t, mag e§ bem Suben 
ober beffen ©cgner günfttg fein 2 )".— 3n bem in nenefter 
Seit gu Serufatem gebrurften Kommentar be3 31. 3ftenad)ein 
dJldn §um Zt. $oma @. 76 a Ijeijjji e3: „SBenn unfere 
SSeifen geteert f*a6en, bafj gur ßebenSrettuug eine§ ®ö£en= 
bienerS am ©abbat ein ©djuttfjaufen nid)t weggeräumt 
werben bürfe, fo gatt bkZ nur oon ben alten ®öj3enbienern, 
bk gar feine Religion Ratten unb aud) bit ^fticrjten gegen 
bie menfdjticrje ®efellfd)aft nidjt arteten 3 ). 2lud) anbere 
2lu§nat)megefe^e be§ Xalmub§ gegen bie Reiben galten 
naef) 2Jieiri nur folgen, bie gar feine Religion fannten 4 ). 

2)ie ©ntfdjeibungen be§ 91. aftenacr)em Sfteiri finb um 
fo mistiger, atö iljre fd)lid)te, aber entfd^iebene 3tu§brutf§« 
weife fie über jeben $erbad)t ergebt, bafa irgenb wetc&e 
2tbftd)t babei im ©piete war. ©ie muffen Sebem, aud) 
bem böStüiHtgften Subenfetnbe, als ba§> geredete Urtfjetl 

**,k ns nt*K Sy mn^Nn naijn mmn »2*112 anvun j'ooj'o xmv Sa (* 
11DJ ■**n**»2 jn nn nSn nt ****22 d*.*n wnaiOKO npvn onaiö«"? *b *•**• 
.piSvt dib» n**2 D**i2*in *inb* '■a*** myea •*,»* n*i2K2 i*k i'jk ona*i*> 

(Seh. mek. 1. c. p. 178 b.) 
1*i*2j;d j'k p** *:*:a** wa dk mmn »ana onrun jm«2 oipo **aoi ( 2 
(Iif§ *.*■ sc. ■*k*n*»**) n** dk ,inn n« ]***n 21p* kSn ono s**C2 i*nn dk on** 

.ru-oE*** dk 
d*,*n cji *?*?n m cit** onS px» . . . csimpn ni*;*o*. 0*2212 H2*y ( 3 

.dikpi man nainS yvwn 
.****a m o*tr onS ]'«■*» ( 4 



eincä unparteiifdjen, bic ©crecrjtigfeit über 2We§ KeBcnbcn, 
oon jebem SSorurtljetl freien 9licr)ter§ erfctjeinen, bem meber 
bie 23erfolgung§fncr)t unb ber $anati§mu3 feiner $üt, noct) 
bie eigenen Seiben, oon benen er burct) bie llnbutbfamfeit 
betroffen ronrbe, in feiner ©erect)tigfei3= unb iDJenfctjenliebe 
avd) nur einen 2tugenblicf loanfenb machen rennten. @r 
fpri.djt gor nicfjt oon Gtjriften ober SDiofjamebanern, er er* 
fanu oietmefjr einen eigenen befonber» beacrjtenstoertrjen 
£emmu§ §nr 23egeidmung ber 3Jtenfcr)en, bie mir, roelcrjer 
Religion immer fte angehören mögen, a(§ 33 r üb er betrachten 
muffen, mmn »ama erm* ift ber begeictjnenbe SluSbrurf. 
28er ba „eingefctjränft burct) irgenb ein ©efefc" ift 
unb nicfjt rate ba§ Sfjter ber fcrjranfenlofen äBißfur jtdj 
hjngiebt, ber Ijar Stnfprucr) auf nnfere ©erecrjtigfeit unb 
Siebe. 2l!le 9(cr)tung oor biefem großen Serjrer! 216er 
ouet) alle 21d)tung oor feinen (Sotfcgen unb Schülern, benen 
er folcfje Sefcen, ot)ne SSiberfpruct) 31t f in ben, oor= 
tragen fonnte! 

(£3 ift tief bebauerlict), ba# gerabe 31t bemjenigen 
2afmub = Praeter, ber ficr) am Steiften mit ben ©ötjeu* 
bienern beferjäftigt, mir meinen ben £ractat Aboda sara, 
bie 23erfe be§ 91 ülftenacbem 9fteiri nietjt veröffentlicht finb. 
@in äftanufeript be§ Beth ha-Bechira gu 36 Sractaten 
befinbet ftet) in Marina, ein anbereg gu 32 Sractaten in 
Djforb. 

IL 

Sänge oor Jft. $ienact)em rjaben bie bebeutenbften 
^abbinen in ©ort unb (Sdjrift §u toiberrjotien s J>caIen bie 
Israeliten nacr)brürftict)ft ermarjnt, ftet) in SSegug auf bk 
9?icr)t}uben berfelben £Rebtic±)fett §u befleißigen, wie irjren 
©taubett§genoffen gegenüber. ©0 fdjreibt 2ftaimonibe§ 
im 2Jiifdma*(£ommentar 5U ®etim XII, 7: „2öa3 ber $ßöbe( 
glaubt, baf$ fotetje 2äufcr)ung ben 9?icr)tjuben gegenüber 
erlaubt fei, baZ ift ein Srrtrjum unb eine umoarjre 2lnftct)t. 



©ott ijat gefprocf)en: „2Benn Semanb ftdj einem ©öfcen* 
biener ober gar sunt ©ö^enbienfte (roie bie (Irflärung ber 
SSeifen lautet) al§ (Sftaoen oerfauft Ijat, fo foll er rechnen 
mit feinem Käufer." ®agu bemerfen unfere 2öeifen g. 21.: 
„9)?an möchte meinen, er bürfe il)n (ben ©ö^enbiener) über* 
liften, beäljalö [agt bie (Schrift, er fotf rennen, b. Ij. er 
foll genau unb richtig mit iljm rennen." Sßeiter bemerfen 
fte : „2ßenn alfo bie Xfjora bieä bei einem Reiben, ber 2)ir 
unterworfen i]t f befiehlt, um wie oiel mein: bei einen?, ber 
ntct)t unter ©einer 23otmäfeigfeit fterjt." @6enfo iß nicrjt 
erlaubt bie Süge, bie SBerfäfagenljeit, jebe 2lrt oon Betrug, 
lleberoortfjetlung ober ßift einem Sfticrjtjuben gegenüber. (Sie 
(bie Steifen) I)aben gelehrt: „ߣ ift »erboten, bie Sftenfcrjen 
gu täuben, felbft bie ©ö^enbiener. 9lod) oiel me£r ift bie§ 
ber gaU, wenn e§> 3m* Gintroeifjung be§> göttlichen 92amen§ 
fommen fann, wo bieg eine oiel größere ©ünbe ift 1 ). (53 
äeugt bie§ 00m fdjlect)ten ©Ijaraftcr eine3 Wenigen. Sitte 
biefe Scfylecrjtigfeiten gehören §u ben Singen, bie ©ott oer« 
a6idt)eut, ofme Untertrieb, gegen wen fte oerübt werben. @r 
fpract;: „(Sin ©räuel ift bem ©wigen, ©einem ©orte, 
Seber, ber bieg tfjnt, Seber, ber Unrecht ttjut.'* 2 ) 

§n nod) einbriuglicfjeren, fanft ermaljnenben Söorten 
warnte ber berühmte SSerfaffer be§ „großen 33ucr)e3 ber 



l ) ©§ ift alfo nidjt nur \>a Verboten, nw ber 9came ©otte§ ent= 
toeibt toirb, ober, toie fieb, Sßrof. ©tlbemetfter au§brütft, „too e§ einen 
©clat geben toürbe", fonbern e§ ift abfolui »erboten, ©ie (£nt* 
ftetljung be§ göttlichen Samens marfjt nur bie ©ünbe bent 9Zicrjtjuben 
gegenüber uod) größer al$ gegenüber htm Suben. SSerglcicfje übrigen^ 
roeiler unten Slrtifel IX. 

nti onsyn dj> mnio nsytonn dntb» . . onwsn pon kjt ick nn ( 2 
nesj, 1 ciaS in c"o -laijrS »sj> 13103 . . n**n ion .tion »nSa njm m 1 ^ 
p*rp"p atrm S"n vSj? diS:j' Si3' S"t viöni irmp nj? aem (tnv:a Nae> 103) 
d«T3jd noim *?p p» nnn» c'iaya min man p ds nein . . paern 101? 
nutawrn nmoin <:<oi nSiannm »lisn nmo u** pi . . . "p» nnn i:'wy 
Sai tnsj» '■tr wyn iS<bhi nman pj?t au;S mo* no« .cisyn Sy B*o»ppni 
nuun m«S nyjni Sn^ inv senn n^nn cB'n SiSn n»S nisS S^iht nana pw 
psyS jniK ayr.n nnw ayn» «mir n'"»n Tva ntf« jSia niynn iSki .myn 
.Siy nci;' Sa r^N rn^iy Sa ^hSk n nayin 'a :iok nitry »dd? enen 'Sa 



— 9 — 

©efe^e" (©emag = Siti nu» tbd). Rabbi SftofeS auZ 
ßouct) (im Slnfang bc$ 13. SaljrfjimbertS), [eine ©fauöeitö» 
genoffen t>or jebroebe r Süge unb Ueberoortfyeilung. £)erfelbe 
fd^reibt (©emag, Verbote, 2): „%<§ t)abc geprebigt ben 
©jilirten 38rael§, bafc biejenigen, meiere htm -ftid&tjuben 
gegenüber lügen ober ilm befielen, git benen gehören, 
welche ben tarnen ©otteS entweihen, ©ie beroirfen, 
bafj bie 9ttd)tjnben meinen, 3§rael \)abe feine OMigion. 
(£g Reifet ferner (3epf)ania 3, 13): „2)er 9teft SSraetS foü 
fein Unrecht tl)un, nid)t Sügen fpredjen, nnb in iljrem üDhmbe 
foE fid^ nidjt finben eine 3 u "9 e oeg £ruge3." ©§ Ijeifjt 
ferner im £raftat Slbot (IV, 2): „28er oen dornen ©otteS 
im Verborgenen 1 ) entweiht, ber wirb öffentlich beftraft 
werben; fowofyl berjenige, welker au§ 23erfet)en, als wer 
üorfafcttd) ben Hainen ©otte§ entroeifjt." ferner tjeiftt e3: 
„3)can borgt ntd)t bei ber ©ntweirjung be§> ©ottesnamenS 
(fonbern bie ©träfe trifft fofort ein". 2 ) 

2ln einer anbem ©teile (©ebote, 74) berietet er: „2)e= 
reitS tängft fyabe icf) geprebigt ben ©rjtirten Serufatems, 
welche in ©panien finb, nnb ben anbern (Srjlirten in d)rift= 
litten Säubern, bafc, nacfjbem ba% @jtt fo lange anbanert, 
SSracl fidt) oon ben ©itelfeiten ber SBelt abfonbern muffe. 
(3$ mufj feftljalten baZ ©ieget be£ ^eiligen, gelobt fei (£r, 
welches bie 2B a f) r f) e i t ift, barf 9tiemanben belügen, weber 
einen önben, nod) einen 9?ict)tjuben, fie rxtct)t täufcfjen 
in irgenb einer 2Beife, ja mnfc fogar in bem, wa§ erlaubt ift, 
fiel; ^eiligen, benn e§> Ijeifjt: „©er 9left SSroelS foH fein 
Unrecht tlmn, ttid&t fingen reben nnb in il)rem äftunbe fott 
fiel) nidtjt finben eine £>una,e be§> £ruge3". Sßenn ber ^eilige, 
gelobt fei St, fommen wirb, nn£ §u fjelfen, werben bie 



x ) 2Ufo audj toenn e§ feinen „©clat" gießt. 
bhsz on onS rosun o<uS onptfDn »a ^n*ib» nvS^S vnsm *3«i ( 2 
«S S«iB" nnw naiKi .S*nB»S min j<n n'un i*id«'b» d'öiu» atrn »SSno 
*73 man n3DD3 pni n'ain jitrS orvsa nx2< n^i 2T3 vdt nSi nSiy wj?» 
own Si^m wo inNi jjw ihm 'iS.n uöo pinea nnon o'o» at? ^Snan 

.atrn S6m ps*pö jw 



— 10 — 

SSölfer jpredjen: „SSafjrlid), @r fjat Dtedjt getfjan, benn fte 
ftnb Männer bcr 23a^rf)eit, unb Seljre bcr 33af)rf)ett ift in 
iljrem ÜDhnibe!" 2öenn wir aber ben SBölfent gegenüber 
betrügerifcf) fjanbeln, rcirb man fagen: „(sefjt boct), tr>a§ 
für ein SBolf ftc^j ©Ott erroär)tte, ©tebe itnb ^Betrüger!" 1 ) 

£>erfe(be (el)rt ferner (Verbote, 170): „(£» ift nerboten, bie 
Stafd&en gu betrügen im ®auf nnb SScrfauf ober S^nanben 
51t täuftfjen, mag er and) SGidjtjube fein. Suben unb 
üftiditjuben ftnb in biefer Segiefjitng einanber gleicf). 
23enn man weiß, baf$ an ber Sßaare ein 3fefj(er ift, fo muß 
man bie§ bem Käufer mitteilen." 2 ) 

Sn gleicher SSeife ermahnten unjäfjlige äftate 9t. 3uba 
b. (Samuel au§ 9%egen§6urg (Anfang be§ 13. SafjrljunbertS) 
ift. ©tiefer b. ©amuet f)a*ßett>i (Sfaf. b. 14. 3af)rt)bt3.) 
u. o. 5(. jur Sftedjtjdjaffenljett unb Glirüctjfctt im Raubet 
unb SSanbet gegen ^tufjtjuben. 3 ) 23ir motten oon erfterem 
nur eine ©teile 4 ) anführen, meldte entfdfjieben Geweift, bcife 
man fcfjon in früfjeftcr %ät ben tlnterfdjieb betont f)at, ber 



nnp '2 ditm nv^j nurSi tibi» tx d^btp niW »rrarn naa 1 
hv wmro nnsSi rfnyn »Sano SnanS ^N-tr*'? c »»no viv roSjn "pKnKf 
pay owa onip&nS «Si cuS *Ai hmv* 1 ? »6 iptrS «Stn na« Kirn? n*apn 
naT kSi n L *,;" wjp kS ^»nw» matr nax:t? cnS nrnoa ejx ddsj? cnpS 
jna cur. noKi DjpannS rrapn «anw .n»mn dw crroa hsd' »6i ata 
nwona cian cj? un:n» es 'rax on*sa r,2N mvn r.^s ww on »a nvrtf 
.d'kdh D»a« lpS-:? nnatr rrapn nsriv na un na«* 
na Str Irin iS'bn cn;n wuh in "DDDi npc= ms ?aa nm-ft tidh ( 2 
nacea trn? jnv rrn csi ,n? ia~; citr c^me" ~nsi c»u inan 

.npiSS ^mv Dio 

8 ) 2ftan berglettf)e äfmlicfje (Jrmafinungen »on 3i 3ona au§ @e= 
rona im rwwi ied f. 42, 9t. Sedjiel b. Sefutiel in nnen rAjra 'D ed. 
Gremona 37b, ©. £imd)i im Kommentar gu ^ßf. 15,5 unb 9t S3ed)ai 
b. 21fd)er im ßommentar gum «penialeuc^ 2I6irf)n. va unb in feinem 
SBerfc nopn na, 8rt, nS'u. ©iefe SRabbinen lebten im 13. u. 14. Safjr* 
fiunbert. 33on le^terem fei nur ein futjjer ©prud) miigei^eilt: 
„2)o§ ©ebot inS)eut. 16,20 „@erecf)tigfeit, ©erecfiiigfeit foflft £u er* 
ttrebenl" gilt ingletd)er SGBeife gegen Suben toie gegen üiiidjtjuben." 
(nopn na eb. SBarfd)au 1870 ©. 17 ä, ©p. 2). 

4 ) 2)Jcf)r. f. bei Sung. 8ur ©efd). unb Siterotur ©. 135 ff. 



— 11 — 

gnnfdjen ben alten Reiben unb ben bte fieben 9coad)ibifd)en 
©ebote beobad)tenben (Sfjrifteix unb SJtofyamebanern 31t machen 
ift, unb bafc tiefe Unterfd)eibuug sroifdjen 9cid)tjttben ber 
einen unb SRid^tjuben ber anbereit 3trt eine mit allem 
(Srnfte unb alter ©trenne getroffene gefe|5tid)e (£nt* 
fdjetbitng ber Stabbinen ift. 

& Subo 6. Samuel tet)rt (Sepher Chassidim 358): 
„9Bemt ein 9M)t{ube bte fieben 9^oact)ibifct)en ©ebote be= 
obad)tet, fo mufjt Sit Sieb bitten, beffeu Srrtfyum 31t benu^en, 
benn baZ öon ifjra ivrtfyümtict) SSeggegebene foroofjt, a(§ 
aud) bie oon üjm oerlorene Sadje 1 ) muß surütf gegeben 
»erben. Sit barfft it)it quo) nirfjt geringfd)ä£en, mußt ifjn 
üielmeljr mefjr üerefjren, a(§ einen Israeliten, ber ftd) nidjt 
mit ber Xijora befebäftigt." 2 ) 

Sn bemfelben Sinne unb mit gleicher @ntfd)iebenf)eit 
lehren bie Oiabbineu be§> 15. 3afjrl)unbert§, Siebe unb ©e= 
red)tigfeit aßen ÜKenfd)en gegenüber 3U betätigen. 

9t. Öofepl) SUbo (2Cnf. be§ 15. 3(jrl)bt§.j frfjreibt in 
feinem 35ud)e Ikkarim III, 25: „3n SSegug auf bie ©e= 
böte, bie ba£ SBerfjalten gegen ben 9iebenmenfdjen regeln, 
ift bie 9Dcofatfct;e £f)ora uofffommener als ade anbern 
Religionen. Sie befiehlt bie Siebe 31t ben BJicufdjen, 
inbem fte fagt: „Siebe Seineu 9cäd)ften wie Sieb fetbft", 
unb fxe »erbietet ben £jaß mit ben Porten: „^affe ittct^t 
Seinen SBruber in Seinem fersen!" SCucr) in Segttg auf 
ben grembting befielt fte: „Siebe ben gremben!", unb 
fte oerbietet, ifyn 3U fränfen, inbem fte fagt: „Sei Sir foff 
er roofjnen in Seiner üßitte, an bem Crte, ben er auSroäfjlt, 
n?o e3 ifmt tuotjtgefäTIt, Su barfft ir)n nicr)t fränfen!" Slber 
nid)t nur f)infid)ttid) be3 oollftänbigen 5ßrofeltjten, fonbern 



*) S)a§ ©ingtge, tta§ ber ^atmub, au3 ©riinben, bie toeiter unten 
erörtert »erben fotlen, bei Reiben 3U behalten geftatiet. ©iebjiafjl, 
S3eirug unb 2ügen Verbietet ber 2nlmub befannttief) aud) gegenüber 
ben Reiben. 

*iidn {myatf \tvpttD inin n: vsb iibm» nrao yzvz insi na: ( 2 
.mina poij? itkb> SmB»o -inv imaan nSn inSiSrn 'rxi rn'is iS zvni 



— 12 — 

and) über ben Ger Toschab (b. i. berjenige, ber uicfjt bert 
ben ©ö£en bient) rjat bie ©crjrift bieg geboten unb aucr) 
oorgefcfjrieben, iljn j$u ernähren. . . . SBenrt eS Reifet: 
„23om gremben barfft SDu 3wfe" nehmen" — fo tft tjier 
nur oom ©ö^enbiener, ber nidjt, rote ber Ger Toschab, bie 
fteben 9?oacr;ibifcr)en ©ebote galten roill, bie Rebe, ©in 
foldc)er ift ja nacf) Uebereinftimmung oder Religionen oogel* 
frei, unb fetbft bie ^5i)tIofopr)en behaupten: „SBer feine 
Religion Ijat, ber Ijat fein ßeben üerroirft." 

3n ber oon Sellinef (Seipgig 1854) herausgegebenen 
<Sct)rift: „3t. <Sa( omo 2lTa mi'S (Sittenlehren, in gorm eines 
©enbf Treibens, an einen ©djüter im Safjr 1415 in Portugal 
getrieben", rjeiftt eS (©. 11) „2Benn £>u üerfaufft ober 
faufft, überoortljeiieSftemanben! ©ntroeilje nidt)t £)ein2öort 
unb ben ©prucf) ©einer Sippen änbere nicfjt! 23er aber 
mit bem 93etrug eines Sftitfjtjuben eS leichter nimmt, ber ift 
ein Sügenrebner, er roirb §u ben Unrecrjttfyätern gegärt, 
bie bem £errn ein ©räuet finb. £)enn bie Gh^entiumtftcr;* 
feit ber 2Bar)rr)eit ift: fie beftetjt unb giebt SBeftanb, — roie 
eS ber ßüge (Sigentrjümlicrjfeit ift: fte oerbirbt unb oerberbt. 
"25er £err ift ein ©ott ber 2Barjrr)eit; er liebt ttyre $reunbe 
unb oerroünfcr)t it)re ^einbe 1 )." 

Sn ben flehten Sefer Chassidim, ba% gum erften üftate 
in 2Barfcr)au 1866 gebrurft rourbe, beffen SSerfaffer nad) beut 
ßatalog oon Sen Sofob im 3- 1473 gelebt rjat, roirb (5. 12 a 
geteert: 

„©rfenne ben ©ort ©eines SSaterS unb biene irjut mit 
•aller möglichen (Sorgfalt! 2ßenn £)u 5. 23. irgenb eine 
©aerje oon einem Sfticrjtjuben onf Xreue unb ©tauben er* 
galten tjaft, unb er oergifet eS, ober toenn er 2)ir irgenb 
etroaS oerfauft unb bie 23e§at)lung bafitr 31t nehmen oer* 
geffen r)at, fo unter taffe tricr)t, ifm baran §u erinnern unb 



nsern »h -?r&v kvioi -pan SSnn nS <raw Sk rupni "liaon »ai ( l 
»a ,n3D» Siy nv\jt Sa 'n nayw »3 SSaai ,n3ij? "ip» ona n<o-ina Spam 
r.DK otiSn 'm tebtiSi notrnS -ipts»n pu ntrto .mcynSi iioyS nown j?aa 

.va»i» n« njyn vaniN nx am« 



— 13 — 

ifmt 31t begoßen, liebe überhaupt gegen ifjn femeriet £rug 
unb £äufdmng; bemt bie§ ift eine größere ©ünbe als ber 
©enufe oon ©cfyroeinefleifdE), bo man hei legerem nur ein 
einziges? Verbot, hei jenem ober triefe Verbote übertritt. *)" 

2)iefe ßetjren würben nidfjt nur oorgetragen, fonbern 
bie 9labbinen beftrebten fttf) aucr) eifrig, benfetben praftifdje 
(Mtung §u oerfcfjaffen. 2ln oerfcf)iebenen Drten unb gu 
oerfd)iebenen Seiten würben bieferljatb 23erorbnungen er» 
toffen, nrie bieg folgenbe oon ©übemann in feiner „($e* 
fcljicfjte be§ @rgteljung§n>efen3 unb ber Kultur ber Suben 
in Stauen" (2öien 1888) ©. 308 mitgeteilten, ju $anbia 
im 3a{jre 1328 getroffenen 2lnorbnung 31t erfeljeit ift. (Sie 
lautet: 

„@§ fott fiel) feiner, SSotf wie Sßriefter, erlauben, bie 
©ojim ju befielen, gu belügen ober gu täufd)en, benn bie= 
jenigen, melcfje fold)e§ tljun, oerurfacrjen, ©ott bepte, bie 
©ntroeiljung be§ göttlichen SfamtettS, unb bie§ ift ba§ aller* 
fdjwerfte 33erbrecf)en, benn man wirb fagen: „@§ ift fein 
©ott in SSrael!" D STriel', STriel, e3 ftefjt bodfj gefdtjrieben, 
„2)er EHeft SSraefö foE fein Unrecht tfmn," unb wie fönnte 
ftäj in 3§rael ein fleiner ober grofjer SDiebftafjl finben, 
wenn fie nitfjt iljr §ort »erlauft unö ber Genüge fte preis« 
gegeben ptte?!" 

2Bie ftrenge unb geroiffenljaft bie 8ubenf)eü ftetS barauf 
fat), ba$ ben ^id^tiuben oon (Seiten ber Suben fein Unrecht 
gugefügt roerbe, begeugt auct) 31 2ftofe SftifbeS in feinem 
Beer-ha-Golah gum Choschen Mischpat 388, 12 in folgenbem 
35erict)te: 

„33ereit§ föngft ift bie Einrichtung unb ber ©ebraucfy 
oerbreitet, bafj bie SBorftefjer ber ©emeinben auf ber 2öacr)t 
fteljen, ba% fein betrug unb fein Unredtjt gegen bie ©ojim 



dk jus . . . pnp"iS Saint? a'pnpT Saa imayi 7a« 'pS« n« m (* 
niyon natn nan nw -|S naa cn ik inatpi '»ntt>*o naan jo nan dib> nnpS 
Snj> nt w >a np»i rvm di» iS wyn Ski . . . ipsSi "varnSo nun S*t 
•1'wS r.oa «am nn« ikS wk nnna nne> Ttn nS'a«» 



— 14 — 

geübt werbe, imb man ruft au§ unb gtebt Grfaubmfj ju 
tjeröffcntlid&en unb ben ©njim ju cntbecfen bie Seute, raetdje 
auf Ürebit taufen unb 2)arletjne aufnehmen mit ber 2Ibftcr)t, 
nidjt gu besagen. £)ie§ 2IIIe§ gefcfjieljt auf 2ütorbnung ber 
SBorfteljer." 1 ) 

III. 

2)er ©d)utd)an Sinter; ift ein literarifdjeS Sßrobuft 
au§> beut 16. 3af)rljunbert. 2)a nun bie Subenfeitibe be* 
Raupten tonnten, ber <Sd)utcf)an Uxuä) t)aöe eine „fcfjledjte 
9#ora(" aufgeteilt, bie bann burdj baä Sfafeljen jene§ 
SBerfeS bei ben Suben (Stabilität ermatten I)ätte, fo mag 
bie ßitteratur ber Suben öom 16. 3al)rf)unbert abwärts*) 
in einem befonberen Slrtifel betrachtet werben. 

Sn bem jucrft in kwk (ßifenadt)) 1542 gebrucften, 



lowon Sy nnoiy vs» nSnpn \s»naöB> anasm }ip»r,n taure isai (' 
by cuS rnSaSi ddibS nien canui nnnam c»i:6 nSiyi ip» nwyS «S» 
nyno fem d'tb'S cnyn ]»«i nsiSna dm 1 ? in nDpn= trnpi'? istn c»a«n 
owriann. <3o lehrte aud) fdjon gegen ©nbe be§ 12. 5arjrf)unbert3 9t. Suba 
b. (Samuel au§ 9tegen§burg: „äßenn ein Sube unb ein (Sfjrift gufatnmen 
finb unb ber ©fjrift fogi: „Sctj fkoiCC nacfi. 3t. getjen, bort finb Suben 
unb id) fürdjte, fie mürben nucfj betrügen, fo jage nur bod), roer 
glaubroürbig unb roer nid)i glaubroürbig ift!", ba foCt ber Sube itjm 
fagen: „Wlit 9t. unb 9i. maa)t feine ©efcpfte!" (©epfjer Cifmftbim 1086). 
2 ) 2Bir werben un§ babei fofgenbe 33efd)ränfung auffegen: 1) 2Bir 
citiren nur ftreng ortljoboje Rabbiner, bie um fein Haarbreit bom 
Salmub unb ©d)uld)en Strud) abroeidjen; bie Sdjriftcn au§ ber 3JcenbeI* 
fof)n'fcr)cTt ©dutle bleiben barjcr unberücfficfttigt. 2) 9tur r)ebräifct)e 
SBerfe fommen in SBetradjt, ba man bei ©cfjriften in anberen Sbradjew 
(3. 33. ©abib be dornte De medico Hebraeo, SBeuebig 1588, Sect. VII) 
behaupten fönnte, es fei 2ffle§ b!o§ „au§ gurdjt bor ben CXljriften" fo 
gefd)rieben roorben. 3) Stüc ben Sjebräifcfjen SSerfen borgebrucften 
Äunbgebungen bleiben ebenfatt§ unbeachtet, roeil man einroenben fönnte, 
biefe feien bto§ ber Genfur roegen gefdjrieben. Stuf große au§füt)rficr)e 
2tbf)anbtungen, roie bie Don 9t. ©leafar g-ferfeleS t>or bem 9iefbonfen* 
merfe mnKO mwn unb 9t. SBarud» 8eiiele§ bor bem SBerfc -jSon r;v 
fei fjier roenigftenä fjingcroiefen, roeil aHerbing§ fcfjon eine grofee Portion 



— 15 — 

anonymen Sßerfe Orchoth Zadikim c. 23 fjet^t e§: „3§rae( 
foH an ber 2M)rI)eit, biefem «Sieget ©otte§, feftfjatten, nirfjt 
gu belügen weber einen Säraeliten, uod) einen jfttd&tjuben, fte 
in feiner Söetfe gu tauften. ... (So wirb aud) im Sem« 
fdjalmi ergäbt: „Unfere alten Sßetfen fünften Söetjcn oon 
Reiben, fanben einen beutet ©etb barin nnb gaben ben« 
fet6en ben 93erfäufent gurüaV' 

9i Sofef Sabeg fd^reibt in feinem SBerfe Maamar 
ha-Achduth c. 3 (guerft gebrutft gu $errara 1533): „2)ie 
heutigen SSölfer glauben an bie 2Seltfd)öpfung, an bk @rg* 
oäter, an bie ©ötttidjfeit ber %i)oxa, an £ölle unb $ßarabie§ 
nnb an bie 2IuferfteI)ung . . . ©epriefen fei ber (£wige, 
ber un§ biefe £itfe gebracht nad) ber 3erfiömng be§ gweiten 
£empet3, benn ofjne biefe würben wir, ©ott betjüte, im 
©tauben wanfenb geworben fein, wenn nod) ber ©öfcen* 
bienft wie in in früheren Reiten in ber 2Bett wäre. 1 ) 

Sn ber Schrift Sea Soleth oon 91. Dtap Ija et b. (Babxitl au§ 
Sftorgi, gebrntft gu SSenebig 1579, fyifct e§: „Hftan ftrebe nad) 
©eredjtigfeit, wie e3 fjeifct: „@erecf)tigfeit, ©eredjtigfeit er* 
ftrebe!"..fowot)l gegen Sftidjtjuben, wie gegen 3uben."((S. 9 a) 2 ) 

„@3 ift and) nnfere ^flicfjt, ben $remben gu tieben . . . 
(£in ^eibe, ber auf fief) genommen I)at, feinen ©ö£en gu 
bienen, Ijeiftt Ger Toschab. Seber ift oerpftidjtet, einem 
folgen Speife gu reiben unb gegen itjn freunb(icf) gu fein 
an§> wahrer Siebe unb nicfjt au§ £eudjetei, benn ein freunb* 
licfjeö 2öort fann meljr wot)t tfjun, at§> 3tHe§, was man 
it)m giebt." (©. 8b) 3 ) 



böfer Sßiüe bagu gefjört, bie ernfte SJUipdjt in biefen St&fjanblittigeit 
nidjt anerfennen 311 tootfeti. 

vzvn jd mim nnsn nSyaai oSiyn »n»na cj'ono nvn nioixn ( x 
n'2 pin ins nstn nt^en "iwin ick h *pia .D'non n«np,i oanui py p 
los aSiya ry nrvntr 1S rmoKn p vn wSiDip nyn idd nt *6iS »d w 

.mipo rwntp 
oSiyn mawS ps . . . c)iTin piv pnx 10*01? 100 p-ixn in« spTW ( 2 

.S*nts"S pa 
«"j? ni3i>S *6b» vSj? bptr naj pi . . . un n« ainxS p dj r^j? ( 3 



— 16 — 

9i ©liefet 21 f fori au§ 3efatf) fc^reibt in feinem 
SB&erfe Sepher Charedim 1 ): „©er 5§raeltt foff ftetS grieben 
31t ftiften filmen, unb fo lebte f}ier in Qtfatf) ber 3tobbi 
Sofeot) ©aramafi, ber Seljrer be§ 31. 'Samt 3i6n ©imra, 
ber ftetS ^rieben [iiftete ätoifdjen bem 9ftenfdt)en unb feinem 
9?äcfjften, ämiferjen Sftami unb Sßetb, auefj bei ben 9lid)U 
juben; belegen Ijatte er baZ ©lücf, bafc iljm ber ^rot>f)et 
@tia3 erfdjien" (Smfeit. c. 8). 

,,©a3 SluSlöfen ber befangenen unb bk Spaltung 
be£ SebenS, baZ finb ©ebote, bie man auef) gegen ben Ger 
Toschab, ba% ift nämlicfj jeber, ber bie 7 9?oad)ibifd)en 
©ebote erfüllt, beobachten mufj, benn fo Reifet e§: SSenn 
©ein SSruber Derannt bei ©ir, fo fottft ©u iljn untere 
fiüfcen, ebenfo ben Ger Toschab ba$ er mit ©ir 
lebe" (©af. ©eb. c. 5). 2 ) 

„Slucf) £>tict)tj[uben foff man Saften auf* unb ablaben 
Reifen, weil man bie SSege be§ grieben§ manbetn foff." 
„Sbenfo ift e§ ^flicfjt, auef; Dor einem ni^tjübifdtjen 
©reife aufsuftefjen, benn e§ Reifet : 3Sor jebem ©reife foffft 
©u auffielen" (©af. c. 6.) 

„Man barf bk 9)ienfcr)en nitf)t täuferjen, aucr) feinen 
Sttdjtiuben, nicf)t einmal bitrer) bfofce SBorte" (©af. c. 5). 
„diejenigen, meiere 9iidt)tjuben belügen ober iljnen ttroaä 
fielen, enttoeüjen ben tarnen ©otteS, benn e§ fjeifjt: 
„©er Sfteft 3§raeIS foff fein Unrecht tljun, nietjt Sügen 
reben, unb in üjrem üftunbe foff fxdj nicfjt finben eine 
3unge be§ £rug§." ©ie ©ünbe ber ©ntroeiljung be§ gött- 
lichen Samens ift aber fernerer als eine ©ünbe, 



wranna -b p^enh wi Sy ms a»m . . . senn -u tnp* uwa 2tr»rin'7 «21 
pno iS an»" »3 neun jn vfn na»m mn« im . . . o'ae iS iudhSi 

.iS jnu «ine» na Sao "inv cnetr 
*) ©in 93utf) üfier bie £f)ota*©ebote berfafet im Saljre 1588. 
ync c^pen sin <2trin "U2 w nama b»e3 mps nisoi d'op ;ihb nwo ( 2 
2ctt,i na 12 rpinm n» nooi 7™ 7,0» »a iok:» na '32 wavap mso 

■Tay »m 



— 17 — 

bie mit 2ütsrottung unb Einrichtung beftraft 
wirb." 1 ) 

„fös ift oon ber Srabition geboten, jebem ÜKenfdjen 
gum Voraus ben $riebensgrufj 31t bieten, aucf) bem dlid)t* 
juben, benn fo ergafjlt man oon Di Soctjanan b. (Saffai, 
bafc ifjm 9iiemanb, aucf) fein £eibe auf bem 9)torfte mit 
bem griebenSgrufe guoorgefommen (rabbinifcfje (Gebote, c. 4). 

„üüian barf feinen 2Jien|'cf)en oeracfiten, roeber ©rofte 
nocfj kleine, roeber Suben nocr) 9?icf)tjuben, jonbern man 
foU öeben el)ren, toie Slabbaii ©amliet" (S>af. rabbini[cr)e 
Verbote c. 4). — 

31. Saoib Sbn «Simra, ber berühmte Rabbiner oon 
$at)iro (ge|t. 1573), erhielt einmal folgenbe anfrage: „©in 
getoiffer Sfteuben [tarb unb ift Suben, aber aucf) bem Könige 
(für Steuern unb Sfbgaben) oief ©elb fdjulbig geblieben; 
ift es ba öieEeicf)t beffer, ba$ man oorerft ben Suben be= 
jafjte, unb bafc ein etroaigeS deficit oom Könige getragen 
roerbe, ober f)at ber &önig bas 93orrec§t?" Sarauf ant= 
roortete di. 2>aoib: „2>as ift fefbftoerftänb(id), bafc ber 
$önig bas 23orrerf)t Ijat (bipd nn . . . ciip "San), ba bie 
Scfjutb bes ^önig§ rote bereits einfafftrt betrachtet roerben 
mufc." £>ies wirb bann ausführlich aus bem £almub 
unb ben Kommentaren beraiefen (3tejpon|'en bes Otabbas 
i*m £f). I dir. 86). 

(Sein 3eügenoffe, ^- äftenactjem Sffarja quo gano 
erflärte in einem D^efponfum: „3n ben 23orten bes 3Jcai= 
monibes: (£s ift ein ©ebot, bem ^cicrjtjuben auf 3iufen gu 
leiten, ift auf „teilen" ber Sfccent gu fe^en. 2fud) bem 
9Zid) tjubert muß man burct) ©arteten beiftefjen, 
nur braucht man es rtict)t umfonft gu tfjun, fonbern eS 
ift geftattet, Qm}?\\ gu nehmen." 25ies roirb bann aus 
bem Salmub betoiei'en. (9ty r p- be% S^ema yot 9lx. 113). 

(Sin Sdjüter bes 31. SDaoib b. Simra roar 9^. 23egatel 






— 18 — 

5(fd)t'eiiafi, ber äSerfaffer ber Schittot mekubazoth, bcr 
bic im erften Slrttfet oon un§ angeführten nndjttgen (gut* 
fdjeibmtgeu bes 91. 3taad)em SDteiri citirt unb irjnen 
fclbftucrftäiiblid; beipflichtet. 

9t. ©tiefer Slfdjfenafi bemerft in feinem SSerfe 
EOtaafc t)a=(ScI)em (Sßeu. 1583) im Kommentar gur ^agaba 
•w 7©»: „£cr $önig S)aoib betet: nty« o*un bj? "]nt:n -jict^ 
■pyT kS (Sott möge feinen 3°™ ausgießen über bie 
Golfer, bic Slnt ntcrjt fennen. Sie JBölfer jeboef), in beren 
Glitte mir 1 (eben, fennen (Sott unb gtau6en an 3i)n. S)a* 
Ijer muffen mir ftets für ba§> 2Bo(jl ber Regierung unb 
ber Götter unb 3tcid)e, bie unter irjrem Scepter finb, 
uufere @>ebtte gum £>immc{ emporfenbeu". 1 ) 

3t. %acob b. Sfaaf ßugatto im Kaphtor wa-Pherach 
and) Kewanoth ha-Agadoth genannt, 511m erften SDcale ge= 
brurft in Söafel 1581, tetrrt: 

„(So wie gegen Israeliten, fo mufjt S)u and» gegen 
£ftid)tjubeu Streue unb 9teb(id)feit üben!" (€>. 36b; eb. 
Stmfterbam 30a). 2 ) 

9t. Sippmaun geller, ber berühmte SBcxfaffer ber 
Tossaphoth Jom-tow 8 ) u. a. ©erfe, fd)reibt §ur 93ä[ct)na 2lbot 
III, 14: „£cr StuSfputd) be§ 9t. 2tf iba: „©er teufet) rjat 
ben befouberen 93oi'5ug, bafj er im (£6enbilbe @oite§ ge= 
f Raffen ift", begießt fiefj nidjt nur auf SSrael, fonbern auf 
alle aftcnjdjen, unb 9t. Miba roill atle Sftenfcfjen feiig 
machen, and) bie ©öfme 9ioat)'S." 

Sn ber erften £alfte be§ 17. 3af)rrmubert3 lebte 9t. 
Sftofe 9tibfe§ au3 SSilna, beffen ©(offen „Beer ha- 
Golah" §um (sdjuldjcm 2fru<$ bie erften finb, bie mit 



*) SSgl. ferner di. Saloxno ion berget im Schebet Jehuda ed. 
Sßiencr p. 10 u. 96; 31. Slfaria be fftoffi im Meor Enajim no« 
nva c 55. 
jmnnS -px nn« "p Akt»' dj? rmDwa jnu nvnS 71s nn«» cvz ' 2 

.c>un dj? 

*) ©iefer Sommentar 3111- ÜDiifdjna erjcfjien sunt erften 2>iale 31t 
Sßrag 1(315—17; bann feljt oft. 



— 19 — 

bem <&d). 21. oereinigt *gebrucft umrben (2lmfterbam 1661 
unb 1662). Siefer diahbi, ber gu allen ©efe^en be§ 
(Scbutcrjan 21rucf) bie £uellenangabe geliefert fjat, fanb e§ 
gugleicr) für tiötrjig, barauf aufmerffam gu magert, bafc 
unter „2lfum" bes <2cfj. 21. ja nictjt bie heutigen Greiften, 
fonbern nur, wie im Salmitb, ber CueUe be£ (Scfj. 21., bie 
beseitigen Reiben gu oerfierjen feien. (Sr fcfjreibt gn Choschen 
Mischpat c. 425, 5: „Unfere Steifen g. 21. fjaben nur oon 
ben ©ö^enbienern, bie in jener Qeit roaren, gefprocr)en, roelcrje 
(Sterne unb Sternbilber anbeteten unb roeber an ben 21usgug 
aus Ggrjüten, noef) an bie SSeltfcrjöpfung glaubten. £ie= 
jenigen Golfer jebodj, unter bereu (£d)u% mir Israeliten 
rcolmen, glauben nicr)t nur bk%, fonbern noef) öiele anbere 
©laubensaritfet unb itjre 2lbfidt)t ift ftet£ auf ben Schöpfer 
beB £>immels unb ber ©rbe gerichtet, gleicfjroie bk £eciforen 
gefcr;rieben, bk bereits oon dl. Tl. 3fferte§ in 0. Ch. c. 
156 citirt werben. 23ir muffen barjer ftet§ auf beren 
SBorjlfein bebaut fein unb bafür gu ©Ott beten." 

£erfetbe warnt gu Ch. M. c. 348,1 in einbringlicf;en 
©orten baoor, bafe man ben Srrtfntm eine§ 9ftd)tjuben 
ausnu^e, unb oerweift auf ba% fcfjon oben citirte „Sepher 
Chassidim". „Zsä) febretbe bics", fo fagt er, „für alle ®e= 
ferjlecriter, ba% idj SSiele fal), bk ftcfj burefj Srrtljümer ber 
3cicbtjuben Vermögen erwarben, aber fein ©lütf Ratten, 
ba ifjr SBermögen gu ©runbe ging; Slnbere a6er, bie ba§> 
aus Srrtfjnm (hljaltene gurücfgaben, Ratten ©lütf unb 
hinterließen i()reu föinbern im lleberfluß." 

3u Choschen Mischpat 266,1 bemerft berfelbe 3i aTtofeä 
Oiibfes: „£a e3 bn ÜDtaimonibeä unb im Sctmlcfjan 2(rucfj 
Fjeißt: „fSflan giebt ben 21fum feine oerlorene eact)e gurücf, 
weil man baburet) bk (Sünber unterftü^t 1 ), fo ift barau§ 
gu fcrjücgen, baß bkZ nur oon ben gö^enbienerifcfjen 
SSölfcrn gilt, aber nicfjt oon ben SSölfern ber 3e£tgeit, 
bie an ben SSeltfcfjöpfer glauben, unb beren ©efe^e ge= 
bieten, eine cerlorene Sacbe gmücfgugeben." 



— 20 — 

9i 3'ai'r Ctjajim 23acfjaracr) tefjrt in feinem berühmten 
Olefponfenmerfe Chawot Ja'ir (gfranffurt am 2ftain 1699) 
©. 5b: 

„2)ie ©ojim in biefer Qtit finb in feiner 33egiel)ung 
©ö^enbiener, nadjbem fte ja an ben (Schöpfer be3 £>immel§ 
nnb ber C£rbe glauben, unb aße§ Unfreunbüdfje, ba§> gegen 
©ojim im £atmub nnb in ben (£obice§ gefunben roirb, 
begießt ftcr) nicfjt anf fte (bie 9iicr)tjuben unserer Qät)." 1 ) 

31. äftofe Gl)age3 (geb. 1670, geft. ungef. 1740), 
SSerfaffer be§ I)alatf)ifcrjen ©ammelroerfe§ Leket ha-Kemach 
nnb eines 2öerfe§ über bie©ebote, betitelt Ele ha-Mizwoth(gum 
erften äftal gebrutft gu Slmfterbam 1713), beroeift in legerem 
SBerfe (©ebot 564) in einer längeren 2lu§einanberfe£ung, 
bafj ber Sube burd) bie 93orfcr)riften ber £f)ora üerr>flicf)tet 
fei, ba% 2öor)( be§ £anbe§, in bem er mofjnt, unb ba§> 
£eit feiner 23emof)ner gu förbern. (£3 mögen Ijier nur 
menige (Stellen barau§ mitgeteilt roerben: 

„SBenn roi§ ©Ott befohlen v)at (S)eut. 23,8—9), bk 
©gimter, bie uns fnedjteten unb unfere föinber im SOSaffer 
ertränften, unb bk Gsbomiter, bie un§ mit bem (5cr)roerte 
verfolgten unb un§ gu oertilgen ftrebten, ntcr)t gu oerab= 
fcfjeuen, meil mir einmal ©aftfreunbftf)aft in ifyrem Sanbe 
genoffen, um roie oiel meljr muffen mir ben Golfern unb 
ben dürften banfbar fein, in bereu Säubern mir mofmen. 
23ir muffen treue Untertanen fein unb baZ 2Bof)t unb 
£eil unferer Sßorjttfyäter ftetS förbern." 

„Seber Zt)ox, ber ba glaubt, bie Sfjora erlaube un§, 
fte (bie H^tcr)tjuben) gu betrügen, gu befielen, if)r Unheil 
gu fucfjen ober fte, ©Ott beljüte, gu oerfuterjen, ber ift nur 
ein irrenber (Sünber unb SBerfüljrer, ein (Sprößling 2lmatef§, 
ber ben 2ßeg ©otteä nitf)t fennt, Steffen ©efe£e nur gerecht 
fein unb nicr)t etma§ 2Biberftnnige§ enthalten tonnen." 



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ASss xb cpDiB'i D-V2 D»«a njnS »«Dan Ssi iatj> "pan' psi catr imaa 

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— 21 — 

„£)ie ©djrift jagt nur: „©iefje aus deinen ©rimm 
über bie SSötfer, bie 2)icr) nidjt fennen, unb über bk 
SReicfje, bie Seinen dornen nidjt anrufen. S)iefc ftnb 
e£, bie öon unseren 2ßeifen 9?ocr)rim, grembe, genannt 
werben, weil fre fremb tfjim gegen tljren (Schöpfer. 23er 
jeborf) an baZ 3)afein ©otteS, an bk (Schöpfung ber 3Se(t 
unb an bie ^rop^cten glaubt, wie bk (griffen in unferer 
3eit, bk ba wiffen, baß e§ ßtnen ©ott giebt unb ba% 
wir Sitte ©inen SSater Ijaben, unb bie 3{)n anrufen, öon 
biefen fann bie X^ora bod) gewiß nidjt geboten fjaöen, 
bafc w;r, ©ott 6er)üte, ib,r Unglüdf erftreben." 

„25er etwa§ oon üftidtjtjuben ftiefijt, oon bem fannft 
£>u jagen, bafc er ein Verfolger ber Sfraeliten ift. Slußer 
ber eigentlichen (sünbe fommt nodf) f)ingu bk ©ünbe ber 
©ntweif)ung beS ©ottesnamenS, bie befanntticrj feine ©ütme 
tljat bi§ gum Sobe. Sine foldje (Scfjanbtljat ift fcfjwerer 
al§ alle ftf>weren ©ünben ber Zfyoxa. S)arum Ijüte 2)icf), 
eine folcfje ©djanbtljat gu begeben, fdt)ä^e fie nicfjt gering, 
benn fdjwer ift fxe in ben Sfagen ©otteS." 

„£qj3 wir am £>üttenfefte 70 (Stiere für bie 70 $ö(fer 
opfern mußten, fann un£ eine ßeljre fein, bafc wir oerpflicfytet 
ftnb, ben Golfern ©uteS unb nitf)t 23öfeS gu tijun. ©er 
SSitfe ©otteS ift, bafj SSraet, ba§> 3f)m naljeftef)enbe 93otf, 
in «Seinen geraben Söegen wanbte, unb baß Seber erfenne, 
ba% eS ein Same ift, ben ©ott gefegnet f)at. 2)arum pretfen 
unfere Setjrer benjenigen, ber fein ©elb nicf)t auf 3infen 
oerleiljt unb fetbft oom 9citf)tjuben feine 3Men nimmt. 
£eil bem, ber gu biefer £aublung nicr)t fommt (3infen 
oon 9lict)tjuberi gu nehmen)". — 

SDer berühmte diabbi Sonatljan @ibefcr)ü£ fagte in 
einer im Safwe 1734 gehaltenen ^rebigt: „9?ur bk 
©ö^enbiener werben nid)t „Adam" genannt. 2Son forden 
nur fpracf)en bk alten ^rop^eten, benn bk bamattgen 
Reiben oerreugneten ©ott unb fpradjen gum £otge: „2)u 
bift mein SBater." dagegen gilt oon einem 9Zidjtjuben, 
ber an ©ott unb feine SSorfetjung glaubt, ber tatmubiferje 



— 22 — 

2lu§fprucr): „©etbft ein 9ttcf)tjube, ber ficr) mit bei* Xfjora 
befcrjöftigt, ift bem £of)enpriefter glcicf) 31t achten" (SBgC. 
beffen Sßrebtgtfammhmg Jaaroth Dewasch gucrft gebrucft gn 
®art3ruf)e 1779—83, 2fj. I, s £rcbigt 3). 

©erfetbe prcbigte ferner (baf. 5J8t. 1): tf @3 gefjört 
ficfj, bafc jeber $3raelit beut Setfpiele tmfercS GlrgoaterS 
Slbrafjam nacfjafjme, nnb 9iiemanb barf ficf) erfufjnen, 
in feinem ©eßete ben „Sdjilb 2(brai)am'£" angurufen, ber 
ntdr)t in Stbrafjam's Sßfaben wanbelt, ftcfj 51t erbarmen 
eines jeben ßlenben nnb gu forgen für jeben <Scf)wacr)en." 

9t 3faaf Sampronti, ber SSerfaffer ber großen 
tafatubifdjen (Sncrjclopäbte Pachad Jizchak (ber erfte SBanb er* 
festen 3U 58enebig 1750) f)at oor bem 2'Crtifet na eine gonge 
2fbi)anMuttg, worin er beweift, bafc ba§ im £almub nnb 
in ben (SobiceS über ®ojim®efagte fiefj unmög(id) 
auf bie drjriften begießen fönne (og(. baf.) 

2lber Sßrof. ©übemeifter füljrt eine beöeutcnbe 
rabbinifd)e Autorität m'§ treffen, bie gan§ feiner 2infict)t 
beigepflichtet f)aben follte! M% im Safjre 1763", fo 
ergäbt er, „ber unter ben ^uben berühmte Dberrabbiner ber 
©emeinbe SHtona^amburg-Söanbäbetf, Sonata an ®iht* 
fcf)ü£, ber oietleic^t Urfacße fjatte, ficf) bie bäniferje Regierung 
gegen allerlei 2lnfeinbungen 31t $reunb 3U Ratten, eben 
baSfelbe (bafc unter „2ifum" nicfjt bie Triften oerftanben 
feien) in ber SSorrebe eine§ feiner 23ücrjer geäußert rjatte, 
fiel fofort ber eben fo berühmte, aber noer) oiel ortfjoborcre 
Sacob ßmben über ifm I)er unb r)ielt ifjut cor: „3)a§ 
fönne er nur au§ (Scfjmeicrjetei gegen bk Grjriften gefagt 
fjaben; „Slfum" bleiben bk drjriften naefj roie oor." — 
(So weit ©übemeifter. 

Sttfo fein Geringerer als di. Sacob (£mben foH bie 
Triften öffentlich) befcfjimpft, fie für „Stfum" erftärt fjaben! 
9ta fjat äufäüig gerabe ber „ortfjoborere" Rabbiner 3acob 
©mben fo Diel über Gijriften unb (Xfjriftentfjum getrieben, 
bafj wir im ©tanbe ftnb, feine 2fnftcf)t über bie oorliegenbe 
$rage in flaren, unsweibeutigen SSorten 31t oernefjmen. 



— 23 — 

9ßir wollen beäljatb in einem betonteren Strittet 9L Sacob 
(£mben§ Urtfjeüe über bie (Sfjrtfien unbbctS Gfjriften* 
tf)itm mittfjeifcn. 

IV. 

Mabbi Sacob (gittben (geb. 1698, geft. 1776), ein 
,,£a(mubtft oon reinftem SSaffer", ein unerbittlicher (Siferer 
für baZ ®efej3, gugleici) aber auef) eine ber erften Slutorttäten 
feiner 3ett, SBcrfaffcr oon 48 tfjeitö gebrückten, tljeü§ nur 
Ijanbfcfjriftticf) öorljanbenen fjebräifcfjen SBerfen, 1 ) biefer 
Rabbiner bat im Sfoljre 1757 in einem ©enbfdjreiben (gebr. 
in bem öon i^m mit 2lninerfungen herausgegebenen Seder 
Olam rabba wesutta u-Megillath Taanith, Hamburg 1757) 
eine Sfttftdjt über Triften unb (£f)riftentljum geäußert, 
roeldje wir fjier umfomefjr im SiuSjttge mtttfjetten wollen, 
als e£ faitm begweifett werben fann, baf$ ber Sßerfaffer 
feine bnrcrj langjährige (Stubien gewonnene, innerfte 
Uebergeugung ausgebrochen §at, bte er and) noer) in 
mehreren fpäteren ©cfjriften wieberfjolte. 

2Bie SR. ^acob (£mben meint, war eS ber 2ßiffe beS 
Stifters ber dt)rifitidt)en Otetigion unb ber Qfpoftet (befonbcrS 
beS ^anhtS), bafc bie geborenen Suben ifjr ©efe£ nicr)t auf* 
geben [offen. „9tacfj ben neuteftamenUicfjen (sdjriftfteffern", 
fo fdjreibt (£mben, „barf fein %ube baS ©efe^ oertaffeu, benn 
fo äußert fict) ^autuS in feinem Briefe an bie ©a tater 
(c. 5): „Sdj fage (Sud), wenn Sfw (Sud) befdmeiben (äffet, 
fo wirb ©uefj ber üDJeffioJ nicrjtS nü^en; icfj geuge aber 
einem Seben, ber befdjnitten ift, bafj er äffe ©efe^e gu ttjun 
oerpflicfjtet ift". 2tuS biefem ©rwtbe warnt er audt) im 
erften Briefe an bie ®orintf)er (7, 18), bafj ber 53efct)nittene 
tief) feine 9Sorr)aitt macfje unb ber in ber SBorfjcmt berufene 
fict) nidjt befcfjneiben taffe." 



*) 33gt. bie Stufgä^fung femer SBerfe in ber ©djrift: „%atob 
§ir|^el'§ Scben unb ©Triften", bon $. 2t. Sßagenaar, (Stmfterbatn 1868). 



— 24 — 

„SJton finbet e§ fc^r auffällig", fährt CSmbeu fort, „bafj 
SßaufaS mit ficrj felbft im 2ßiberfprucfje ift, benn nad) acta 
apostolorum c. 16 I)cit er feinen ©djütcr £imon)euS be= 
j Quitten, amfjrenb er in mehreren 2tu3fprücr)en tefjrt, ba£ 
bic SBefäjneibuncj nur ein geiilicrjeä ©cbot fei, ba§> blo3 bi§ 
gur 3Cnfunft be§ 9fteffta§ giltig mar! 2iEein borauS möge 
man erfennen, bafe fowofjl bcr dt)riftficf)e Dtetigionäftifter, 
als feine Sfyoftel niäjt fameu, um, ©ort beljüte, bie £t)ora 
bei 3§rael 51t oeruicrjten. ©agt boct) (Srfterer in 9)iattr)äu£ 
c. 5: „SBäljnet uicfjt, bafc idt) tarn, ba$ ©efetj aufguiöfen, 
fonberu nur um e§ ju erfüllen. 3ct) fage (£uct), wenn 
and) £>immet unb ©rbe oergeljen werben, fo wirb boct) 
nicrjt ein 23ud)fta6e, nod) ein ^ünftd)eu 00m ©efetje auf* 
gelöft, fonbern 3We§ mufc erfüllt werben, ©antut wer aucr) 
nur eines oon bcn fleinften ©ebote aufföfet, wirb ber 
5Ucin[te tjeifjen im £immelreiäj." ©affelbe ftefjt getrieben 
in SufaS (c. 16). @3 ift alfo ffar, baf$ e§> bem (Stifter 
be§ Gl)riftent()itni3 nie in ben (Sinti tarn, bk Ztyoxa auf* 
gulöfen. Serfetben 9lnfierjt war audj fein <Sd)üler ^autu§. 
§iernacfj alfo wiberfprtdjt fid) ^aulu§ ntd)t, wenn er ben 
i£tmoit)eu3 befdjneiben läßt, benn biefer war ber <Sot)n etne$ 
iSraelitifdjen %$e\be$, wäljrcnb fein SSater ein ©rieche war. 
SßautuS aber war ein ©ele^rter, ba er 51t ^üfeen di. 
©audiet rja=<2afen'3 gefeffen; er wußte alfo, bafc ber (Sotjn 
einer jübifäjen SOtutter unb eine§ nidjtjübifdtjen 9Sater§ öoff= 
ftänbig al§> %ube gu betrauten ift, gleictjwie bie§ im Saunub 
unb Eben Eser (64, 9) geteert wirb; beSl)ü(b war £imo. 
tt)eu§ ucrpffid)tet, fowolji bk 23efd)tteibung, al§ and) alle 
anberen ©ebote ber £rjora, wie jeber QSraetit, gu galten." . . . 
„9titr für bie Reiben füllte ba% ßljriftenüjum geftiftet 
werben, unb gwar nicrjt al§ neue DMigion, fonbern a(§ bk 
alte, wetcfje ben Sßölfern bie 7 9?oad;iibifcr)en ©ebote 
befahl; fic Ijatten biefetbeu oergeffeu, unb bie ct)riftlid)ett 
2(poftel Ijaben fte oon Weitem begrünbet. ©esljaflj tiefen 
fie ben Reiben bie Verbote oon Abgötterei, Ungucrjt 
23 tut unb Grftitf tent, oerboteii ifjiten aber bk 33efct)ueibuug 



— 25 — 

unb ben «Sabbat, alles natf) bem ©efe^e unferer £{)ora, 
bie erflart würbe oon unfern 2Beifen, welche bie £rabitionen 
burdj 9ftofe§ oom «Sinai t)er empfangen unb „bie auf bem 
Stulite ÜHoffö ftfeen." £)enn nacr) ber £rabitiott barf ein 
£eibe, ber nicfjt ba§ Socr) aller ©ebote auf fiel) nimmt, 
nicfjt befcfjititten werben unb nicfjt ben «Sabbat feiern." 

„2)e3fjatb", [o fcfjreibt ©. weiter, „pflege icfj oft (nicfjt a(§ 
rooHte icfj, ©Ott befjüte, rjeuetjetn, benu icfj bin gotttob ein 
gläubiger 3§raetit imb e§ Reifet: „©er 3teft 3§raei3 fott 
tiidljt ßügen reben, unb in Üjrent Sftunbe finbe fiel) nicfjt 
eine 3unge be§ £rug§") 51t fagen: „2)er «Stifter be§ Triften* 
tfjitmS fjat ber 2Mt eine boppette 2öorjltr)at erroiefen; oon 
ber einen «Seite fjat er, wie bereits erroäfjnt, mit aller 
Äraft bie Seljre äftoftS befeftigt unb bereit eroige 93er* 
binbticfjfeit nacfjbrücFlicfjft betont; anbererfeitS f)at er ben 
Reiben eine grofje SBoIjttljat erroiefen, 1 ) baft er bie 21b* 
götterei oon itjnen entfernte, fie §u ben fie ben ©ebotett 
oerpflicfjtete unb basu Urnen eine $ioraöefjre gab, in melier 
er, rote befannt, noefj mel)r ©rfcfjroerungen al§ ba§> ©efef^ 
9ftofi§ ifjnen auflegte. . . . S)iefe SBorte finb fo flar, 
ba% ifjnen ein äJiann mit gefunbem SSerftanbe nicfjt toiber* 
fprecfjen wirb. SBürben bieS Einige oon ben cr)rtfUict)eiT 
©eteijrten begreifen, bie fict) rueife bünfen unb glauben, büß 
e§ ifrre Scfjulbigfett fei, ba% ©efefc 9CRofi§ bei ben 3§* 
raeliten aufäulöfeu, inarjrticr; fie unb ber Sßiföel, ber fief) 



J j „2£enn'\ fügt @. in ^arantfjefe fjtngu, „man nur beffert richtige 
Sßorle nicfjt berbrefjen toürbe, Inte bte§ einige 2Bafjnfinnige tfjun, bie 
ben ©inn De§ neuen £eftament§ nicfjt begriffen Ijaben. 9Sor ^urjetn 
erft liefe Semanb ein SBudj bruefen, ber geteife feine eigenen SBorte 
nicfjt toerftanb, toeil er fonft rootjt gefdjtoiegen unb nicfjt umfonft (Selb, 
Sßa^ier unb ©inte öerfcrjroenbet fjäite. 2(u<f) bei uns giebt e§ ja mafjn* 
finnige ©elefjrte, bie nid)t ba§ ©eringfte rxm ber fcfjriftlidjen unb 
jnünbtidjen 2ef)re toerftefjen unb burdj eine gro&foredjerii'dje Sunge bie 
SBelt iäufetjen. ©§ giebt anbererfeiiä unter ben ßfjriften berftänbige 
©efefjrte, roie e§ aud) bei un§ einige 2tu§ertoäf)Ite giebt. Sfflein ber 
norsüglicben Scanner giebt e§ nur toenige." 



— 26 — 

burri) üjre erlogenen Sporte betl)ören töfjt, würben nidjt 
berartig ©a^nftnnigeS unternehmen, roa£ ben neuteftament* 
liefen Sd^rtftfteüern nie in ben ©um gefommen ift, ja 
rootron fie ba§> ©egentfjeü beabftcfjtigt Ijaben." . . . „£>ieje 
öerfefjrteu @e(er)rten fjabeu großen £af$ gegen bie föinber 
3§rael erregt, anftatt bafc fxe ben fersen be§ ^öbel§ Siebe 
für bie ifjrem ©otte treu anfjangenben Ssraetiten einflößen 
foflten, roie ja irjnen oon irjren Sehern oorgejcrjrieben, ba% 
fie fogar if»re $einbe lieben, roie nie! mef)r un». D, 
Jpimmel, finb roir ntcfjt (Sure trüber, f)at unä nict)t 
ein ©oit gefefjaffen?! Sßarum bejerjimpfen fte un§, roenn 
roir qu ben ©eboten unfere§ ©otte§ fangen, mit benen roir 
burd) bie 23anbe ber Skbt 31t Sfym, gelobt fei @r, feft 
oerfnüpft fmb? SBit ttjun bie§ bod) ntd^t, um bie ©enüffe 
ber oergänglicfjen SSelt §u erlangen, im ©egentfjeü, roir 
fmb ja gum (Spott unter ben SSölfern geworben! 9iicrjtS= 
beftoroeniger roollen roir ftet§ ©ott preifeu unb Seinen 
tarnen anrufen. SSir befleißigen un§, ju beten unb 51t 
flehen für baZ 2öol)( ber ©ejammtmenfcfjrjeit, be[onber§ 
für baZ 23of)t ber SSölfer, in bereu 3Jtitte roir mahnen, 
weit ifjr 23of)t auefj unfer SSofjl ift (roie icfj mit ©otteS 
£ilfe in meinem (Sommentar jum ©ebetbudje au§einanber= 
gefegt)." 

(Smben fdfjilbert bann bk SSerroorfenfjcit ber potniidjen 
©eifttid)en, roetcfje gegen bie unferjutbigen Israeliten falfcfje 
23tut6efd)ulbigungen ergeben, unb preift bagegen £>eutfcfc 
tanb, ^xanfxdd), ©ngtanb, £oIIanb, Italien, Sänemarf, 
biz Sürfei unb anbere Sänber, roo, fobalb irgenb ein 2öaf)n= 
finniger eine folcfje SBefcrjulbigung er^e6t, man ifjn 511m 
©cfjroeigen bringt mit bem 3 uru f e: „"Scfjmacrj ben 
Sügnern" ! 

„Unb nun", fo ruft @. jum Scrjiuffe au§, „$$t crjrift* 
Itdjen 33ö(fer insgefammt, roie fdjön unb lieblicrj roäre e§, 
roenn 3fjr beobachtetet, roa§ Gucr) oon Guren erften fiebern 
oorgefcfjrieben rourbe; roie fcrjön roäre @uer 2tntr)eil, roenn 
Sra* ben Suben in ber Beobachtung it)rer £f)ora beiftänbet ! 



— 27 — 

3I)i' würbe! roaljrlid) ebenfogui einen 2of)n empfangen, roie 
biejenigen, roetcfje bie (Gebote üben, roieroobt 3f)i" nur bie 
fiebeu @ ebote erfüllet. Scfj rjabe bereits in meinem SSerfe 
„Thorat ha-Kenaoth" gefdirieben, baß ber Snbe, ber bie 
Xtjoxa tjütet, fie aber nidr)t befielen madjt, oerffucfjt ift, 
ber 9iid)tjnbe aber, ber bie 613 (Gebote nicfjt fjätt, aber 
i^ren 23eftanb miterftüjjt, gefegnet ift. 3n ber £f)ora ift 
jeboef) feine Seit für beren ^Beobachtung feftgefefct, fonbern 
im ©egentrjeit Reifet eS furg oor bem 2lbfcb(uffe ber Sfjora 
(2>eut. 20,28): „lins unb unferen Ätnbern bis in 
(Sroigfeit (liegt eS ob) gu üben biefeS gange ©efe£." 

2öie ernft unb übergeugungSoofl' Di Sacob ßmben 
biefe feine 2tnficf)t auSgefprocrjen, Ijat er in feinen fpäteren 
(Schriften gegeigt. (Seine $einbe Ratten nämlid) biefeS fein 
©enbfdjr eiben fcfjief gu beuten unb baranS gu beroeifen ge* 
fucfjt, bafe er gum (Xtjriftentbum fjinneige. darauf fdjrieb 
ex eine gerjarnifcrjte Schrift unter bem Site! Messeg lechamor x ) 
(6in Qaum bem (Sfel), raorin er im erften Sljeil fein 
(5 enbf cfjreiben Sßort für 3Sort mit SBerbefferung einiger 
£>rucffef)(er unb ^ingufügung noerj einiger Stufen für 
feine ^Behauptungen toieberrjotte. @r fügt bort (5. 17b 
in einer Sfiote rjingu: „©iefe Sorte Ijabe id) nierjt \e%t 
gum erften äftale auSgefprodjen, fonbern bereits längft tjaöe 
idj in meinem 2Berfe Lechem Schomajim (Gommeniar gur 
äftifcfjna) gu SIbot 4,14 nacfjgeroiefen, rote oft bie SSeifen 
unter ben Triften bie Israeliten in ber Erfüllung il)reS 
©efe^eS unterfingt l)aben. 2(ucfj HftaimonibeS fcrjreibt 
@nbe Hilchot Melachim, ba% baS (£fyriftentf)um unb ber 
2)iufjamebaniSmuS ben 2ßeg für bie fünftige drlöfung 
angebahnt f)aben. (Später geigte man mir baS gu Gonftan* 
tinopel gebruefte üßerf Milchamothchowah morin ftcfj cinSenb* 



*) SDiefe Sdjrtft gehört gu einem ou§ 3 Steilen 6eftel)enben 
SBerfe, Betitelt v^nv (= 1) did 1 ? bib> 2) monS jhd 3) uh entn 
chw). ©§ toöre, namentlidj für manche Sfjrifien, reetji nü^lic^, ba& 
gange <5enb|d)reifcn in'3 ©eutfdje 3U übertragen. 



— 28 — 

fcrjreiben be3 3i Simon b. Qtmaä) SJuron (lebte im 
14. 3fn'f)bt.) befinbet, ber, gans fo mie idj, au§ bem neuen 
Steftamente bernieS, baf$ ber dniftticrje OWigionsftifter unb 
feine 2(poftet gefommeu ftnb, um bü% ©efeij bei ben Suben 
51t befeftigen unb ben anberen Bötfern bie ficben 9?oad)i= 
bifcfjen ©ebote üoräufcrjreiben. ferner faf) id) fpäter, bafc 
in bem SDSerfe Zizith nowel (2. Auflage) 1 ) biefetbe 5tnfitf)t 
geäußert wirb." 

Sm ^weiten Steile, ber bk Ueberfdjrift trägt: «pno 
3pV ,{ ? ncs |nn .töb> hek srpia borr (©ine Schrift, bk oom 
£immet fiel, Söafnljeit ift if)r 9eame; S)u giebft 2öat)rt)eit 
bem 3 a co b), befräftigt @mben feine SBorte au§ bem erften 
£tjeite unb beioeift, bafj er in feinem Senbfdtireiben iitdjtS 
geäußert, ma§ bem jübiferjen ©tauben guraiber märe. 35iel= 
mef)r fei biefe (Schrift gefdjrtebeit, um bie Scrjioacrjen unter 
ben Suben im jübifcfjen ©tauben $u befiärf'en unb bie 
(Efjriftni 51t ermuntern, ifyrerfeitS bie fteben ©ebote 31t be* 
obacrjten unb itn§ in ber Beobachtung ber 613 ©ebote 
nitfjt 51t Imiberu. 2öa3 feine 2(nfid)t über ba§> Gljriften* 
tl)um betrifft, fo glaube er bafür an 3Jtctimonibe§ unb 
dl. (Simon ©uran ooltfommeu f)inrei<J)enbe Stufen 31t 
Ija&en. 

Sn bem crmäfjnten Kommentar Lechem Schomajim 
(erfaßten 1751) gum Zxattat 2{bot (4, 14) fdjreibt (smben: 
„Sie Bereinigung ber Bötfer unferer 3eit frinn ebenfalls als 
eine Bereinigung 51t (£I)ren ©otte§ (o*o» eb>S ,td») begeiefmet 
werben, bie ben Qmd Ijat, in ber gangen 9Mt 51t oer* 
funben, bafc e§ einen ©ott giebt, ber §err über §immel 
unb (Srbe ift, ber belohnt unb beftraft, it. f. xo. ©esfjatb t)at 
üjre Bereinigung Beftanb, weit fie bem wahren ©otte unb 
Seiner Sfjora ßljre ermeifen unb Seinen Siufym oerfünben 
unter Bölfern, bie Sfjn nidjt f ernten unb beffen 9tuf niet)t 
oernommen. ©er Sotjn für biefe eble ©eftnnung fann 
nict)t ausbleiben. . . . Bon it)nen (ben heutigen Bötfern) 



x j £>ie erfte Stuft, erföien 1737. 



— 29 — 

ift autf) eine groftc SBofjltfjat für ben !Reft 3£raet§ qu§* 
gegangen, beim or)ne fie wäre unfere Hoffnung ba!)in unter 
ben Reiben, bte 3§rae( Ijajjjten. . . . 23efonber§ finb p 
rühmen bie ©elefjrten ber ©Triften, bte ftet§ nadt) ber 
2öal)rf)eit forden ; [ie fanben, bajj un§ feine ©crjttlb trifft, 
wenn wir an ber göttlichen Sfyora feftljalten, be§f}alb waren 
fie un§ gum ©cf)uj3, möge ifjnen bie§ ats> SSerbienft cmge* 
rennet werben." 

3m 3. Steile be3 oben citirten SBerfeS (1758—62) 
fdjreibt er (©. 34a): „3)er SSractit war nidt)t verpflichtet, 
bent Reiben bk von ifmt verlorene <&aä)t gurücfgugeben, 
weit ber £>eibe aud) bent 3§raetiien feinen SSerluft nidjt 
gurücfgab. S)ie§ SllleS gilt aber nur von jenen 33ölfern, 
bte weber «Schöpfer, noer) %f)oxa fannten, alfo gor feine 
©emeinjefjaft mit un§ Ratten; bagegen ift e§ bereite tängft 
befannt, ba$ bie je^igen Golfer, meldte an bte 
©runbleljren ber £t)ora glauben, von un§ nict)t 
aU 3?rembe (prai) begeidt) riet werben fönnen." . . . 
(©. 35b) „Söenn fdt)on bei ben früheren SSölfern, bie 
©ott gar nidtjt fannten, un§ bk £äufd)ung ber äftenfetjen 
im SIEgemeinen verboten würbe, um wie viel met)r muß 
e§ fern von un§ fein, bk je^igen SSölfer, welche ©ott unb 
©eine Seljre fennen, gu übervorteilen, gu betrügen ober 
fogar un§ nur baSjenige tmrebtidtje gü erlauben, wovor fie 
ficr) untereinanber nierjt pten." 

3n bem 1. £f)ei(e feiner 9tefponfen, Scheilath Jaabez 
genannt, ber 1739 gu Slltona erfcfjien, votemiftrt er in 
?cr. 144 gegen biejenigen, welctje im ^ceujaljreSgebet au§* 
fdt)ftef$ftdj für QSrael beten wollten, mit folgenben SBorten : 

„%<§ begreife nidfjt, woljer jene benn fdrjliefeen mögen, 
bafj man bie 9?act)fommen @fau'§ (bie ©Triften) nid)t in 
biefe§ ©ebet einfdt) liefen foHe! .... 33eten wir bodt) in 
bemfetben ©ebete aucrj für bie ©öljite jftoafj'S . . .; me 
viel weniger barf man e§ beanjtanben, bafc wir für bk 
^adtjfommen ©fau'3 beten. . . . 3m ©egentfjeU, [o ift e§ 
(ba§> ©ebet) beffer. 2)enn ofmebieS beten wir ja für fie 



— 30 — 

(bie Gljriften) jeglichen Sog (rote idj bieg angfüfjrlicr; m 
meinen SHaubgloffcn 511m ©ebctbucrje auSemanbergefefet tjabt, 
»gl. baf.) ; um fo mel)r (muffen roir für fie beten) an biefem 
^eiligen gefttage. S5a toir für bk fremben göfcenbienerifd)ett 
SSöIfcr, bk ju un3 gar feine 33e5tef)ungen tjaben, beten, 
rote Diel mein* für bic ©öfme @fau'§ (bie Gfyriften)! ©ie 
finb bocl) unfere 58 rüber! (an venu «Sn). ©aljer ift 
bie übliche formet (in ber anct) für bie ©fjriften gebetet 
roirb) bie richtige; ba§u ift nicfjtS ^ütgitgufügen, nnb baron 
ift nicr)t§ gu minbern." 

3Btr Rotten e§ für überflüjfig, nocf) niefjr SCuSfprüd^e 
be3 dt. %atob (£mben angufüfjren. Seber Vernünftige mufe 
etnfeljen, bafc ein 9ftann, ber in ben Sauren 1739, 1751, 
1757 bi§ 1762 folcf)e 2lnfitf)ten über (Straften nnb ©r)riften= 
tlumt üeröffentücfjte, unmöglich im Safjre 1763 erflärt 
l)aben fann: „2)te ©giften feien „Slfum" nacf) roie oor", 
gegen bie man bie ©ebote ber ©erecrjtigfeit nnb Siebe nidt)t 
5U beobachten brause, Sßrof. ©itbemeifter, ber bk% be= 
Rauptet, Ijat feine Duelle angegeben, au3 ber er biefe 9iacr)= 
riä)t über Stuben gefc^öpft I)at. SWerbmgS ift bie SaljreS« 
gai)l 1763 in ©ilbemeifier'3 Singabc correct, in biefem 
Saljre erfaßten ba% berühmte SEScrf Krethi u-Plethi tron 9t. 
Sonatfjan @i6efd)üfc, in beffen (Einleitung bie üon ©. 
erroälmte günftige (Mlärung über bie Triften gu finben 
ift; allein gufaÜtg Ijat (Smben in ben Sauren 1763 itnb 
1764 feine einzige ©d)rift üerö ff entließt, unb am 20. (Sep* 
ember 1764 ftarb 9i. Sonaten. Bk fann alfo dl. 3acob 
©mben über di. Sonatfjan roegen beffen (Srflärung über 
bie (Sfjriften „hergefallen" fein? 

Sie Duelle, au3 ber ©ilbemeifter feine Stngabe ge» 
feppft Ijat, ift baljer mein - als unguüerläjfig. 9i Sacob 
roar ein unüerföfmlidjer $einb be% ^- 3onatIjan, roeil er 
üjtt für einen geheimen ©abbatianer (2lnf)änger be£ falfcfjen 
3Keffia§ ©abbatai £ebi) fjielt. 2)ie 2lnf)änger be3 9t 
Sonatljan (bereu er aud) Viele unter ben ©Triften fjatte) 
motten nun auSgejprengt rjaben, 91. Sacob r)ättc feinen 



— 31 — 

Gegner eben besljatb oerfolgt, weit er jene frenn blicken 
©efiunnngen ben Gln'iften gegenüber geändert Ijaite. £af$ 
bies aber eine plumpe Unwafjrljeit unb Sßerleumbung mar, 
beweifen bie oon uns cittrten (Stellen aus ben (Schriften 
bes 9t. Safob ©mben. 

V. 

SSoHten mir notf) aus her jübtfdjen ßttteratur ber 
legten f)unbert Sljre alle uns befannten Belege bofür, baft 
es ben Rabbinern mit üjrer SBerfidjerung, unter „Sifum" 
feien bk Gtfyriften nitfjt 51t oerfieljen, ftets tjetliger GSrnft mar, 
fiter gum Slbbrucf bringen, fo würben waljr(icf) uiele Sogen 
nidjt fjmreicfiejt. (5s ift ja notorifd), ba$ fid) in jebem 
jübifd^en DWigionsbud) ein befonberes Gapitet befinbet, 
meines ber Sugenb einwarft, aud) anbersgtäubige d)UU 
menfe^en als trüber gu betrachten, ba$ in galjtfofen 
Sfrtifetn jübifcf)er 3^tf<^i'iften in ^ebräifcfjer unb nic^t= 
ijebräifcfjer (Sprache, in öieten tjebräifdjen unb ntcf|tr)edrä* 
ifd)en 23rofdjüren biefe Seljren bem 93o(fe geprebigt werben, 
bafc felbft bie nur ta(mubifrf) gefällten Dtabbinen in i^ren 
£craftf)0t unausgefe^t bas SSotf belehren, bafj mau im 
£anbet unb SSanbel gegen Triften ebenjo reblicf) unb 
tnar)rr)aftig fein muffe, wie gegen Suben 1 ) — bies Stiles 
ift für Seben, ber Slugen fjat unb feijen will, notortfet). 

Unb bennoef] I)atte, wie itf) aus einer «Schrift oon 
^rof. g. S)elt£ftf) erfer)e, 9lo r)ling bie (Stirn, in einer 
Schrift ausgurufen: „2öer mir irgenb eine fjebräifcrje 
ober aramäiftfje (Schrift eines ortf)obojen Rabbiners geigt, 
bie für jübifcfje Greife beftimmt ift unb bk Seljre öorträgt, 
ba% 9ftcf)tjuben als Steffen nadj ben ©runbfä^en ber 
©eredjtigfeit unb 9Zäd)ften(iebe, mk fte Sftofes (er)rt, gu 

J ) 23gl. 3. 33. bie bie§be3Üg!id)en 33erficfjerungen be§ fraget* Slab* 
fiinerä (£3. Sanbau in feinen SBerfen mirva jnu unb rh'-i unb beä 
^ottmoer 3ta&6iner§ Vi. %i$<i)ai Gldjanan ©pef'ior in feinem 2Serfe 
piw hm. 



— 32 — 

befjanbeln feien — bem fe$e tcfi 1000 ©ulben ans/ 1 Ann 
gut, mx geben bie SBette ein! Sir wollen bier einige 
2ase anä bebraii'cben Scbrrien ciiiren, bie ohne jeben 
3roeifel nur mx gilben geicbrieben ftnb * rretl faum jefin 
Gbrinen biefefben Derftefjen bürften), beren SBerfaffec — 
roa* audt) DiobHng roirb gugeben mü'Ten — ffareng ortbo* 
bore Rabbiner roaren. 

Di. 3*Biael f)a=$loben, Rabbiner 31t SRobena, fdjrrürt 
in ''einem Diesen' enirerfe Sera Emet >2ioorao 1796; Jfjetl II 
?ir. 112 in 33e}ug auf ba* Verbot, oon „©ojim" 2ltmoi'eu 
anzunehmen, Jolgen^ . 

I)iefe3 Verbot gilt nur oon ©ü^enbienern unb 
ionftigen Söferoidjtern; bagegen iß e* beeb flar, ba$ bie 
dürften, unter beren Debatten roir buret) bie göttliche 
Sanntjersigfeit 5cbuß geiunben, tiebeooße unb gerechte 
^erric&er unb, bie boef) nicfjt ben ©ÖBenbienern gu oer* 
gleichen ftnb." ?tacr) Dielen Seroeiien fommt er §u bem 
jReiultate, ba$ bie Gfjriuen, roelcbe ja bie 7 ?ioacbibiicben 
©ebote beobachten, als „Gerira Toschabim" (?BeifafHßtt>& 
etnteni betrachtet werben muffen. 

St. fßtoU tfonis, Rabbiner 511 gtttofen, ichreibt in 
feinem Seife Sepher ha-Ojen (Sien 1796j c. 15,53: „Sie 
Golfer, unter benen roir jeet leben . . . finb öollf ommen 
ben Siroeliten gleichmachten, i'o bafj olle bie ©ebote: 
„Siebe Seinen i)cäcb[ten wie Sict) felbft", ,,2u fofffr nicfjt 
rauben — nicht morben" — „Sege Seinem ©ruber feine 
Sncber=3inien auf" unb anbere ebenfo itmen, roie nnferen 
©laubenrgenoiTen gegenüber 3U beobachten unb. 1 ) 

3tabbi (rlia ^indjaä b. äReii äußert fieb in feinem 
Seife Sepher Habberith 2 ; (2. 2i). 5lbrjanbtung 13: über bie 



1 irt. ERo'e bemeift bies au§ bem Jalmub unb nmnbert jicf) über 
3t. S3. £anbau, ber im Sormorl 3 um Noda Bijehuda bie§ erü au§ 
Sftaimonibes unb ipäteren Schriften bebucirt. £er naiüe 9t. 2>io>'e! 
(rx fjat bie Serie bes dl. ©3. £anbau ernü genommen. £ai ift ja, 
naß) @ilbemeiiter, Slttee tuet „^äu^ung ber fjarmloien d^riften": 

- Z : ^.erf entfielt fabbalimjc^e, naiurnnnenfdm'tlicfie unb etljüaje 



— 33 — 

9cäcfjftentiebe, c. 5 ff.): „Siebe Seinen ^äcfjften inte Sicf) 
ielbjt". — darunter ift nicf)t 6(05 ber SSraelü oerftanben, 
benn e3 Reifet bodj nicfjt: „Siebe Seinen trüber wie Sicf) 
fefbft"; . . . oiefmefw ift jeber Sein „9eäd)fter", ber 
ein 3)ien|crj ift wie Sit unb ber SBeltnüfctid) ift, wie 
Su. darunter finb aide SBölfer oerftanben, benn unfere 
SBeifen g. 2t. rjaben nirgenbs bie 23ölfer oon ber 9lad)fttn* 
liebe ausgefcfjfoffen. . . Sa fogar, wo bie Xfjora „Sein 
Sruber" ober „bie ©öfjne Seines Golfes" fct)rei6t, ba wollte 
fie nur bie Reiben, wefcfje in bamaliger 3eü in Sßatäftina 
lebten, auSfdjließen. ... bei benen SRorb, Siebftafjf unb 
Unjuc^t im Scfjwange waren. . . . nicfjt aber bie übrigen 
SSölfer .... wie oief weniger bie SBötfcr ber Sefetjeit, bie 
menfcfienfreunbficf), rebtief;, barutfjergig, raor)ttf)ätig unb ge= 
rect)t finb. . . . Sind) unfere SSeifen g. 2t. rjaben itn§ 
biefe Sef)ren in oieten 2üt§fpritcrjen eingeferjärft §. 33. in 
2tbot c. 2: „Ser SRenfct) wärjle ben 2Seg, ber ifjm jum 
Dtufjme gereicht bei ben ÜDcenfcfjen"; fie fagen ntctjt: „bei 
ben ©örjnen feines SBotfeS", fonbern„bei ben äßenfdjen", 
baZ finb alte Söettbewofjner . . . ferner: „SGBer bei 
ben 3ftenfcfjen wohlgefällig ift, ber ift audf) bei ©ort raofjl» 
gefällig" (2tbot c. 3) ... ferner Reifet e§ in 33eracf)ot 17a: 
„(5tet3 mefwe man ben ^rieben mit allen SEenfd&en, and) 
mit ben Reiben . . . 5Dcenfcrjentiebe r)at ben SSorjug cor 
bem (streben naefj 95>ar)rr)eit . . . fogar oor ber Grfenntniß 
ber Zeitigen Sfjora." 

3tabbi SSraef Sippfcfjil3, Rabbiner in Sangig (geft. 
1861), fdbreibt in feinem rjocfibcrüfjmten Gommentar gur 
ÜDtifcfjna Tipheret Jisrael 1 ) (511 B. kama 4,3): „eetbft bei 

2t6f)anblungen. (£ie Slbljanblung über Sßädjftenliebe Ijat 27 Sapttel). 
3n ber erften 2lu§ga6e ift e§ onentjm erfcfjienen. $>a§ SBerf muß unter 
ben ruffifetjen Suben fefjr gefd)ä$i fein, bo ber Katalog bon 33en %atob 
bereits 4 Auflagen babon aufjäfjlt: 1. 8tafL SBrünn 1797. — 2. baf. 
flfjnc Sa^relßa^I. — 3. Solfieto 1807. — 4. 2Büna 1859. — «RaljereS 
über ben SSerf. ift mir nidjt befannt. ©eine Orfljobojie jeboef) bemeiff 
baZ 2Berf 3m: ©enüge. 

1 ©rjdjicn juerft 1833—53 gu £mnnober unb S)cn3ig. 

8 



— 34 — 

einem Reiben ift un§ oerboten 51t ftefjten, Um gu tauigen, 
bte uoit il)iu oerlorcne ober ou§ Srrtfjum empfangene ©acrje 
5U behalten. (So fdjreibt and) ber SScrf. be3 Beer ha- 
Golah 51t Gfj. 3ft. 348, 5 . . . 2Benn bie§ fdjon bei ben 
Reiben ber $afl war . . . mn wie tuet mefyr ^fficfjten 
rjaben mir gegen biefe nnfere Sörüber'SSötfer, bte ben 
einzigen ©Ott erlernten, beffen Xrwra al§> „fjeilige ©djrift" 
oereljren, bte fieben (noadjibifdjen) ©ebote getreulich er* 
füllen, uu3 ntcfjt einmal ein §aar frümmen taffeit, ja 
fogar nitfereit Straten Diele Sßoljltljaten erweifen, fie buret) 
mitbe ©penben ernähren. Surfen wir, ©ort behüte, biefe 
3Bof)ltf)aten nerfennett, ofjne mit Sofopl) gu fpredEjen: „2Öie 
fann tdj ein jold)' großes Uebel tfjwt nnb wiber ©Ott 
fünbigen?!" 1 ) 

9t. Sacob 3ebi 3ftecflenburg, Rabbiner gu Königs- 
berg (geft. 1865), SSerf. beS gefeierten ^eittateuct>(£ommett' 
tax§> Hakethab we-Hakabbala fcfjrcibt in feinem ßommentar 
gnm ©ebetbuerje, Ijun Tephillah genannt 2 ) (bei bem ©egett§* 
fprucr)e *"iD3 wy vbv): „Sßodjri ($rember) bebetttet itacr) unfern 
Sßeifen ben ©otteSlengner, nierjt aber bic jefcigen SSötfer, 
meldte an ba$ £>afeiu ©otteS glauben, 511m ooüftäitbigen 
@iitl)eit»gtaitbeu ofme jebe SSermifcrjung (cjin») aber nie oer» 
pflichtet würben. 8 ) S)er jerufatemifcr)e Satmub citirt bei biefem 
©egenSfpntcf; ben 3Ser§ be£ Sefaja 40, 17: „Elle Reiben 
fütb 9lid)t§> vor if)m, wie 9ftd)tige3 nnb @itfe§ geartet". 
Itnfere Sßeifen teuren un§ bamit, bafc ber ©egenSfprucr) 
biejenigeu SBölfer im Stuge t)at, welcfje ben wilben gieren 

gletct; waren; fie verleugneten ©ott u. f. w ©0 f)aben 

nnfere ßeljrer gefproerjeu (Ab. sara 3): „©elbft ein Nierjt* 
jube, ber bk Seljre (Die ifjm obltegenben 7 ©ebote) befolgt, 



l j SSgl. aud) bte meifterljafte, bom (Seifte allgemeiner aftenfdjenliebe 
erfüllte 2lbf;aublung biefeS Rabbiners über ben SluSftmtd) pnp nn« 
m« int Kommentar 31t 2tbot 3, 14. 

■j ©vfdjien Königsberg 1846 u. fonft. 

8 ) £>ie£ l)at ber SSerf. auäfüljrlidj in feinem großen SBcrfe von 
nSapni 3U SDeut. 4, 19 aus Ealmub unb Sobiceä bemiejen. 



— 35 — 

ift bem iporjempriefter gfeicf/'. ferner teuren fie (Tor. 
Koh. nn« c. 13): „Oeffnet bk Pforten, bafs einstehe (nictjt 
Sßriefter, 8et>iten unb Israeliten, fonbern) ein geredetes 
SBolf, ba3 Xreue beroafjri! gerner: greut C£ucr) (rticrjt 
Sßrtefter, Senilen, Israeliten, fonbern) 35 r ©cremten, 
freut ©ucr; ©otte§! — gerner: ©rroeife ©ute3, o ©träger, 
(niefjt ben Sßrteftent, ben Seoiten unb ben 3§raetiten, fonbern) 
ben ©uten! ©djltejje baroxtS, bafj fetbft ein Sftidjtjube, ber 
bie Setjre (bk iljm gebotenen fieben SBorfdjrtften, ügl. bie 
Gommcnt.) befolgt, bem §ot)enpriefter gleicr) ift". — 

2)a§ ungefähr finb bk jübifdt)en Serjren, roelcrje bk 
ftrengft orrljobojen ^abbitten toieber unb immer roieber in 
ben ©ebeibücrjern, ben £atmub* unb 93?tfcr;na==(£ommentaren, 
in 9ftorat= unb ©ittenbücfjera, bie nur einem jübifdjen 
publicum oerftänbticf) finb, hü jeber fid) bietenben ©e* 
legenijeit betonen unb einfdjärfen. 1 ) 

Unb nun fommt ein beutfcrjer Sßrofeffor — nicrjt ein 
Storjting, fonbern ein ©ilbemeifter — unb erftärt öffentlich 
oor ©ericfjt, bafj bie§ 21Ile3 ein „©ijftem ber Xäuf jungen" 
fei, „um fjarmlofe Glniften 31t betrügen"! 2öa3 in alter 
SGBelt berechtigt ©ilbemeifter §u einer fo fcrjroeren 2Mtage?! 
„SStffet" — fo ruft ER:. Sacob (Smben feinen geinben ju — 

] ) Ueberbieä finb in ben neueften 2tu§gaben ber fjcbräifcfjen SBerfe, 
bie pweift in 3hifjlanb erfdjeinen, alle biejenigen ©teilen, bie toon 
ben llnWifj'enben mifjberftanben Werben fännten, tb,eil§ geänbert, 
if)eil§ burcf) rjinäugefügle 23emerhmgen beutltdt) erflärt roorben, fo bajj 
fein ERifjberftanbnifj möglief) ift. 3)?an neunte nur beifbiel§Weije eine 
ber neueften 21u§gaben bcS <2f)of^en=3D?ifcr)pat §ur £>anb, unb man wirb 
faum irgcnb eine aud) nur fcbeinbar anftöfjige ©teile unerflört finben. 
£üefe Sßuriftcaiion (Wenn ber 2Iu§brucf geftattet ift) erftretft fidj audj 
auf weniger gelefene Ijebräifdje SBerfe, wie 3. 93. ben »a-no, bei beut 
id) in ber SB tinaer 2lu§gabe untfaffenbe bie§be5Ügtitf)e Slenberungen 
bemerfte. 2Benn e§ nun aurfj im Sntereffe ber jübifdjen Literatur ju 
Beilagen ift, bafj bie alten 2Berfe berftümmelt werben, |o mufe boä) 
jeber woljlwollenbe Söeurtfjeiler ba& 23eftreben ber Suben, bie weniger 
©rfafjrenen bor Sftiftberfiänbniffcn gu bewahren, lobenb anerfennen. 
9iur 23ö§wiliigfeit fann hierin bie SIbfidjt einer 5täuftf)ung ber üfticfcjt* 
juben erbücfen. 



— 36 — 

„wenn man mir bietet alle (Sd)ä£e ber Söeft, werbe icr) mir 
and) nidrjt bie geringfte Unroaljrljeit, felbft im gleuf)giltigften 
©efpräcrje erlauben, wie tuet weniger in wichtigen fingen, 
bie ©tauben unb Religion betreffen", ©iefetbe ©ewiffen* 
ijafttgfeit mufe Seber, ber ir)re SBorte im Original gu tefen 
oerfteljt, bei allen oon un§ angeführten SRabbinen oor= 
ausfegen. 

©a§ ©Ijnebrium [9kbbiner=93erfammlung], welcr)e§ im 
3af)re 1806 in Sßart§ tagte, fpraef) fomit gang im ©inne 
unb ©eifte ber fyeroorragenbften rabbinifcfjen Autoritäten, 
inbem baSfetbe feierltcf)ft erftärte (Decision du grand San- 
hedrin, «ßoriS 1807, p. II): 

„3)afj gufofge be£ burefj 3)^ofe§ empfangenen ©efetseS 
bie Israeliten oerpfl icrjtet finb, bie Nationen, welche ©ott 
at§ (Schöpfer be§ £>immet§ unb ber ©rbe anerkennen, unb 
unter benen fie bie 9Sortf>ctte ber Bürgerlichen ©efefffd)aft 
ober aucr) nur einer wofytwollenben ©aftfreunbfcfjaft ge= 
niesen, at3 ir)re Vorüber 51t betrauten; bafc bie fjetlige 
(5cr)rift un§ befielt, unferen ^eädjften wie unZ fctbft gu 
lieben unb toaZ wir nid)t wollen, bafj man un§ tljue, feinem 
Slnbern gu tl)un, unb bafj e§ btefen ^eiligen ©runbfä|en 
entgegengefe^t wäre, unjere d&riftlidj>en Mitbürger ntct)t al§ 
unfere trüber gu betrauten; bafc, inbem bie mofaifdje 
Religion ben Israeliten gebietet, bie $remben, bie ficr) in 
ifjren Stäbten nieberlaffen, mit foldjer Siebe unb folgern 
SSoblwoEen gu empfangen, biefelbe Religion mit um fo 
größerem 9?acr)brucfe befiehlt, biefelben ©efüljle gegen bte= 
jenigen Nationen gu Ijegen, welcrje fte gaftfreunbttcr) aufge= 
nommen, buref) irjre 3Baffen oertfjeibigen, iljnen erlauben, 
©ott nad) ifyrer Religion gu bienen, unb fie an allen 
bürgerlichen unb politifdjen ^ecrjten tljetlneljmen laffen". 

VI. 

2öir gel)en je£t an bie Betrachtung be§ ©dj)itlcr)an= 
91rud) felbft. 2ftan mufj, wn§ ©tlbemeifter Ü6erfel)en gu 



— 37 — 

tjaben fdjeint, unterjdjeiben jwifc^cn Sdjulrf)an=2(rucf) im 
engeren nnb Scrj.=2I. im weiteren (Sinne. 9tabbt Sofepf) 
ßaro »erfaßte aß Gommentar ju bem ©efe^eScober. „SSier 
Xurim" be3 9t. Safob ben SJfdjer ein grofje§ Sßerf unter 
bem Site! „23et*3ofept}" (£au§ 3ofepf)3), in meiern er 
atte nid)t com SBcftaiibc be3 Tempels abfjängenben talinubifcf)* 
r)atact)ii'cr)en ßntfcfjeibungeit, 1 ) foroie atte 5U bemfelben ge= 
porigen Gommentare unb S^l'ä^e ber fpätereu 9tabbinen 
fammelte unb bie enbgiltige ^>alad)a feftftettte. S^eiunb* 
Dreißig große unb nodj einige Heinere SSerfe ääf)tt 9t. 3ojept) 
Garo in [einer 23orrebe auf, bie er fämmtticf) ercerpirt, 
erflärt nnb in fein Söerf aufgenommen f)at. 2lu3 biefem 
großen Söerfe »erfaßte Garo bann einen furgen fnappen 
Sluc^ug, „ben man", roie er in ber 23orrebe ftdj ausbrütft, 
„in Dreißig Sagen burcbsulernen oermöge, fo ba^ß jeber 
Schüler atte ÜUionate feine Stjora tüiebert)olen unb fte auZ* 
loenbig Ijcrfagen fönnte." tiefes (Sompenbium, toeldjeä 
o^ne jebenSafa^ oon 1565 bis 1598 narf)einanber in fünf 
Siusgaben 5U SBenebig erfct)ienen ift, nannte er <S d) nid) an* 
21rurf). £as ift ber Sd)ulcl)an=2{rud) im engeren (Sinne. 
Serfelbe fann nidjt als bas> für bte 3uben giltige 9tetigions= 
gefe^buet) angefefjen werben, loci! bie attermeiften Btabbinen 
tf)n nidjt als folerjes anerfannt Ijaben. 

3u biefem Sd). = 21. »erfaßte 9t. ü)tofe 3fferteS 
unter bem ü£üel „Mappah" 3 u fä§c, roeldje bie ©ebräudje 
ber beutfdjen unb potnifcfjen 3uben enthielten. £er „Baal 
ha-Mappah u (SSexfaffer ber „Mappah"), wie offerier oft 
genannt wirb, wollte, nüe er in ber SBorrebe erflärt, »er* 
fjüten, ba^ bie Schüler fämmtltc^e ©eje|e Garo'§ „als »on 



*) Sftan werfe toofjl, Saro fctjtoB nur biejenigen ©efe^e auZ, bie 
com SBeftanbe be§ £empet§ abhängig fxnb, toie bie Crjfcrgefe§e, ein 
großer Sljeit ber 9ieinfjeii£ge)e§e u. a. Sagegen fanben alle anbern 
iatmubücfien ©e|e§e Stumafjme, rotetoof)! fte in nadjialmubijdjer %eit 
nod) lange bar Garo in ben allermeiften Sänbern außer ©ebraud) gc* 
fommen toaren, 3. 23. bie SebiratSefjegejefcc, bie ©efefce über £>ebe, 
©etteibe3el)nten, ©ö^enculte n. a.; (bgl. toeiter 2trlüel XIV;. 



— 38 — 

SPio fe§ auf 35cfer)l ©ottc£ mebergefcrjrieben" betrachten unb 
baraufljiu alle ©ebräucfje in bert meiften Orten abfcfjaffen. 
ßr üerbanb beSIjalb feine „Mappah« mit Garo'S Sd)u(<i)an 
Sirucf), nnb bie beiben 28erfe rourbcn oereint 5um 
erften Wiak 1588 gu Profan gebrucft. <&eljr ba(b 
fjoben bann anbere 3tabbinen gum «Scrjukrjan = 2h*ucrj mit 
ben „Hagaoth Rema" (lüte man bk „Mappah" audj nannte) 
nodj tnele anbere erftärenbe, bericrjtigenbe ober mobificirenbe 
3ufä£e oerf afat, bie in ben fpnteren 2Iu§gaben bem <Scf).=2L 
beigebrucft mürben. 2(m üerbreitetften unter biefen finb: 
Beer-ha-Golah, ') Ture-Sahab, Siphte Rohen, Magen-Abraham, 
Chelkat-Mechokek, Beth-Schemuel, Meirat-Enajirn unb Baer- 
Heteb. 8 ) ©iefe unb nodj anbere ©rflärungen unb 33e= 
ridrjtigungen nmfj ber Rabbiner bei feinen (£ntfcr)eibungen 
berücf [tätigen; fonft würbe er fer)r häufig eine fatfcrje (£nt= 
fdrjeibung treffen. 3 ) Snx ro eiteren (Sinne oerfiebt man 
barjer unter ,,<Scrjulcf)an=2lrucr/' ben <Scrj.=2C. mit ben auto* 
ritatioen ©rgängungen, ©rftärungen unb Berichtigungen, 
bk ficf) an ben £ejt be§ (Sdrjulcrjan * 2(rucfj anlehnen. 
9tur ber „(Scrjulcrjan * 2(rucr/' im weiteren (Sinne 
gilt ai§> 9teligion§gefe£ ber gefeijeMreuen Suben. 
@§ ift bi§ |et3t nodj fein 23erf erfcrjicnen, ba% btefe 
allgemein giftigen 3ieligion§gcfe£e in einen eiugigen 
Sobej Dereinigte, unb ber Rabbiner ift baljer in oielen 
$äßen auf bie münblicfje Unterroeifung feiner 2el)rer 
(„Schimmusch" genannt) angcroiefen, roeldje if)m bei 
ben galjtreidjen Sftcinungsocrfcrjiebcnrjeiteu bk für bie 



l ) 2)er Beer-ha-Golah ift al§ bie Quellenang abe ben meiften, 
forootjl golio* at§ £)ctab*2Iu§gaben be§ ©cf).*2f. beigebrucft. Nebenbei 
giebt ber 23erfaffer aucfj erflärenbe 9ioten, fo 3. 23. (bergt, oben 
Prüfet III;, bafc biete ©efefce über 2lfum nidjt auf (5r)riften unb 
23iur)amebaner anproenben ieien. 

*) 25er Baer Heteb ift ein furger 2tu§3itg au§ bieten anberen 
Kommentaren unb rourbe gumeift in ben fteinen 2tu§g. bem ©d).*2l 
beigebrucft, um bie größeren Kommentare -$u erfe^en. 

8 j Selbft roenn er nach ben 3ufäfcen be§ SfferfeS (3Kabbafj) ent* 
f$tebe, gefcfjtoeige benn, toenn er ßaro'ä ©cfj.*2l. allein bcrücffichiigt. 



— 39 — 

$ra|i§ gütige Stnficfjt mittfjetten. £ie (Snifcfjeibungcu eines 
SRa66tncr§, ber tiefer Unterweifung entbehrt, finb für ben 
gefe^esireuen Suben unäitueriäjfig. SMe guoerläfjtgften 
©egweifer für bk Sfrt, Wie eine praftifcfje Gnitfcfjeibung 
mit Senufcung ber Vorgänger getroffen wirb, ftnb bie 
5lefponfen * «Sammlungen berühmter Rabbiner ber testen 
3eit, wie 9t. Safob (£mben, dl. ßjecfjiel Sanbau unb 91 
©feafar glecfcB in Sßrag, 91 2£fiba @gcr in ^ofeu, 91. 
9ftofe§ Sopfjer in Sßrefeburg u. a. 

Sßrofeffor ©itbemeifter irrt bafjer gewaltig, wenn 
er meint, SuftuS f)abe „infofern ben richtigen 25eg einge* 
fcfjlagen, al§ er nicfjt, wie faft immer gcfd)iet)t, girr Starftettung 
ber fpecififcfj jübifcfjcn SOteinungcn oom £ntmnb ausgebt, 
fonbern twm (2 et) u(ct) anatmet)". — 9cicfjt3 ift uerfeljrter 
als bie§ SSerfafjren, ba§> einen fjanbroerfömafjigen bornirten 
SEBittf etrobo tner öerratf), ber feine weitreicfjenbe £attnub= 
fenntnift befugt xtnb naefj bcr Schablone feine (£ntjd)cibungen 
trifft. $m Sarjre 1845 würbe ein 2öerfctjen 9iamen§ Gidule 
Tahara oon 9t. üUceubet Aar g au, einem Sßriöatmanne 51t 
grürtf), gebmtft: ein Kommentar 511m Gap. 201 btä <5ä)nU 
cr)an hinter) Joreh Deah, worin jugleidj biet ^aragrapfjcn 
biefeä ßopitetS als mit bem £atmnb unb älteren dobiceS 
nief/t übereinftimmenb nacrjgewicfen werben. Äcin gefe|e§« 
treuer 9iabbincr, ber bicfeS SBerfcfjen getefen fjat, wirb oon 
nun ab in biefen Paragraphen wie ber (sdj«9(. entfdjeiben, 
bi§ er nidvt bie Sßeroeife beS Gidule Tahara unbertegt 
fjat. SGBer würbe nun fo if)öricf)t fein, bie 001t 53ibet unb 
£atmub, oon nngweibeutigen 2(u§fprücfjen alter Autoritäten 
unb eigenen 33erftanb§grünbungen unterftü^ten (Srflärungen 
ber JRaböiner über bie (griffen nicfjt al§ für bie SßrajiS 
mafcgebenb anjuerfenneu, felbft wenn wirfliefj ber (£crj.=2(. 
anbcrS entfcfjiebe? SBir würben bann um fo weniger bie 
©ntjcfjeibnngen be3 &d)M. für mafcgebenb erklären, ba uuS 
flar wäre, bafe bk SSerfaffcr ba§> (£i)riftentf)um nicfjt genau 
fannten, wenn fie bie (Sfjriften ben alten ©ö^enbieueru gleicfj* 
ftellcn würben, unb e§ braucht wol)l nicfjt erft gefagt 51t 



— 40 — 

werben, bafc eine (Sntfcrjeibitng, bit ouf ®runb einer 
f alfdjen 33orau3fe£ung gemacht ift, für benjentgeu, 
ber bie Unricrjtigfeit biefer 93orau§jefcung erfannt 
J)at, ntcr) t maftgebenb ift. 

SBtr muffen ober befonberä betonen, bafj e§ eine 93er* 
feljrtfjeit fonber ©leiten ift, bk ©efefeeSparagrapfjen be§ 
&ä)M. jur 3i e ^^^i 0e ?' m & Angriff 3 §u machen, oljne auf 
bk Du eilen gurücfgugeijen unb ben 3wiömmcnfjang ber 
öerfcfjiebenen ©efe^e gu beachten. 9t. ßippmanu ^jeüeh: 1 ) 
fteHt fotgenbe Dteget gur SBenufcung be3 <Sct).=2X. auf: „2>ei 
große 9iabbi Sofepl) (£aro, ber un§ in feinem Sßerfe „Bet- 
Joseph" retdjltdj üBefeljrung fpenbete unb barauS nad) bem 
SBorbilbe ber „93ier Xurim" ben ©crjutcrjan=2(ritcf) bearbeitete, 
raorin er fiete be3 ÜJcatmombifcfyen 2Bortlaut§ ficrj bebtente, 
rjattc nie bie ?tbficfjt, ba$ man ait§ teurerem 95uct)e @n> 
fcfjeibuitgeit treffe. <33ott behüte, unb fern fei e§>, über if)n 
joldjcS 31t benfen! 3^ur roer bas> 23erf „Xurim" mit bem 
Kommentar „Bet-Joseph" grürtblict) gelernt unb ftcf) bemüf)t, 
ben ©ruub cine§ jeben ©efe^3e§ 51t finben, ber fann aucrj 
ben ©cf)uttf)an=3irucfj oerfterjen". 2 ) 

Sit biefer 23egief)itng muffen wir inieber ben ©eraäf)r§= 
mann, ber uaefj ©ilbemeifter'3 ©utacrjten „offenbar ein guter 
Neuner" fein foll, al§ einen gang elenben ©ertbenten be= 
geidmen, 3 ) ber bfo§ bie natften Paragraphen be* 2d)M. 



1 Sgl. über biefen oben ©. 18. 

2 ) 3Sgl. SBorrebe 3U a"v »nyo, citirt in ben „Kegeln \vtx rab= 
bimmie ©ntjeheibungen" be§ „Pri Megadim". 

■ Sntereffani ift, ba$ ber „^ubenibiegel" einmal in einem un= 
bemaaiten 2tugcnblicfe eine 2Bar)rt)ett auSgefprocfien Ijat, bie ba§ gan^e 
SP^acrjiuerf berntdjter. (5r jefireibt (4. Stuft. <§>. 29): „Sie Gommentare 
unb Scbalot Utschubot fiaben nnr bie 4 $oJiobänbe be§ ©cfiufcbans 
Strucfi gu commentieren, mit» rtttdf !« ferittper^w, tua f« ©fgen- 
bntmfe liefern. . . . ©in 3ube, ber oljne aus Jr^r ftritik 
hrvgntputmcue «>fcer rtnfcrre ©riinfce ben Sdjulcfian=2trucf) niefit 
befolgt . . . mirb berbammt." £)ier gefleht alfo ber „Subcnipiegel" ^u: 
lj ©aß bie (Sommeniare unb Schabt Utschubot ben ©cb.*2t. fritifiereu 
unb ©egenbemeife liefern; 2) ba$ man ben <Scb.-2t. niefit befolgt, menn 



— 41 — 

citirt, mit benen er bie Saien im rabbinifcrjen %ad)t irre 
führen tonnte. SBir »ollen, bamit «ufere sBe^auptung nidjt 
für eine £r»erbet gehalten »erbe, bieg fofort nntiügltct) 
erroetfen. 

9cad) ber gur 58egntacr)htug oorgetegten gfagjrfjrift, 
bie be« „Subenfpiegel" be§ SuftuS afö Cueffe bemt^te, foll 
be« Suben „cr)rift(ict)e3 ©ut f)erren(ofe3 ®«t fein." Sa 
bie§ im $ubüfum mit !Hect)t a(3 eine befonberä bo»r)afte 
«nb ««gereimte SBefjauptuug befprodjen mürbe, fo erbot jtcf) 
ber ©«tarier bie (Srfaubnifj, gum ©crjtnffe noct) be« be= 
treffenben SBerS burcrj folgenbe SSemerfung rechtfertige« gn 
bürfe«: ©er Sßaragrapfj be§ Scrmlcfja« = Strittf) lautet: 
„SBenn einer (ei« $«be) einen 8lfitm gum ©efct)aft§freimb 
Jjat, fo barf «ta« a« einigen Orten mit biefem Stfum nicr)t 
©efcrjäfte uiadje«, «m bem Suben nicrjt gu fcr)aben; anbere 
ertauben, tf)m 3« leiten, ©efcfjäfte mit iljm 3« maclje« ««b 
ifmt et»ü§ abgn«erjme«, 1 ) benn bie ©üter ber SCfum finb 
»ie f)erre«to)e§ ©ut unb ber primus occupans ift im Siedete." 
2>ie äBorte finb «od) ©ilbemeifter „fo ffor unb ««g»eibe«tig, 
»ie irgenb mögtidj". 

Unb bod) r)at ©. fiel) r)ier einen groben ©d^ni^er 5« 
<Sdj«(ben fomme« (äffen, »ie ifjn ber geringfte ©dfjüler i« 
STaimubicis nict)t machen barf. ©3 fjätte wenig HJcütje ge= 
foftet, 3« finben, bafj ber &<§M. S5ie6ftal)t unb diaub bei 
Sffum eben fo ftreng oerbietet, »ie bei 8§raettten. 
Sm C£f}ofct)en=3?Zifcr)pat 348, 1 Ijeifjt e3: nw rVe» asun Sd 
Sb> pee aaun ins dS^S a*m laujn «Vi i«b bj? iaip nanc 
d»u bv pee asun ix Skw b. t).: ,3er felbft nur ben 



„au§ ber Äritif hergenommene ober anbere ©rünbe" ba.gu belegen. 
£afc biel ober bei ben ben 2(fum feinblicr)en ©eje^en ber galt i% wirb 
f^äter gegeigt toerben. Somit F;at tr)atfäcr}{tct) bie gange £>e£fcrjriri ben 
83oben oerloren. 

*) 3m Criginaliert Choschen M. 156,5) ftef)t: '[jibkSi rvS »-nntrSi 
n»3»ö b. Ij.: „iljm ©efdjenfe gu marfien unb Don iljm 5U nehmen", ober 
„it)n (ben Äunbeni bureb ©eüfjcnfe fic^ gugufübren unb bon Senem 
meggubringen." 



— 42 - 

äBeri einer genital) (% Pfennig) ftierjtt, übertritt ba$ 
Verbot: „%fyt fotlet nicfjt ftcf)ten!", unb ift oerpfficrjtet gu 
begaben; es ift einerlei, ob man bciä ©etb eine§ 
3nben ober 9iid)tjnben ftierjlt." ferner baf. 359, 1: 
c-Djr'ö pa S»"i»'o pa »w ba vre« picyS ik SiwS iw« b. t).: 
„@3 ift »erboten, 51t rauben ober 31t öorenttjatten auet) nur 
ba% ©eringfte, foiüorjl einem Israeliten, al§ einem 2lf um". 
2Bie oertrageu ftd) nun biefe SBorfdjriften mit ber Seijre: 
„Grjriftticrje» ®ut fei r)erren(ofe§ ©nt unb ber primus oecu- 
pans (ber guerft SBefifcergreifenbe) ift im Sftecrjt"?! 

$rof. ©itbemeifier rjatte fid) atfo leicht fagen formen, 
ber (sa& ber in Ijebräifcrjer Spradje lautet: m ciay ^dsj 
pa na? pa tmpn bai npena p, fei oon feinem ®eroar)r§mann 
falfd) erflärt worben, unb er rjatte bem SSerleumbet nidjt 
blinbling§ folgen folten. G£ ift weiter nicf)r§ nöttjig, ai§> 
bk am 9lanbe im „Beer ha-Golah" angegeigte Quelle nactjgu« 
fernlagen unb 51t jener ©teile wieber bte (Sntfd)eibung bes Set).* 
St. nacrjgutefeu, um fofort ben gongen (Sacrjöerrjait flar oor 
Singen 51t fjaben. SieSatmubftelte beftnbet ftcrjBaba batra54b, 
ber bagu gehörige Sßaragrapt) bc» Set). -- 2t. im (£1). 3ft. 
194,2. S>er Mrge falber fei nur letztere (Stelle mitgeteilt: 

„SBenn ein ^raelit ein gelb oon einem 2tfum gefauft 
unb ba§> ©elb bafür begatjtt l)at, aber, beucr er bie 
Occupatio (23efttjergreifung) oorgenommen rjatte, ein anberer 
^raelit baZ gelb oecupirte, fo ift ber Sefctcre im 9lect)te, 
unb er fjat bem ©rftereu nur fein (Mb gurücfguerftatten, 
roeit ber 2Irum fogteicfj, nact)bem er ba$ ©elb empfangen, 
fein Died)t aufgegeben f)atte, ber Israelit aber e§ nict)t efjer 
alz Gigentfjuui erwerben fonnte, al§ ber Gontract in feine 
£>anb gelangte; bemgemätj mar bicfeS gelb (in ber 3roifct)en» 
geit, nact) ber Uebergabe be§ ©elbe§ oor ber (Sinbanbigung 
be§ ßontracteS) rote berrenlofes ©ut, unb ber primus oecu- 
pans ift im Olecrjte". 1 ) — ßefen wir nod) ben folgenben 
Sari bc§ @d).«2l.: 

„$>ie§ ift nur ba gefagt worben, wo fein befannteS 
in« hmv* K3 pnnntr dtwi cot jriai cnapno mr npStr ^jw ( a 



— 43 — 

ftoQt(td)c§ @efe}3 cjriftirt ; fdjrcibt aber ba§> ©efe§ wnb Stecht 
be§ betreffenben $öma§ cor, bafc SGiemcmb ein ©runbftücf 
erwerben fönne, außer, wenn er einen Gontract fcfjreibt, 
©etb giebt ober anbere bergtcid)en Singe tfott, fo oer= 
faljre man naefj beut JRedEjte be§ Königs 1 )." Sic ©e= 
fe^e ftnb ftar, nota bene für jeben £atmubfunbigen. 2>a§ 
talmubifcrje 9tecr)t fennt nämtirf) bei GSrroerbimg oon ©runb» 
fiücfcn eine§ Israeliten öerfctjiebene juribifdje 9Ineignung§» 
formen; herrenlofe ©üter bagegen fann man nur burcr) 
bie Occupatio (nprn) enoerben. Sie oerfcfjiebencn (SnoerbS* 
formen ftnb jeboer) nur beim ßouf nnb Sßerfauf gmifc^en 
S§rce(iten angeorbnet morben. Äauft bagegen ein Israelit 
ein ©runbftütf oon einem Slfum, fo Ijat biefer gtoar mit 
bem Empfange bc§ ®e(be^ [ein (Sigentlnunsrecrjt aufgegeben, 
ber S§raetit ijat i% aber batnit nodj lücljt erworben, t% ift 
fomit benenlcjc§ ©ut, bei bem man nur burd^ bie 
Dccupation ba§ (Stgentf)um§redjt erwirbt, ber primus oecu- 
pans ift bafjer im Stedjte, unb ber erfte Käufer f)at nur 
Slnfprud) auf 9tütferftattung feines ©elbe§. 33orforglidj 
wirb aber [jingugefügt, bafe bie§ ®cfei,3 nur ba gilt, 
»o utdjt ba'$ (Staat3gefe£ anberS oerorbnet, 
tüie bie§ wofjt in mannen oon Suben bewohnten ©ebieten 
23abi)Iouien'3 ber $aU gemefen fein mag. 

Äurs unb bcittlidr) brütft fiefj hierüber ber &d)M. in 
(£f).=5ft. 274 au§: „3Senn ein 9ffum einem Israeliten ein 
{yefb uerfauft, ba§> ©elb bafür empfangen, aber leinen 
Gontract geidjrieben fynr, fo ift basfelbe fjerrcnloS. unb ber 
primus oecupans erwirbt e£ 2 )." dloä) ocrftänbticfjcr wirb 



D'oin nphv npo o'iaynt? »3BC c^oin n« ymtb jniai ]iin« nat na pnnro 

1D333 lS« D'D3i 1N5MM1 H'S 1BBT1 J^'P 1J? H3p «S Sk"1B»1 WW1 pS'D 

.H3T jna p'tnan hsv nana 
l'jon im« p ns Sa« iSsS yw uBtra ;'Ntr oipaa oniBN anan naa ( x 
onana xxvsi cot |n«n in *ia»a an«» »» «Sk ypipa nav «Str lSBtrai 

.-|San aßtra »sa o»B>iy iSk 
npena kti nn ibbti iS ana kSi n»mn Sapi ^«ib^S mts> naotr o"i3j> ( 2 

.nat na mipn Sai 



— 44 — 

btö ®efej3 in einem furgen (Säße be3 SWaimonibeS in H. 
Sechijah 2, 1 (cit. im (S$. 3E. 275, 12.): „Sic ©üter etneä 
^rofetrjten, ber feine Arbeit fjat, bie Ijerrenfofen ©üter unb 
ein ^elb, ba§> ein Slfum einem 8§raeliten uerfauft rjat, 
ofjne bafj biefer baäfelbe occupirte — äffe biefe fjaben 
gleiches 9tec£)t; wer gucrft bei benfelben eine Don ben uer* 
fcfjiebenen 5(rten bev Occupatio ooruimmt, ber erwirbt fie 1 )". 

9?un wirb man aud) teidjt ben oon 3uftu§ unb ©übe* 
meifter fo arg mifwerftanbenen (Sa^ begreifen. CDerfelbe 
fagt einfad): (£3 fann ein Snfce gegen einen anbeven 
Subett wegen irgenb welcher 23eneficien, bie (elfterer üon 
feinem (be3 elfteren) nicrjtjübifcrjem ©efd)äft3fremtbe (beffer 
©efdjäftsfunben) erhält, auZ feinertei ©runb einen SjSrioritatö* 
onfpritd) gelteub machen; benn mürben aud) foldje 2infprüd)e 
einem jübifcrjeit $nnben gegenüber irgenb ein Diecfjt be* 
grüuben, fo gelten biefelben nidjt in Öejug auf ben 3lid)t= 
juben; ba f)at ber Sube erft burd) bie £>ccupattou ein 
©igentfmmsredjt. erworben, ebenfo wie man rjerrenlofe» ®ut 
Uo§> bind) bie Occupatio erwerben fann; ber primus occu- 
pans ift bafjer im 9led)t." 

S)iefe3 23eifpiel mag ben über rabbinifcrje $äcrjer Ur* 
tfjeüenben 51t benfen geben. „Sie SSorte ftnb fo flar unb 
ungweibeutig, wie irgenb mögltdj!", ruft ©ilbemeifter au3, 
unb bod) wirb er jeijt einfefjen, baf$ er fidt) grünblid) ge* 
täufcfjt fjat. ©inen rjormtofen Seljr jat$ über bie 2(rt be3 
(hwerbes nidjtjübtfcfjen ©igentlnim» bind) Suben, bem nocfj 
ba%u an ber ^auptfteHe jebe ©ittigfeit abgefprocfjen 
wirb, wenn er mit bem ©taatygefetje in Gollifton 
tritt, — biefe rjarmtofe SBorfdjrift l)at ©ilbemeifter 
öffentlich uor ©ericrjt gum ©runbfafc eines jübifdjen 
JRaubfijftems gegen bie Gräften geftempeltü 

S3erett§ im 17. 3al)rl)unbert Ijat ber gnmr jubenfeiublidje 
aber bodj wal)r()eitstiebeube d)rifttid)e ©eleljrte SofjanneS 



]»iyi b»")V^ u'"\y; maotr rnvn ipenn »oaai pcnv 1S ]w -u »Daa i 1 
.nap . . . nprnn '♦ano Tna nna pnnnc Sa nw Dan nSia na p>;nn «S 



— 45 — 

23 ülf er ben über biejes tafouibtt'dje ©efet3 nerbreiteten 
Srrt^um erfanut mib aufgeflärt. SESülfer fcfjreibt in feinem 
2Serfe „Theriaca Judaica ad examen revocata" (Sftürn* 
berq 1681) <S. 86 f.: „Christianus Gerson . . . ait: 2>er 
Saürntb ftf)retbt in SBaoct 33otljra fol. 54. 2111er Gfyriften 
nnb £>el)bcn ©üter ftnb ^retS, rote ber (Sanb am 
SOceer, nnb roer fie befommt, ber mnej fie bebalten. 
Bonus autem alias vir, dicendum enim quod verum est, 
non tarn ex malitia haec verba adduxisse, quam ex male 
inspecto loco, perperam judicasse, mihi videtur, in quo 
tarnen veniam adhuc meretur, cum, primo quidem intuitu, 
is verborum horum sensus germanus legenti appareat. 
Rem autem ipsam ut in pauca conferamus, Maimonidem 
audiemus, qui verum Gemarae sensum optime expressit in 
Hilch. Sech, umatt. Cap. 1, dum ait: p mtP npbtp bmp» 
■pna m p'mni ^ns bxw »2 na pvn»» o-npi rann \rm »man 
vmrw *jbö crom n« pptnS [nui pnrm aar "ün to» ppvnoff 
rrh "mvn yyv ny nap kS Sk-ibh lnien pbo cann npbp nyo 
na? |na p'mon bs\ "iaiö % ddjd iSk coa: iwkmi. „Si Israelita agrum 
a Gentili emit, nummosque ei exsolvit, postea tarnen, an- 
tequam idem emtor jus possessionis adierit, ab alio prae- 
ventus fuerit, qui fundum, more in acquirendis proselyti 
bonis consueto, oecupavit, legitimus possessor habetur 
postremus, ita tarnen, ut priori exsolutam peeuniam re- 
pendere teneatur. Gentilis enim ab eo tempore, quo ar- 
gentum aeeepit, de jure suo cessit, nee Israelita emisse 
prius fundum censendus est, quam instrumentum contractus 
obtinuerit, adeoque bona illa aestimentur, tanquam bona 
deserta, seu cujusvis usui libera, quorum legitimus est 
possessor, quieunque prior ea aeeeperit." Hoc igitur Ge- 
maram, ipsa verborum suorum interprete, voluisse constat, 
jus fundi, nisi tabulis emtionalibus primus fundi emtor 
sibi cavisset, migrare ad emtorem alium, qui post illum 
easdem sibi curasset. Nee enim aliter habendum eum esse, 
ac desertum quendam et incultum locum, qui primus 
oecupantis fiat. Conf. Chosen mischpath Num. 194. Mardoch. 



— 46 — 

in Jr Susan, Schulchan aruch cum infinitis, quos taceo, 
Commentatoribus aliis. Quod igitur secundum quid diclum 
erat, id bonus Gerson simpliciter dictum accepit, agniturus 
procul dubio, humani se quid passum." ©0 urttjeilt 
[d)on äöülfer. Stuct) ©übemeifter wirb erfennen, humani 
se quid passum. @r ift tum 3uft«§ irre geleitet würben. 
SDie £Haffinirti)eit, mit welcher bcr SBetrücjcr 3fttftu§ 
bie arglofen gelehrten (Xfjrifteu getäufc£)t f)at, geigt fid) 6e* 
fonberS barht, baß er biefen ©ci£ nid)t au£ feiner in> 
fprüngtidjen ©teile (Ch. M. 194, 2) citicrte, wo jeber ben 
richtigen ©inn fofort erfannt fjätte, fonbern au3 einer 
cmbern ©teile (156, 5), tt>o berfetöe nur in ßürje ange* 
füfjrt ift unb e£ ifym burcfy nnbere gätfcr)ungen (namentlich 
burdj bie falfd^e Ueberfefcung be§ 2Borte§ srernyo) leicht 
gelingen formte, feine Boshafte SBertäumbnng glaubhaft er» 
fdjetnen 31t laffen. 1 ) 

VII. 

S)er Siutor be§ „Subenfptegel" ift gmar au&erfjatö be§ 
tatmubifcrjen @eoiete3 ein t)öd)ft oontirter Ignorant: 
er roeifj bk fyeoräiftfjen SOBorte nidjt richtig §u lefen (er 
tieft Chullen, Jochsen u. a., rate bie ungebitbeten polnifdjen 
Suben); er fetjt baä auftreten ßljriftt unter ®aifer 9?ero, 
7 Safjre oor bie Belagerung Serufatems>; ber Satmub 
ftrirb nacfj ifjm „ungefähr i. 3. 300 n. ©jjr." abgefdjloffen; 
er Behauptet gegen Mitjfd) fteif unb feft, bajj ba§ gemi* 
nimmt bethula (Jungfrau) audj bie fSltfjXftafyl bethulim 
üübz, unb bo^ bemnacf; ber 2lu§brucf dam bethulim ba£ 

a ) ©eit beut erften ©rfdjeinen be§ „3uben[)negel§" finb jefct bereits 
jcijji 3af)re berfiridjen. Söäfjrenb biefer Qeit ift ju nueberljolten 9}?oien 
ba§ bovttegcnbe galfificat al§ folcfje§ fo flar nadjgettncfen toorben, bafe 
felbft ber im fje&raifdjen bollftanbig Unfunbige überzeugt fein mufe, 
bofe man fjter ben Sta&tunen fdjmäljlidjeä Unrecht pgefügt Ijat, bgl. 
£orottnfc, Qut 2tbroeljr, ein ©enb)'djreiben (1892). 2Ba§ U)uu aber 
bie 2(ntii'emiten? <5ie wieberfjolen bie beirügeriidje 33crleumbung 
immer Don feuern in Rettungen unb g-htgblätternü 



— 47 — 

„^ßint c\qd)iaä)kkx d)xi\Üid)ex Wäbdjen" begegne; baZ 28ort 
marupia (ba% bei ben mittelatterticrjen Tutoren fefjr rjäufig 
oorfommt imb „©efcfjäftsfunbe" bebeutet) Reifet nacfj 3uftu§ 
„fdjinben, fortgelegt betrügen, nicrjt au3 ben 2lugen laffen" 
— tro£ biefer fcr)inär;[tc^cn Uuroiffenf)eit in nicrjttatmubifcrjeu 
fingen fönnen wir biefen SJienfcrjen non ber bewußten 
gäljcrjung, ber abfid)ttidt)en SBerläumbung be§ (2cf)u(cfjaw= 
Strucfj ntdjt fretfprecrjen. $aum eine &eik feines? 53udt)e§ 
tft frei oon abftcrjtlicrjen (äntfteUungen unb SSertäutnbungeu, 
nnb würbe ber SSerf. be§ ©crjutcrjau^u-ucr) nocr) leben unb 
ben elenben ^amprjtetiften oor ©ericfjt gießen, fein Südjkx 
ber Söelt tonnte baZ botofe 33erbredjen in SXbrebe freuen. 
2Sir fönnen mit 23eftimmtt)ett feierlicrjft erftären: 

„3uftu§ f)at ben ©ctjuldjan^rutf) in fet)r oieten 
gälten auf bit nieberträcrjtigfte Sßeife abficfjtücr) 
entftetft unb oertäumbet". — 

9lm pren roir -^rof. ©übemeifter'§ Urtrjetf über 
3uftu§. @r fogt: 

„SuftuS umfcrjreibt öfter, fe^t in bie Xerte bie ßr* 
täuterungen unb SÜLOtioe, bie ftct) trjeits an§ anberen $ßara= 
grapsen be§ <5cf)u(cr)an>2trud), tt)eif^ au§ ben Kommentaren 
bosu, t^eit§ auä fonftigen tatmubifcfjen unb rabbinifcrjen 
2ut§fprüd)eu ergeben, unb bas tft ntct)t genügenb im 2>ritcf 
äu^erticr) fenntüdj gemalt unb fann nur mittetft 93er* 
gteicrjung be£ £>ebräi[cf)en burcrjfcrjaut werben. $lud) tft 
fein 9(u§brutf oft ftarf cotorirt, [tarier al§ e§ nötrjig war". 

(Sonft ntcr)t^?! 9?un mir rjaben eine gang anbere 
9iec|nnng rjerauäbefommen. teilte ©eite of)ne Süge unb 
93erläumbung! 3Son ben 100 in SujhtS' 3Kacr)werf ent* 
Seltenen „©efe^en be§ (£$u(d)an=2frudj'' fmb 7 £>uplifate, 
b. f). ©efe^e, bie an groei Stellen in mef)r ober weniger 
oeränberter {yaffatitg oorfommen, bie bann ber faubere 
Patron, um bk 100=3af)l oott §u befommen, boppelt 
jaulte; 16 ©efel3efinb btanfe gälftfjungen 1 ), inbem burcr) 



') £a» toirb in ben folgenben Strtifeln betoiefen tterben. 



— 48 — 

GnifteHung, SBerirfnoeigung bes magren (£acrjt>errjalt£ unb 
Unterfcfjiebung fatfcfjer ÜDcotine rjarmlofe ©efe£e 51t dbriften* 
f einbüßen geftempelt mürben; 27 ©efe^e wirb jeber ge= 
rechte Gfjrift nad) erfolgter (Stuftest in ba§> Original gor 
nicfjt beanftanben; 31 ©efe^e bebürfen j»ar einer Gh> 
flärung, tonnen ober tl)eil§ burefj bie StarfteHung ber ge= 
fct)td)t[tc^en S8err)äCtniff e, tfjeifö burcrj 2lnfü()rung oon parallel* 
[teilen oollftänbig g e r e dt) t f ertigt »erben; unb nur 19, 
füge neun§eljn oon ben 100 ©efetjen enthalten tfjeits fcfjroere, 
r)eut§ittag e bei ben ßrjriften ber ciüiliftrtenSänber 
gegen ftanblofe Slnfcfjnlbigungen, tfjeitä naä) bem heutigen 
Dtecrjtsberaufetfein fcfjeinbar ungerechte ©efe£e gegen 2ffum. 
Severe aber finb fämmtlicr) auf 4, jage tu er ©efe^e 
Sitrütfjufürjren, oon benen brei buref) bie gleictj üom 
erften ©loffator guin Scrjulcrjan ■ Sirucfj bagu gegebenen 
Anmeldungen auSbrücflid) für bie heutige 3*it ö(§ 
gegenftaub§to3 erftärt »erben 1 ). Stile aber finb buxä) 
anber»eitige int (gcrjulcrjan-Slrucf) felbft gegebene 
©efe£e tfjeils aufgehoben, ifjeUS für bie gegen» 
»artige SßrariS felbft gegen bie fdjfimmften Reiben 
orjne 33elang. 

2>a bie festere ^ße^auptung paraboj flingt, fo »ollen 
»ir biefelbe guerft rechtfertigen, beoor »ir baran gefjen, 
Suftu§' 9cieberträdjtigfeiten ju enthüllen. 

9cacr; bem ^u(cfjan=2lrucfj ift cS ein ©ebot (Mizwat- 
Asse), bem Suben Stlmofen 31t geben; aucr) bem 2lfum ift 
man SUmofen 31t geben oerpfticfjtet, aber mipne dark6 
schalom (»egen ber Sßege be3 griebenä). 2öas r)etfet 
ba§> mipne darke schalom? 2)et böswillige 3uftu§ 
erflärt: „SDamit bie Slfum (Srjriften) glauben möchten, 
bie Suben feien gute $reunbe oon ifjnen" 2 ). ^fui über 



2 ) ©ie§ tocridjroeigi ber jeimttidje Sfnüfemit n)of)ltoei§ltdj, obgfeid) 
er au£ bemielben ©loffator, bem Beer ha-Golak nämlid), feine gange 
(Seletjriamfcit gefdjöpft unb ib> toofjl gu benu^en toeife, toenn er ifm 
gu gemeinen Schimpfereien ntifebrauefien fnnn. 

2 ) söefamitlicr) verbieten bie Rabbiner autf) ben Reiben gegenüber 



— 49 — 

biefe nieberträdjttge SBerläumbung! Seber oerbammt fie 
iofort, roenn er bie ältefte duelte für btefes ©efe£ auf* 
fcfjlägt. 3n ber 2Jiifcf)na ©ittin 59a fjeiftt es: „golgenbe 
Singe I)ot man mipne darke schalom geboten: 2>as ,!per* 
ausnehmen oon 23itb, 93ügeln ober giften au § einer gälte, 
bie ein 2tnberer geftellt fyat, gilt als Diaub. ^Dasjenige, roas 
ein Snubfiummer, 231öbfinniger ober üDJinberjäfjriger (and) 
Sube) gefunben r)ot, barf man ifjm nid)t rauben. SSenn ein 
2lrmer auf einem 33aume bk 9eacf)(efe oon £lioen ab= 
frfjlögt, fo ift Sebem oerboten bas heruntergefallene roeggu« 
nehmen. 9)can barf ben r)eibni[ct)en Sinnen nicr)t oerroefjren, 
bie 9cad)tefe, oergeffene ©arben unb bk an ben (Scfen ber 
gelber für bie Strmen gurücfgefaffene grudjt aufgutefen — 
bies Sllles mipne darke schalom." QaftU fügt bie Sofefta 
(citirt im Xalmub 61a) t)ingu: „Wlan muß bk Slrmen 
ber Reiben ernähren, bie Äranfen ber Reiben befinden u. 
f. lt>. mipne darke schalom 1 )". %d) frage nun: föann ein 
2ftenfcf) mit gefunben ©innen bie gemeine (Erftärung Suftus' 
gutheißen?! Sollten mir Slöbe, Xaubftumme besroegen 
ntct)t berauben, bamit fte uns für gute greunbe galten?! 
(Sollen mir bem gattenftetler feinen gang nict)t entroenben, 
bamit mir ifm baburdj captioiren?! 

Sie übliche Ueberfefcung : „um bes griebens miHen" 
ift gu matt: Sies raürbe Reiften „mipne haschalom" unb 
nid)t : „mipne darke schalom" ! 

Sie ßrflörung bes ÜJcaimonibes, bie im Ütatmub be= 
grünbet ift unb oon 9ciemanbem beftritten mürbe, ift geroifs 



ftrengftcn^ njn na*3J „©iefilen beä <5inne§", b. f)., roie 3iafc^i in 
Gfjolin 94 s. v. injn astn nitro erflärt: «nix nr batvv -120p u"\yji 
wn mc A pnno nso:i inö „SJcan barf nicrjt öeranlaffen, ba% ber 
Stfum glaube, ber S§raeltt fei ifjm fefjr befreunbei, unb e§ ficf) ergebe, 
baft ber Slfum bem 3§taeliten orjne ©runb banfbar ift". 3m ®d).=2(. 
ftefjt bie SSorfc^rift Choschen M. 228, 6—7. — S«fttt§ toeife bie§ redjt 
gut; aber er lügt huber beffere§ 2Siffen. 

*) $lo<f) anhexe 2Bof)ltf)ätigfeit§=2{fte werben im Seruftfjafmi 3ur 
©teile aufgellt. 

4 



— 50 — 

bie eingig richtige. (£r treibt (H. Melachim 10, 12) :*) 
„Selbft in Segug auf bk 2Ifum geboten bk 28eifen, if)re 
Äranfen 31: befurfjeii, iljre lobten ju beerbigen, wie bk 
isractitiftfjen lobten, unb ifjre 2lrmen ju ernähren unter 
ben iäraetittfdfjen Slrmen mipne darke schalom, benn fo 
ftel)t getrieben: „@ut ift ber (Smige für 2(ffe, unb 
Seine Sarmljergigfeit ift über aßen (Seinen @efcf)öpfen" ; 
ferner Reifet e§: „3f)re (ber Sfjora) 3Sege finb liebliche 
28ege, unb alle ifyre ^Pfabe finb ^rieben". — (So Wtai* 
monibe» 1 ). 

S)er 3roecf biefer (Gebote ift tjiernarf), nicfyt ^rieben 
3U erlangen, fonbern ^rieben §u fpenben, nitf)t ^rieben 
gu f in ben, fonbern ^rieben $u f Raffen; nidjt um 
unfere§ $rieben§ mitten, fonbern megen be§ $rieben§ 
unb be§ £>eite§ aller äJZenfcfjen, als ber (Sefdjöpfe 
©ott es, f offen mir niilbttjätig fein and) gegen Reiben. — 
W\t 9tecf)t bemerft baljer 9?abbi 3oel <Sirfe§ in feinem 
Kommentar 511 ben „Surim", genannt „Bajit-Chadasch" 
(jiterft gebrurft 1631) gu Jore Deah (X. 367, bafc nid)t gerabe 
bie auSbrütfttdj im £almub genannten ^fttdjten, fonbern 
nod) üietes Slnbere, ma§ biefen gleicht, mipne darke schalom 
geheißen ift. 8$ ift biefes ©ebot eine allgemeine 2ftaf)nung 
an bk 5»rae(iten, allen ^enfdjen ^rieben unb £ei( 
§u fpenben, fief) an alten Seftrebungen, bie baZ 
2Bot)l bes 9)cenftf)engefd)letf)t3 beförberu, eifrig 51t 
beteiligen, 51t manbetn in ben 23egen be§ ^xkbtm, benn 
ba% finb aud) bie SSege ©otte§, beffeu 23armljersigfeit über 
äffen Seinen ©efdjöpfen mattet. 

3n ber SßrajiS beftanb bemnad) in früheren Stikn 



Sm»» <r.n dj» dwho iup^i orvSin -ipaS D'ösn ns cisyn iS>bk (' 
vorm W n nie no»« nn ciStr '3m »aso Snib» »jj» SS23 on"aj? dsibSi 
.ciStp nvnavw S21 D>'ia »m nwi 10 «:i v:?j?a Sa Sy 
2 ) S^te 23egrünburtg Ijat biefe tnainiomttfcfje Grflärung im 
Saltnuö ©ittin 59b no*n awi nvi oite »3*n »aso »DJ nSw minn Ss 
'Ui ojna »3*n. 93gl. ferner Tanclmma avSBW mo 18; Tanchuma ed. 
33ukr na 22; Debaiim rabba :>, 12 it. fonft. 



— 51 — 

ber Unterfäieb greif djen Qfraetitcn unb Reiben b(o§ bar in, 
bafj man gum Sttmofengeben an Israeliten gerichtlich 
gegroungen roerben formte, roie in <&d)uld)<m*$lxud) Jore 
Deah 248, 1 geteert roirb, roöf)renb ba§> 2ilmofenfpenben an 
Reiben ber freien ©ntfdjliefjung jebeä ©ingetnen an* 
r)eimgeftellt blieb unb gerict)tüd^ ntct)t ergnmngen werben fonnte 
(ugl. ©ittin 61a) 1 ). 3?ad)bem aber, wenigftenS in allen 
ctotlifirten Staaten, bk Gompeteng ber 0tabbiner=©eridjte 
bereite tängft aufgehoben unb ber Snbe überhaupt 51t gar 
feinem 2llmofeu metjr gerichtlich gegioungen wirb, 
würbe für bk heutige ^raji§ tiefer Unterfct)ieb faum 
oon 23elang fein, [elbft roenn bk CHjriften nur „Slfum" 
mären, toas>, roie mix gegeigt Ijaben, nad) ben au3brücHict)en 
ßnntfe^eibungen ber Rabbiner nicf)t ber $aE ift. 

9lad) bem jübifdjen 9Wigion§gefe£e fyat ber Sube be3= 
Ijalb ein Stecht, 2ltmofen oon un§ gu f orbern, weil 
er bemfelben ©otte bient, bem wir bienen 2 ); bem 
Reiben bagegen, ber biefem ©otte feinblici) gegenüberftet)t, 
geben mir bto§ au§ 33armt)ergigfeit. SRtct)t fo ber Gljrift, 
ber bemfelben ©otte bient, toie mir, unb bk iljm ob= 
liegenben ©ebote befolgt. 3l)m fpenben mir nietjt blo§ au§ 
SBarmtjergigfeit, fonbern er fann, nüe ber „Ger-Toschab" 
(über biefen ogl. weiter unten 2lrt. XIV), nact) ftrengem 
]übifcr)em Dlecrjt bieg oon un3 forbern. 

^ebenfalls muffen mir nad) ber ©rfförimg be§ ÜUiai* 
monibe§ auet) bem Reiben gegenüber alle Sßftictjten ber 
Siebe unb SBarmljergigfeit, wenn auet) uicr)t afö Jfjora* 

!) Unritfjtig ift bie Stuffaffung bon SRarr (1. c. ©. 76 9iote), bofe 
(£aro, tote man au§ J. D. 151. 12 fcfjliefeen tonnte, b!o§ ertaubt, 
ben üRitf)tjuben gu unterftüfcen. ©3 gef)t bielmetjr au§ ben ©teilen 
JoreDea 251, 1; 335, 9; 397, 1; Magen Abraham 3U 0. Ch. 325,1 
beutltcr) Terror, i>a^ bie§ geboten ift. $Der 2Iu§brucf „erlaubt" in 
J. D. 151, 12 ftefjt nur toegen be§ boranftefjenben „33erbote§" ber 
,,©rati§=©abe". Sögt. baZ o'Mn 11s be§ 2ftaimonibe§, unb ßaro contro* 
berfirt nidjt, ofjne triftige ©rünbe ansugeben, mit 2ftaimonibe§. 

2 ) ©er Sube, ber bie götttitfjen ©ebote borfä^Iicf) übertritt, f;at 
bc§b,alb biejeS Dtedjt nid)t (J. D. 251, 2). 



— 52 — 

geböte, fo bodj al§ ©ebote unterer Reifen, at£ $ftttf)t 
be§ £ergen§, „mipne darke schalom", in üollem Um* 
fange ausüben. (£3 ift ober nidjt barem 5U groeifetn, 
bafe ber SBerfaffer be§ &d)\iid)an*%xud) in bei* Sütffaffung 
be§ „mipne darke schalom" bem äftaimonibeS folgte, ba 
biefe Sütffaffimg oon 9ciemanbem beftritten würbe 1 ). 

3ubem finben ftdj auSbrütfüd) im (5dnt(<-fjan=2(rucfj 
unb ben beigebrueften Gommentareu, roierooijl bort in ber 
Sieget nur ®efe£e unb nitfjt 9ftora(te()ren Dorgeftf)rieben 
werben, bennoct) inbtrefte SSorfd^riften, rote Der 3ube gegen 
alte 9Jcenf$en, auefj gegen Reiben, 33armt)ergigfei t 
üben muffe. 

3n ©cf)u(cf)an=2tracr) Eben ha-Eser 2, 2 roirb ge* 
boten: „25er frect) , graufam ober ein $einb ber 
•Ucenfcrjen (berijoth eig. ©efctjöpfe) ift unb ifynen (ben 
Stajcfjen) feine 23ot)lt(jaten erroeift, mit bem barf man 
ftcf) nietjt oerfcfjroägem; benn man muffe beforgen, ber 
ftamme oon ben unbarmljergigen ©ibeoniten ab (ogt. 2. ©am. 
21, 3—6):" 5)agu giebtber beigebrurfte Sommentar „Bet 
Schemuel" narf) bem Salmub (3ebamot79a) bie ßrftärang: 
„£:er Sube ift nämtitf) an brei 3eürjen gu erlernten, er ift 
fcrjamljaft, barmfjergig unb milbtfyätig, unb roem biefe 
©efüt)le abgeben, mit bem fott man ftcf) nitf)t öerfcrjroägern." 
gerner roirb im @crjutcfjan*2{rucfj Dratf) Gijajim 490, 4, 
oorgefcf)rieben: „9ln ben testen Sagen be§ s $eJ3atf)fefte3 
fagt man nitf)t ben gangen fallet (Öobgefang)". Sagu 
giebt ber beigebrachte Gommentar Ture-Sahab (naefj XaU 
mub 3KegiIfa 10b unb ©anfyebrin 39b) bk (Srftörung: 
„SSeit am nebenten Xage ^efeaef) bie ©gtroter im rotten 
üfteer oerfanfen; ba fpract) ©ott: „ s Dieine ©efd)öpfe er* 
trinfen im CDceere, unb %fyx mottet ein Soblieb fingen?!" 1 ) 
di. 3oiept) (Saro felbft, ber 23erfaffer be§ ©erjuteban^truef), 



*) 9i Sojep^ <5aro folgt bem 3ftaimonibe§ of)nef)in in ben meiften 
gälten unb i<f)reibt ifjn oH wortUtfi ab. 



— 53 — 

begründet in feinem Sßerfe Bet- Josef bie SBorfc^rift im 

kernten be§ aftibrafdj mit fotgenben Söorten: „2Jian jagt 
nid^t ben gangen £aflel, roeit bk ©grjpter im 9)teere er* 
trartfen, unb e§ fterjt gefdn-ieben: 1 ) „2Senn ©ein $einb 
fönt, foEft ®u £id) ntd)t freuen." 

2)tefe (Sprüche unferer SSeifen finb bei ben Suben fo 
populär, bafj fte faft jeber Sdntlfnabe reeift. 9llfo ber 
(£$u(cr)an=2{TUcrj fdjreibt oor, man folle fidt) mit ßinem, ber 
fein ©rbormen über bie Sftenfcfjen al§ ©oite§gefef)öpfe 
(Berioth) fjat unb ifjnen feine 2ßof;(tt)aten erroeift, gar nicf)t 
oerfc^raägern; man fofle ferner an bem £age, an bem bie 
©grjpter ertranfen, bind) 2(bfürgung be§ ßobgefangeä eine 
geroiffe Srauer 511m 2Iu§brutf bringen; man merfe roorjt: 
über ben £ob ber Ggrjpter, bk un§ gefneerjtet unb unfere 
$inber ertränft rjatten, foHen mir trauern, weit fte boer) 
©otteä ©efcfjöpfe ftnb! Unb berfelbe <£d}u(crjan=2Irucr) fönnte 
oorfcfjreiben (Ch. M. 425, 5): „2Senn man einen 2(fum 
ober einen jübtferjen ®Ieinüiefj=.£)irten ertrinfen fiefjt, barf 
man ifm nid)t retten!!" £>er Beer ha-Golah rcarnt groar 
mit einbringticfjen Porten, ba% man gar nierjt baran benfe, 
biefe 23orfcfjrift begieße fid) auf bk SSötfer ber 3e§tgeit! 2 ) 
SWein bk (Sgtipter roaren boef) and) feine (Stiften unb 
rjaben un§ 11 od) bagu graufam oerfotgt, warum muffen nur 
niefjtebeftoroeniger über irjren £ob trauern? 2Siberfpricf)t 
fiefj alfo ber £cbu(d)an4>uud) felbft in fo aupttenber Sßeife? 

Wcd) unferer obigen 2Iu§einanberfe^ung tft bas 9?ätrjfel 
gelöft. 5)er £<i)uld)an*2Irud) unb ber Xatmub oerbieten 
aucr) einem Sluim eine @rati§--©abe (cjrt oon jn = gratia) 
gu fer ; etifcn. „25Me", fragen oiete Kommentatoren, „man ift 
toef) oeipfficfjtet, bem Slfum 2I(mofen gu geben mipne darke 



.rstrn bx •pw Sie« airsi n»a o<nsan waiv 'sS (* 
2 ) äöir tterDen btes jum Utüetfiuß toeüa unten noeft burcrj un* 
hnberleglidje SBetoeife befräfiigen. gür jefci genüge bie Senterrung- 
bafe bie 3ui'ammenfteflung „Slfum unb jübifefie ®teinr>iel)'#irten" für 
jeben ©infiefitigen Ijinreicfjenb genug %e\t unb Ort bie)'e§ ®eje£e§ 311 
erfennen giebt — ?paläftina int 2tttertr)um. 



— 54 — 

schalom?!" — „%a, mipne darke schalom ift nicfjt grätig",, 
lautet bie Slntwort. @§ fommt auf ba§> %Rotit> an. 
SübtfäeS ©ut fo ju oerfd&enfen, roie bie§ 5. 29. £erobe§ 
getfjan, ber ben Reiben oerfcrjwenberifrf) ©efdfjenfe mochte, 
um ifjre ©unft gu crfd^Ietd^en unb ftd) einen dornen 31t 
machen 1 ) — bteS ift verboten; ober SBarrntjersigfeit üben, 
£eil unb ^rieben in ber SMt (tiften, ba§ follen unb 
muffen mir audfj unter ben Reiben. 2)a§ Reifet nüfy 
©ratiggabe, ber eble äJcenfdj füfjtt fttf) reufyicf) belohnt burd> 
ben 2tnblitf beS ©uten, bog er geftiftet. 

„Stuf brei Säulen", fo teuren unfere 2Betfcn(2l6otI (£nb e), 
„mfy bie 335elt: 3Cuf Sßarjrrjeit, £Rec^t unb ^rieben". S)ie 
erften beiben „2BeIt=Säuten" oerbieten un§, bem 2Wum ju 
geben, ber burd) ©öfcenbtenft bie 5Bar)rt)ett fcfjänbet unb 
burcf) Oiaub bag ERedt)t oerlefct. ©Ott fei ®anf rufjt aber 
bie 9Mt notf) auf einer britten Saufe, auf bem Schalo nu 
Unb wenn bie ernfte „Söafjrljett" üerurtljeitt unb bog ftrenge 
„Sledjt" oerbammt — ba tritt ber mitb föd&efabe „triebe" 
baanufdjen unb ruft: „©nabe! SSerföfmung!" 

So fagt audf) einmal Sotjn Stuart 9Jcill in feinem 
2öer!e „©runbsüge ber politifcr)en Cefonomie", baß man, 
oom moraliftfjen Stanbpunfte abgefeljen, wenn man 
Semanben ertrinfen ftet)t, ijjn nur bann retten fo Ute, wenn 
er mefjr probucirt aB confumirt; ift aber feine ^robuction 
weniger atö feine Gonfumtion, fo müfjte man ifm rufjig 
ertrinfen raffen. So materialiftifcf) ift bag tatmubifdje 
dlefit nid)t. @g £er)rt nur, baß man wad) ftrengem Sftedjte 
©öfcenbiener unb $Iemüief}»#irten, bk ©Ott läftern unb 
ber menftfjlidjen ©efetfföaft feinblid) gegenüberftefjen, ntd&t 
00m £obe erretten bürfe. Sajj man bieg aber mipne darke 
schalom tljim muffe, bieg tefjrt fct)ori ein Scf^ufc de minore 
ad majus, benn, wenn man gegen ben fcrjttmmften ©öfcen* 

\i ©iei ftfieini t>a% urfprünglid)e iWotib be§ 2Ser5oie§ 3U fein ; 
fpäter mochte man nodj „bie Stärfung ber 2ftacf)t ber Sünber" nidjt 
geftatten motten. <Daf)er erlaubte man e§ bei ben 9?id)tjuben, rcelaje 
bie fieben ^oadjiben*®ebote beobadjteten (Ch. M. 249). 



— 55 — 

bieuer mipne darke schalom mübtr)ätig fein muß, um nne 
Diel mein* miife mau ityn an% bemfetben ©ruube ba$ Seben 
retten. 

Sn biefer Söeije fjatten bie tahnubifdjeu dark6 schalom- 
©ebote bie oom „£t)ora=©efe£e" *) erforbertc Strenge gegen 
bie patäftinenftfdjen Reiben für bie SßrajiS aufgehoben. 
Nad) bem SSorbilbe be§ ^rnpt)eten Seremia, ber feinen in§ 
Crjtf roanbernben Srübera bie Sefjre erteilte: „görbert 
ben ^rieben ber (Stobt, baljin id) (£uct) oertrteben fyabz" — 
md) biefem erhobenen 93orbübe Ijaben bie Sßeifen be§ 
2almub§ unb bie fpäteren Dfabbinen bk oerförjnenben 
$rteben£gebote oufgefteüt, fo bafc tretet felbft unter ben 
fdjlimmften Reiben ai§> r)ei(brtngenber $rieben§bote auf= 
trat. 3 ) ©etroft fann Ssraet beraubten: ani schalom . . . 
hemoh lamilchamah „Sftodjte man and) nod) fo routtjentbrannt 
gegen tnitf) fömpfen, — tri) mar ftet§ frtebtitr), Rubelte 
ftetS frieb(id); \d) bin ber oerforoerte triebe!" 

VIII. 

(Srf)abener unb mistiger nod) a(£ bie §riebeu3=©efe^e 
finb bie Sßorfdjrtften über bk Heiligung bes 9tamen3 @otte§. 
£)ie SBerleumber ber Suben r)üten fid) n>or)l, biefe 9Sor* 



*) £)ie &if0ta fotberte Strenge gegen bie Reiben in ^aläftina, 
nitf)t bie £almubiften, wie bie lügenhaften Subenfeinbe behaupten. 
Sie £almubiften beftrebten fid) bielmefjr t>a% %t)oxa>®e]tl$ 3U milbern. 

2 ) @. 2)iarj in feiner ©djrift: „3übifdje§ grembenredjt" ©. 58 
ergebt gegen biefen ©a? ben ©inwurf : „2Bäre ba§ 3§rael be§ ©tf)ufcf)an 
SIrucf) nurflidj ber „Ijeilbringenbe grieben§boie felbft unter ben 
fd) limmften Reiben" geroefen, — bie Sljaifadje, bafc biefer griebenäbote 
£> afe erttjeeft fjat, roo nur immer er erfcrjtenen ift, gehörte ju ben un* 
erflärlitfjften [Räitjfeln ber 2?ienfcf;f)eil§gefd)irf)ie". Scfj erroibere barauf 
furä : ,,21urf) bie Stiften finb ©egenftanb be§ £affe§ unb ber 
Verfolgung getoefen, fo lange fie nietjt gur 2ftacfjt gelangt roaren. 
2Baren fie bamalä feine griebenäboten?! — £er Xlmftanb, bab 3§rael 
um ein 23ilb be§ SPiibrafd) gu gebraueben, ftet§ einer fdjmac^en Xaube 
gleitf) mefjr* unb mad)iIo§ roar, roiberfpricrjt boef) nierjt unferer S3e« 
fjanplung, 3§rael fei fteis alB grieben§bote aufgetreten! 



— 56 — 

fünften üit§ ben £auptftellen gu cittren, beim fie müßten 
bann fofort mit ifjrcn fämmtlidjen anflogen oerftummen. 
<Ste gießen e§ cor, 2hi§fprüd)e oorgubringen, wo auf biefe 
erhobenen Schreit nur mit ein paar SBorten tjingebeutet 
wirb, wobei e3 ifyiten teic^t wirb, bmd) ir)re bögwilligen 9Jäfj= 
beutungen baZ jübifdje ©efe£ in ben ©taub gu gießen, 
Sügen buret) Sügen gu bewei[en unb SBerteumbungen buref) 
SBerleumbungen gu fluiden. 3tn eine fofdt)e furge §inbeutuug 
ift aud) ©ilbemeifter bnrd) bte $üt)rung beS befannten Srr= 
Uct)te§ ijingcratljen, xva§> ifjn gu bem 2üt§rufe ueratifafjte: 
„£ie§ ift alfo mit ber Heiligung be§ 9camen3 ©otteä ge- 
meint! — Sßrof. ©ilbemcifter fjätte aber bebenden fotten, 
bafc bte betreffenbe ©tf)utd)an=2{rucf)=©telle mörtiid) . au§ 
SJiaimonibes H. Gesela wa-Abeda 1,3 abgetrieben ift, ber 
I)ier nur anbentungsweife fpridjt, weil er baZ ®efe|5 an einer 
anb eren (Stelle ausfüljrlict) bet)aiibett ijat. 2Sir wollen nun 
ipemi Sßrof. ©ilbemeifter an bk £weEe führen, bamit er 
baz ©efe£ über bie Heiligung be§ 9camen§ ©otte3 grünbtidj) 
kennen lerne. 

ÜJcaimonibes? H. Jesode ha-Torah (©runbteljren ber 
SÜjora) (£. 5 beginnt mit ben Porten: „2)a3 gange £>au§ 
3frael ift oerpfficfjtet, ben großen dornen ©otte§ gu ^eiligen, 
benn fo ftefjt getrieben (Seo. 22,32): „%$ will geheiligt 
fein in bitten ber SHnber 3$rael. M ©iefe Heiligung be§ 
Samens ©otteä [ollen wir, wie SRaimonibes weiter an%> 
fütjrt, auf brei Strien befunben: 

1) S)ie erfte 2lrt oon Kiddusch-Haschem wirb an 
biefer «Stelle burrf) gab, treibe fpecielle ©efe^e erläutert, aber 
im Sepher ha-Mizwot (©ebot 9) burd) folgenben allgemeinen 
<5ai3 bargeftellt: „2Btr finb oerpffic^tet, ben wahren ©tauben 
in ber SBett gu oerfünben, of)ite un§ oor irgenb (£tma£ 
^u fürchten. Unb foHte Semanb uns einen Svoan% auflegen 
wollen, [o muffen wir uns? lieber bem £obe preisgeben, 
at£ bafc wir btx bem $einbe aud) nur ben irrtümlichen 
©ebanfen auffommen taffeit, wir tjätten unfern ©tauben 
oer leugnet." 



0/ — 

2) (Sine anbere 2trt ber Heiligung be§ ©otie§namen§ 
wirb in unserem Kapitel (H. Jes. ha-Torah 5,10) oorge* 
fdjrieben mit ben Sorten: „Ser fid) oon einer «Sünbe 
abfonbert ober eine gnte Zljat übt, nidjt au3 j$uxtf)t unb 
nicfjt um ßüjre gu fucfyen, fonbern nur [einem <Scr)öpfer 31t 
(£I)ren, wie ficf) Sofepl) in 2Iegt)pten Don ber grau jeuieS 
£emt enthielt (®en. 39,9), — bie[er betligt ben 9camen 
©otte§." 

3) Sie brüte 2(rt ber 2inioenbuug biefeä ©ebotes, welche 
Bftaimouibeä unb ber &ä)M. an ber oon ©ilbemeifter citirten 
(Stelle im Singe tjaben, wirb in unferem Kapitel (§ 11) mit 
folgenben Sorten bargefteUt: „S>er Seife, ber auf fid) 
2lct)t giebt, bafc er in fünftem 2one mit ben Seilten fpridjt, 
freunbfct)Qft(idt) mit iijnen oerfeijrt, Seben mit frennb(id)em 
2lngefid)te empfängt, fid) oon Slnbern Milien läßt, aber fie 
nid)t wieber fränft, Stnbere efjrt, wiewoljC fie iljn beleibigen, 
fid) bei ben ©aftmätern unb in ben (Xirleln be§ gemeinen 
^öbet§ nidt)t oft Miefen laßt, oie(met)r ftet§ nur befdjäftigt 
mit ber @otte§tet)re, mit ©ebetmantel unb ©ebetriemen be* 
fteibet fid) geigt, ber ferner in äffen feinen £anblmigen> 
ofjne QÜgugroBe» 2(uffet)en gu erregen, nod) mefjr tfjur, ate 
er rerfjtmäjjig oerpf(id)tet ift, fo ba% UUe if)n rühmen, ü)n 
lieben unb feinen Sfyaten nadjjueifern ftreben — biefer 
fjeitigt ben tarnen ©otte§, unb oon einem folgen fagt bie 
©djrift (3ef. 49,3): „(Sr fpract) gu mir: SOtein $ned)t bift 
®u, SSraet. an bein $d) mirf) oern,errlid)e!" 

2ln einer anbern (Stelle (H. Deoth 6,13) fagt SKaimo- 
nibe§: „Ser Raubet unb Sanbel be» Sängers ber Seifen 
fei in SBafjrfjeit unb 9teb(id)feit, fein 3a fei Sa unb fein 
Weinstein; er fei [treng, genau gegen fid) felbft, fdjenfe aber 
freigebig 2inbcrn, fjalte fidt), um fein Sort pünftCict) §u er* 
füllen, beim ®auf unb SBerfauf aud) in bem gälte für 
fdjulbig, wo er nad) ber Zfjoxa nichts fdjntbig ift, unb wenn 
Rubere ifjm nad) Died)t fd)utbig ftnb, fo möge er öeräetfyen 
unb oergidjteu, leiten unb mübtt)ätig fpenben; er trete nie 
an ba§ ^anbwerf feines 9täct)ftert (um if)m ©oncurrenj 51t 



— 58 — 

macrjen) unb bebränge nie in feinem öeben einen OKenfdjen; 
fur§ er fei ftets" oon ben Verfolgten unb nidjt oon ben 
Verfolgern, oon ben Vebrücften unb unb ntct)t oon ben 
Vebrücfern. Von einem 9ftenfd)en, ber foterje unb är)ntict)e 
Sfjaten übt, fagt bit «Stfjrift: J&t fpraef) 51t mir: 
3Kein $ned)t bift 2>u, Israel, cm bem 3cf) mitf) oer* 
fjerrtierje!" 1 ) 

2)ie§, £>err s $rof. ©itbemeifter, ift unter Heiligung 
be3 Samens ©otte§ gemeint! 

%{% ©Ott bie ^atriarcfjen erruäfjtte, fpracr) er als btn 
3roecf biefer (£rroäf)tung au§: „auf ba$ burdj fie unb itjre 
i)?acf)fommen alle ©efcfjtecrjter ber ßrbe 'gefegnet werben." 
Unb bas ift 3§raet£ Veruf, baä Vanner feinet ©otteS 
mitten unter ben Vötfern r)odt) gu trogen unb feinen ©tauben 
git oerl)errlid^en. 2ßenn atfo ber Sfraelit eine töbtidje 
Sfjat mit ber ?lbficf)t tljun foE „baf$ man Sfraet rüfjme 
unb roiffe, bofe unter ifjm Männer oon Dtebticfjfeit finb", 8 ) 
fo ift ba nierjt im (Sntfernteften an per fön litten Dtufjm, 
ja uict)t einmal an einen nationalen 3tuf)m je gebadjt 
roorben; fonbern eingig unb allein bie Verherrlichung 
be§ ©oteäglaubenä ift e§, bie uns oeranlaffen foll, 
feinen Vefennern im Greife ber 31nber»gtaubigen Slner* 
fennung 31t t?erfct)affexi. 

28er nod) baran groeifelt, ob ber Scfjulcr)an-'2ü-ucfy 
bie§ f)ier unter Heiligung bes ©ottesnamens oerftef)t, ber 
braucht nur ben Verf. an berfelben Stelle in feinem aus* 
füfjrticfjen SBerfe „Vct Sofepf)" nadjgulefen. Sort raeift 
3i 3ofepf) (£aro als Quelle biefer Vorfcrjrift auf ben Seru* 
icfialmi B. Mezia II, 8c f)in, roo $otgenbes erjärjlt roirb: 

\r, in Syi wS ixS Sy iaw r,;^«2 car, TaSr 'rw i:nei wca ( l 
. . . jn^j? pnpT »61 . . . cnnaS Tmei jnui paens iasj? Sj? pip-i» 
-nov'c na mwn inw ren «Str cipaa iraai npe nais iasy :"na 
x u . pini mSai ;nS Smai -,nwa jna enn« iS ia"nn; cm in:e» kSi mana 

rvm i2T Str ",S^a »wia oVipS cinS "W nSi n»an rxai« iinS tv 
tur. royon Sa ntnytr dtki onbyn mh\ maSjwi ;a wirm ;a kSi ce-n:n 

.-ime.-ik "p -ick -Skib" nn« naj? n ian'i law rman vSy jna wn 
.r,:ia« nya enc i; , "; ,, 1 Snib" hk iikcb» na 2 



— 59 — 

„Simon ben Scfjetad) fjatte ein glacfjigeicfjäft. Da ipractjen einft 
feine Scf)üler gu if)tn: „2Bir motten Dir einen ©fei faufen, bamit 
Du Dicf) nidjt fo burcf) Safttrogen ju »logen braudjeft." Sie fauften 
if>m einen folgen bei einem Sarajenen unb fanben eine foftbare ^JSerle 
am §alfe be§ Sfjierei fjängen. ©rfreut fomen fte ju Simon unb 
riefen: „Sefct Rabbi fjat'i mit Deinen gSlatfereien ein Snbc. Sielje, 
mir fauften ben ©fei unb fanben biei ®(einob:" — „2Beife benn ber 
©igentfjümer babon?', fragte ber 9tabbi. — „9tan!", antroorteten bie 
Scfjüler. — „So traget fcfjleunigft ben Scfjafc gurütf !", befat)I Simon; 
— Die Scfjüler traten alfo, unb ber Saragene rief aui: „©epriefeu 
fei ber @ott ber Suben!" Da$u bemerft ber Serufcfjalmi: „SBorjt ift 
ei nacf) bem ©efe$e geftattet, ba$ bon einem Reiben Verlorene 5U be* 
galten; attein Simon b. Sdjetacf) mar fein SBarbar] (ba$ er nur bem 
Söucfjftaben bei ©efe^ei 9tecfmung trüge), ©ei Reiben Stuirufr 
„©erriefen fei ber ©ott berauben:" — ber war ifjm tfjeurer, ali alle 
Scf)ä§e ber SEBelt." — 

„9t. ßfjanina er,5är)fte: „Unfere alten Sefjrer fauften einen Raufen, 
©eigen bon Solbaten unb fanben barin einen ©euiel mit ©elb. Sie 
brauten benfelben gurürf, unb bie Ärieger fpracfjen : „©epriefen fei ber 
©Ott ber Suben!" 

„2lbba £>fta aui Surja mar ein SEBäfcber. ©inft fanb er am 
Strome foftbarei ©efcfjmeibe, ba% eine Patrone bort öerloren Ijatte. 
(£r bracfjte ei jurücf. Da fagte bie gärftin: „SB03U fott mir biei,- 
icf) fjabe bergleicfjen Dinge beffer unb fcfjöner?" 9t. Ojta aber ipradj: 
„Die "Jfjora befiehlt uni, bai ©efunbene gurücfgugeben!" Da rief 
jene aui: „©epriefen fei ber ©ott ber Suben!" 

„9t. Samuel b. Sufarti ging einft nacf) 3tom unb fanb ba einen 
Scfjmucf, ben bie Saiferin oerloren fjatte. (Ji mar auigerufen »orben: 
„2Ber ben Scfjmucf innerhalb 30 Sagen jurücfbringt, erfjält eine große 
93elof)nung, roer ifjn aber länger bei fict) berjält, t)at fein Seben ber* 
toirft!" 9t. Samuel bracfjte ben Scfjmucf am 31. Sage gurücf. ©r» 
ftaunt fragte ifjn bie föaiierin, ob er benn bon ber öffentlichen 
93efanntmacfjung nicfjti bernommen. 9t. Samuel antroortete: „ffiofjt 
fjabe icf) babon gehört; bocf) meber bie Hoffnung auf ©elofjnung, noaj 
%üta)t oor Strafe bemog mid), ben gunb gurücf jubringen, fonbern 
einjig unb attein bie gurcfjt bor ©ott." Da rief bie Äaiferin aui: 
„©epriefen fei ber ©ott ber 3uben!" 

SBeffen 9(ugc nicf)t mit ölinb^eit gefd)(agen unb roeffen 
£erj nicrjt in Soweit oerftorft ift, ber rcirb jefct einfeuert, 
nm§ 91. Sofcpf) Karo, ber SBerfaffer be3 ©cr)ulcf;an4lrucrj, 
meint, roenn er, auf ben Seruföalmi tjinroeifenb, empfiehlt, 
bofe man fein „33ar6ar" fei unb McS tfjue, roa§ ber «Straf* 



— 60 — 

(Sober nicfjt öerbietet, bafj m.m üielmefjr (tdj oor ©ott 
mefyr fürchte, als oor ben SJienfcfyen, unb öffenttitf) geige, 
baj3 e§ in 3$raet nod) Baale Emunah, „TOimer oon 2Bafn> 
Ijeit unb ^Reblicfjf'eit, gie&r, tretdje einjig unb allein burdj 
©ottes 93efei)l fidj leiten (offen, ouf ba$ Seber aufrufe: 
„Sin ©Ott ift, ein tjeitiger SBifle lebt!" — „©epriefen fei 
ber ©ott ber Suben!" 1 ) — 

3)ies ift mit ber „Heiligung be» 9iamen§ ©ottc3" ge= 
meint für ben, ber au§ ben jübifcfjen dielten lebenbigen 
SEßafferö unb ntct)t aus eine§ boshaften, lügnerifdjen 2(poftaten 
oerpeftetem, fumpftgem Sftorafte Söetefjrung über 3ubeu unb 
Subentfjum fcböpft! 

Ta§ ©e6ot, ben dornen ©otte§ 51t beiligen, paratrjfirt 
inbirect alle ©efe^e gegen bk Reiben, it>elcr)e mit ben 
SjSrinciptm ber allgemeinen ©erecfjtigfcit unb Sie6e nicfjt 
tjarmoniren. Sene ©efetje ftnb babitrd) nur af§ für ben 
(Strafridjter nonngebenb r)tngefteCIt, ber bk menfcf)tid)e 
Platin unb bk 3 u f tanoe oer öeibenmelt bei feinen Sftaß* 
nahmen berütfftcfjtigen mußte. Sem rooljrljaft frommen 
mar ber 93cfcr)t ©ottes: ,,3d) will geheiligt fein!", 9tü$t* 
fdjur unb ßeitftern für alle feine -öanbtungen. 

Sefen mir nun, nacfjbem bieg öorausgefdjitft nuirbe, bk 
©efe£e3=93orfcr;rift (ChoschenM. c. 266, 1) „über bk oerlorene 
©odje berer, bie Sünben uerübeu" (rrny naiy ma» pi, fo 
lautet bie Ueberfd^rift, reelle allein fdjou 3uftus' 23e= 
Häuptling, bie 93orfd)rift gelte im ©angen aucr) ben heutigen 
Gfjriften, öügen ftraft). SBir geben ben £ert in roort* 
getreuer tleberfe^ung roiber unb fetjen bie ??oten be3 23c er 
rja=©oian, in >}>arentf)efe baneben: 

(Borilaut be§ 2Naimonibe3 H. Gesela wa-Abeda I. 3 nad) bem 



a ) 2tet)itlicf) ijeifjt e§ 1. ^eiri 2, 12: „gfüfjrei einen guten Sßanbel 
unter ben Reiben, auf t>aiß bie, fo öon euef) afterrebenben, of§ bon 
Ueoeltfjätern, eure guten 2öerfe fetjen, unb ©Ott preiien, wenn e§ nun 
an ben £ag fommen toirb;" — ferner im ©ü. 27iatljät 5,16: „Saffet 
euer 2icf)t teudjten »or ben Seuten, bafj fie eure guten ffierfe fetjen, 
unb euren 3Sater im §immet preifen." 



— 61 — 

2iU§fprudf) be£ 9L ßfjama b. ©urja im tarnen bon 9iab in 93. 
ftanta 113 b;. 

2)ie verlorene <Sacfjc eme§ Äutlji *) i(t erlaubt, beim e§ 
Reifet: „bie oerlorerte ©ad)e ©eines 23ruber3", unb roer fie 
jurücfgiebt, ber begebt eine ©mibe, roetl er bie ©ünber 

UllterftÜ^t. (äu3|>rudj be3 3t. Suba im Kamen t»on 9ta6 im 9. 216* 
ftfmitt bort ©anljebrin. £r leitet bie§ au§ ber ©djrififtclle £)cui. 
29, 18 Der, unb 9tafd)i erflärt bort: „meil er bamit seigt, bafc bie 
3urüdgabe ber berlorcnen ©ad)e iljm nidtjt at§ ©ebot feine§ ©d)öbfer§ 
gilt, ba er bte3 aud) ben Reiben tf)ut, bei bem c§ nid)t borgefdjrieben 
marb." £)arau§ aber, bafj 3?iatmonibe§ al§ ©runb f abreibt: „meil er 
bie ©ünber unterftüfct," entnahm irf) al§ beffen 2lnfid)t, bafc 9tab bort 
in ©anfjebrin bie§ nur bon ben göfcenbienerifdjen Reiben ge* 
le^rt t)at, nidjt bon ben SSölfern ber jefcigen 8 e i*' bit an 
ben 2Selifd)öpfer glauben, unb beren ©efe§e borfdjreiben, 
eine berlorene Sactje gurüdsugeben.*) SSeilll man fie ober 



*) ©o lauten bie uncenfirten 2tu§gaben. 8n ber 2lu§gabe bon 
SSenebig 1593 ift biejer 2lu§brud bon ber Senfur in 2tfum geänbert 
morben, um befto fict)erer bie ©Ijrifien au^ujcDliefeen, meil bodj bie 
©Driften fidler feine „2lnbeter bon ©lernen unb ©ternbilbern " finb. ©rft 
bem 19. Safjr^unbert mar bie ©rfinbung borbeDalten, ba^ aud) hiermit 
bie Sfjriften gemeint finb. 

2 ) 3ftarr. in „SübifdjeS grembenredjt" ©. 26 f. unb 47 ff. meint, 
baß SKofe 9ttfbe§ liier mit 9t. SofebD ®aro im „93eit>5ofeüfj" nid)t über* 
einftimme. 2ftarr, fcfjeint babei nicfjt beamtet 5U ijaben, bafj biejer ©d).*2l.* 
Sßaragrapb, g to ei ©efeije enthält: 1) £)a§ Verlorene be§ ÜRidjtjuben 
ift erlaubt; 2) ©§ ift eine ©ünbe, baffelbe gurüdgugeben, meil man 
bamit bie ©ünber unterftüt^t. SDa§ erfte ©efefc ift ein grembengefefc 
(bgl. Sttt XVIII) unb galt, mie 9L Sofebf) ®aro fagt, für alle 9tid> 
juben, ha ja baZ 3urüdgeben beg SSerlorenen nur bem „93ruber" 
gegenüber geboten unb ber 9tid)tjube bodj aud) nidjt ber.bftid)tet mar, 
btm Suben baZ bon ifim oerlorene surüdgugeben. ©agegen galt baZ 
5meite @efe£, toie Beer ha-Gola rieftiig erflärt, nur benjenigen gremben 
gegenüber, bie man al§ ©ünber nid)t unterftüt^en burfte, nid)t aber 
gegenüber ben Sßöllern ber je^igen geit. ©ie§ r)ai aud) ®aro gugeftanben, 
ba er nur bie Unterftüfcung ber © ü n b e r berbietet. greilid) gefjt 9t. Sftofe 
9tifbe§ nod) einen ©abritt »oeiter, inbem er mit ber gtoeiten 93egrünbung : 
„iljr ©efefc ift, 3Serlorene§ gurüdgugeben" ben Suben nid)t nur er* 
lauben, fonbern aud) bie Sßflidjt auflegen miß, bem Kidjtjuben ba& 
SSerlorene gurüdsugeben. Slttein ^aro fonnte fdjon be^megen bie§ 
niajt lehren, meil er toorau§fefct, bafe ber Kidjtjube baZ Verlorene 



— 62 — 

3urikfgie6t, um ben dornen ®otte3 5U Zeitigen, bamit mau 
3£raet preife uub man roiffe, bafo fic -Diänner oon 28aljr> 
f)ett finb, fo ift baä (obensroertf). (8« entnehmen au§ ber 33e* 
■fleben^eit bon Simon b. ©djetad), bie im Serufcfjalmi 23aba IDleya II 
ergäbet toirb, unb au§ nod) anbeten bort er^ä^lten 23egebenf)eiten. 
gerner Reifet e§ im Sftibrafdj 3U ben Sßfalmen c. 12: ©inft gefcr)at) 
e3, t>a$ ein frommer einen foftbaren gunb einer SDJatrone 3urüdgab, 
morauf biefe fpradj: „2öären nur foldje gromme unier ©ud), fo 
iönnten mir maljrlid) bor ©ud) nid)t befterjert !") ^[\\ einem Orte 

ober, roo ber 92ame ©otteS entroeif)t roürbe, ba ift bie oer= 
lorene (Sacrje be§ ^uttjt »erboten, unb man ift oerpfüdjtet, 
fte ÄUrÜcfgugeBen (8 U entnehmen au§ ber 93arailf}a be§ 9i. 5ßind)a3 
f>. Satr in 23aba ®ama baf. S)Q3U erftärt ber „93et Sofebb/': „£)ie§ 
ift ber galt, menn man bie &aa)t gefunben, mo bie Steiften Suben 
ftttb, unb ber Äullji meinen tonnte, bie Suben Ijaben fte gjftohUn 
Sdj glaube e§ mufe fjetfeen: „Sie Suben fjaben fte gffttttfctst 1 )"- 



nidjt gurüdgiebt, bgl. fofgenbe 9tote. 2>a§ übrigens ber Beer hä- 
Golah f)ier ma§gebenb ift, mirb meiter in 2trt. XI § 109 geseigt 
merben. 

1 ) Itnferer 2Infid)t nad) ift biefe Gorrectur be§ ©toffator§ entfdjieben 
unnötig, unb er fjat in biefem fünfte 3t. Sofebf) Saro miBber= 
ftanben. 9t. 801'e.bf) Garo erflärt abfidjtticr) : „Sie ©ntmeitjung be§ 
göttlichen 9tamen§ tonnte baburd) entftefjen, ba% man meinen mürbe, 
bie Suben tjaben bie (Baajt ge fictjUn nid)t aber „bie Suben f)aben 
ite Sadje g*fmt&Jttt"; benn eine gefunbene &ad)e 3U behalten, galt 
im Orient §u jener geit, foroie gur 3 e ^ oeg 2almub§ bei ben i>iicb> 
juben ntd)t für ein Unrecht, fo bafe baburd) ber üftame ®oiie§ enimeiljt 
mürbe. 3m ©egentljeil, bie 3?id)tjuben gaben niemals eine berlorene 
©atfje gurüd. S)ie§ ift teiat? unb öeutitdj m einer früheren ©teile 
be§ ©djuldjan Strud) gu lefen. 3n c. 259, 3 Reifet e§: „2So bie 
meiften (Sinmoljner ber ©tabt 9tid)tjuben finb, ober fetbft, mo bie 
meiften Suben finb, jebodj bie betreffenbe Straße gumeift bon ©ojim 
befahren mirb, ba braud)t man ben gunb nid)t jurüdgugeben, felbit, 
menn man mit ©emiBtjeit meife, bafy ein 3«J>c ib,n bcrloren, obgteidj 
ber Sube ein 3 e *tf> en an ocr Sattje bat; benn e§ ift ficr)er anjunetimen, 
baß ber SBefi^er bie <5ad)e längft aufgegeben t)at; (meil nämlidj bie 
9tid)tjuben einen gunb nidjt ßurüdgeben, fo mirb ein Sßerluft in ib.rem 
Gebiete gerabe fo aufgegeben, mie ein in'§ 2Reer berfunfeneS Sdun; 
93. mejia 24 b ; . Sn § 7 bemerft Sfferle§, baß, trofcbem man folctje 
aufgegebenen 23erlujte gemöf^nlid) nid)t 3urüdjugeben braudjt, ift 
man bennod) berpftid;tet, bies 3U t^un, fatl§ e§ baZ ©efefc be§ 



— 68 — 

9in jebem Orte aber muß man ber ®utt)im ©erätfje oor 
SMeben befc^ü^en roegen ber 2öege be§ griebenä (Serufcfcafmi 

©ittin V)." 

(2o lautet ba§> ©efefc im £crjulcrjan=2rrucrj mit ben 
©loffen, bie bereite öor ntefjr a(§ 220 Sorten ba§u gemalt 
roorben finb, als bie Suben noct) überaft gefnecfjtet unb 
öerfotgt unb fanm a(§ 2Weufd)en betrachtet rourben. Unb 
nur rjaben bas> Diecfjt, 51t oerlangen, ba% ber <2cr)u(cr)an= 
Strucf), al§ unfet 9teligion§geie£bucr), nact) fcen ©(offen 
unterer Jftabbinen interpretirt tnerbe; benrt nur mit 
biefer Interpretation ift er aB @e|e£buti) allgemein anerfannt. 
Unb biefe Interpretation fctjließt erftenS bie (Sfjriften unferer 
3eit oon biefem ©efe^e entfctjieben gänglicf) au§ unb forbert 
jroeitenS gebieterifct), fetbft ben entarteten Reiben gegenüber 
um ber Heiligung be§ ©otte§namen§ roiEen oon bem ©e* 
fe£e feinen ©ebrauct) 31t machen. 

Unb roetcr;er roarjrt)afte Sube mürbe ber 2fufforberung 
gur ^peitigung be§ ©otte§namen§ fein ©et)ör geben?! 
2Sar)rlicr) in ber ©efcr)icr)te ber 3uben fter)t e§ mit blutigen 
Settern getrieben, roie bk 23efenner be§ dinig^tnjigen 
ftetS bereit waren, bie oben erroäfjnten fdjroerften 2lrteu 
Don ^ibbufcr) §ajcr)em 5U üben, ©ut unb 33fot 51t opfern, 



®önig§ gebietet. 2öir fefjen fjier beutlicf), bafj ßaro fotoie feine 
Cuelte, ber £almub, bon bei* 23orau§feisung ausgeben, bafj bie 9Jicb> 
juben nie eine berlorene Sadje jurütfgeben. ©inen gunb 3U behalten 
mar atfo feine ©nttoeifjung 'be3 göttlichen SRamen§. ®aro erftärt 
be§l)afb, bie ©niroeiljung fönnte baburd) entftefjen, bafs man bie Suben 
berbäcfjtigen mürbe, fie Ratten bie Satfic g* ftoljkn. 2>er efjrtidje 
Dxabbi 2)iO)'e§ 9iifbe§, ber unter cibilifirten crjriftfict)en äSötfem (ebte, 
fcb^eint in jenem 2lugenblicfe, al§ er bie Sorreclur bornafjm, bergeffen 
gu Ijaben, bafj bie GJojim be§ 9t Sofebb, Äoro btö 93et)aiten eines 
gunbe§ für feine ©ünbe fjietten. — Sftan fiefjt je$t flar, roarum bie 
Safmubiften unb ber Sdjuldmn^rucf) bie berlorene Sadje eines <3oi 
gu behalten gefcfeltd) gematteten. SSie biel bleibt bon bem „Suben* 
fpicgel" be§ Suftul ttocf) übrig, menn man fo ber Sacfje auf ben ©runb 
fommt?! 



— 64 — 

ein Öeben ber öntfagnug nnb Setbfioerleugnung 31t führen, 
um ben ütfamen ©otteä 511 fjeiltgen! derjenige ift bemnadj 
in ünferen Ölitgen fein Subc, ber ben &ibbufcr)^afcr)em, 
roeldjen ber &d)M. unb bie Diabbinen fjier unb an Dielen 
anberen Stellen fo fcpn oerijcrrlictjen, nid)t übt. 

2Bir roiebcrfjolen bar)er: allein bie SBorfdjrift oon 
ber Heiligung bes 9iamen§ ©ottes fjat inbirect 
alle etwaigen „inhumanen unb lieblofen" ©e = 
fe£e gegen bie Reiben aufgehoben. 



IX. 



SBa^rcnb bk griebeuägebote nnb bie SSorfdjrift, ben 
tarnen ©otte§ 31t Zeitigen, ben frommen Suben 5ur Ueoung 
oon ©ered)tigfeit nnb Siebe gegen alle Sftenfdjen ofme 
Unterfd&teb bc§> ©taubeuä aufforbern, giebt e§ notf) einen 
Diel ftärferen {yaftor, ber jeben Israeliten, in beffen bergen 
notf) ein gfunfe feiner Religion lebt, oerfjinbern mufe, 
feinem nidfjtjübifcfjeir ^ebenmenfcben irgenb ein Unrecht 
ober eine Äranfung gugufügen. 2öir meinen ba§> Verbot, 
ben tarnen ©otteä 31t entroeiljen. 

Sft bie Heiligung be§ göttlichen 9camen§ Mo§ eine 
^fli(f)t, bie ber fromme jeberjeit ausüben fid) beftreben 
foIT, fo tft bk entgegengefe^te §anMung§roeife, bk @nt* 
ro eiljung bes ©ottesnamens ba§> alterftfjioerfte 93er= 
brechen, ba§> 31t oerljinbern mit aller toft ber (Singelne, 
raie bie ©efammtljeit Derpftid)tet ift. 

©0 ftf)reibt 3. 93. «R. ©ecfjai b. 2lfd)er (Kad ha- 
Kemach ed. äBorfdjau p. 18 d) I)infid)ttid) ber ©teuer*@on« 
traoention: 

„(£§ mirb bamit ber kernte ©r»tte§ enttoeitjt, unb e§ ift befannt, 
bafe bie CfnitteÜjung be§ göttlichen 3iantcn§ ba$ ftfjtoerfte Sßerbrecfjen 
ift, toetcr)e§ tocber burd) 23ufee, nodj burdj ben ä3erföl)nung§tag, nod) 
burd) förderliche Sdnuerjen geuifnü merbcn fann; fr» Ijaben unfere 
iffieifen (Soma 86a) gelehrt: Itcbertritt Sentanb ein ©ebot unb il)ut 
SBufee, fo roirb it)m fofort bergeben; bie Uebertretung eine§ SSerbrUeä 



— 65 — 

tuirb burcfi 33ufee unb ben $eriöb,nung§tag ^uiammen r>eriöf)nt; $ob* 
fünbcn fönnen burdj aSufee, 93erföfmung§tag unb förderliche Reiben 
guiammen geüifjnt »Derben; toer jebod) ben tarnen ©otte§ ent- 
toeif)t, finbet bureb, nicfjtg 2lnberä pollfornmene ©üljne, 
al§ buref) ben Xob. 

Beraubung ber Steuer iit nun eine Gntmeitjung be§ göttlichen 
9?amen§, unb roie grofe ift biefei S3f rbrecf)en ! ginben mir boefj, bofj 
ber £>eiltge, gelobt fei C£r, bie Sünbe bc§ ©ö§enbienfte§ r>erjief)en, 
aber nict)t bie ©ntroeifjung Seinem fjeiligen ÜRatnenS, beim fo fter)t 
gefcfjrieben ((^ecf). 20, 39): „Unb Sfjr, £>au§ S^rael, geb/t, bienet 
Seber feinem ©öfcen, aber 2>ietnen ^eiligen tarnen entroeib,et nicf)t 
ferner!" — 

Solche unb äfynlicrje Grmafjnungen finben ftcfj 51t .£>un= 
betten in ben jübifdjen 9Migionsjif)riften. 2lUe beseidjnen 
Chillul-Haschem als bas ftfjroerfte SBerbredjen, bas 
ber Israelit begeben fann. 9cact) Uebereinftimmung 
Mer ift jebe £t)at bes 3uben, meiere geeignet ift, bie jübifcfje 
Religion in ben Singen eines? 2(nbersgläubigen rjeraCäitfe^en, 
eine (£ntroeif)ung bes göttlichen Samens. — 

©s ift 0.6er entjcrjieben faljef) unb einem unDergeiijtic^en 
23orurtrjeil entsprungen, rcenn ^rof. ©ilbemeifter glaubt, es 
fei bies nad) bem jübijcrjen ©efe£e nur bann oerboten, roenn 
bas öffentliche 23efanntroerben „einen ©etat gebe". 93ielmer)r 
teuren unfere 23eifen2lbot 4, 5: „SBer ben Manien ©ottes 
im Verborgenen entroeifjt, ber inirb öffentlich beftraft 
merben; es ift bü Chillul-Haschem einerlei, ob irrtfjümlict) 
ober oorfä^licf)". Sltfo aud) im oerborgenften ©infel ber 
CSrbc bürfen wir einem 9cid)tjuben fein Unrecht unb feine 
Äränfitng jitfügen, roetcfje in feinen Stugen bk jübifct)e Re- 
ligion t)erabfet$en roürbe. Unb roäre es aucr) ber geringfte 
Sftann aus bem 93olfe, unb ftänbe aud) nicfjt im Gntfernteften 
§u befürchten, ba$ ber Ueberoortfjeilte unb ©efränfte öffent- 
lich 5Hage führen roürbe — fein £Ocenfct) in ber SBelt ift 31t 
geringe, bafj uns eine 93erac§tung ber jübifcfjen Religion oon 
feiner Seite gleidjgiltig roäre, ba$ mir gu einer folgen 93er* 
odjtung buret) roirf tiefes ober fcfjeinbares Unrecht SSeranfoffung 
geben bürften. 

23ir jroeifeln bafjer feinen 3(ugenblicf barem, bafc oiele 

5 



— 66 — 

Sefjren, roeldje im Xatnmb uub Sdnttcfyan^lrurf) gegen 9cid)t* 
jubcn uorgefdn'ieben finb, §ur 3 e ^ oer 2Ibfaffunq biefer 
Seife in ben 2(ngen 2tubersgläubiger md)t für Unredjt 
galten. SBir f)aben bereits oben (§. 62 (9cote 1) ein 93ei= 
fpiel bierfür angeführt nnb möchten tyicr nocf) ein anbereä 
@efe£ bes <Sd).=2i. befpredjen, ba§> im 16. 3al)rt)uubert im* 
beanftanbet geblieben, ja ben 3uben sura Sobe angerechnet 
morben fein mochte, beffen 2htefüt)rung aber fjeutsutage eben 
nad) bemfelben ©<S)utcl)an=2irucf) ate ein grofjeä 23erbredj)en 
gelten müfete, weil e» bk ärgfte (£ntnieif)img be§ göttlichen 
Samens tjerbeifütjren mürbe. 

SöefamttUd) mnrbe ungefähr tuer 2)ecennien oor ber 
3erftörnng beS aioetten SempelS oon ben }übifd)en ©e|e£e3= 
leljrern bie Sobeäftrafe abgefcfyafft, nnb öon ber Qtit 
an ift e§ nad) jübifdier Sefjre in ber bieget feinem jübifdjen 
©erid)te ertaubt, ein Sobesurtfycil gu fällen 1 ), fetbft, roenn 
bie ftaatlidt)e ©enefymigmig r>orf)anben wäre. 9lun machen 
natf) bem <8d).=2(. £mrefte nnb 21poftafie eine 2iusnar)me 
oon biefer Dteget; bei biefen 53erbred)en foU and) je£t bie 
£obe§ftrafe ausgeführt merben. Seber mirb zugeben, ba% 
gm* Qtit oer SIbfaffung be§ (2d)uld)am2lrnd), mo bei ben 
Triften bk Slpoftaten nnb ®e£er auf bie graufamfte 2(rt 
unb 2ßeife Eingerichtet mürben 2 ), biefe* ©efe^ öffentlich) oor 

J ) 2)afe foldje 2)enuncianten, meldie baZ Seben öon Saufenben 
bebrofjten, faü§ feine anbete Leitung möglidj nmr, au§ bem 2Bege 
geräumt nmrben, mirb jeber bittig SDenfenbe al« einen 2tct ber 
Sßoiljroeljr enifdjulbigen. 9iad)bem jebodj ber SDenunciant feinen 
S3oria^ ausgeführt r)atte, burfie iljm 3?itf)i§ meljr gefd)et)en. 
(<£&. m. 388, 11). 

*) SMe djriftlidjen ©efeije gegen föefcer unb 2tpoftaten finb an* 
geführt bei ®oj>.p, „3 ur Subenfrage nad) ben Strien be§ ^rojeffeS 
JRor)ling*93tod)", 3. Stuft. <S. 92 ff. ^nernatf) nntrbe nod) in ber 
jmeiten £>älfte be§ borigen Sat)rr)unberi§ in Oefterreict) eine 
»einiidje £>aI§gerid)t§orbnung, bie fogenannie Hjerefiana, fiublijirf, 
monadr) ©cjriften, roelttje ben jübifd)en, motjamebaniicfien ober tjeibnifdjen 
©tauben annahmen, neben ber SonfiScation if)re§ SkrmogenS mit 
bem (Sdjrcerte $u bcftrafcn finb, bei erfdjioerenben Umftänben mit 
(Strafberfajärfungen nad) 33eheben. 



— 67 — 

ber garten 2Se(t üerfünbet werben fonntc, ofjne büß baburdj 
ba$ 3ubentf)um in bcn 2ütgen 2(nber§gtäubiger Ijerafige* 
würbigt werben wäre. 3a, im ©egentijetf, es> Ijätte ben 
jübifcfyen SRabbüxen §ur (Sdjanbe gereift, wenn fie in iijrem 
©tauben nid)t eben fo eifrig gewefen mären, wie bk ©etft* 
licfien ber (Jln'iftenfyeit; [ie waren all gottlos unb irreligiös 
t>erfct)rieen werben, wenn fie Soferanj geübt, Äefceret unb 
STpoftajte nid)t mit ber benfbar ftf) werften (Strafe befegt 
gälten '). $reüicfj würben bk öom Subentfjum gur djrift= 



a ) 211^ 93etoei§ bafür, bafe in früherer %tit auet) gegen ®e£er unb 
Slpoftaien Solerang gelehrt tourbe, mögen folgenbe 23ei[biele bienen. 
Sn 23eraa>t 7a wirb ergäfjli: ©in Stfinöer (Äefcer) mofinie in ber 
9?ad)barfd)aft be§ 9t. Sofua 6. 2emi unb franfte biefen fo fefjr, bafj 
n befcblofe, iljn gu berflucöen. ©ine§ £age§ lauerte 9t. Sofua 
iarauf, ben gur 93erflud)ung günftigen Moment gu benufcen, um fid? 
feine§ JobfeinbeS gu enilebigen. 2IIS jebod) ber geeignete geitpunft 
Ijeranfam, mar ber 9tabbi eingefdjlummert. ©rtt>ad)t fbradj 9t. Sojua: 
„5dj fe^e, bafj bem himmlifdien SSater nietjt red)t ift, ttm§ idj gu if)un 
beabfidjtigt; ftefjt bod) gefdjrieben: „©eine SBartntjergigfeit maltet 
über allen ©einen ©efdjöpfen", ferner Reifet e3: „S)em ©ereajten 
giemt e§ nid)t, gu ftrafen". — Sn ber 9iaa)barfdjaft be§ 9t. STJe'ic 
mol>nien goitlofe 2Renfd)en, bie iljn fo fet)r ärgerten, ba'% er gu (Sott 
flehte, bie gfrebler gu berniefiteu. ®a i>ract) aber feine grau 93eruria 
gu itjm: „2Bie, ftefjt benn gefcfjrieben: „Ste ©unb er mögen ber* 
geljen?!" 9?ein, e§ Reifet nur: „£)ie ©ünben mögen bergefjen." 
SSete bafjer lieber gu ©ott, bafa bie gfrebler ftdj befehlen unb gute 
SKenfdjen merben!" (S3eradjot 10a; bgl. Snanit 23b). — ®e§Ijal6 
Ijat aud) ber ©aon 9t. ©lia auZ äöifna bie ©teile im täglichen ©eöete 
mN< j»*tt nyen 'tny *?:» falle bie 93 o§ t)ett üben, mögen balb gu 
©runbe geb,en) in na«n yji3 nyttnn Sai (jebe SB § t) eit möge balb 
batjinjdjnHnben) geänbert, ma§ audj in fefir biele SluSgaben be§ ®e« 
beibudjeä ©ingang gefunben f)at. — 3m „23et*2:almub" Safjrg. 1883 
©. 29 finbet man unter ben bon £>orottnfc beröffentlicßten 9tefponfen ein 
altes ©utac^ten, meldje§ lefjrt, bafy nadj jübifdjem EHectjie audj ein 
Slpoftat feinen SJater beerbt; ba jeboct) bie 2Ko§lemS nadj 
mofiamebanifajem Steckte ben mob^amebanifa^en Slüoftaten bon 
ber ©rbfe^aft auSfa^ließen, fo Ijaben aua^ bie 9tabbinen angeorbnet, 
bafe ber jübifa^e Slpoftat nicfjt erben foüe. — 3m <5$M. Gl). SK. 282, 2 
mirb enlfcrjieben: ,,©iu jübifc|er Stpoftat beerbt feine S3ermanbten. 
SQBenn jeboa^ ba3 ©eriajt e§ für xedjt finbet, if)n bon ber ©rbfebaft 



— 68 — 

liefen Stixd)t Uebergetretenen burd) (Staatsgebot ber Suftij 
ber Silben entriffen. 2lber gegen bie bamatigeu ^Srin* 
cipien ber ©erecf)ttgfeit oerftiefe baS jübifcfye ©e[efc nid)t; 
jeber fanb eS gerecht unb bißig, baß bie Suben mit it)ren 
Äefcern unb Slpoftaten ebenjo [treng »erfuhren, wie bie 
Triften mit ben irrigen. 

2Bir fmb aber feft überjeugt, haft ber &d)M. bie 95er» 
folqung ber ®e£er unb SIpoftaten ftrengftenS wegen Chillul- 
Haschem »erboten bätte, falls unter ben 9trd)tjuben ber 
bamatigen 3eü bie ©runbfäfee ber Xoteranj fo oerbreitet 
gewefen wären, tüie fjeutgutage. Unb formt wirb jeber 
Rabbiner, ber liadt) bem ©eifte beS &<$M. unb ber alten 
9tabbinen (et)rt, bk 2luSfüf)rung jenes gegen bie ®efcer unb 
2lpoftaten gerichteten @ct>2l.--^aragrapf)en als ein fct)wereS 
33 er brechen gegen bie jübifd)e Religion begeictjnen, weit 
baburd) met)r als burcr) alles SlnDere ber ^came ©otteS 
entweitjt würbe 1 ). 

au§3ufd)tie§en, fo ift ba§ geftattet". — 2öir toiffen jefct ben Ur* 
fbrung biefer festeren 93eftimmung. 

') 2Bir rufen für bie 2Bat)rt)eit biefer unferer ©nifdjeibung alte 
jübifdjen ®efcer unb 2lpoftaten felbft ju geugen an. 2)ie eifrigften 
Drtfjobojen werben fjeutautage biefelben audj nicfjt burd) ein b,arte£ 
2Bort frönten, wie toir benn auef) beitjeuern, ba^ 2ttte§, wa§ in biefen 
unferen Slrtifcln gegen 3uftu§ geftfjrieben nrirb, nicfjt bem 2lboftaten, 
fonbem bem Sügner unb 93erleumber gilt. 2ßenn nun ^ßrofeffor 
©ilbemeifter alle biefe llmftänbe aufeer 2tct)t läfet, bie ©elbftbiogragfjie 
be§ ©liefer 93a[fin für unurnftöfetierje berbürgte SBot)rt)ett rjält unb 
bor ©eridjt erflärt, ba% ba% betreffenbe ©efefc „noct) jefct in ©eltung 
ftefjt unb, wo e§ mögliet) ift, au§gefüt)rt wirb", fo fet)lt un§ für biejeS 
Urttjeü jebe barfamentarifdje ©ejeia^nung. SWan fjöre! ©in getaufter 
ruffifcfjer Sube wirb bon ben 93ef)örben feiner £eimat wegen 2) e f e r t i n 
»erfolgt; e§ gelingt ifjm, naef) ©ngfanb ^u entrinnen. S)ort erflärt 
er fictj al§ Märtbrer feiner Uebergeugung: er fei nicfjt militärflücötig 
gewefen, bielmetjr burtf) 93efted)ung ber Suben berfolgt worben; ja 
er fei bon ir)nen gum £obe gefcrjlep^t unb roie burtf) ein SBunber au§ 
ifjren £>änben gerettet worben. SDiefe fjübftfje Segenbe, bie freilief) 
im Mittelalter ben ©rjäfjlec 511m ^eiligen geftempelt unb ben ^ßöbet 
jur 3ubenl)cfce angefpomt tjäite, gilt einem beutftfjen ißrofeffor al§ 
berbürgte £t)atfacf)e; unb auf biefe einsige „Sfjatiatfje" au§ htm 



— 69 — 



SfjatjQCpd) ift olfo jowotjt biefeä ©efefc gegen 2Ipoftaftc 
unb £ärefie, eben fo raie anbere ©efefee, bie nad) bem 
«Rcd^tsbeiDufetjctn ber Se^it at§ Ungerecfjtigfeit gelten 
könnten, für bie fjeutige ^rorte fjinfäWg, unb groor ni<f)t 
b(o§ roegen ber ousbiücflidjen ©rftärungen ber foäteren 
«Rabbinen, fonberu aurf) wegen ber 23eftimmungen beS <£d).* 
2(. unb ber alten ^abbinen fefbft, ba$ bie «ßrofanation be§ 
götttidjen Samens ba§ fd)roerfte SSerbredEjen gegen baZ 
3teligion§gefefc ift. 

£arf man bie jübiid&en ftabbinen barob tabefo, bafc 
fie manche Sf)at gegen Reiben, meiere baZ 3fted)t3beroußtiein 
ber ©egenreart einfad) als Ungeretfjtigfeit öerbammen 
würbe, blo§ roegen ber (Snttoeifjung be§ göttlichen Samens 
»erboten? fragen mir hierüber ben berühmten ä)riftücfjen 



barbarijajen «lanb b>, toelcb>, wenn ne teah>, aucr, nur bon 

rof)en, untoifjenben SWenjtfien berübt roorben fein tonnte, §at man bte 

Äü§nl)eit, eine ganje fteligionSgemeinfajaft angelogen, bie alt* 

gemeine, unbebingte Grfläning abäugeben, baS ®efe$, bte Sefcet 

unb Sltoftatcn fiinguricbjcn, ftefc jefct noeb, bei ben Suben in ©eltung 

unb »erbe, m bieS möglich ift, ausgeführt!! - 3* mufe weine obtge 

SBe^auptung aufregt polten, obgleich 2Karr (I. c. @. 56 9?ote) fcrjretbt: 

„Seiber ftraft bie (Scfctjic^te nidjt weniger «ßrofeltjien feine (§offmann'S) 

»eljaubtung Sügen. §ier werbe auf ben aWotbanfälag IjingeWiefen, 

bon bem bie Slnmerfung beS ljebräifcfjen SefcerS bei StobfinSfofm 

(p. VIII) im 2lnb>ng ersärjlt." 3* b>be nun, um bie 2Bab>b>t 

ä u er|orjd)en, mief, an bie betreffenbe 33ud)brucferei gemenbet, bannt 

ber Sefcer über ben fraglichen gall genauere HuSfunft erteile. S)te 

Antwort ber 23ucf,brucferei bom 5. Suni 1885 lautet: „SBaS biefe 

Snmerfung mit ber geia^nung $a*23aajur ^o.Se^er anbelangt, 

ber ftcb,ern wir Sie, bafe wir erft fjeute, bura^ (Sto. äBo^lgeboren 

aufmerffam gemalt, unS bereu Snb>lt erflären Hefjen. Saß ber 

fja*93ad)ur ba*Se§er Weiter feinen ant^eil baran f)at, als baß 

er baS ©lud fjalte, baS bon 3tobfinSfof)n gefd)riebene 2KanuSfcribt ju 

fefcen, o^ne auef, bon beffen 5nb>lt Senntniß ju b,aben, werben Ew. 

gßorjtgeb. als gaegmann begreifen." — So bie SluSfunft ber 8ua> 

brueferei. Safe tftobfinSfof)n ein berfapbter jübtfajet Stntifemit unb 

©tfiwinbler ift, b>t na? fbäter fjerauSgefteltt. Sie Süge bon bem 

angeblichen „STCorbanfcblag" fte^t gan,} auf ber ©öt)e ber fonftigen 

Seiftungen bieieS fauberen ^atronS. 



— 70 — 

^eiligen SfjomaS oon Stquino um feine Slnficrjt! 5>iefer 
Ätrdjenlefjrer beantwortet in feinem Sßerfe: „De Regimine 
Judaeorum ad Ducissam Brabantiae" bie $rage, ob e£ er* 
loubt fei, bie ©eftfctfjümer ber Suben eingitteren, fofgeuber* 
maßen: „@§ finb nadj bem 2lu§f»rucr) be§ 9tedjt§ bie 
Suben burcrj if)re eigene «Scrjutb ber eroigen (gffaoerei Der* 
faden, unb tfire sperren jinb bai}er berechtigt, bie ©üter 
bcrfelben a(3 tf)r ©igentfjitm in *Befi£ 51t nehmen, mit ber 
Biofeen ©injdjränfung, bafc jenen bie gur Stiftung bes ßebenä 
notfjroenbigen bittet nierjt entzogen roerben. S)a man ]e= 
borf) aucr) mit benen, bie aufierfjatb ber ®ircrje ftefjen, an* 
ftanbig umgeben muffe, bamit ber 9? ante be§> £>erm 
nicfjt entroeiljt roerbe. . . fo möge man oon ben Suben 
feine 3 rofln 93tetftungen »erlangen, an bk fie ntdrjt au» 
früherer 3?it geroöfmt finb 1 )". 

23ir rootten Xljomag oon 2(quino nict)t tabetn, bafo 
er bie Suben 8ur Sftauerei oerbammt unb bereu ©üter 
al§ ©igentjjwn ifjrer Ferren erflärt. ©r tet)rt eben nad) ben 
2tnfc^auungen feiner Qeit, unb e§ roäre ungerecht, einen 
Ätrdjenlefjrer bes 3KittelafterS naef) bem Wafätahe 'ber 
neuereu SftedjtSlefjre beurteilen gu rooden. 3Sir finb oiel* 
mef)r £f)oma§ oon 2(quino banfbar bafür, ba$ er ben 
©runbjafc aufgeteilt, ber Warne be£ £errn roerbe buret) Un* 
gerecfjtigfeiten gegen 3Xnber§g(äubige entroeifyt, unb ba§> 
(Sfjriftentljum roerbe bind) rücffuf)t§tofe£ borget) en gegen 



*) Ad quam questionem sie absolute responderi potest, quia 
licet, ut jura dieunt Judaei merito eulpae suae sint vel essent per- 
petuae servituti addicti, et sie eorum res terrarum domini possint 
aeeipere tamquam suas, hoc tarnen servato moderamine, ut necessaria 
vitae subsidia eis nullatenus subtrahantur; quia tarnen oportet nos 
honeste ambulare etiam ad eos qui foris sunt, nenomen Domini 
blasphemetur, ut Apostolus fideles admonet suo exemplo , ut sine 
offensione simus Judaeis, ac Gentibus, et Ecclesiae Dei, hoc ser- 
vandum videtur, ut sicut jura determinant, ab eis coaeta servitia 
non exigantur, quae ipsi praeterito tempore facere non consueverunt 
(Thomae Aquin. Opp. XVI, 292). 



— 71 — 

bie Suben gefcrjönber — eine Setjre, rceldje bic mobernen 
?(ntifemiten bel)ergigen mögen. 

Wit weit größeren 9Jac^brutfe nnb mit fiel einbringe 
lieferen Porten, alz- bei Stomas oon 2fquino, wirb bie 
(£ntweif)ung be» göttticfjeu Samens oon ben JHobbinen Der* 
boten. Sie erfrören bies, wie gejagt, für baz> fcfjro erfte 
SSerbrecFjen, ba§> imfieben feine <2üt)ne finbet. 2)ie 
Dlabbinen fjaben affo ntdjt bie ilngerecrjtigfeit gegen bie 
s ?iicrjtjuben befcfjönigt, [onbern üietmefjr für fcfjwerere SSer= 
bredjen gehalten, als bie gegen Israeliten begangenen, roie 
ja bie Sofefta $8. föama (2(bfdm. 10) ansbrütfiicfj ler)rt: 
„2)ie Beraubung eine» Reiben i[t eine fd)werere ©mibe, a(3 
bie Beraubung eine» Israeliten wegen Chillul-Haschern". 
Saän fommt noefj, bafe bie Dfobbinen and) 9)iantfie§, wag 
bemS^raetiten gegenüber ertaubt ift, gegen Reiben wegen 
bes" Chillul-Haschem oerboten rjaben, wie bie* 9t. 
ÜDienacrjem SJteivi mit fotgenben ©orten ler)rt: 

„©ieljt Semanb, ber auf bem 2£ege ift unb Surft fjat, gaüc^te 
eines Sticfjtjuben, ber gerabe nicf)t jugegen ift, fo borf er, falls man 
ferfidjert ift, taft ber (£igentf)ümer für bie grüßte ©clb annebmen 
Joirb, ofjne 3 au öem effeti, jebod) nur, um feinen Surft gu Iöfdjen, 
aber niebt in einer äöeife, too etroa§ serftört ttirb. Stucf) um ben 
Surft 5U löfcfjen barf man niebt in baZ 93efi$tf)um beS Jlicfjtjuben ein» 
bringen, fonbern nur, toenn Sieben aufcerfjalb be3 2Beinberg§ f}erau§= 
Rängen, tooran fleine Trauben finb, an benen bem Sigentljümer nid)t§ 
gelegen ift, barf er baoon effen. — Sn 33aba me^ia wirb gelefjrt, 
baf3 ein Arbeiter, ber [icfj bet ^icfjtjubeit jur 2Beinleie ober (Setreibe* 
ernte öermieifjct, 3iid)i§ t>on ben grüßten effen barf, außer loenn e& 
nach if)ren ©ebräucfjen geftattet ift. SBieroofjI nach, jübifdjem @efe§e 
ber gelbarbeiter oon ber grud)t effen barf, fo ift bieg bei einem 
?Jicf)tjuben »erboten, meil biefer r>om jübifcfjen ©efege feine Äenntniß 
rjai unb ben Suben für einen Sieb galten toürbe. §ierau§ fannft 
Su entnehmen, baf3 felbft baSjenige, tt>a§ bei ben Suben geftattet ift, 
bei ben iflicfjtjuben verboten fei." Schitta mek. ju 93. &ama 113 b). 

2Bir behaupten bar)er mit ber allergrößten C£ntfct)te= 
benfjeit, bafe bie Diabbinen nur bas>jenige gegen 9iicrjtjuben 
erlaubten, ma§> bei ben üfticfjtjuben entweber gar niefjt »er* 
boten war, ober wenigftenS 2(nber§g(äubigen gegenüber 



— 72 — 

nid)t für unrecht galt, unb baß in golge beffen f/eut- 
gutage nacfj bem @dt).«3t. unb ben 9tabbinen 2UIes, 
was nad) bem ©taat^gefe^e ober ber allgemeinen 
SWoral für unrecht gilt, bem ^itfjtjuben gegenüber 
Diel ftrenger oerboten ift, als gegenüber ben^nben. 
2)as Verbot oon Chillul Haschern, bas nad) jübifdjer 
ßeljre als bas fd& werfte retigiöfe SBerbredjen gilt, »erbietet 
ftrengftens jebe %f)ak, bie bas SRed&täberouBtfein unb bie 
Floxal ber Seit nict)t billigt, unb fjebt fomit alte bie* 
jenigen ©efefce bes €$.•&, bie bergletd&en gegen 
bie ©öfeenbtener geftatten, ootiftänbig auf. 



2)eu brei erwähnten (Scfju^geiftern, meiere 3*rael auf 
feiner SBanberung in ber grembe geleiteten unb basfelbe öor 
Ungerecrjtigfeit unb Siebtoftgfeit gegen feine nidjtjübijdjen 
Weltbürger bemalen foHten, ben $riebens=©efe£en, ben 
Ermahnungen gur Heiligung unb ben Tarnungen oor ber 
^rofanation bes göttlichen Samens, retfjt ftdj würbig ein 
werter treuer 5Bolfs»93erattjer an. nämtid) bas befannte, 
jebem Snben geläufige talmubifcfje ©efe£: Dina de-Malchuta 
Dina, ©efeij ber Staatsregierung ift (giltiges) ©efefc. 

Su biefer allgemeinen gönn würbe biefes für bas 
Subenttjum anwerft wichtige ©efefc guerft oon bem babtj* 
ionifdjen ©efe£estef)rer ü)car (Samuel aufgefteHt. „5)as 
burcr) bie neue ^errfefjaft (ber Saffaniben) geönberte 53er= 
tjältnif; ber Suben gur Sanbesregierung oeranlaftte (Samuel, 
eine 53et)re geltenb gu machen, bie für bie Suben in üjtet 
Beijireuuug oon ber größten SSidjtigfeit werben foÜte. S)te 
alten partf)i|d)en £>errfcfjer Ratten ftdt) nid)t in bie inneren 
Sfngetegenljeiten ber 3ubcn gemifdjt, fte Ratten bie gange 
SBerwaßung bcrfelben bem Diefd) ©atutfja überlaffen unb 
Mos bie (äingal)luug beftimmter (Steuern oerlangt. &ts aber 
bie (Saffanibeu gur Dtegieruug gelangten, änberte fiel) bie 
(Sachlage. Slrbefd^ir (ber erfte <2affamben»Äönig) ergriff 



— 73 — 

mit ftarfer £>anb bie 3üge( ber Regierung, nerorbnete neue 
<3>efe^e, bk er im galten Dietere ausgeführt fjaben roottte. . . 
(Samuel, ber Don ber Uebergeugung burcrjbrungen roar, 
bafe eS eines jeben SBürgerS unabweisbare $fficr)t [et, bk 
(StaatSgefe^e Zeitig §u Ratten, unb bieS au&erbem ferjon in 
einer alten 3Jii[d)na ausgebrochen fanb, glaubte biefer Sefyre, 
beren ftricte ^Befolgung ben Suben nur 511m £ei(e gereichen 
müfete, auefj allgemeine Sfnerfennung oerfefjaffen §u [offen. 
G£r ftellte baljer ben ©runbfa^ auf, bafc baS ®efe£ ber 
Regierung gitiigeS ©efefc fei. S)iefe Sefjre, öon allen 
<35efe|eSiefrren als f)atad)ifcr) giltig anerlannt, ließ fett jener 
3cit ben 3uben bie Befolgung ber SanbeSgef^e nierjt 
als 3 roöu g^g e bot, fonbern als eine religio fe ^fficrjt er» 
f djjemen". 1 ) 

2(IIerbingS würbe biefer «Samueffcrje ©runbfafc, äff* 
gemein gefaßt unb confequent bitrcfjgefürjrt, baS jübiferje 
9tecfjt gang befeittgen unb an beffen Stelle baS SanbeS* 
recfjt gefegt rjaben. %n ber £f)at roirb auet) im 2cfj.=9(. 
((Sr). Tl. 348,1; 369,11) ermähnt, bafj es Orte gibt in 
benen auefj bei ben Suben baS rticf>tjübtfct)e ftaattierje dle&i 
(nwDiy ti) eingeführt ift. Snbeffen roar eS an ben meiften 
Orten, roie l)eute noerj in ber Sürfei, ben jübijcfjeu Rab- 
binern Don ©taatSrocgen geftattet, bie DiecrjtSftreitigfeiten 
ber Suben untereinanber naef) talmubifd}==rabbini|cfjem Rechte 
gu fdjticfjten. GS rourbe beSfjatb ber @a£ Dina de-Malchuta 
Dina auf bie OtedfitSfä^e beicf)ränft, roekrje bem Könige 
gum 9cu£en gereichen ober gum 2Bof)te ber SanbeS* 
beroorjner erraffen ftnb, w;w 1« "fjoS r\»:n 12 w» -ans 
ranen "33 nprh.*) 2)iefe Scfttmmimg ift aEerbingS ntct)t 



J ) 2lu» meiner (Schrift „2>iar ©antuel", 2eben»üilb eine» taU 
-mubiiajen SBetfen au» ber erften £>älfte be» 3. Saf;rf)unbert» (<S. 41). 
Seidig 1873. 

2 j <5o ift ber SBortfaut be» erfi.=a., nidjt, roie Suftu» i®et. 41) 
Dorfäfclidj lügt: ,,£a» gilt nur öon folgen ©ejetjen, Don benen ber 
©taat Profit (®elbeinnai)me) tjat". ©er Sügner fcjat nodb bie Un» 
fcerfrorentjeit, fcjin,3U3ufügen: ,Mvl& joldje Steuergeiefce brausen nicfjt 



— 74 — 

präcis genug, ltnb bte fpätcren ©eciforen Rotten nocf» öiei= 
fad) Gontrooerfen barüber, in wetcfjen fällen bei jübifdje 
Rabbiner bas 2anbesred)t atö 9Jorm für [eine Gut* 
fdjeibungen anfefjen muffe (ogt. ©ifte Äofjen ju 3- ©• 165 
(£nbe uub ju (Xfj. 9K. 74 (Snbe). So fiel aber jtefjt im 
&<$)M. feft, bafe jebe SBenadjtfjeiiigung bes (Staates burdj 
Schmuggelei, Steuer-Goittraoention uub bgf. beut frommen 
Silben als ein fdjweres retigiöjes $8 er brechen gelten 
miiB. 1 ) 3a, fogar wenn oon ber Regierung für bie Suben 
ein 2tusttal)me-©e|e£ gemacfjt würbe, 3. 33., baß ber 3;ube 
meljr begasten muffe, als jeber anbere Staatsbürger, barf 
naef) ber ßntfcfjeibung bes 9t. Sofepl) Colon (9ie[p. 195), 
welche aud) im Scrj.*2L ((£1). 3CR. 369,6) q(§ naßgebenb 
anerfannt wirb, ber Sube ftdj biefer abgaben nierjt ent= 
jiefien. iQai ©inet niete ©laubiger unb er ift aud) ber 
Staatsregierung für Steuern uerpflicfjtet, fo muß bas 
jübi?ct)e ©ertcfjt naefj ber (üntfrfjeibnng bes 91 5)auib 1611 
Simra bafür forgen, ba% rjor allen Stnbern {aud) ben 
jübtfdjen ©laubigem) bie Regierung befriebigt werbe. 
£>ie 3tabbiner l)ielten befonbers niel barauf, bafe jeber 
3ube ein treuer llnterifjan fei, unb bie Gntsieljung 
ber Staatsabgaben würbe als eine ©ntroeüjung bes 
göttlichen Samens, fomit als bas fcfyroerfte retig iöfe 58er= 
brechen erflärt (ogt. oben S. 64 f.). Hebcrrjaitpt gelten bem 
frommen Suben bie ®efe£e bes Königs unb ber 9iegierung 
als göttliche ©efe^e nacr) Spr. 21,1 unb nacrj bem be 



befolgt gu »erben, roenn fie ficfi nidji auf ©runb unb SBoben be< 
giefjen ," roieirocjl int §>dj.s& au§br ü cf lictj gegen biefe 2(nficfit 
enticfjieben rcirb (Gö. 2»?. 369,8; 356,7; 73,14). 

1 ) iDiarj (l. c. <£. 45 u. 68) macfjt gegen biefe unjere 23cb,auptung 
gelienb, i>a% baZ r)ier angeführte $ßrincir> „für bie $rari£ buref) bie 
SBeftimmung außer Straft geiefct werbe, roonacb, ber nicfjtjübiicfjc ©teuer* 
beamte immer al§ unreblid) 51t betrachten ift unb man in biefem 
ftafle ftd) ber Steuer entgieben barf" (Gf). Wl. 369, 6). Snbeffcn ift 
e§ bodj flar, ba% in einem Sanbe, reo man bie gefeilteren Steuern 
unb 3öHe leiefit erfahren fann, ftiemanb fiefj bamit entid)ulbigcn wirb, 
i,a% ber ©teuerbeamte mefjr »erlange, als bat Staailgc'es gebietet. 



— 75 — 

fannten taimubifcf)en Sdtsipritd), baß bie irbifdje Regierung 
ber bimmlifcrjen Regierung äfmticr) fei. 

£urcfj bie Sfnerfenmmg bes ntcr)tjübifct)en ftaat{ict)en 
£Recr)te§ von Seiten ber ^abbaten fam es and), bafe 51t 
Derfcrjiebeuen Otiten Rechtsnormen anberer Softer auf bie 
jübifcfje 5ßrajt§ einen nnnerfenn baren (Sinftuß ausübten. 
2>ian mufe bar)er, um einen jübiferjen Diectjtsfa^ 51t be= 
urteilen, juerft bie <55efct)icr)te beweiben femien lernen. 
88tr t)aben oben ©. 67 Sttote 1 gegeigt, roofjer es fam, 
baß bei Roibinen bas ©rbredtf ber SCpoftateu gefcrjmätert 
würbe; Seite 62 Note 1 fjaben mit gefeljeu, roorum ber 
2almub geteert, bafc man ben Reiben bie doii ifjnen der* 
torene Sadje ntcr)t gururfjugeben brauche. 3m Stf).=2l. 
(£t). 3Jt. 370, 3 nrirb im tarnen bes 3Jteimonibe§ gelehrt, 
bafe es groar oerboten ift, ancr) mit bem 9iid)tjubeu SSürfet 
ober onbere ©Iücf*fpie(e 51t fpietcu, roeit ber SDcenfct) ftcrj 
nur mit fotcfien ©ingen befdjäftigen fode, bie ber 2Be(t 
??u£en bringen; allein bas Verbot bes eftaubes begetje 
man beim Spielen mit bem 2iict)tjuben nicfjt. 3W§ ©runb 
bes (enteren Sa^es gtebt ber (Sommentai Meirat Enajira 
jur Steife an, baft ber ©eroinn beim Spiet dou ben ?ticf)t= 
jüben iiicrjt für dlanb gesotten toixb, ba jeber Spieler mit 
gutem SBillen feinem ©egner bas ®eroonuene jdienft. 
■Kur bei ben Israeliten tjaben bie 5Beifen biefe Sdienfung 
als Asmachta (ungiltigc 3 ue i9 nutI 9) trtCort. 2)iefe 
rabbinifcfje SSerorbnuug rjabe natürüct) nur groifdjen Suben 
©iltigfeit. 1 ) 



1 ) 3uftu£ (®ef. 42) lügt unb rerfeumbet b,ier ba§ jüb. ®e|e§ 
groiefaef): 1) ®r referirt im tarnen be§ Sd).*2(. : „mit bem 2tfum 
(ßrjriften) aber barf man ®ubja fpielfn". £>ie§ ift eine 2üge! 9la<fy 
ber erften im SaV2l. citirten 2Xnfi<f»t be§ 3Waimonibe§ ift c§ aua) 
berboten, mit bem ^idjtjuben ®ubja gu fpielen, nur gilt bie§ au§ 
bem eben angegebenen ©runbe nietjt al.3 Staub; natf) ber gtoeiten 
SInfidjt roieber ift fein Unterlaß ieb gtotferjen Suben unb Stidjtjuben, 
fonbern baZ gewerbsmäßige Spiet ift mit Stflen »erboten, roäljrenb 
einfaches Spielen aua) mit Suben erlaubt ift (ügf. 6b,. 3R. 207, 13). 



— 76 — 

2)em au£länbif<f)en Redjte oerbanft aucrj ber aus bcr 
ÜDtifdjna (ß. Äamma 37b) entnommene SRectytSfafc im 
@lj. 2ft. 406, 1 [eine Sntftefjmig. 2)anac§ brauet ber 
Sfraetit, menn beffen Dd)§ ben £>tf)[en eines Reiben be* 
fdjäbigt, feinen ©djabenerfafc ju leiften; bagegen muffe ber 
^eibe für ben Scfjoben, ben fein DcfjS angerichtet i)at, auf* 
fommen. Scfjon ber ^entfcfjalmi macfjt 5U biefer Wi\d)iw 
bte SSemerfung, bafc f)ier owis nacfj ifyren (ber Reiben) 
Steckten entfd)ieben roirb. 9)eaimonibeS (H. Niske Mamon 
8, 5) fucfjt biegen 3ie«±)t§fa^ 51t üertfjeibigen. 9i Sfbrafjam 
b. £)at>ib finbet groor bie Rechtfertigung unrichtig, allein 
9i. Sehern £ob (im Migdal-Os) meift nad), bafc ÜftaimonibeS 
öodfommen im Redjte ift, roenn er bie 23egrünbung biefeS 
@efe£eS in ben Rechtsnormen ber Reiben fucfjt. 1 ) 

©in äfjnlidjer <5a£ befinbet ftd; in et). 2K. 227, 26 
(raörtlicfj auS SDtaimonibeS entnommen), bafe ber 3ube 
bem Reiben bie Onaäh (b. ff. wenn 5. 33. ber SBerfaufS* 
prei§ einer 2öaore um Vs bes eigentlichen SßertfyeS erfjöfjt 
mürbe) nicfjt gurütf'guerftatten brauche, rcäfjrenb ber £>etbe 
bem Snben baS burefj ^reiSerI)öf)ung ©eroonnene jurüdf» 
geben muffe. 5 ) S)er Kommentar „Sifte Kohen" 6emerft 
fefjon babei im tarnen beS 91. (Salomo Surje, bofe man 
nadj iljrem (ber ■ftidjtjuben) ©efe£e 6ei einer folcfjen lieber* 

2) C£§ ift eine unerhörte SSerleumbung, baß Sujtu» „Äubja" mit ben 
2Borien: „tm harten, 2Bürfel ober in anbern £a)tf)enfr>ielereien gu 
betrügen" überfe^t. Uneljrlid), betrügerifdj fpielen, gilt ent* 
ftfiieben al§ Staub, mag e§ getocrbSmäfeig ober nidjt gewerbsmäßig 
betrieben roerben, iorooljl mit Suben al§ mit 9iidjtjuben. 

*) SSgf. hierüber ausführlich 5- 9?obeI, Äritifctje« 9tict)tfc^njert für 
SRof)ling§ „Satmubjube", S. 41 ff. 

2 ) Äopp matf)t in ber angeführten ©djrift <B. 103 barauf auf* 
merffam, bau aud) oa§ öfterreitfuitfje bürgert, ©efefcbudj im § 35 
berfügt, ein t>om 2tu§länber in Cefterreidj unternommenes (9ied)t§*) 
©efdjäft, moburtf) ber 2tu§länber Stnbern Sterine gemährt, oljne bie* 
felben gegenfeitig 3U t>erj)flid)ten, entroeber natf) bem öfterretdjtfdjeit 
©efefce ober nad) bem be§ 2tu§länber§ 3U beurteilen fei, je nactjbem ba$ 
eine ober ba$ anbere ©efet; bie ©ittigfeit be§ ©efdjäfteS am meiften 
begünftigt. 



oortijeilung nichts begabt erhalte, inbem man gum Käufer 
fagt: „Wladfyc SDetne Stugen auf unb ftef)' Sir bte Üöaare 
an, beoor Sit faufft!" $rcüicf), roenn ein Sube ber lieber* 
oortfycitenbe mar, ba roar'3 gang anbers; ber muftte be= 
gafjlen. Sie|'e Untertreibung gnjifdjen bem Bürger unb 
bem gretnben, roelct)e im 2lftertf)um unb im -Dtittelalter 6eim 
3^ed)ifprecr)en üblid) mar, fanb aud) in bte eben angeführten 
Sä£e be§ Scrj.4>{. Gingang. $reiticfj fjettten fie ba feine 
praftijcfje Sebeutung, beim ber 9cid)tjnbe brauste botf) nict)t 
bem 2(u£|prud)e beS Stf).=2(. 31t folgen 1 ) unb bem Suben 
ben burrf) feinen Dcfjfen angerichteten Scrjabcu gu eiferen 
ober bie Onnaäh 3itrücf 511er ftatten. Sie Sä£e mürben nur 
al§ atte taünubifcrje formen aufgenommen, roierooljt fie für 
bie ©egenroart feine SSebeutung Ratten, ^ebenfalls (äfjt 
ficr) in biefen Raffen ber Glinffufj be§ aufeerjübifc^en 
iRed^t^ auf bie jübiferjen 3tedjts6eftimmungen nicfjt oer* 
fennen. — 

2öir f)aben nun auf oier mächtige, t)ocf)ragenbe Scf;u^ 
mauern tjmgeroiefen, mit ioe(d)en bie Otabbinen, bie treuen 
Leiter it)re§ 93o(fe§, bie ©eäote ber ©eredjtigfeit unb 
Sißigfeit umgaben, auf bafj fie nicr)t 2lnber§g(äubigen 
gegenüber mißartet roerben. 93ierfacfj ruft jebem frommen 
Suben bk Stimme feinet Innern gu: „2öeicr)e gurücf 
Dorn Söfen unb tfyue ©ute§!" 23eicf)e gurütf 00m 23öfen! 
liebertritt nie ba$ SanbeSgefe^, benn Dina de-Malchuta 
Dina! 3"™tf 00m 93öfen, benn Sit entroeir)ft fonft ben 
^eiligen tarnen ©otte§, unb biefe Süube mirb Sir Sein 
©eppfer bi§> gum 2obe nicfjt oergeitjen! £fjue ©ute3, 
ftifte ^rieben, enoeife Siebesbienfte, benn „gütig ift Sein 
©Ott für 2(1 (e unb Seine ©armljergigfeit mattet über 
jebem Seiner ©cfdjöp fe!" Sfnte ©ute§, benn Su Ijeitigft 
unb Derr;errticr)ft ben tarnen Seinem 93ater§ im $immeL 

1 \ £ie§ toirb üom <5dj.*2I. fetbft borauggefefct (gfj- 3K. 110, 1), 
i>a$ ber ©oi bem jübiidjen ©crictjte nid)t gu folgen brauet, ©benfo 
roirb in Gl). Tl. 283, 1 gelehrt, bafc ber 3?ic^tjube bie Stnorbnnng ber 
SRabbinen nict)t 5U beachten braucfje. 



— 78 — 

$ein frommer Subc ift t'o uerflocft, baß bei üjm ber 
«Sireuengefang, ber öuft nacrj irbijcrjem Ctfenmm biefe Hier 
gewaltigen ü£onnerftimmen be$ ©erotffera? 3U übertäuben 
üermöcrjte. — 



XL 

£reue 3Bäct)ter ftanben ftets auf ben vgdnt^mauern 
be§ jübifcfjen ©efeijeS nnb f)ielten unermübnct) Söacrje ben 
gangen Sag nnb bie gange 9iad)t oime Unterlaß (Sef. 62,6). 
Bereits am anfange be§ 11. 3arjrl)unbert§ fjatte ber 
berühmte 9i. (Serfcrjom 9ftaor rja=@otarj einen Sann über 
biejenigen auägefprodjen, welche Betrügereien begeben ober 
SWünäen befrfmeiben. ') 

2öie [trenge nnb gerciffenbaft bk Subenfdjaft ftetg 
barauf fal), bafc ber eingelne %iibt baZ SanbeSgefefc be= 
obacrjte unb bem 9^idt)tjuben fein Unrecrjt gufüge, bezeugt 
ba% oben ©. 13 f. angeführte flaffifdtje 3 e «gnife beSBeer f)a* 
<$oIar) gum Gt)o)crjen £>amifd)pat 388, 12, wonach „bereits 
tängfi bie (Einrichtung unb ber ©ebraucf) oerbreitet mar, 
bafc bk 35orfter)er ber ©emeinbe barüber machten, 
bafc fein Betrug gegen bie ^icrjtjuben geübt werbe, 
unb man bk Seute, meldte auf ®rebit fauften ober £)ar* 
lefjen aufnahmen mit ber 2(bfid)t, nicfjt 31t begaben, auf 
Hnorbnung ber Borftet)er ben 9?id)tjuben angeig e." 2 ) 

25te Ferren „3uben|piegel"=2ftad)er unb ßonforten 
rjatten root)l faum eine Stljnung tton biefen, an oerftecften 
©teilen ftefjenben unb barum r)iftorifd) um fo glaub* 
mürbigeren 3^gniffen über bie geroiffenfjafte 9iebticr)feit, 

•j niyn mSu kSi nuipt? mcyS »hv. SSgl. Beer ha-Golah ,ju 
Sore ©ea 334 ©nbe. 

■j ©0 lehrte fd)on gegen ©nbe be§ 12. 3af)tf)unberl§ 9t. Suba 
b. (Samuel au§ 3tegeu§burg: „SBenn ein Sube unb ein (£r)rift 3U* 
fammen finb unb ber ßtjrift fagi: „3$ null na&, $1. getj'en, bort 
finb Suben, unb itf) fürrfjie, fie mürben midj betrügen; fage mir 
bod), mer gfaubtoürbig unb mer nictjt gloubtoürbig ift !", bann fofl ber 
Sube ifjm fagen: „üfiit 9t. u. 3?. mad)e fein ®efd)äft!" (©. 6f)af. 1086). 



— 79 — 

mefdje Die Snben gegen 5tnbersg(äubige geübt tjaben. llnb 
bog gatatfte an bcr &ad)e ift, baß biefe, für bie SufhtS, 
Störung unb if^re ?iacf)beter fo unbequeme SDiittbeitung 
gerabe am Dtanbe beS oerfdjrieeneu (2d)ut<i)ans2{rucg 
beigebrutft ft e f> t ! 9hm beim! SStr motten Den eljren* 
»ert^eii sperren geigen, baß in biefem <2rf)ulcl)am2trud} 
nodj Diel me|v ftelji, rooran fte faum eine greube fiaben 
bürften. 9Bit motten ifynen einen (Spiegel oorfjatten, Da* 
mit alle biejenigeu, in beuen nocf) ein gunfe oon <2cbam* 
unb QSjrgefüljl roofmt, befdjäuit unb errötfjenb ftd) ab> 
menben oon ben Sügen unb Sßerbrefyungen jener elenben 
Orälftfjer unb SBerläumber. 23ir motten im „edjtcn 
Subenfpieget" einige Paragraphen aus bem (2cf)utcrjatt= 
Struck unb feinen Kommentaren gufammenftetten, roetcr)e 
oon Den Regierungen Der ^uben 51t Slnbers« 
gläubigen fjanbetn. S)ie SBorfcfniften ftnb gumeift 
bem ©$.*& bes di. Sofepf) $aro unb ben $8e* 
merfungen bes 9t. ütfcofes Sffertes, einige menige ben 
bem &ä)M. beigebrucften, attgemein als mafegebenb an* 
ernannten Kommentaren ober ben größeren 23erfen „Bet 
Joseph" unb „Darke Mosche" entnommen, oon benen 
erfteres Di Sojepf) Äaro, le^tereS Sffertes gum 93er- 
faffer f)at unb bie bem (Sd)ultf)an*21rucf) als ©runblage 
bienen. Sie 2Jiotioirungeu unb Srgängungen ber ®efefce 
fmb in ben meiften gätten ebenfalls ben oben ermahnten 
autoritatioen Kommentaren bes £Sct).=3C. entlehnt, mit* 
unter aber aud) anberen ©Triften, beren mafegebenbe 
Autorität gleichfalls nnbeftritten ift.*) 



*) S5ie gufammenfteltung ift natf) berfelben 2Wetf)obe erfolgt, tote 
bie fpäteren ©efefce§*(Iompenbien, 3. S. ßfjaje Stbatn unb ßfjodjmat 
SÄbam bon 9t. Stbrafjam SDan^ig, meiere au§ bem (Scfjutdjan * Struck 
unb beffen Kommentaren ®efe§e ercerpiren unb mitunter auä anberen 
©djriften erftären unb ergäben. 2WeS »a§ in biefem „eckten 3uben* 
fbiegel" mitgeteilt toirb, muß jeber gennffenljafte 3ube als religionä* 
gefefctidj geboten betrauten, unb biefe ©efefceSfammlung fönnte 
jebem jübifdjen 9teligion§(e£)rbud)e einberleibt ©erben. 



— 80 



ättefjrere alte, befannte, ben 3S e r f e f) r ber Suben 
mit ?tnber3gläubigen regetnbe ©efe£e berauben. 

®ap. 1. 2Utgemeine ©runbjäfce. 

§ 1. ©ott fiet§ oor 2ütgen fyaben, ift ein oberfter 
©nuibfafc ber 2f)ora; fetbft im oerborgenen 2Banbel unb 
auf ber näcrjtücfjen Sagerfiätte beact)te man, haft ©Ott gegen* 
roärtig ift. 1 ) 

§ 2. 2Me§, roa§ man trjut, gefd^et)e gu Stiren @otte§. 
S)er ÜKenfd) überlege jeben (Schritt unb jebe $fyat; menn er 
burd} Dieselbe gum SMenfte feinet (Ecppfer§ gelangt, bann 
tt)ue er [ie, mo nidjt, foH er fte untcrtaffen. 2 ) 

§ 3. (Sin 9?id)ijitbe, ber bie fiebert 9^oad^ibifcr)en ©e- 
böte 3 ) angenommen fjat, ber Ijeifct ein ©er=Xofcr)ab (ein 
$rembling, ber in einem jübiftfjen ©taate al§ Snfaffe auf* 
genommen nmrbe. 4 ) ©egeu biefen mufjte man im gen>öf)n= 
liefen SSerferjr unb im ©rroeifen ber £iebe§bienfte gang fo 
roie mit einem Israeliten oerfafjren, benn mir waren oer* 
pfticfjtet, il)n 51t ernähren, mie gefd)rieben ftef)t : „2)em 
$remb(ing in ©einen Sporen follft ®u e3 geben! 6 )" 
(£ine3 folgen üftid)tjuben Srrtfjum barf man nic§t au£= 
nu^en; and) bk oerlorene ©aerje mufj man ifym gurüdf* 
geben. Scrjä^e um nicr)t gering, [onbern efyre ifm mefyr 
aB einen öuben, ber fitf) nidEjt mit ber %f)oxa beschäftigt! 6 ) 



a ) Sfferle§ im Drntf) (Sfjaim 1, 1. 

2 ) ®are>, Oracf) efjaim 231. 

3 ) £>ie 7 ©e&oie, togl. oben ©. 5 Sftote 1. 
*) ®aro, Sore ©ea 124, 2. 

5 ) 2ftaimonibe§ $. 3tfelacf)im 10, 12. 

•) 91 Suba 6. (Samuel, ©epljet Sfiaffibim 358. 



— 81 — 

§ 4. SMe frommen oder SSötfer rjaben itfntfyeil an 
ber eroin.cn Scügfdi 1 ). 

§ 5. ^cr $ntc ift üerpflicfjtet, fein ganzes Vermögen 
511 opfern, bcoor er ortcfj nur bas geringfte Verbot ber 
2f)ora übertritt. 2 ) 

§ 6. Um ein ®ebot ber Religion 31t erfütten, mufc 
man, fatfs es nicf)t anbers gef)t, ben fünften 5£f)eü feinet 
SBermögenS opfern. 3 ) 

§ 7. ?htr gegen ©ott begangene ©ünben roerben am 
SiBerföfjtumgstage oergeben; bagegen finben ©ünbett, welche 
man gegen bie 3)icnfcrjen oerübt, am 3Serföf)nungstage 
feine ©urme, roenu man nicfjt ben SSerfefcten befriebigt 
bat.*) „Gs fei aber 9?iemanb fo tfjöridjt, in feinem bergen 
31t fpred)en, Staub fei nur bann ein fo fdiroeres $8ergerjen, 
baß, roer iljn nicfjt jurücfgicbt, roeber burefj 53uße nodj 
burcrj Opfer Süfme finbet, roenn ber 3tauö an einem 33* 
raeliten begangen mürbe; bem ift nicfjt fo, fonberu and) 
bie Beraubung eines ÜRicfjtjuben ift oon ber Sfjora Der* 
boten rcorbeu .... Sa, es ift eine fcfjroerere (Sünbe 
einen iRtcrjtjuben 51t berauben, als einen Suben. 
22er baf)er eine fokfje <2ünbe begangen, foH fte fte oon ftcr) 
entfernen, beim er wirb nicfjt rein, beoor er fte abgeroorfen, 
roie man einen Stein ans ber £>anb wirft." 5 ) 

Aap. 2. 5(djtung ber SSürbe aüer Sftenfcfjen. 

§ 8. Sföer einen nict)tjiibtfdr)eit 2öeifen fietjt, 
fpreerje: „©epriefen feieft 2)u, ßroiger, unfer ®ott, ®ömg 



>)&aro, ©etSoiepf), 3ore £)ea 367; iöeer fja*@o(af) 3U& 3). 367,1. 
G^o'rfien \)a*Wäid)pat 34,22 unb 425,5 im tarnen be§ 2>?ainionibe§, 

*) Stierte in Sore &ea 157,1. 

s ) Sfferle§ in Crad) CSfjaim 656. SuftuS lügt, »Denn er in feinem 
„Subenipiegel" behauptet (unb ^Srof. ©ilbemeifier jprtcfjt iljm bie§ 
natf)) ber 3ube büne, um einen Profit 31t machen, bon bem ©efefce 
obroeidien. 

4 ) Cradj eijajim 606, Dergl. 2TCiidjna Soma 85. 

•j 91 ©ed)ai b. St'tfier im Kad ha-Kemach ed. Sßarjcfjau @. 17. 

6 



— 82 — 

ber SBeft, ber S5u uon Seiner 23eisbeit bem Sterblichen 
gefpenbei Ijaft." 1 ) 

§ 9. üffier einen nidjtjübijcfjcn &önig jtefyt, fprect)e : 
„©epriefen feieft SDu, (Sroigcr, nnfet ©Ott, ®5nig ber SBelt, 

ber S)u uon deiner Gtire einem Sierblidjen uerlieljen 
I)aft." a ) 2ict)t man r)of)c fönigtidje Beamte, fo fprect)e 
man biefen ©egenSfprudj oljne ©rroätjnnng bes (Mottet 
namens nnb Seines &öntgtl)itms. 3 ) 

§ 10. @S ift ein ©ebot, Tief) 511 6eftre6en, gehonte 
.sSauptcr 51t fehen. 4 ) Um bieies ©lücfes tljeitfjaftig 51t 
werben, ift e§ unter llmftanbcn fogar gemattet, eine rab6inifcr)e 
©a^ung 31t übergeben. 5 ) 

§ 11. 2Cu<f) aiicr)tjübi|d)eri ©reifen mufj man 
£>ocfjacf)tung oejengen nnb iljnen bie «£>anb gnr Unterftüinmg 
reichen. 6 ) 

§ 12. 2Ber einen Seid&en§ug jteljt, muß auffielen 
nnb jebem, aitctj einem nidjtjübifdjen, lobten minbeftenS 
oier @ffen roeit bas ©eteite geben. SESieroor)! man bei 
einem abtrünnigen öuben nidjt I)inier ber SÖQfjre Ijergeljen 
mit ß, [0 mufj bie« beim 9crd)tjuben gcict)cf)en, roeit ber 
fromme 9itdjijube meljr 51t achten ift, als ber abtrünnige 
Snbe. 7 ) 

§ 13. (rs ift verboten, einen menitf>tfd)eit Seidjnam, 
fei es ber eines Suben ober eines 9Uefjtjuben, cbenjo 
and; bcffen 2obtenf(eiber 51t irgenb roeldjeut Sftufcen 31t ge* 
brauchen. 8 ) „®ie§ ift nm fo mefrr »erboten bei ben 
j ewigen 9iid)tjnben, tne(cr)e Religion nnb ©efefc achten, 



1 ) 0. £&. 224,7. 

2 ) 0. Ct). 224,8. 

3 ) O. CSt). 224 ttn Magen Abraham. 

4 ) €. gl). 224,9. 

5 ) lux Sore £ea 372. Sie Sinfidit be§ Mag. Abr. 224, ber 
bic§ befreitet, üt bereue im „Mor u-Keziah" r-on dl. 3aco6 ©mben 
mibertegt. 

8 ) 3- S). 244,7. 

') Äaro, 23ct Sofejjfj im 3. 5D. 367. 

8 ) 5ore ©ca 340,1. 



— 83 — 

an ben ©eltfctjöpfer, bie 23orfefmng, 23elof)nung unb Se= 
ftrafung unb anbere wichtige Soguten glauben. SBetm fie 
aud) md)t bie GHnljeit ©otteS anerfennen, fo übertreten fte 
bomit fein ©ebot, ba unfere Reifen geteert rjaben, bie 
Sftoacfjibeu feien wegen Schittuf nicfjt gewarnt worben. 3cf) 
meinerfeitä fyabe gwar nodj einige 93ebenfen in tiefer 
(Sacfjc. 1 ) .... Senuodj aber mag e§ genügen, baß giittf 
jsvrul M* Cljtt ften fit* fltjf)t-tö*J§«ttdictt«* ijätt. 2 ) 
Sarum müßte il)r Seben f oftbar fein in unferen 
Singen, felbft nenn wir über fte r)errfdt)teri unb fie un§ 
untertänig wären in unferem Sanbe, unb wie tuet nierjr 
ift es in bieten Sänbern, wo wir unter irjrem Scrjatten 
uns bergen, unfere $J>f(id)t, mit nuferer gangen Äraft fie 
§u bejcfjü^en, fie oom lobe ju erretten unb oor jebem 
£d)abeu unb ?tcicf)tf]eil 51t bewahren; and) ber (Sct)n^ ir)re§ 
GigentijumS tnujj unfere Sorge fein. . . . £ie§ Süles ift 
ftlbftvtvfkanbliü). Stoljer ift if)r fieicrjnom 31t jebem 
©ebrandje oertoten. (Sie wären nid)t 31t oeracfjten, wenn 
fie (and) nur) bie fiebut ltoacfjibtfcijeti ©ebote gelten. 
233enngleicr) fie aud) biefe ©efcote überträten, fo würben fie 



x ) £ie 23cbcnffn bcS SSerfafferS finb jetjt bereits längft gel 
bgl. itriier ÄriiTrl XIV. i:nb trn 8?rtf. felbft in feinem „Mor u- 
Keziah" 324, „Scheilat Jaabez- II dir. 133 unb in ben tretter 
2irt. XV angerührten (Sdjriften. 

2 ) £a§ mögen bie $ubfiuä3criäumber toorjl beachten: ©tefer 
Sßerjaffer geborte gu ben erficn Rabbinern feiner Qeü; er baite bie 
guberläf figften Srabiiionen, benn [rinS3atet tuar ber berühmte „Gfjadjam 
3ebi", er felbft ftanb mit faft allen angesehenen Rabbinern feiner 3eit 
in SBerbinbung — unb biefer Rabbiner idjreibt in einer rjalacf^ifctien 
©ntfdjeibung fo en passant, taB «gan,^ SSrael etc." 2£of)t üer* 
ftanben, er fagt nidjt feine eigene äfafldjt, benn er felbft fjat „nodj 
einige 93ebcnfen" bagegen, et beugt fid) aber unb gibt feine Meinung 
auf, toeit ganj 3§rael nun einmal entfcbjeben glaubt, bafj bie (Srjrifren 
feine ©ö^enbiener finb, alfo meit tjöber als bie „9?iajtjuben" be§ 
©cf)uld)an>2trucb geaebtet »erben muffen. £>ie§ mar bereits bor 
150 Sabren, bie Meinung oon gan^ 5§rael, unb nun fommen 
2ügner unb Herfcreiten bie abertüi^ige 23ef)auj>tung, baß bie 3srae!iten 
noefj fjeute bie Sfjrtften 3U ben ©öfcenbienern beS 3cfj.*2t. 3äfjlen:i 



— 84 — 

bofür im Senfeits beftraft werben; ober nacrjbem fie if)re 
Strafe empfangen, rjaben fte 2fntf)eil an ber ewigen (Selig* 
feit, je nadjbem ifjre SBerbienfte ftnb. (5tef)t e§ bocfj feft, 
bcifa bie frommen aller SSöffer SftitljeU an ber ewigen 
Seligfeit rjaben. . . . S>eäf)atb ift e£ ungweifelfjaft, bafe 
auct) ber Seicrjnam eine§ 92icf)tjuben 51t {einerlei ©ebraucf) 
oerwenbet werben barf." 1 ) 

Aap. 3 «ßrojettoten. 

§ 14. ÜBerni Semanb fomutt, um gum Subentfjnnt 
überzutreten, fage man 51t ifjm: „2Sa3 6ewegt £>id), 3ube 
gu werben, weifet S)u benn nirfjt, bafe Sfrael gur 3^i* 9^ 
ftofeen, gertreten unb gemartert ift?" SBenn er fagt: 
„2So!jt weife id) bie§, unb ict) ftelje ntdjt an, micf) mit irjnen 
gu oerbtnben", fo neunte man ifjn auf unb madje ilm be= 
fannt mit ben ©runblefjren ber Religion, b. i. bie Ginrjeit 
©otte§ unb ba% SSeröot be§ ©öfcenbienfteS.») 

§ 15. SDcan [Rubere aßen aufguneljmenben Sßrofelnten 
bie (Schwere be§ „3ocl)es" ber Srjora unb bie 9)tür>e, meldje- 
beren ?üt»übung bem gemeinen 93olfe madjt, bamit fte 
iljren 93orfa| aufgeben, ©eben fte iljren SSorfa^ aber ben* 
nocr) nicr)t auf, fo ba^ man fterjt, fie beferjren ficfj au§- 
Siebe, fo fann man fte aufnehmen. 3 ) 

§ 16. Gin nicrjtjübifcfjer $nabe fann oon feinem 
SBater gum Subentfjmn übergeführt werben. £>at er feinen 
Sßatcr unb fommt oon felbft ober oon feiner SKutter ge= 
bracht, um gum Subentf}um überzutreten, fo barf ba& 
jübifcrje ©ericfit irm gum ^rofelrjten machen.*) (£§ ift 
jebocf) nicrjt geftattet, ifjit gegen feinen Sitten gum Suben 



x ) 9t Safob ©mben in ftefponicn „Sche'üat Jabez" I, SRt. 41, 
<5. 70 b ff. S)q§ ©utacf)ten ift an einen jubifdjen 3Kebiciner gerietet. 
£ie (Sammlung ift gebrucft 5U Sltona 1739. 

2 ) 3ore £>ea 268,2. 

8 ) 3ore 2>ea 268, 12. 

*\ Sore 2)ea 268, 7. 



— 85 — 

#u macfjen, fefbft wenn bk Suben bie 2Q?ad)t ba%u 
fjaben. 1 ) 

§ 17. Sem ^rofelnten ift e§ [treng tierboten, leinen 
SSater, wenn er aucfj ein ,,©oi" ift, gn fernlagen, §n oer* 
fTuctyen ober 31t beftf) impfen. 8 ) 

§ 18. Gin Sßrofetrjt fann nadj bem göttlichen £r)ora» 
gefe^e feinen SBatcr, ber fein 3nbe ift, nicfjt beerben. 3n= 
beffen fjaben bie Oiobbinen angeorbnet, baf$ er erbe, bamit 
er nicfrt wieber abtrünnig werbe. 2Wein, ba bocfj ber 
Sfticfjtjnbe nicr)t oerpfficrjtet ift, biefe SInorbnung ber SRctbbinen 
gn rcfpeftiren, fo fjat ber „öwi" ba§> Dtectjt, feinen ©ofjn, 
ber ^rofetrjt geworben, 311 ©nnften feiner anberen Sötme 
31t enterben. 8 ) 

&ap. 4. 9(po [taten. 

§ 19. SBurbe ein nict)tjübifct)er Änabe oon feinem 
SBater ober oon einem jübifcrjen ©ericrjte (ogt. § 16) 311m 
jübifcfjen ^rofetrjten gemacht, fo fann er, groftiärjrig ge= 
worben, bagegen ^roteft ergeben unb 31t feiner früheren 
Religion 3nrücfferuen. ®r wirb bann nid)t a(§ Slpoftat 
betrachtet. 4 ) 

§ 20. Söieworjt man jur 3 e ^ be3 Xempe(§ oon 
einem Stpofiaten feine Opfer annahm, fo barf man je£t 
bennocf) Söeifjegefdfoenfe für bie (Srjnagoge ober Spenben 
für 2trme oon iljm annehmen. 5 ) 

§ 21. SSenn ein 2(poftat ©etb giebt, nm eine £f)ora= 
rolle in feinem tarnen fcbreiben 3U (äffen, fo barf man 
feinen SSißen ausführen. 6 ) 

§ 22. ©in Sßrofelrjt, ber wieber abtrünnig geworben; 



!) Sore 2)ea 268 im Sifthe Kohen 16. 

2 ) S. ©• 241, 9. 

3 ) efjoft^en f)a*2?iitcfipat 283, 1. 
*) Sore ©ea 268, 7. 

*) Sore ©ea 254 im Sifte Kohen 5, tarnen! be§ „Mabit". 
*) Dr. ßfj. 154 im Magen Abr. 18 9?amen§ be§ S. Chassidim. 



— 86 — 

ift qIS jübifd)er 2tpoftat 511 betrachten. *) (£r muß baljer 
in ©elbangelegenrjeiten, in 3ueignungen unb SBerpflicfitungen 
rote ein 3ube betjanbelt roerben. ßriftirt jebodj ein ©efefc 
ber Regierung, bafe ein folcrjer wie ein 9iid)tjube erroerben 
unb gueignen fönne, fo ift bas ©efe^ ber Regierung mafj;* 
gebenb.*) 

§ 23 9cacf) bem ERec^te ber Sfjora beerbt ber 2lpoftat 
feine jübifdjen SBerroanbten. ginbet es jebod) bas ©e= 
rid)t für t^untid^, iljm bie (Srbfdjaft gu entgicfjen, fo mag 
es banad) nerfügen. 8 ) 

§ 24. ©erätf) ein Sube in ©efangenfdjaft, fo muß 
bas ©eridjt bafür forgen, bah beffen Vermögen oon 
einem eljrlidjen unb guoertäiftgen üftanne oerroaltet wirb. 
2{ucr) roenn ftcr) eine gefangene grau getauft unb mit 
einem driften Dertjeiratfjet Ijat, foll für bie SBerroalrung 
ifjres Vermögens fo geforgt roerben, rote roenn fie ficf> uidjt 
getauft fjatte. 4 ) 

®ap. 5. 9?idjtjübifcfje ©flauen. 

§ 25. Ginen getauften nidjtjüoifcfjeu ©flauen barf 
man groar nacr) bem ditfytt ber £f)ora (Seo. 25, 46) 
fd)roer arbeiten raffen ; jebod) ift es eine (Sigenfdjaft ber 
frommen unb 93eifen, barmf)ergig gu fein. 3Jcan 
foll bafjer feinem ©flauen fein ferneres 3od) auflegen, ifjn 
nicrjt bebrängen; man gebe iljm gu effen unb 31t trinfen 
oon allen ©peifen unb ©etränfen; man befdjimpfe if)n 
nict)t burd) Xljaten unb nidjt burd) SSorte; man fd)reie 
nid)t öie( unb gürne nid)t gegen irju, fonbern rebe mit il)m 
getaffen unb Ijöre feine ©egenrebe an. 8 ) ©0 fagt and) bk 
©ct)rift oon ben £ugenben £iob's, wegen bereu er gepriefen 



») Sore £ea 268 ©nbe. 

2 ; Äaro im „93ct Soiepfj" unb SiferleS im £arfe 2Rofdje Sore 
£ea 268 ©nbe. 

*) (Sfjoidjen fja*aKifdjpat 283, 2. 93gl. oben 6. 67 D^ote 1. 
*) G&oirfjen $a«3Rifdjpat 285, 10. 
h > Sore £ea 267, 17. 



— 87 — 

»irb: „Sftifjadjte tcfj baS ^Hecfjt meines Anettes unb 
meiner 9?tagb. trenn fte mit mir rechten? Jpat bocf)mein 
Stfjöpfer andt) tfjn gefefjaffen!" „©raufamfeit unb gfredjfjeit 
finben fid) nur bei ©öfcenbienern, aber 3§roeI, bie dlafy 
fommen 9lbrar)am's, benen (55olt bk 33of)ltI)at ber Sfwra 
guftrömen liefj; unb gerechte Satzungen nnb 9ted)te gegeben 
i)at, fie ftnb barntfjergig gegen 2(üe. ©benfo beißt eS 
rwn ben ©igenfefjaften ©otte§, benen mir uacf)3unl)men oer* 
pflichtet fmb: „Seine SBarmfjerjiafett cvftrecft fid; Ü6er 
äße Seine ©efebbpfe.'' 1 ) 

§ 26. 2Ber einem iitct)t]übifcr)eit Sfumen ein ©lieb 
öerle^t, 3. 23. ein 2(uge, ober it)tn aneb nur einen Qafyn 
auSfd)(ägt, ber muß jnr Strafe ifjti unentgettltd) frei 
entlaffen. 2 ) 

§ 27. SSenn ein nidjtjübifcfjer Sfiaoe feinem §errn 
entfliegt nnb nad) Sßatäftina fommt, [0 barf man il)n 
(nad) ber SBorfcfjrift in ®eut. 23, 16) nidjt feinem £>errn 
ausliefern. 90?an fagt melmeljr feinem £erra, er [off ilnn 
einen gfreifjeitSbrief fdjreiöen; bafür gebe ber ®ned)t ifym 
einen Sdjulbfcrjetn, ba$ er, fobalb er 31t Vermögen ge= 
fommen, itjm baS entfprecfjenbe Söfegelb 3afjfen werbe. 
SBill jebod) ber 4perr ifjn nicfjt freitaffen, fo erfläre 
baS ©erief/t gerabeju bie Änecf>t|cr)aft beS Sfiaoen für auf* 
gehoben. 3 ) 

Ray. 6. 25a^rf)aftigfeit nnb 'Irene. 
§ 28. SSenn 3emanb non einem 2(nberu befcrjrooren 
wirb, etwa§ 51t tf)iin ober nicfjt git trjnn, unb er barauf 
„2(mcn" ober fonft ein SBort ermiebert t)at, woraus bk 
3(nnal)me beS ScbwurS 31t oerfietjen tft; fo ift bie» ein 
oerbinblicfjer &ib, gerabe fo, wie wenn er felbft gefdjworen 
rjätie, mag aud) ber Sejdjroörenbe ein ^icrjtjube fein. 4 ) 

*) SKaimonibfs H. Abadim 9, 8. 
s ; 3cre £ea 267, 27. 
8 j 3o« £>ea 267,85. 
*) Sorc <£ea 237, 2. 



— 88 — 

§ 29. Wan barf ntdjt „ben Sinn ber Sftenfdjen bitrcr» 
2öorte ftei)(eu" (ik tauigen), ba$ mau geige, man tbite 
Semanbem einen ©efaflcn, roäijrenb man in 2Baf)rr)eit 
nichts ttjnt; fo 3. 33. barf man nicfjt 3emanben bringeub 
ginn Gffen anfforbern, roenn man roeifj, ba$ er nicfjt effen 
wirb. '; 

§ 30. ©enn ein 3nbe ober 9cict)tjitbe nm ein S)ar* 
lebjen bittet, unb man glaubt, bas ®etb fei lticfjt ftcfjcr, fo 
barf man ntct)t lügen unb [ageu, man Ijabe fein (Mb; 
benn roenn man and), um ben ^rieben 31t erhalten, 
ftdt) eine Unroat)rt)eit erlauben bürfte, fo tft bies nur bann 
ber $atT, roenn eine Sadtje bereits gefdt)ef)en unb ntct)t 
mefjr 51t änbern ift. 2 ) 

§ 31. Ser öube barf nicfjt Jagen, er fei ein Gfjrift, 
felbft um ftcf) boburef) ba$ %ebm 31t retten. 3 ) 

§ 32. ÜDtan barf bem 9ticl)tjnben ntebt „£refal)" (bem 
Subcn Verbotenes) für „föofcfjer" oerfanfen, 4 ) weil bie« a(§ 
2änjc^uug betrachtet roirb, roas fetbft bem Reiben gegenüber 
»erboten ift. 5 ) 

§ 33. SEßenn ein ßönig ober gürft ben Snben (für 
jübiferje Sinne) ©elb febieft, mufj man bamit naef) bem 
SSMIIeu be3 £errfcf)er» nerfaljren. 6 ) 3n feinem $affe 
barf ba§ ©elb anberS oerroenbet unb bann oorgegeben 
werben, baß nad) bem SBtHen be§ dürften gefdt)el)en fei, 
weil man feinen ÜKenfcfjeu tänfcfjen barf. 7 ) 



*) Gf)oic&en fja^aWifdjjHii 228, 6. 

2 ) £xad) CSfjaim 156 im Ziagen 21bra!iam 2, 9iamen§ be§ Seph. 
Chassidim 426. S)er Sßorilaut ift natf) ber ^srimär=Cuelle mitgeteilt. 

3 i 3ore 2>ea 157, 2. 

4 Offerte* in Oore £ea 117, 1 ; Saro, Sboicben ba*3ftifd)pai 223, 6. 

s ; 3ore £ea 117 im Türe Sahab 4 s. v. iidk im tarnen be§ 
2ur. ®enn man bon einem üfticbtjuben ein ©erätrj jum ^fanbe bat, 
barf man baeielbe ofyne ©rlaubniß bes @igentbümcr§ nierjt benußen, 
rueil bie§ eine Jäui'cbung märe, Bajit Chadasch 51t %ote £ea 120^ 
bei - b!e§ aus 2J?af)ariI, H. Pessach betneiit. 

6 i SfferleS in 3ore 2)ea 254, 1. 

7 ) Sore $>ea 254 im Sifte Kohen 3. 



— 89 — 

§ 34. 2£er im penibel unb 95>anbet fein SBort bricht, 
gebort 51t ben Sfcrculofen, an bciieu bte Reifen fein 9ßorjl= 
gefallen rjabeu. 1 ) Senn Suben unb ^id)tjubeu mit ein* 
anber oerabrebet rjaben, ftcf) gegenfeitig £>Ufe 31t (eifien, 
unb bie Sedieren galten if)r 23ort, fo muffen bk (Srfteren 
aucr) beut 9eicrjtjuben, fetbft gegen 3 üben beifterjen. 
©benfo menn öube einen 9itdjtjuben unfdjutbigerroetfe um= 
bringen roiH, fo muß ein anberer Sube, ber bie§ fierjt, ftc^ 
mit bem 92i<fitjuben üerbinben. 2 ) 

®ap. 7. 3Qtilbtt)Qtigfeit gegen 2inber£glaubige. 

§ 35. 2Kan barf armen 9ticrjtjubeu itidjt oerroerjren, 
bie 9iad)tefe, bie öergeffenen ©arbeit unb bie an ben Gcfen 
ber gelber fte()en getaffeite gruäjt aufgutefen. 8 ) 

§ 36. Ginen Suben, ber öorfäfcltdj ein ©ebot be§ 
@efe£e» übertritt, ift man, roenn er nidjt umfefjren roiU, 
nicfjt üervf ticktet, 31t ernähren ober buref) Sartefjen 31t 
unterftü^en. 4 ) Sagegen muß man nicfjtjübifcrje Sinne mit 
ben jübifcfjeu Sinnen 5 ) entäbren, raeil ber %ube bie 23ege 
be§ griebens raanbcln folf, 6 ) beim fo ftcf)t gefet) rieben: 
,,©nt ift ber Cnoige 2XITen, unb (Seine üöarmrjersigfeit 
mattet über allen Seinen ©efcriöpfen" ; ferner fjeifjt e»: 
„£er %i)oxa 28ege finb licbeöotle 23ege, unb alle irjre 
$fabe — ^rieben." 7 ) 

§ 37. Sßo e§ ©ebrami) ift, am s }>urimfefte, aurf) an 



] ) CIt)ofd)en l)a*:»Uicfjpat 204, 7. 

*) 3t. Se&uba h. (Samuel im Sepher Chassidim 1018. 

a ) Sore £ea 151, 13. 

*» Sore 2)ea 151, 1. 

5 ) £te SSorle „mit ben jübifcöen Sinnen" fter)en, tt»ie ber Perischa 
5um Gfjofdjen r)a*2Kifcr)t>at 219,2 erflärt, be§f;aI6, um ^u lehren, t>ab 
jelbft menn jübifcfje Sinne ba jinb, man niefit fagen foüte: „vBenn 
idj bie armen 9iicntjuben ernähren nnitbe, fo mÜBte icf) bie? ben 
jübiicf)cn Sinnen entjiefien." 

6 > SfferleS in 3ore 3>a 251,1. 

') 2>taintonibes H. Jlelachiin 10, 12. 



— 90 — 

arme Üiicfjijuben ©efd&enfe 511 öertljetfen, foll ber ©ebraucf/ 
befolgt tocrben. 1 ) 

§ 38. (Sinige oon ben 2öeifen pflegten ©clb in 
lücrjer einguoinben unb e§ hinter ifjren JRücfeu ju bongen, 
bamit bie 9lrmen fommen unb e§ nehmen, fo bafe ber 
©ebcr nidjl rouftte, mem er gab. unb bem ?lrmen bie 
Scfjanbe erspart blieb. 2 ) 

§ 39. 2Bo e£ ©ebraud) ift, ba$ ber ÜJiirf)ijube, ber 
jur OJteffegeit oerfanft, fprtdjt: ,,9loä) einen Pfennig für 
©ott!", barf man üon il)m fcutfen, weil e$ ja möglidj ift r 
bnfe man ba§> ©elb an nidjtjübifdje 2lrme oertfjetfen 
ruirb. 3 ) Um fo mel)r ift c§ gemattet, ntd^tjübifcfjen 
23etüern ganj ot)ne SöeitercS bie ©nbe 311 reidjen, olme 
babei jit jagen, man gebe bieS im dornen unfereS- 
lebenbtgen ®otte§. 4 ) 

®ap. 8. SiebeSbienftc unb 33armi)ergigfeit. 

§ 40. ata befttdje bie Fronten ber Ütfcfjtjuben, weil 
man bie Sföege be§ griebenS roanbeln foll. 5 ) 

§ 41. $ta begrabe bie lobten ber 9iidjtjnben tröfte 
ifjrc !rancntben unb manble fo bie ^riebenStoege. 6 ) 

§ 42. 2Ber ficrj ber Sinnen erbarmt, beffen erbarmt 
fiefj ©ott. 7 ) ©aljer möge Seber ba3 Rieben be§ Straten 
erhören, foroie er roünfcfjt, baft ©ott fein gießen erfyöre. (Sr 
bebenfe, bafe er fetbft ober feine ®inber atterj einmal in bk 
Sage fommen fömtten, bie 93armbergigf'eit Ruberer angu* 
rufen. SBenn Semanb, gegen Slnbere barmbergig ift, fo 
rotrb man ftd) and) feiner erbarmen. 8 ) SQSenn ber Genfer; 



1 \ Oracf) ßfjaim 694,3. 

2 ) 3ore £)ea 249,9. 

8 j SfjerleS in 3- S). 140,4. 

\i §ore ©ea 149, im Türe Sahab 5. 9ianun§ beS Derischah. 

l ) 3ore ©ea 335,9. 

6 i 3ore £)ea 367, 1. 

') 3ore £>ea 247, 3. 

8 i SfferleS 31t Sore £ea 247,3. 



— 91 — 

nicrjt bannfjeräicj ift, fo fjanbelt er wie ein Srjicr, ba$ ftct) 
ebenfalls nidjt fümmcrt mtb fein iDtitfeib f)at beim Sdmierä 
be§ 9tnbern. ') 

§ 43. SBenn ^emanb frecfj ober grauj'am ift, bie 
3)ienfd)en fjaftt unb il}iien feine Siebesbienfte erweift, |o 
fott man fid) md)t mit if)m oerfcrjwägem, weil man tfjn im 
5Berbacr)t galten muffe, oafj er ein 9iact)fomme ber graufamen 
©ibeoniten ift, 2 ) beim es beißt im lalmub: 3tn brei 3eid)en 
ift ber SSraelit 51t erfeunen, er ift fcfiamfjaft, barm* 
f> e r 5 i g unb mitbtr)ätig. s ) 

§ 44. 2(u ben testen Sagen bes ^cfeacbfeficS bttä 
man nicrjt ben gangen Öobgefaug, 4 ) weil bte Ggnpter bamalä 
im SKcerc ertranfen unb es gefcfjrieben ftetjt: „Söcnn 2>ein 
$einb fällt, freue £id} nicrjt!", 5 ) unb ©ott fpricfjt: „deiner 
£>änDe ©efcfjöpfe uerfanfen in's 3Reer, unb StjT wollet mir 
Sobtiebcr fingen?! 6 ) 33gf. ferner §§. 11, 12, 25. 

Aap. 9. greunbfcfjaft(icr)er SBerfefjr mit i^icrjtjuben 

§ 45. Sa jetziger 3eit barf man einen 9?ict)tjuben a(ä 
Soans - in'^ ©efcfjäft nehmen, obgteicfj es gefdjerjen fann, 
bafa biefer. Üjm 51t einem <2cr)wur oerpf(ict)tet wirb. 2>enn 
bie 9?icfitjitben fcfjwören in biefer 3 e i* n i<$ r 6et einem 
fremben ©orte; wiewofyl fie einen anberen ©Ott nennen, fo 
ift bodj il)r ©ebanfe an ben (Sdjöpfer bes §immel§ unb 
ber Grbc; fie oerbinben nur ben tarnen ©ottes* mit einem 
anbern SSefen. 23ir finben aber nirgenbs, baß biefe 2(rt 
ber ©ottesoeretnung, bie man Schittuf (33eigefeüung) nennt, 
bem 9cict)tjuben oerboten fei, fo ba$ ber Israelit, ber if)n 



1 i SR. 3eb,uba b. Samuel in Sepher Chassidim 87. 
2 ; ©ben fja=Cffcr, 2, 2. Sie ©ibeoniten fini» bei ben Israeliten 
Sempeliffaüen geraeien ; »gl. 2. Sam. 21, 4 ff. 

3 ©ben b,a-©ier 2, im Bet-Schemuel 5. 

4 Orad) (Ef)aim 490,4. 

'. ®aro im 93et Sofepfi, Crad) Gdaim 490. 
6 Crad) ©fjaim 490 im Türe Sahab 3. 



— 92 — 

bojit oerantafet, ba§> 3Scr6ot: „Soor einen sBlinben fottft 
2)n feinen Slnftojjj legen" 1 ) überträte. 2 ) 

§ 46. 3n jefciger Qeit fann man erlauben, bafs ben 
9cicfjtjnben Singe, bie fie 51t ifjrem Gn(tu§ gebrauchen, %. 93. 
SBeifjrandt), oerfanft toerben, au§ bemfelben ©runbe, quS 
welchem gefiattet ift, fid) mit if)nen ju affociiren. 3 ) ©emeint 
i[t bamit, roa§ im £>. (£(). (£nbe 156 gefcfjrieben fteljt, bafc 
man ftd) mit ifjnen affociiren barf, roetl fie an ben (Scrjöpfer 
be§ £jimmel§ nnb ber Ch'be benfen, nur ben -Reimen 
©otteS mit einem anberen SBefen oerbinben. 9ftan finbet aber 
mrgenbS, bafc hierbei btä Verbot: „23or einem 23tinben 
fotfft S5u feinen Sfnftofe legen" ünjitraenben roäre, weil ben 
Sftoacfjiben Schittuf ntcljt »erboten ift. Serfelbe ©ritnb ift 
auefj t)ier, beim SSerfanf non Singen, bie 511m GnltuS ge 
Jjören, mafjgebenb. 4 ) 

§ 47. SSenn ein 9tict)tjiibe GütrooJ für bie ©tmagoge 
fpenbet, mnft man e§ annehmen, 6 ) weil man anet) im Zeitig- 
tf)um oon ben Reiben Opfer angenommen fjatte. 6 ) 



l ) £>. I). nad) rabbinifdjer Auflegung: „63teb 9ufmanbem ©e 
legenfjeit gur Sünbe." SSerqf. weiter § 95. 

2 j offerier gu ©rad) Sfjaint 156, 1, 9?amen§ frieler Autoritäten 

8 ) Sfferleä im Darke Mosche cit. im SifteKohen7 3U % ©. 151. 

4 ) Sore ®ea 151 im Sifte Kohen 7. £>iefe beiben @efeije§= 
Paragraphen (45 unb 46) finb für ba§ SScrbältmfj ber Suben gu ben 
©rjrtften bon ber bebeutenbftcn Tragweite. $ier fegen bie iRabbinen 
be§ 17. unb 18. $al)rf)unbert§ bie £>ebel an, um bie „9?ed)t§ungleicfj= 
rjeitäfäge" (mie fie £eli£fd) nennt) be§ jübijdjen ©eje£e§ ben ßfjriften 
gegenüber gänglidj gu befeiiigen. So oft aud) mandje 9iabbincn an 
biefenSäfcen rütteln wollten: ber 2ut§fnrutf) be§ 9t 2D?ofe SfferleS unb 
ie§ 31. ©abbatai Äoljeu blieb mafjgebcnb (ögt. metter unten 2trt. XV;, 
jumal ha nactjroeiälid) bie Ijeruorragcnbften alten Autoritäten berfelben 
2Infid)t maren. llnb jd)on ungefähr im Saljre 1735 berietet einer 
ber kbeutcnbften Rabbiner, „bafj gan? ^strari bie Srjrifrcn nicfjt al§ 
©öfcenbiener betrachtet" (öergl. § 13). 2Bie bie öefeitigung jeber 
5tcd)t§ungleid)l)eit jiuifctien Suben unb Cf[)riften nur eine notrjwenbige 
ßonfequeng biefe§ ©runbfafce§ ift, roirb meiter unten gegeigt. 
B ) 3fferle§ in Sore SDea 254.2. 
6 ) Sore £ea 254 in Sifte Kohen 4. 



— 93 — 

§ 48. (£3 ift ein fttttidjeS ©ebot, jebem SPienfcfjen r 
auef; einem Sftitijtjuben, ber firf) mit einer Arbeit beschäftigt 

gnjnntfen: „SJiSgefi S)u in Seiner Arbeit ©lürf Ijaben!" 1 } 
Ueberrjaupt jotl ber fromme, roie SR. Sodjauan &. Saffai, 
jebem 3Kenfc§en, ouef) bem Reiben, mit bem tfnebensgruße 
Sitüorfommen. 2 ) 

§ 49. 9Jian barf einen ?cidj)tjitben and) am Sabbat 
ciitlabcn, 3 ) beim feine Grnäfjrung liegt Sir ob, ba man bie 
9tid)tjnben ernähren foll. 4 ) 

§ 50. ©o eS gilt, bie gncben^inege $u magren, barf 
man bem 9iicrjljnben fogar am Sabbat Speijen mitgeben 
ober bnrd) einen anbereit 9iicfjtjitbeu in's !Qau§> fenben. 5 ) 



). 10. 9tücf]icrjten gegen 9cief)tjut)en. 

§ 51. Gin^nbe barf oon 9iid}tjuben nichtöffentlich 
5((mofen nelmten, 6 ) roeil babitrct) ber 9iame ©ottes entroeir)t 
würbe. 7 ) <£§ ift überhaupt eine fromme ©igenfetjaft, fein 
©efdjenf gu nelnnen, 8 ) unb ber Xfjora=(Mef)rte, ber nicfjtS 
arbeitet unb ftet) ooin Sttmofen ernährt, entroeifjt ben tarnen 
©otteä. 9 ) 

§ 52. 3öenn man 511m £üttenfefte (Stfjrog unb ^alm* 
giueige oon 9Ucrjtjuben fattft, muß man jte über ifjren 
2Bertfj besagen. 10 ) 

§ 53. SBenn ein Israelit einen Seucfjter ober fonft 
Stroas ber (Synagoge gefpenbet fyat, barf man ifyn oerfaufen 
unb 31t einer anbern ^eiligen ead)e oerroenben; roenn ba* 



*) Oracf) CSfjajim 347 im Magen Abraham 4. 

2 I £almub 23erad)ot 17 a. 

8 l Crad) 6fiojim 325, 1. 

4 ) £af. im STJag. 516. 1. 

»J Crad) efiojim 32ö, 2. 

6 ) Sore £)ea 254, 1. 

') $aro im 33et Soieüfc Sore 2)ea 254, unb Beer ha-Golah 5. <5t. 

■j GEjofdjen f)a*Wi}d)pat 249, 5. 

•j Sfferleä in Sore £ea 246, 21. 

10 ) Cractj Gfjajim 649 im 2tfagen 2I6rarjam 2tnf. 



— 94 — 

gegen ein 9iidjtjnbe etwas fpenbet, fo barf es (auS Dtücfficbt 
gegen ben Spenber) unter feiner SBebingung oerfauft werben. 1 ) 

§ 54. (£s ift oon 9*erf)tswegen erlaubt, eine snnagoge 
burdj iitct)tjübifdr)c Arbeiter mn Sabbnt bauen 31t (offen; 
bodj fott mau bie* ixtcfjt tljnn, weil bnburdj ber Kante 
©ottes entweiht würbe, ba bie 9iid)tjubeu an irjrem geft* 
tage feine öffentlichen arbeiten oerrirf)ten (äffen. 2 ) 

§ 55. äBenn frembe Suben nacfj einer stabt fommeu, 
um ba gu wofnien unb Steuer 51t jjafjten, wie bie anbern 
Gtuworjner ber (stobt, fo fönncn bie älteren ©inrooljner e§ 
ifjuen nicrjt verbieten, ©inige jebocfj behaupten, fte bürfen 
e§ oerwerjren, befonberS in heutiger fielt, wo wir unter ben 
93ötfern worjneu unb §u befürchten ift, büß, wenn nocr) 
Snben Ijinsufoutmen, ein donflict mit ben 9Zidr)tjube:i ijer* 
beigefügt werben tonnte. 8 ) 

§. 56. 3n jetziger fielt finb bie 9iicr)tjuben mit beut 
33egriff oon ©ö^enbtenft ntdjjt befannt, bafyer barf man mit 
it)nen and) an irjren retigiöfeu gefttagen fjanbeln unb i()nen 
©etb leifjen, 4 ) obgteidj fte bas ©elb ben Sßrteftern geben. 

§ 57. (£§ ift mit Stusfprecrjung bes 23annes oon ben 
Vitien angeorbnet worben, bafj man bet ber jRücffeljr oon 
einem Öeicfjenguge, wo es ©cbraud) ift, bie feänbe 31t 
wafcrjen, bie £jänbe nidjt im Strom wafdje, um bie 
lügenhaften 93efc§nlbigungen nicrjt 31t unterftütjen. 5 ) 

®ap. 11. SJiebftaijt unb £et)terei. 

§ 58. (i£ ift oon ber Irjora oerboten, felbft bie ge» 
ringfte SUeinigfeit §u fielen. äftatt barf bafyer nicbt einmal 
3ttm (spaß ober mit ber 2tbftd)t, es fpäter surücfäugeben, 



x j Sore ©ea 259,3. 

2 ) Cr ad) Sljajitn 244 im Magen Abraham 8. 

s l Sfi'erleä in (Stjofctjen i)aeWl\\<bpat 156, 7. 

*> Sore S)ca 148.12. 

i l Gommentar Gm- Arje ]uv 3ore£ea 376,4 im tarnen beritte* 
fr>onfen be§ 9*. Simion b.3abof469. (ed. Savtcfiau 9?r. 447). ©emeint 
ift roafjrfcrjetnlid) bie mafinfinnige 23ejd)ulbigung berörunnenöergiflung- 



— 95 — 

etwas fte()leu. 2Ber and) nur ben äBertf) einer ^eruta 
(Vs Pfennig) ftiet)(t, übertritt bci§ Verbot: „Sljr follet md)t 
flehen!" unb ift öerpflid)tet, gu bejahen. Gs ift einerlei, 

ob man bas (Selb eines Israeliten, ober ©elb oon 
„©ojim" [tief)!!. 1 ) 

§ 59. Sie Aneignung einer $leinigfeit, an ber 
iKiemaubem ctroas gelegen ift, 3. 23. eines Stücfcfjen .Spo^es 
oon einem £)ül3bünbel ober einem 3 ainT / um beu 3aljn 
bamit 511 reinigen, ift oon JRecfjtsioegeu geftaitet; allein 
im Serufdjalmt rotrb es für ben frommen berboten, 2 ) 
beim wenn Seber fo tf>äte, mürbe halb ber Qaim nieber* 
gertffeti fein. 3 j 

§ 60. Ser Slrbeiter, ber im gelbe e i" e * Subett 
arbeitet, barf oon ben gfrüdjten bes gelbes effen; 4 ; bagegen 
barf berjenige, ber im gelbe bes 9^tcf?tjuben ober bes 
£eiligtl)ums 5 ) arbeitet, 9cid)ts oon ben grüßten effen. 6 ) 

§ 61. ©s ift oerboten, oon bem Sieb bie gefrorene 
&aä)c 31t faufett, unb jroar ift bies eine fcrjroereSünbe, beim 
man tmierfrüjjt bamit bie Süttber unb oeranlafet fie 31t 
anbeten 2)iebftät)len, ba fie nicfjt ftefjlen würben, falls fie 
feinen Käufer fänbett. 7 ) (Sbenjo barf man bem Qitb nierjt 
irgenb toelcrjen 93otfd)ub leifteu. 8 j 

§ 62. Söemt ber Seftfcer bie geflogene Sacrje bereits 
aufgegeben tjat, fo erroirbt fie ber Käufer als (Sigentl)um, 
roeil 2>efi}3aufgabe mit 23efi^oetänbernug ftattgefunben t)at. 9 ) 



»j Gljoidjen [ja^tij^Qt 348, 1—2. 

2 Gl). 3K. 359, 1. 

3 ; Beer ha-Golah 511 Gl). 2>J. 359, 1. 

*J ßf). 2)J. 337, 1. 

5 ; ©er 3tidt)tjube wirb tjier mit bem£>eiügiljum äniammengefteHt, 
roaä nodj fonft 5. 33. Gfj. 3ftifdjt>at 301, 1, üorfommt. S)ie§ fann £>r. 
©der entfcrjäbtgen, ber fid) Derlefct füfjlt, bafc ber @d).*2t. einmal 
„(Scfjroevne unb Slfum" in ein unb bemielt>en Paragraphen nennt. 

6 ) Gl). 2K. 337 im Sifte Koheu 1, ugl. oben Seite 71. 

7 ) Gl;. 2K. 356, 1. 

8 ; SffcrleS 5U Gl). 2». 356, 1. 
•} Gl). 2Ji. 356, 3. 



— 96 — 

Sefct aber ift e£ ©ebraucfj, ba$ ber Käufer jebe geftof)(ene 
Sadjc tro£ ber SBejttymfgabe nnb ber SBeftfcüeränberung 
gurütfgibt, weit bo§ [lautliche ©efe£ bies gebietet. 9ßo 
e§ ©ebrauefj ift, audj bie S^fcn §u be§al)ten, mufe bieg 
oeierjer/en. 1 ) 

§ 63. $ebe Sadfte, bei ber man öorau§fe|en fann, 
bnß fie gcftofjlcn ift, 3. 23. 23ofle unb SDiitcf) bei ben Wirten, 
£013 unb $rücfjte bei ben getbfjütern, barf man nid)t 
faufen. Ueber^aupt ift e§ ftet§ oerboten, 51t taufen, roenn 
ber SSerfäufcr fagt, man möge bie Sac^e oerfteefen. 8 ) 

Hap. 12. diaub'- unb 3?orentI)a(tung. 

§ 64. ©§ iß oerboten, auef) nur ba§ ©eringfte 3U 
rauben ober 31t norentfjalten, foroof)( oon ösraetiten 
als oon üßicrjtjuben. 3 ) 

§ 65. 2£a§ Reifet 9flau6? 2>as ©ut, ba§ man bem 
SKcnfc^cn mit ©etoatt entreifet, roenn man 3. 53. ©erätfje 
gegen ben "Bitten bes SBeft^crS auS beffen £>au§ trägt, 
beffen Sftaoen ober beffen 93ierj mit ©eroatt arbeiten lajjjt 
n. bgt. 4 ) 

§ 66. Bas rjeißt SSorentljaftung? 2)a§ Quxixdfyalttxi 
eines fremben ©utes, ba§> man oom 23efi£er gutwillig er» 
galten; 3. 93. falls man oon Semanbeut ein Starlefjen ober 
Arbeitslohn 31t erhalten fjat unb Sener gewalttätig unb 
I)art ift unb bie Segarjlung oenoeigert. 5 ) 

§ 87. ©er ^icfjtjube beerbt feinen $8ater nact) bem 
©efe£e ber Sfjora. 6 ) — 2ftan fragte ben ©aon 9ftar dlah 
3abof: „2Sa3 rjaben mir benn bem ,,©ot" 3U gebieten? 
<Qaben mir benn bem ,,©oi" Dtecrjt 31t fprecfjen (bafc er 
feinen SBotcr beerbe?)" Sarauf antwortete ber ©aon: „£er 



x j Sffcrle« au Sfj. 2TC. 356, 7. 

2 ) et). 3K. 358, 1—3. 

*) 6f). 8». 359, 1. 

*) C$. SR. 359, 7. 

s j (Hj. 2»?. 359, 8. 

°) St). SR. 283, 1. 



— 97 — 

Salmub mujs un3 biefen 91ecrjisfa£ lehren. 2Benn nämlid) 
ein „®oi" ein £artef)en ober 2>epofttum bei einem 3uben 
f}ot unb ber ,,©oi" ftirbt, fo nmjjj nadj ber ßefjre be§ 
lalmnb, bafc ber „®oi" feinen SSater beerbt, ber 3ube 
ba% £arfcfjen ober 5)epofirum bem ©orjne gurueferftatten. 
gerner wenn ein „®oi" ©runbftücfe tjinterläfjt nnb ein 
3nbe biefelben oecupirt, fo mären, menn ber (&ofjn ben SBater 
niebt beerben würbe, bie ©runbftücfe nadj bem £obc beS 
93ejtfcer§ fjerrenloS geworben nnb ber oeenpirenbe Sube 
wäre ber rechtmäßige (£igent()ümer. 2>a aber ber Jaltnub 
lefwt, bafc ber 2ofm ben Sßater beerbt, fo oerübt ber 3»ube 
bamit einen Oiaub". Sitte ©elefjrten ber 9ttetibta (^oct)= 
fcrju(e) r)a6en bann biefe ßrftärimg be§ ©aon aeeeptirt. 1 ) 
■4 § 68. 3ttan barf feine Öaubfyütte auf ber «Straße 
(melctje ©emeingut alter Ortsbewohner ift) aufftetfeu, weit bie 
S'Zicrjtjnben auf ifjren SCntr)eiI (an ber Strafte) nietjt Der* 
giften unb man fomit einen 9taub begebt. 3ft bu$ bennoct) 
gefct)ef)en, fo foll man in ber ßaubf)ütte nicht ben ©egert& 
fprucr) fagen; 2 ) benn wer über etwa§ ©eraubteä ben Segen 
fpricfjt, begebt eine ©ottcStäfterung. 3 ) 

§ 69. £at man etroa§ oon ben oier 2Irten, bie 
511m gfefrfrraufj be£ JpüttenfefteS gehören, unrechtmäßig 
erworben, fo barf ber geftftrauft ntcf)t gebraust werben, 4 ) 
eine rlei ob man es einem Suben ober 9^ict)tjuben 
geraubt. 5 ) ßöenfo ftnb 3ijttf) (Scfjaufäben) unbrauchbar, 
wenn fie geraubt finb. 6 ) 



1 Bfcl'ponfen ber (Saonen. Chenada genusah Kr. 52; Schaare 
Zedek p 48b; fefjr oh t>on ben alten ©edieren ciiirt. SSergl. aud> 
Beer ha-Golah 3U (Sfj. SR. 388, 12 ©ttdjft. c. 

-, Urach Gfjajtm 637 im Mag. Abr. 3. 

3 i 23aba Äama 94 a unb ftaro, Betb Josepb C (Sf). 196. 

4 Dtadj Gfjajim 649, 1. 

5 ) Cracfi Gfjajim 649 im Mag. Abr. 

6 i Cracf) Gfiajim 11,6. 



— 98 - 

$ap. 13. Stcucr-CSontraoention. 

§ 70. 2Öer bie Steuer ^mtcr5ic()t, übertritt baZ 33er* 
Bot: „£>u foüft nidjt rauben!", berat er raubt ben Süitijetl 
bes Röntge; einerlei ob i% ein jübifcfjer ober ntdjfc 
jubilier ^önig ift. 1 ) 

§ 71. SOian barf nidjt buref) S8crf(eibnng in eine nidjt« 
jübifebe Xradjt ben Subengoß befraubiren. 2 ) 

§ 72. Selbfi wenn ber $önig befiehlt, bafj beraube 
meljr 3oE ober Steuern galitc, at§ ber 9ttd)tjube, barf man 
bie abgaben bennoefj ntcfjt l)intergiefjen. 3 j 

§ 73. Söenn ber fö'önig befielt, ba$ ber Subc, ber 
feine «Steuer niebt gaf)lt, bem Zubern, ber für ifjn bie Steuer 
entrichtet I)at, Slnecfjt fein foEe, fo ift e§ bem Suben ge* 
ftattet, uaerj biefer 9Sorfct)i"tft §it i)anbeln unb feinen 23ruber 
gu fliehten. 4 ) 

§ 74. 3n früheren Seiten bitrfte Seber nur wegen ber 
Steuer bes taufenben SatyreS, nicfjt aber wegen alter, rücf* 
ftänbiger Steuern gepfänbet werben. 3e£t aber oerjärjrt baZ 
3?ecrjt be§ $önig§ niemals; befonberä ba bie Könige ber 
SSötfer oftmals un§ bie ©nabe erweifen, bk Steuer auf 
einige Safyre 51t fiunben; baljer mufc man für bk fonigtterjen 
Steuern 31t jeber $eit pfänben. 5 ) 

§ 75. ©runbftürfe ber SBoijet! bürfen oom ©eriebte 
erft naefj oorrjeriger öffentlicher Ausrufung oerfauft werben; 
ieboct), um bie ©ebüfyren be3 $öntg§ §u entrichten, barf 
man fofort of)ne 2lu§rufung uerfaufen, weit bieZ al§ 
bring enb Betrachtet wirb. 6 ) 

§ 76. 2öenn ein ©ruubftüa* oon ber Gr&maffe bem 



l ) 6$oföen §a*3Äifdjpat. 369,6. 
2 i SRerlcS gu Sore £>ea 157, 2. 
3 ; SfferteS 3U Göofcöen &a*aHiföJ>at 369, 6. 
*> Sore £>ea 267, 16. 

6 ) Hfjoi'djen r)a= s D?tid)pat 128 in Sifte Koben 15, tarnen? be§ 
9t. ©olomo Suvje. 

•; ©ben l)a>&et 104, 3. 



— 99 — 

Röntge für bie Steuer Derpftidjtet i% fo befommt ber (£rft> 
geborene Don biefem ©runbftücfe feinen ätüiefacfyen Slntl^etl. 1 ) 

$ap. 14. Dina de-Malchuta Dina. 
(®efe}3 ber Regierung ift ©efefc.) 

§ 77. ©irrige behaupten, ber ©runbfa£ „Dina de- 
Malchuta Dina" gelte nur bei (Steuern unb abgaben, bic 
oom ©runb unb 33oben abhängen, toeit ba ber $önig be* 
fehlen fann, e3 bürfe ütfiemanb in feinem Sanbe roo^nen, 
ber biefe abgaben nictjt entrichtet; bei anberen fingen ober 
gelte biefer ©runbfa^ nictjt. Stnbere bagegen entftfjeiben, 
bah in alten S)ingen ber ©runbfa^ „Dina de-Malchuta 
Dina" angutuenben ift. S)ie l entere 21 n f t dt) t ift bie 
mafjgebenbe. 2 ) 

§ 78. 2öenn ein ÜJiicrjtjubc einem Suben bind) ©eioalt 
ein gelb raubt unb ein anberer Sube fauft e§ Don bem 
9?ici)tjuben, fo ift er Derpfttcf)tet, baSfetbe bem frühem 23e= 
fi^er 5urürfäugeben. 3 ) S)ie§ gilt aber nur Don einem Räuber, 
bem ber 3ube nict)t nad) IHedt)t untertänig ift; toenn aber 
ein Swrft ober $önig gegen einen feiner tlntertijanen 
gürnt unb if)m fein £>au§ wegnimmt, fo ift „Dina de-Mal- 
chuta Dina«, unb ber Käufer brauet bem frühem 93efi£er 
$lid)t§> §u erftatten. 4 ) 

§ 79. (Sin 9tid)ter, ber mit (Maubnifc be§ Königs 
fungirt, ift mef)r al§ ein anberer ^idjter, fo bafc, menn fein 
©eritf)t§bote beim 3Serfauf be§ @runbftütfe§ eine§ 3Inbern 
fict) geirrt, ber 2(ct bennoer) giftig ift. 5 ) „£)ie§ ift ztmaZ 
SeIbftDerftänbtid)e§, bei boct) Seber teeifj, ba% Dina de-Mal- 
chuta Dina." 6 ) 



l ) e^ofe^en t)a*2>iifätmt 278, 10. 

*, 3fferfe§ gu (Sfj. SR. 369, 8. 

s ) 6ö. SÄ. 236,8. 

4 j 5fferle§ 51t etjofdjen tja*2TCücf){)at 236, 9. 

5 j 3fferte§ 31t (Skn $a*<Efer 104,6. 

*) eben t)a*@fer 104 im Chelkat Mechokek 13. 



— 100 — 

§ 80. 2Benn ein Schiff in'3 2Jteer üerftnft, fmb gmar 
nacf) bem^ed^te ber£I)ora bie geftranbeten©üter at§ f)errento£ 
gu betradbien unb fomit @tgentf)um be§ ^inber§, roenn jebocf) 
ber $önig befiehlt, bafc biefetben ben (Sigenttjümern gurücN 
gegeben roerben, fo ift ber Sube, ber foldje öon einem nicfyt* 
jübifcfyen $inber gefauft, tnegen Dina de-Malchuta Dina and) 
retigionSgefetslicr) öerpfficfjtet, biefelben ben @igenti)ümern 
Surücfguerftatten. 1 ) 

§ 81. 2ßer oon einem jübifct)en Räuber etroaS fauft, 
brauet bkZ bem (jübifäeti) ©igentfjümer nid)t jurücfgugeben, 
roeil legerer e£ geroiß fcfyon längft aufgegeben t)at; benn 
ba berfelbe ben jübifdjen Räuber bei bem jübifdjen 
©erid)t oerftagen muß unb bci§> jübifdje ©eridjt nur auf 
©runb beftimmter 3eugenau§fagen oerurtf)ei(en fann, fo 
fjat ber (Sigentljümer genujfwilidj feine Hoffnung, feine ©adje 
miebersuerlongen. 3Bcr aber oon einem nicfjtjübifd)en 
Räuber etroa§ fauft, mufc e§ bem (Sigenttjümer gurücf* 
geben; benn mit biefem ger)t man §um nicfjtjübifcrjen 
©eritf)te,tüelcrje£ noct) 23ar)rfci)ein[ic^feits*23eröeifen oerurttjeitt. 
2>er ßigentljümer giebt bestjatb bie ©acfye nid)t auf. 8 ) 
Se^t aber mufj man roegen Dina de-Malchuta 
Dina in jebem gatle gurücfgeben. 3 ) 

§ 82. 3n Setreff ber 3tedjt§4Documente (Schetarot) 
ift ba§> ©e|e£ ber Regierung mafjgebenb. eo ift 3. 33. ein 
burct) einen 9iotar oljne ben SFtid^ter angefertigtes 35ocumcnt 
and) giltig, falls bie£ ba% SRegierungSgefefc beftimmt. 4 ) 

§ 83. äBetra ber $önig angeorbnet Ijat, in welcher 
•UWhtge man 51t begaben t)at, fo gilt baZ ©efe£ be§ $önig§, 
unb alle biesbcjügtidjen Seftimmungcn bey jübifcfjen ©e= 
fc§e§ ftnb außer (Miung. 3 ) 



1 j SfferleS 31t Gfjoidjen fja=3?tiicf)pat 259. 7. 
2 ) Gf)0>'cf)cn fia=i?tiicf)pat 368, 1; bgl. Mei'rat Enajiin baf. 
3 SffcrleS 511 Gfjoidjcn &a*aWtfd)pat 368, 1 unb 350, 7. 
*) SffctleS 3 U G^ofi^en fja*:!ftifcf)pat 69,1. Sgl. bat. nodj biete 
anbere berariige ©ei'e^e. 

8 ) SfferleS 51t Gfjojdjen tja*:Wi'd)pat 74, 7 unb Sifte Kohen baf. 



— 101 — 

§ 84. 2ßenn ein ©laubiger uad) bem ©efefce ber Re- 
gierung feine <5cf)utb eincaffirt f)at unb ein anberer 
©laubiger flogt, bafc jener nadj ben 23eftimmungen be$ 
jübifct)en ©efe^eä mit Unrecht genommen t)ätte, fo wirb 
er mit feiner Äfage abgeroiefen, benn Dina de-Malchuta 
Dina. 1 ) 

®ap. 15. betrug. 

§ 85. @3 ift »erboten, bie äftenfcfjen im ®auf unb 
Verlauf gu betrügen ober „ir)re ©ebanfen §u [testen"; ift 
3. 95. ein geljter an ber 2Saare, fo mufe mon bieS bem 
Käufer mitteilen, 8 ) einerlei, ob biefer ein %ubt ober 
ein 9lid)t\ube ift. 1 ) 

§ 86. 2Jcan borf nidjt ein (511 oerfaufenbeä) ©tütf 
33iel) Äleien«2Boffer trinfen taffen, bamit e§> fett ouSfefje, 
ntcr)t alte ©erätf)e färben, bafc fte neu erfcfjeinen, nict)t 
fdjtecfjte ^rücr)te mit guten mtfcfjen 2c. 4 ) 

§ 87. 2Ser fatftf) miftt ober roiegt feinem 92äcfjften, 
fetbft einem ,,©oi", ber @ö£en bient, 5 ) ber über* 
tritt baä Verbot (öeo. 19, 35): „Sfjr foflet fein Unrecht 
ttjun im Sängenmafe, im ©ennd)t unb im ^joljlmaafi". 8 ) 
Dnaaf) (einen gu fjoljen ^5rei§ forbern) ift groar beim 
Reiben nitf)t oerboten roorben, roetl bie§ nidjt ai§> Raub 
gilt, ba bod) Seber fiefjt, roa§ er fauft; allein brtrep be§ 
WüafyZ oerläftt fi$ ber Käufer auf ben SSerfaufer, bafc er 



x j Sfferlei 311 eboftfjen fia^ifcbpat 104, 2. 33gt. aud) 3. ©. 165 
<£nbe unb Sifte Kohen baf. SSgl. ferner bie §§ 22, 62, 74. 2)a§ 
<8efe£: Dina de-Malchuta Dina fommt nodj febr oft im <Sd). 2i. bor. 
<£§ ift aber audj ba ansutoenben, ao e3 nidjt au^brücfltct) ftefjt, ba 
e§ fer)r oft ftiEfcbtoeigenb oorauägefefct toirb. 33gl. aucb oben ©. 42f. 

s ) S6. 2«. 228,6. 

*j Beer ha-Golah baf., ÜRamenS be§ 2ftaitnonibe§. 

4 ) 6b. 3R. 228, 9—10. 

*j ©o ftefjt in aßen alten uncenfirten 2lu§gaben (n^h* izyj »uS) 
nidjt 2Uum (n*wp). mie in ben neueren 2tu§gaben. 

6 ; SQoigen $a*2Rifäjmt 231, 1. 



— 102 — 

iljm richtig meffcn wirb, unb biefeS Vertrauen barf nidjt 
getäufcfjt werben. 1 ) 

§ 88. Sie ©träfe für falfdjeS SOtaafe unb ©eroid&t ift 
fef»r fcrjwer, benn bem falfcf) Sfteffenbcn unb SSiegenben ift 
e§ nict)t möglich, ba§ ungerecht erworbene ©ut ooUftänbig 
gurücfgugeben. (£tn jotcfjer Betrüget leugnet bie göttliche 
Vorfefjung, ba er 2(IIe§ im Verborgenen tfntt. 2 ) 

§ 89. 9Jtan barf ein fatfcf)e§ 9Kaofe nicfjt einmal im 
£aufe begatten, benn oietfeicfjt wirb Semanb oon ben £>au§-- 
teuten, ber e§ nicrjt fennt, bamit meffen. 3 ) 

§ 90. (£§ ift oerboten, beim Steffen oon ^lüffigfeiten 
Schaum §u macrjen, bie ©erotcf)te tu Sats 31t oergraben 
unb bgl. 28o e§ ©ebraucr) ift, mufe man auctj ein Ueberge* 
wicrjt geben. @§ ift ferner oerboten, bie greife, befou* 
ber§ oon 2eben3mitte(n, in bie .«pöfje 31t treiben. 4 ) 

§ 91. 2)a§ ©erirfjt ift oerofücr)tet, 2faffcf)er an§u= 
ftellen, wetcfje in ben SSerfaufsläben umtjergerjen unb, wenn fte 
bei Sfmanbem ein fatfcfje» 9Jtaaf;, fatfcfje§ ©ewitfjt ober 
eine fcfjtecrjte SBaage finben, ba§> ditd)t rjaben, ifm §u 
icfjtagen ober in ©etbftrafe 31t nehmen, gang wie e3 ba§ 
©ericrjt für gut befinbet. 5 ) „Unb icf) far) ünSalfut Stöfdjn. 
3aw 504 @nbe im 9camen bes> Sauna be=33e ©tijarju (c. 15): 
Sinft erjagte mir Semanb, er rjabe einem ,,©oi" S)attetn, 
bie er ifjm oerfauft, falfd} gemeffen, unb bann für ben 
gangen .@rtö§ Del gerauft; aber ber tag barft, unb 
ba% Del würbe oergoffen. 2)a fpracfj icr) 31t ifjm: „®e= 
»riefen fei ©ort, oor bem fein Slnfeljen ber ^erfon gilt!" 
£>ie (Sctjrift fagt ja: „2)u foUft deinen 9iäcfjften nicfjt 
bebrürfen unb £u foüft nicr)t rauben!" £ein 9iäcr)fter 



») So. SR. 231 in Meirat Enajim 1. 
8 j ßf). 2R. 231 in: Meirat Enajim 35. 
») <s$. m. 231,3. 

*) ßf). 2TC. 231,6; 11; 14; 20; 21. 
s j Gf>. 2R. 231,2. 



— 103 — 

(9iidjtjube) ift olfo roie 3)ein ©ruber (ber 3ubc); jomit ift 
tcr 3ioub be» ©oi oerboten." *) 

$ap. 16. gtnsneljmen, ©lücfsfpiel. 

§ 92. (Sin SBucfyerer ift unfähig, cor öcridjt 
3eugniß abgulegen. SBill berfelbe bie $äfjicjfeit gut 
3eitgenfd)aft inteber erlangen, fo miifj er feine Scrjulbfcljcine 
oon jelbft geweiften nnb oollftänbig oon feinem böfen ©anbei 
umfeljren, fo bajj er ntct)t einmal oon einem dli'd)U 
juben Qhtfm nehmen roill; 2 ) bamit ift gemeint, bafc er 
}\id)t einmal fo oiel 3wf eu öon 9iicf)tjubeu nimmt, als er 
51t feiner ©mäl)nmg bebarf, benn ioa£> barüber I) in ait£* 
gerjt, ift ja für jebeu 2lnbem aucfj ocrboten. 3 ) 

§ 93. Sie SSeifeu Ijaben oerboten, and) einem 
?i i cfj t j tt b e u auf 3i n K" 3 U Icirjcn, außer bemjenigen, 
roa£ gur (Srnärjruug notf)toenbig ift, ober für einen ©e* 
lehrten ober bie nur rabbinifdj oerbotenen, als 3ü l ~" Q f) me 
betrachteten ©efcfjäfte. 3efct aber ift e£ erlaubt. 4 ) 2Ber 
jebod} befonbers fromm ift, foll feine %ixi\tn 00m Jticfjt* 
juben nehmen. . . . benn in einer 93araita rjeiftt es: 9t. 
^imon b. Socrjai fagt: „2Ber (Mb l)at unb es ofjite 
ginjen oerleirjt, oon irjm fagt bie Sdnift: „Sein ©elb giebt 
er nidjt auf 3 ni ! en ; roer bicS trjut, roirb nie roanfen"; unb 
es erflären bie Seifen, ba% bamit gemeint ift, man foll 
nid)t einmal einem 9cicfjtjubeu ©elb auf 3i n fen 
g eben. 6 ) 

§ 94. S)er getoerbsmäfjige (Spieler ift unfähig gur 



J ) Gl). 2M. 231 in Beer ha-Golah 5U 1, ftr. 2. ©er Tanna de- 
Be Elijahu erflört olfo entfdjieben, baß unter bcm „iftäcfiften" aucf) 
ber 3?ich>3ube ju oerftetjen fei. 

2 ) üij. SR. 34,10; 29. 

a ) SfferleS in Darke Mosche p £$. 2K. 34,13; Meirat Enajim 
3« (Sfj. 3K. 34,73. 

*) Sore £ea 159,1. £er ©runb ber fpöiercn ©rlaubnife liegt 
in bcn bonialigen SSerfiältniffen ber Suben, njelrfje, r>on jebem onberen 
©rtoerb ouSgeftfiloffen, burcfi ©elbgejdjäfte ifjr S)afein frtften mußten. 

5 J ERefponfen ber ©aonen Scbaare Zedek p. 29 b u. 40 a. 



— 104 — 

geugenfcrjaft, 1 ) wenn er aud) nur mit 9iidj)tjuben unb 
ftet§ einlief) jpiett, tnetl er ftcfj ntcr)t mit bemjenigen be= 
fdjäfttgt, roa3 ber 2Mt 9ht£en bringt. 2 ) 

$ap. 17. Korruption. 

§ 95. Wlan barf ^iemanben, aucr) feinen 9M er) t = 
juben, oerantaffeu, etroa§ 51t tfjurt, roa3 ifjm öerbofcn ift, 
unb roer bieö bennoer; ifyut, übertritt baZ Verbot: „SBor 
einen Simben follft 2)u feinen SInftofe legen." 3 ) 2ßenu 
man fierjt, bafa ein 9?icf)tjube eine ©ünbe begeben roiU, 
fo muß man, roomöglicrj, itjm bk% oerroet)ren; bat boerj 
©ott ben Sßropfjeten Sonat) nad) Slinirocr) gefcrjicft, um bit 
Reiben 51a - llmfetjr gu beroegen! 4 ) 

§ 96. SDtan barf feinem ^idjtjuben ein ©lieb rjon 
einem lebenben Spiere 511m offen retten, roett ifym bie§ 
oerboten ift. 5 ) 

§ 97. SBer einen Stifter beftierjt, übertritt ba» $er= 
bot: „SSor einen SMinben foHft S)u feinen Slnftojj legen" 8 ) 
einerlei ob eS ein jübiferjer ober ein rtidjjtjübiidjer 
Sftid^tcr ift. 7 ) 

§ 98. 2öer einen SBImben ftraucbeln maerjt, b. f). einen 
üDienfäen, Suben ober SRidjrjuben, 31t einer Sünbe bringt, 
ber foH in ben Sann getfjan werben. 8 ) 

&ap. 18. ^erjonen- unb (Sacbbejcrjäbigung. 

§ 99. gebet ÜJienfcfj ift uerpffidjtet, 2Me§, ttm§ ben 
3)tenfd)en ©efafjr bringen fönnte, au§ feinem £aufe fort- 



») ßö. 3W. 34,16. 

2 ) Beer ha-Golah bof., 9?amen§ Slabbx 3- Äaro in Keseph Mischue. 

3 ) Cracf) Gf)ajim 347 im Mag. Abraham 4. 
*) Sepber Chassidim 1124. 

5 ) Sore £ea 62 im Sifte Koben 3. 

8 gö. m. >.u. 

7 ) [ftefponfen be§ Ciiatam Sopher, Xßeil VI 14; ctttrt im Pitcbe 
Tescbubah |U £$. 2N. 9,1. 

8 j Sore £ea 334,43 9h:. 17. 



— 105 — 

aufraffen ober bie ©efaljr 51t beseitigen, 5. 23. wer eine 
©rube im £>aufe l)at, mufe biefelbe subeefen. 1 ) 

§ 100. ©ine glüljenbe ^or)Ie, welche auf ber ©trafee 
an einer ©teile liegt, wo ÜÄenfäen baburd) befc^äbtgt 
werben tonnen, barf man fogar am <Sa66atr) oertöfdjen. 2 ) 

§ 101. (£§ i[t eine <5igen|dt)aft ber grömmigf eit, 
dornen nnb anbere S)inge, woran man ftd) ferjäbigen fann, 
3U Derbergen ober unfct)äbticr) 51t macfjen. 3 ) 

§ 102. 2Ber in feinem 23efi£e eine ©ctjaben an* 
ridfjtenbe ©acfje bot, wirb in ben 23ann getf)an, bi$ er bk* 
felbe befeitigt. *•> 

§ 103. (£5 barf 9tiemanb Steine aus [einem £aufe 
auf bie ©trage werfen 5 ). ÜWan barf oon feinem £>aufe 
au§ bie ©trafje nid)t unterminiren, 3. iß. burd) £>öf)len 
nnb Heller. Obwohl ein mit ©teinen belabener 2Bagen 
barüber otjne ©efal)r gelten fann, muß man bod) befürchten, 
e£ tonnte einmal unoerfefyens' Durchbrechen. 3ebod) lehren 
Einige, bafj, obwotjl ba§> ERect)t bkZ erforbert, e» Dennncö 
feit langer Qni gebräudtjtid) ift, Kanäle unb Heller unter* 
tjalb ber ©trage §u inadjen, ebenfo SöalfonS §u bauen, 
weil 2IIIe auf tt)r 9ied)t (an ber ©trafte) oergicfjten, 6 ) naefj* 
bem e3 einmal fo gcbräurfjlidt) ift. 2tuf|erbem gehört ja bk 
©trajge ben 25erjerrfd)ern ber ©tabt (ÜKagiftrat), unb e§ 
ift baljer 2Mes, maZ bme geftatten, audj nacij jübifdjem 
9veligionögefetje erlaubt. 7 ) 

§ 104. ©cfjäben werben nur bejaht, wenn fie burdj 
rwügittige 3^ u 9 en bewiefen werben tonnen, ebenfo brauerjt, 
wenn ber Dcp eines 9ticr}tjuben ben £>d)fen eine» Suben ge= 



J ) Gl). SR. 427,7-8. 
2 ) Orac^ Gfjajim 334,27. 
s ) Cif). 3)?. 415,3. 
4 ) Sore $>ea 334,43 9lt. 7. 

5 i e$. m. 417,1. 

6 i ©tefje 06er. § 68. 

'; 3ffetleS 5U &,. SR. 4174. 



— 10G — 

ftofeen tjat, ber 9iid)tjube nur bann 51t trabten, wenn 
bie Sfjaijcidje bnrd) ooligiltige $tn%m confiatirt ift. 1 ) 

®ar>. 19. ©djufc beS (SigentljnmS »ort 9Jid)tjuben. 

§ 105. Sföenn ein Sfube einen iUicrjtjnben beraubt 
fjat nnb bem 23efel)t beS jübifcrjen ®ertd)tS, ben Hauö 311= 
rücfsuerftatten, feine $°(ö e (eiften will, fo geljen bie jübifdjen 
3tid)ter oor baS ntctytjübifdje ©cricrjt nnb bejeugen, baß 
jener Räuber fdhulbicj [ei, bem 9ttcr)ijubeii fein ©nt 51t er« 
fegen, ©od) mnft jenes nicrjtjübifdje ©erid)t ein nnbefted)* 
lidjeS fein, bei bem aud) baS 3 eu PiB üou Suben ©tauben 
ftnbet. 2 ) £>enn ift baS ©ericfjt befted)lid) ober gilt bei ii)tn 
baS 3™pife eines Suben nichts, 10051t foüen bie Stabbtnen 
5ir>etfloS irjie (£f)re »ergeben nnb als 8 eu 9 en auftreten, ba 
bod) ber Siänber genufc bind) 23efted)ung fidj d\cd)t oer* 
jefjaffen rcirb. SBei einem uubcftedjtidjcn ©ericrjte bagegen 
ift e§ eine (£l)re für bie SRabbinen aufzutreten nnb 511 
jagen: „Sener Diänber ift bei nnS fdjulbig befnnben 
warben, bod) Ijaben nur ntdjt bie äftadjt, ben öebrürften 
gu retten." 3 ) 

§ 106. SSenu fid) Semanb mit gätfcrjitngen befcfjäftigt 
nnb cS ftefjt 31t befürchten, ba$ er 9ßiele fdjäbigen roirb, 
fo loarnt man ilm, bafc er cS nidjt tf)im foll; loenn er aber 
baranf nid)t acfjtet, fo ift eS erlaubt, it)n 31t bennnciren, 
babei aber 3U fagen, bafc fein Slnberer fidt) bamit befcfjäftigt, 
als biefer allein. 4 ) 

§ 107. 2öenn ^emanb in einer uralten ätfauer einen 
£cfjafc finbet, ber bereits mit 3toft überwogen ift, fo gehört 
er bem ginber, beim eS ift anjuneDmen, bafj bk uralten Reiben 
il)n t)ier oergraben t)aben; 5 ) fief)t man aber ein, bafc ber 



') Sil. 3W. 408,1 Heirat Enajira 1. 

2 j Sb. 2W. 26,2 im Heirat Euajim unb Beer ha-Golah iftamenä 
be£ 3?. Sofepfi ®ato int 93et Sofepf) bai'., ftamenS be§ ©aon JR. Scfieriva. 
») Chatam Sopher 311 6f). 27?. Wr. 3. 
4 j SfferleS su £fj. 3W. 388,12. 
5 j £er Xalmub 93. mes- 25b fagi: „(Er ftamml it)ar)rfcf)einlic^ 



— 107 — 

<sd)o£ £ft jüngft öergraBen würbe, ober befielen audj nur 
3weifel barüber, fo barf man ben &d)cii$ niefit Berühren, benn 
oielleicfjt fjat ifjn Semanb Eingelegt, ber ifjn fpäter (joten 
wirb. 1 ) 2>te§ gilt felbft bo, wo- mit ©idjerljett ange* 
nomnten werben fann, bafe ber Scrjaß einem üftidjtjuben 
gehört. 8 ) 

§ 108. jKfa jebem Orte mufe man bie ©erätrje ber 
Sftidjtjuben oor Sieben befeinden. 3 ) 

§ 109. 3Kuti barf eine oerforene Sad;e and) am 
(Sabbat in ber (Srmagoge ausrufen, bamit fie ber $inber 
gurücfgebe. 4 ) Unb jejjt ift e£ ©ebraud), and) bk oon 
einem 9cicf)tjuben oerlorene Sadie am Sabbat in ber 
«Synagoge anzurufen. 6 ) 

§ 110. $iud) wenn ein Subc mit ber $un, eincä 
•ftidjtjitben brifcfjt, barf er ifjr nttfjt ba§ ü)caut oerbinben, 
fonbern mufj fie wä()renb bes 2>refdjen§ f reffen taffen. 6 ) 

§ 111. aßenn ein S«be einem 9^ict)tiuben eine 
edjulb abforbert unb biefer leugnet unb ruft einen anberen 
Suben al§ 3 eu fl en ön, fo barf ber 3ube oor ein nicrjtjübifdjeS 
©eridjt geben, um bem l^icrjtjuben beijufte^en, 7 ) ba ja audj 
nad) jübifd)em 9^ed)te ein 3 fU 9 e genügt, um oen ® es 
forberten oon ber 3af)ktng 51t 6efreien. 8 ) Um fo merjr 
bürfen jw ei 3 cu fl en 5 U ©unften be£ -?iicfjt]uben beim 



bon ben alten ©nioräevn f)er, bie ifjre 2cf)ä£e »ergruben, ol§ bie 
Sl'roeiilen in ^aläjtina einbrangen." 

»J 6f). 2R. 200, 1. 

2 ) Nethibot ha-Mischpath bal, ber bie bifferirenbe 2lnfidjt beä 
SR. <5abbaiai Soften ttuberlegt. 

8 j (£h. 9ft. 200, 1. 3»on barf bem Sßief) eine? ^idiijuben nidjt 
fcr)äblict)c§ SBaffer reiben (Xofefia Xerumot 7, 14). 

4 ) Cracf) Sfjajim 300,12 ©iefer ©ebraud) beroeift entfdjieben, bafe 
bie Stnficfjt be§Beer ha-G-olah (oben <5. Ol S(nm. 2) bie mafegebenbe ift, 
bofe man jefct bem ÜRicfitjuben bie öerlorene ©aa^e jurücfgeben muffe. 

5 j C. Gl). 300 im Mag. Abraham 21. 

•) G&. 2»?. 338, 5. 

') Sf). 3K. 28, 4. 

*; Me'irat Enajim ba f . 



— 103 — 

nidjtjübiicrjen ©ericfite 8 eu fl"ife ablegen, ba ja and) baZ 
jubifdje ©eridjt ben 33raeliten auf bie ÖütSfage jroetcr 
3eugen f)in für fd^ulbtg erflärt fjätte. 1 ) „9iamentftcfj, ift 
e§> ba, wo bie 3 eil Ö en oereibigt roerben, yfltdjt, bie 
28af)rt)eit nidt)t 311 oerfcfjnieigen, fe(6ft roenn ber 3ube ber 
©eforberte ift; benn fotten etroa bie 3^9^ fünbigen, 
bamit jener <2üuber einen Profit fja6e? 2öer erlau6t eZ 
beim, eine Sduttb ab§it(eugnen, roenn aud) ber ©laubiger 
dn 9Hdj)tjube ift? (Sagt bod) bie 2f)ora: „(Sc rechne 
et)rtidf) mit beut nicrjtjübifcrjen Käufer eines jübi»cf)en 
<Sftat>en!"; unb bieZ galt gu einer 3dt, ba mir bie ©eroatt 
in Rauben tjatten, um nüe Diel mefjr t)eutgutage! 3n bem 
gafle, roo ber ^icfjtjube bie Sdmlb forbert, ift bie % 6 * 
leugnung ein 9iauo, eine 3Sorentf)a(tuug, eine fdjroere 
©nttnei^ung be» götiltcrjen ?iamen§! 2Sie fann benn gar 
Semanbem in ben «Sinn fommen, bet5itftef)en bem 33öfe= 
roicrjt (ja, ein S3öferütcf)t \\i ber ÜKartn, uon bem bie 2tn= 
frage rjQiibelt, unb wäre er ancf) arm — ber SHcft ö£rae(3 
barf fein Unrecht ttjun!), einen ©ünbcr unb $erbrecfjer 
311 unterftüfcen, ja fogar nod) feiuetroegen ein 93erbretf)en 
31t begeben, r)er0ei3u§ie^en bie «Sünbe an ben 23anben be§ 
Srugs?! Unb bieS 2We§, bamit jener einen Profit habe 
unb ftdj fein in'S gauftdjen lacrje! 9(6fd)eutid&e§ ©e(b 
nenne id) bie§! (St rairb nicrjt reicfj werben, fein ©ut wirb 
feinen 23eftanb rjaben, mein' als er ba gewinnt, wirb er 
oertieren! . . . ®ur3, id) fjabe nie [0 etwa§ ober etwas 
3Ief)nücf)e§ geprt!!" 2 ) 

l ) Sfferleä 311 Gl). SM. 28, 1. 

■j Siefponien be§ iR. öacob <5mben (Sche'ilat Jabez) Ifjeil II 
p. 34b. 2>a§ Siefponjum trägt ba% Saturn : 5. ©djebat 5525 (27. Januar 
1765). (£§ giebt barauf 23efd)eib, ob brei Suben 3U ©unften eineS 
(Srjriften, bem ein 3ube eine ©djulbforberung ableugnet, 3e u 9,nife a&* 
legen foflcn. 5)er 23efd)eib ift ,^roar fdjon genau ebem'o im Scbuld)an» 
Struck gegeben, mir glaubten aber bennod) bie Slbfan^eiung, bie bem 
jübifdjen iöetrüger r>on bem „ort()oborefien" 9?abbi r>or fjunbertneun* 
unbjroanjig Sauren auf ©runb be§ Scf)uld)an=2lrutf) ertbeilt ttmrbe, 
bem „eckten Suben'piegel" einöerleiben ^u fotten. 



109 — 



XII. 
Von fern ^äirrfjtutgrn >** falfrifcn „jDttbcn 

2)urtf) beu „ecfjten Subenfpiegel" ift bereite jebem 
Unbefangenen ftar geworben, bafj önftus' 9Jtad)inerf ein ge= 
meines $alftficat ift, meines nicfji ben (Xfjorafter be3 frommen 
Suben, fonbem ben bes rncblofen 58erfaffei*s nriberfpiegett 
9lad) ben im „eckten Ssnbenfpiegel" bargelegten ©runbfä^en 
be§ Scf)utcr)an=2lrucfj ift jebem äftenfdjen, ber bie allgemein 
menfdjlidjen (Gebote achtet, in einem igraetitifdjen (Staate 
ba$ ooüftänbige Bürgerrecht ju erteilen, ift feinem 
frommen, er mag meiner Religion immer angehören, bk 
ewige Setigfeit abgefprodjen , ift bie 2Bürbe hei jebem 
3ftenfcf)en, felbft naef) beffen Xobe, §u achten, ift Seber 
bei feiner DMigion 51t belaffen, olme if)n burdj ©eroaft 
ober burdj Ueberrebung üjr absuroenben, foEen fetbft 
2(poftaten unb ©flauen gegen Unredjt gefdjü^t fein, ift jebe 
Süge gegen jeben 9ftenfdjen ftreng oerpönt, mufe man milb* 
ifyätig, liebeooll unb barmbergig gegen alte ©ötteSgefcrjöpfe 
fein, ift 2)iebftaf)(, §ef)terei, 3iaub, 33orentIja(tung, ©teuer- 
entgiefiimg, fur§ jebroeber Betrug gegen jeben iDccnfdjen 
ftrenge unterfagt, ift 3 in ^ Iie ^) rrtei1 wur unter bem 3rcange ber 
9tot geftattet, finb fpegietl bie ©ljriftcn wegen ifyxeZ ©tan* 
bens nict)t 31t oeradjten, ba ber ©taube an bie abfotute (Sinljeit 
©otte§ anberen Golfern aufcer 3§rael oon @ott nidjt gegeben 
lourbe, ift ber friebtiebe SSerfeljr mit ben 9cicfjtjuben 51t er* 
ftreben, jebe ©efjäffigfeit in SSort ober Sfjat 51t oermeiben, 
barf man 9iüfjtjitbeu roeber pt;r»ftfcr) nod) moralifefj fcrjöbigen, 
unb ift man ucrpflicbtet, üjr (£igentl)itm oor jebraebetn 
Schaben 51t beroaljrcn. 

Unb SuftuS mit! glauben macfjen, ba$ in bemfclben 
<Scr)uIcr)an=2trnct) bie ©griffen wie Zfyexe, ja noef) geringer 
afö bie Xf)iere geartet werben, gegen welche ber Sube ftetS 



— 110 — 

£>af3 imb #eiubfä)aft Ijegen, Unrecht mib 53eiritg Ü6en, mit 
Slbfdjeu uxib 33erad)iung erfüllt [ein mufj unb überhaupt ftd) 
jeb'eÄ SSerbredjen geftatten fannü 2>af) nur ein ©ewebe twn 
nieberträcrjtigen Sügen, SBcrbrelinngen unb gälfcfjungen eine 
folcrjeUngeljeuerlicfjfnt fertig bringen fann, liegt auf ber^onb. 
golgenbe 33eifpiele werben gur Äenngetcfmung ber 
teuft ticben Verlogenheit be§ (Sienben genügen: 

1) ©efefe 2' lautet bei Suftu§: 1 ) 

„Me§, roa§ ber 3ube rituell 511111 ©otteSbienjte notfjig 
r)at, barf fein (Sfjrift oerferttgen, weil . . . bte Gfjrtften ntdjt 
al§ 9Jt c n f et) e ti betrachtet werben." — £ie£ ift eine boppelte 
gemeine Süge! 2)a§ ©efefc eriftirf nidjt, unb bie 53e= 
grünbung ift erlogen. 23ietmel)r barf bie ganje Stnt* 
agoge fammt beut Slfferljeüigjien non (Xr)rt[ten gebaut werben, 
bk ©ebetbücr)er bürfen oon Grjrifteu gebrueft, ber geftftrauft 
twn ©Triften getauft, ber ©ebetmantel oon ©Triften üer* 
fertigt werben, u. f. w. dl ur baZ anfertigen ber (Sdjau* 
fäbeit folten bk Israeliten fetbft beforgen. 2 ) ©er ©runb 
ftefjt baneben unb iaukt: SBetl e§ Reifet: „9iebe 31t ben 
Äinbern SSraelS, bafc fie fiel) (sdjaufaben maerjen." 
gerner fott ba§> anfertigen unb Schreiben ber SeptjiHin u. a. 
mit anbädjtiger unb weirjeooller (Stimmung (nötfb) unb beS* 
wegen nur twn gläubigen Israeliten oorgenommen werben. 
SDiefe SBegrünbmtg fterjt auSbrücflid) neben bem ©eje^e. 8 ) 
SuftuS oeraUgemeinert nun guerft, bafc 2tlle3, m% 511m 
©otteSbienfie nöttjig ift, twn (Sljriften nietjt verfertigt werben 
bürfe, unb lügt als ©runb fjingu, „weil bie dfjriften iüct)t 
als ÜDcenfd&en betrachtet werben bürfen!!" SSerbient ein folcfjer 
Sügner überhaupt noctj irgenb welken ©lauben?! 

2) Drad) Sljajim 6ap. 217 wirb in mehreren Sßara* 
grapsen gelehrt, über wetcfje wof)lriect)enben©ewür§e man ben 



l ) £>ier ift ber „Subenfpiegel" ber 4. 2tufl. benujji. 2)ie bor 
ßuqem erftfiienene neue, bielfadj geänberte Auflage foü in einem be* 
fonberen 2Inbang befprodjen »erben. 

2 , £>. <£$. 14, l. 

») £>. 6b;. 32, 9. 



— 111 — 

©egenSfpntdfj nicht fpre'djen foll, itnb jjnmr: ©enunje, btc 
nidjt 511m Diicdien, fonbcrn 5111" Entfernung eines fcblecbten 
©erudjes beftimmt fiub, 5. 23. bei Seidjen ober einem 2(bort 
(§ 2), ^ancbcrioerf, bas beftiuimt ift, bie SHcibcr bürden* 
rämtern (§ 3), ©eroürj. bas am £>atfe einer oeri)eiratt)eten, 
itadj fielen and) einer nnoerf)eiratl)eten $rau aU (sc&mucf 
[längt, »et! man beim 3iiedien 3U Unfittlicfjfeiten fommen 
tonnte (§ -4), ©enmrfl oon ©ötienbienft, woran man nidjt 
riedjen barf. (§ 5) — äBeldjer Sügner ift f cifjig, biefe ©efefce 
51t dniftenfcinbticrjen 511 fiempeln? Snftus I)at es (&?)ct$ 8) 
fertig gebracht, nnb jwar bnrdj) folgenbes famofe 2afchen= 
fpieter^htnftftütfctjen: Sie ©orte „©enmrje Don ©ö£en= 
bie nft" oerwanbelt er in „©eroürj, bas in einer djrift* 
ticken &irdie geioefeu ift". 1 ) 8lu§ einer grau wirb eine 
§ . . . gemacht. Tarauf werben on§ ben oier, fo nmge* 
möbelten Paragraphen bie brei ©egenftänbe: „®ewür§ oon 
einem Slbort, ©eroürg oon einer £ . . . unb ©ewürg oon 
einer cfjriftlicfjen föircfje" als oerboten rjerausgeljoben unb 
5ujammengefteEt, bann wirb eine gemeinfame Segrünbitng 
t)in3uge(ogen: „weil bas ©ewürg burcrj ben 21bort, bk 
$q . . . unb bie SHrcfje oernn reinigt worben ift", 
fcrjüeßlicf) werben bie ©orte: „Stirdje o er unrein igt" ge* 
fperrt gebrneft unb — bas fönnflftücf ift fertig. 

3) £xaä) Grjajim 512 leint Slaro in § 1, ba% man an 
Feiertagen für einen fremben (nicfjt gnmßausgefinbe gehörigen) 
9ticf)ijuben 9iid)t§ (nicfjt einmal bind) gulegen 2 ) $ur eigenen 
Speife) focfjen bürfe, weil bk 2hbeit an Feiertagen auf bas 
Sftotfjwenbigfte bcfdjränft werben fotf, unb bie 9cicfjtjuben boef) 



l ) £afe für bicie 33orfd}rift bidjt baneben al§ Citeßc bie alte 
9Ntfd)na in 23eracf)ot 51b angegeben mirb, roclctje boefj bon djriülicben 
Äirctjen noef) nicfjt§ rouBte — ift ber geringite SBerftoß beä SngnerS. 

2 i Slucf) ba§ „3ulegen" ift nerboien, roeil man fünft Ieid)t ba^u 
fommen fönnte, ju ©fjren be§ nict)tjübifcr)en @afte§ ein befonbere§ 
©eridjt ,3U focfjen, ma§ am geiertag üerboten ift, ba man felbft für 
ben Sütar ©oiteS nicfjtS bereiten barf (Sega 20b). 2fm Sabbat, 
wo bie§ nicfjt $u befürchten ift, barf man einen 9iicfitjuben einlaben, 
bgl. oben „2)er edjte Subenfoiegel" § 49. 



— 112 — 

felbft für ficrj focfjen fönnen. 3" einem fp&teren $a* 
ragrapfjeti (§ 8) bemerft SffcrleS, man bürfe für bie £unbe 
gpeife anlegen, 1 ) ba fie bocfj auf unfere ©rnähjung ange* 
nucfen finb. £ie<3 fteflt Snftus (©efefc 15; fo bar, a(ö 
ircr.n bie dr^riften nact) bem (2tf).=21r. ärger a(3 bie £nmbe 
:ruven, unb roieberrjolt bieie Öügc in oerftärfter gorm in 
©ei. 25 imb ©ei. 31. 

£ie raffinirte 23osi)eit bes ÖügnerS geigt ficrj fo rect)t 
braftifcfj 6et ber CUielle, rrelcrje er für biefe Süge angiebt. 
3n Gjob. 22, 30 roirb nömlict) oorgeicrjrieben, ba% Reifer) 
Don äerriffenen Spieren bem ^unbe oorguroerfen, loärjreub 
in £eut. 14, 21 geboten roirb, baZ gefallene 2f)ier bem 
Reiben §u oerfaufen. .ipiergu macfjt bie Üftetf)ilta be§ S^abbi 
Ssmael (lebte gegen (Snbe beö 1. 3af)rh,unbert§ nad) Gfrr.) 
bie eregetifcfjc 23emerfung: man möge ntct)t glauben, bafc 
3erriffene3 gerabe bem ^unbe, aber nict)t bem Reiben ge* 
geben werben bürfe, oielmefjr fei jebe 9cu^niefeung ge= 
ftattet. Um jebotf) 311 erfrören, roarum bk 2f)ora fjter 
gerabe ben ipuub nennt, fagt 9x. Ssmaet, bie Xfjora t)abt 
ben £mnb bem Reiben oorgegogen, roeit beim Sludge au§ 
21egnpten ber £mnb gegen bie Israeliten nicrjt bie Sm\g,t 
fpifjte, roäfrrenb bie Reiben (3. 23. 2lmatef) fie roieberljolt ofyne 
©rnnb angegriffen Rotten. Oiafcfji f)atnun biefe (£rftärung be£ 
dl. {\zmaci in feinen s ^entateucfj=(£ommentar aufgenommen. 
Unb raer roill es leugnen, ba$ in bem Sprudje be3 alten 
Steifen oiel SBafjrfjett liegt: ba$ ber treue ,£>unb, ber, feinem 
Suftinfte fotgenb, bie Zkbe unb öanbftreicrjer angreift, bk 
Israeliten unangefod)ten au$ 21egt)pten loanbern ließ, meil 
biefe feine flüchtigen 95erbrcct)er, fonbern ün oon ©ott gitr 
$rei()eit geführtes SBotf geirefen? £tefe C£infict)t fehlte ben 
böfeu ©tenfcfien; bie 2tegt)pier, bie 2(maleftrer unb anbere 
Reiben oerfolgten bie unfcfmlbigen Israeliten. Setbftoer* 
ftcinblicf) fjat loeber ber s ^cntateucrj, nod) d\. Smaet, nodj 



*) SeibficcrftänblidEj ift nicf)t 51t 6efürcf)icn, baß man für bie 
£>itnbe tixvaZ iBejonbercs fc<f)en wirb. 



— 113 — 

9tafd)i babei je an (£ fjrifrcn gebacfjt; roeit entfernt roar 
man, je ein ®efe{3, fcfbft gegen bte fcrjfimmften Reiben, 
burcf) bieten agatifdjen €prud) 31t begrünben. 2Senn nun 
SuftitS unb (seinesgfeicrjen, welche, nadjbem ben Suben 
geftattet mürbe, ein menfcfjenroürbigeg Stafein §11 führen, 
unb fte nicfjt merjr, roie in früheren Seiten, oon ben Junten 
angebellt werben, bennocrj nicfjt anflehen, bie Unfcfjufbigen 
immer oon feuern angitfallen unb ben unmiffenben Sßöbef 
gegen fte gu Ijefcen, roenn, fage idfc), fotcEje nicfjtäroürbigen 5Böfe= 
roicote fiel) burcf) tiefen agabiferjen SluSfprucf) be£ 9t. 3§= 
mael tief getroffen füllen, fo oerrounbert un§ ba§> nidjt 
im ©eringfteti — ift ja jebe etfyifdje ©enteng bem SSöfen 
ein S)om im 3(uge; allein bie $recf)fjeit, eine SBorfdjrift 
be£ Sd)utct)an=5(rucf) mit tiefer 2Igaba 31t begrünben, ob* 
roofjf Seber, aud) ber Unroiffenbe, einfielt, bafe meber ber 
SBerfaffer, noef) irgenb ein Kommentator auef) nur im @nt= 
fernteften baran gebaut fjat — bie $recf)rjeit, fo ber SSarjr* 
fjeit in'S ©eftc^t gu fcfjmgen unb in folcf)' raffinirt boshafter 
9öeife ber Süge ben Schein oon 2öar)rf)ett geben gu rooflen, 
ba§> fiätten mir aud) bem rofjeften, oertrjierreften SJtenfctjen 
nict)t gugetraut. 

28ir mürben bei tiefem fünfte nict)t fo fange »er« 
meifen, roenn nidjt S)r. <Scf er burcf) fein ©utadjten beim 
„Subenfpiegcf^rogeft" gu fünfter biefem fcr)riftftellertfct)ert 
treiben geroiffermafcen bie (Sanftion erteilt fjatte. S)r. 
(£cfer meint nämtidj, e§ fäge f)ier gar leine gäfferjung oon 
SufluS oor, ba biefer ja in ber S^ote bemerft, bk ÜDioti= 
oirung fei bem berühmten (Sregeten 3iafdf)i entnommen, 
^un, #err S)r. Gcfer, gefegt, (Sie fctjretben Sfyren tarnen 
auf ein Stücf Rapier, roerfen bie§ unoorftcfjtigcr Sßeife 
fort, ein Betrüger fintet baZ Rapier unb fcrjretbt barauf 
einen (2cr)nfbfcr)ein über IOOOOO äftarf — ift bieg besfjafb 
feine $äffcfmng, roeif bie llnterfdt)rtft edt)t ift?! Unb roenn 
Semanb eine agatifcrj'ejegetifdje SBemerfung Stafdiji'S 311m 
Sßentateucf) über bie Reiben be§ ^entateucfjS oon 1500 
oor (£f)r. gur üDiotioirung eines ©efe^es beS (Scfjufd)ans 

8 



— 114 — 

9trncf) über bte Gljriften oon 1565 nad) Gf)i\ fjtnfe^t 
unb bcn ©tauben ermecft, a(S fjätten uürf(id) 9ta|tfji unb 
bcr Scf)ntd)an=9(ritcf) jenes ©efejj mit biefem ©runbe 
motioirt, tft bat nid)t eine nieberiräcrjtige Ofalfdjuna,?! 

4) ©ef. 16 bei 3uftu§ [outet: „3ur 3eit bes \ii)oU 
Ijamoeb tft eine jeglidje ©efdjäftsagitation ftreng Der* 
boten; \vot)l aber tft c3 ertaubt, mit einem Gljriften 51t 
raucrjcrn, ba ba§> Sondern mit einem Gfjriftcn bem lieben 
©Ott 51t jeber 3eit luofylgefättig ift." 

2Bc(cf)e nieberträdjtige Süge bcr lefcte oon Suftu§ er* 
bietete Sq^ enthält, fann jeber au§ ben §§ 92 unb 93 be§ 
„ecfjten 3ubenfpiegel§" erfc()en, raonad) ba§> „SBudjern" (mir 
motten biefen SluSbrucf gelten taffen, uneroofjt im Sdjuldjan 
STrudfj immer nur oon „Seiljen auf ftmfm" bie 9?ebe ift) 
mit Gfjriften nur mit fnapper 9totf) geftattet, für ben 
frommen nidjt gieinenb crflärt unb btm bußfertigen ©ünber 
überhaupt erboten ift. Sic gemeine Süge märe aucfj 
f)ier ba% geringfte 9Serger)en 3uftu§', mir muffen aber 
mieber auf bk raffinirte 23osf)cit aufmerffam machen, mit 
ber e§ bem gätfcrjer gelungen ift, jetbft einen ^rofeffor 
©übern eifter gu betrügen, unb gu einer Sleußerung 31t 
oerteiten, bie er jefct gern atS entjdjieben falfct) surütf* 
nehmen mirb. 

Suftu» fteEt nämlidj guerft bie unoerfänglicrj fdjeinenbe 
Süge auf, bafo jeöes ©efd)äft an ben <£albfeiertagen oer* 
boten ift. äßenn nun im Sd)uld)au=?(rucfj „SSucrjera" eiugig 
unb allein geftattet roirb, fo muß bodj bie£ ein befonbers» 
gottgefälliges 2öerf fein. 2Bie uertjätt fiel) aber bk <&aä)t 
in SSafjrljeit? „21n ben §aib=geiertagen ift Arbeit unb 
©efdjäft nad) bem biblifd)en ©efet^e ooflftänbig geftattet, nur 
bie Dlabbinen tjaben nad) SBerfjältiitß ber Sachlage mandjeS 
oerboten, mandjeä aber ertaubt" (O. dt). 530, 1). Grtaubt 
ift nun erftenso 3(tte§, raa§ entroeber für bie testen geier* 
tage nötljig ift, um bk $eftesfreube 5U ert)öt)en (barüber 
tjanbett, außer einzelnen Paragraphen in oerfdjiebenen 
ftapitetn, befonbers Kapitel 533 in 5 Paragraphen); groeitenS 



— 115 — 

jebe 2(rbeit, bereit Unterfaffung aujjer bem SBerhtft biefer 
Arbeit nocf) anbere SBerhtfte rtad) fid) gießen mürbe. (Solche 
arbeiten sohlen ®ap. 537 in 16 ^aragrapljen, ®a$. 528 
in 5 Paragraphen nnb Kapitel 539 (über ©efcfjäfte) in 
12 Paragraphen auf. 9iad)bem alfo in merjr als 39, fage 
neununbbreiftig Paragraphen bk an ben §albfeier= 
tagen erlaubten arbeiten nnb ©efcfjäfie aufgegäfjlt finb, bie 
bereite im Satmub a(§ erlaubt begeicfjnet »erben, fommt 
3um Scfjtuffe (Kapitel 539 § 13) ba§> ©efe£ über 3in3ge= 
jcfmfte, wooon freilief) im £a(mub nicf)t§ fterjeix tonnte 
(nactj „echtem Subenfpiegel" § 93), worüber aber 3t 2lfd)er 
am (£nbe be£ 13. 3ctf)rf}nnbert3, nacrjbem ba§ „SBudjcra" 
mit Triften ai§> noti)wenbige§ liebet geftattet werben mufete, 
naefj Analogie ber ta(mubifd)en 23eftimmungen bie (£nt* 
fcfjeibuug traf, wonaefj e3 erlaubt ift, wäfjrenb ber £>atb« 
f eiertage auf 3™feu 5 U leiten: 1) an ftänbige Ihtnben, 
weil man bei Unterfaffung be3 ©efcr)äfte3 bie Äimbfd&aft 
oerlieren, alfo aujjjer bem SSerluft be3 ©efcfjäfteä nodj) weitere 
SSerlufte Ijaben mürbe, 2) an ^icfjMhmben nur bann, wenn 
man oon bem ©ewinn einen £rjeil gur ©rrjöljung ber 
gefieäfreube oerwenben will. 2)abei ift berütfficrjtigt, bafj 
©etboerlei^en feine eigentliche Arbeit ift, ba e3 feine HFiüije 
öerurfacrjt. £>a§ ift bie Söafjrljeit. @£ bebarf feinet 
weiteren SföorteS, um SuftuS' S)arfteÜung §u erjaraf* 
terifiren. ^rofeffor ©ilbemeifter mirb je£t einfefjen, wie 
fcfjmärjlicfj er öon bem „öubenfpiegel" betrogen mürbe, menn 
er fierj äu bem Urteil Herleiten tiefe, ber %ube bürfe, um 
einen Profit su machen, oon bexn ©efefce abmeieren. Sic 
2ßaf>rr)eit rjierüber leljrt ber „ectjte Subenfpiegel" §§ 5 u. 6. 
5) 2öie bie 23osr;eit im ©taube ift, felbft au§ einem 
trefflichen, lobenäroertrjen ©efe^e eine r)ä^ttet)e ßarricatur gu 
machen, geigt Suftus in feinem ©ef. 22. 3m Gfjofcrjen 
SJtifcfjpat 34, 18 mirb geteert: 

„Sie a3eräcf)Mrf)en finb nad) ber SSorfcrjrift ber SBeifen (niajt naefj 
ber £f)ora) unfähig gum geugniffe, ba§ finb 2Renfcr)en, bie umf;ergef)en 
unb auf ber ©trajje öor allem SSolfe effen ober biejenigeit, welche rtaeft 



— 116 — 

auf bem 2Rarfte fid) geigen u. bgt., bie alfo nidjt auf Sdjamfjaftig* 
fett adjten; foldje Seute ftnb htm £>unbe gleid) (ber aud) feine ©djam 
fennl 1 ) unb fcfjeuen fid) nidjt, falftfjeS geugnife abjulegen. Singe* 
fdjloffen unter biefen (rabbinifd) 3 eu 9 rt ife un fö^igen) finb aucf) bie* 
jenigen, toeldje öffenilid) bon ben Sticrjijuben 2flmofen nefjmen, toie= 
tooijl e§ ilmen möglid) toäre, fid) im Stillen (burd) fleißige 2lrbeit 
ober aud) burd) 2llmofen*2fnnaljme im ©efjeimcn) gu ernähren; fte 
toürbigen fid) ljerab unb adjten auf nid)t§ — alle biefe ftnb nadj 
rabbinifdjer 23orfdjrift ßur 3 eu 9 en ftf> a ^ unfähig." 

Sebertnann toirb biefe Stnorbnung ber Diaboinen 
löblich finben. Siefeiben roarnten überhaupt mit einbringftdjen 
Sßorten cor 2Umofennei)men, aud) oon Suben. ©o wirb 
im Sorc 2)ea 255, 1 oorgefcf)rie6en : 

,,©tei§ -fott ber 2ftenfd) bem 2tlmofen fern bleiben unb lieber 
üftotf) leiben o\% ber Sftenidjen beburfttg fein, benn fo fjaben bie Sßeifen 
geboten: „9ftadje ©einen ©abbat gum Söodjentage, nur nimm feine 
HRenidjentjilfe in Sfnffcrudj, unb felbft toenn Semanb ein gearteter 
©elefjrter mar unb berarmt ift, möge er mit einem £>anbtt)erf, mag e§ 
audj ba§> beradjtetfte fein, fidj ernähren, aber nid)t ber Seute £>tlfe 
anrufen." — 

Sßenn tum boct) Semanb gelungen mar, t>tm 3ttmofen 
§u Ie6en, fo foll er 3 u n ä et) ft bie £i(fe feiner ©tau ben 3* 
genoffen in 2(nfprucf) nehmen, a6er ltidfjt ben (griffen 
gur Saft fallen, weit (wie fäuimtlicrje Kommentare erfuhren 1 ) 
bie§ eine ©ntweifjung be§ göttlichen 9?atnen§ r)er6etfür)ren 
fann. Ober roünfcfjen hk 3ubenr)affer, bafj bk jübifdjen 
2Xrmen an ir)re £r)üre pochen, bamit fte mit einem ©d)ein 
oon ^Berechtigung fagen tonnten, ber Sube fei träge unb 
arbeitsfcf)eu?! 

9te, bie Sftabbinen erflören ^eben, ber otjne 3 min* 
genbfte jftotfj feine eigene ©r)re unb bie @t)re feinet SBotfe§ 
öffentlich ber SBeradfjtung prei§gtcbt, für einen 3ftenftf)en, 
beffen SluSfage fein üoUe§ Vertrauen oerbient unb ber 
bat)er (rabbiniferj) gum 3eugniffe unfähig ift. 



x ) ©er Salmub nennt oft Spiere um genuffer GHgenjdjaften nullen 
3. SB. ben £>unb ber ©djamtofigfeit toegen. Sie Äa^e toirb al§ fdjam* 
Ijafte§ £fjier genannt. 

2 ) SSgl. bie Kitate im Beer ha-G-olah ju Sore £ea 254, 1. 



— 117 — 

2Ba§ f)at aber 3uftu§ au§ tiefet roeifen, löblichen 9Sor- 
fcfyrift gemalt? 9l\ä)t§> weiter, atö groei SRieberträd^tigfeiten 

in biefelbe f)inemge(ogen! CSrftenS ijat er bie 2ßorte: „2)er 
gleitet bem £unbe", bie nur oon bem <Sdf)am* nnb (Sitten* 
lofen gebraust mürben (wie bie§ £ejt unb Duetten bi§ 
gur Süibetig geigen) auf bie 2Hmofen=2lnnal)me öon Stiften 
begogen. £>ie§ paftt uämlitf) in fein ßügenftyfiem, benn, finb 
bie ©r)riften ärger al§ §unbe, fo mufj bodj berjenige, ber 
ftdj oon i^nen ernähren laßt, menigftenS ein £unb fein. 
3meiten§ f)at ber Sügner bie Sßorte „miemot)f fte fidj im 
Stillen ernähren tonnen", mit: „ba% Reifet jtdj und) SBebürfnift 
nehmen" erflärt, at§ menn bie 0labbinen gelehrt Ratten, 
ber arme 3ube fotte lieber bie ©Triften im ©etjeimen be* 
flehen, al§ Sllmofen oertangenü ©o bringt man einen 
„Subenfpieget" fertig!! 

6) 3m ©efefc 24 miß 3uftu§ bemeifen, bafj ben Suben 
„ct)rifttid)e§ ©ut IjerrentofeS ©ut" fei. SDiefe ßüge, mit 
melcfjer ber gatfdjjer audf) einen 5]Srof. ©ilbemeifter bupirt 
f)at, ift oben 6. 41 ff. fyinreidjenb gefenngeietmet. 

7) 3n bem ©uplicat, ©efefc 30 unb 38, raitt 3uftu§ 
feine Sefer glauben machen, e§ fei bem Suben ertaubt, bie 
oon (üHjriften geftoijleuen (Sachen gu faufen. Um f)ier bie 
Sftiebertracfjt be§ 23ertäumber§ fennen gu lernen, mu§ man 
beffen 2Borte im ®ef. 38 mit bem (Srf)utd)an=2lrudj oer* 
gleiten. 3uftu§ citirt im tarnen be3 <Sdmld)an*2lru($: 
„$auft ein Sube oon einem £)ieb unb oerfauft ba§> ©e* 
f aufte einem anberen Suben, unb e§ fommt ein (Sljrift gum 
Käufer unb fagt, ba§> ©efaufte fei fein ©igentfjum, fo wirb 
e§ iljm nidjt gegeben. (£rl)ebt er $lage bei iljrem (ber 
Triften) ©erietjt unb f)at er bie (Sacfye oon ®ericf)t§megen 
gurütferfyalten, fo brauet ber SSerfäufer bem Käufer ba$ 
©etb nicf)tgurütfgugeben (roeü nämtid) berjenige, melier 
oon bem £)iebe gefauft Ijat, feinen geljler begangen, ba e% 
baä gefaufte @ut mar, ma§ man einem Triften geftob/ten 
Ijatte.") (So SuftuS. ®er Wortlaut be§ @d&itldj<m»2(rud& 
m. 3Ji. 356, 10) bagegen ift: „£at ein Sube eine ©acfye 



— 118 — 

öon einem (angeblichen) 2)ieb gefauft unb einem anbern 
Suben oerfauft, unb e§ fommt ein SRtc^tjube unb nimmt 
e§ bem groeiten Käufer weg burrf) iljr (bei* 9?i<f)tjuben) 
®erict)t, fo gilt folgenbeS 9ted)t: roenn ber 2)icb al§ foldjer 
öffentlich befannt ift, fo mufj ber erfte bem groeiten 
fein ©elb gurücfgeben; ift aber ber Slngefdjutbigte nicfjt 
als £ieb öffentlich befannt, fo braucht er bem groeiten fein 
(Mb nicfjt gurücfgeben, beim er fann fagen: 93ieHeicfjt l)at 
Ijat ber (anflagenbe) 9?icf)tjube gelogen." 

SDtan fef)e nun bie unquatificirbaren ^älfcfjungen be§ 
»erlogenen 3uftu§. 3 uei 'f* lüg t er ben (2a£: „fo wirb e§ 
it)m ntct)t gegeben" fjingu, al§ trenn ein 9tabbiner=G>ericf)t 
entfdjeiben roürbe, man folle ben Gl)riften fein geftof)lene§ 
©ut nidjt toiebergeben! ©erabe baZ ©egentfjeil ter)rt ber 
<5d)ultf)an=2Xrucf) (61). 9tt. 348, 2 ogl. ber „ed^te Silben* 
fpiegel" § 58). (Sobann [teilt ber gälfcrjer bie a6fo litte 
23ef)auptung auf: „£)er 58erfäufer braudjt bem Käufer ba§> 
©elb nicfjt gurücfgugeben", roäfyrenb ber Scf)utcl)an=2lruct) 
auöbrücf(icr) lef)rt, ba% er baZ ©elb gurütfgeben muffe, fatt§ 
ber S)ie6 als folcfyer öffentlich befannt ift. 2>ie perfibefte, 
fcerläumberifcfje $älfct)ung aber liegt in ber öegrünbung, bie 
Suftuä Ijingufe^t. SBäljrenb nämlitf) ber Scf)ulcr;an4!lrutf) 
als ©runb bafür, bafc man baZ ©elb nidjt gurücfgiebt, 
menn ber 2mgef<f)utbigte nict)t al§ 2)teb öffentlich) befannt 
ift, auSbrücflitf) angiebt, roeit ber SSerfäufer behaupten 
fann, ber anflagenbe 9eicrjtjube Ijabe gelogen — t)at ber 
galfificator bie ©tirn, einen anberen ©runb gu erlügen, bafj 
„e§ fein Unrecht fei, bie oon (Sljriften geftofjlenen 
©egenftänbe gu faufen." 2>af; ber (5ct)ulcr)Qn=2(rucr) ent* 
fd^ieben ben $auf jebe§ geflogenen ©utes oerbietet, fiefjt 
Seber au§ ber 33egrünbung be§ 93erbote3 ber £ef)lerei im 
dt). Tl. 356, 1, unb SuftuS felbft gefleht gu (®ef. 37), ba% 
e§ bem Suben oerboten ift, aucf) bem (£l)riften etwaZ gu 
ftefjlen. Sft alfo baz> Stellen eine ©ünbe, fo ift bie 33e= 
förberung be§ £iebfta()l§, tt)ie bie £el)lerei oon bem 
Scfmlcfjan * 2Irud) begeicfmet tr-irb, boct) notfjroenbig aud) 



— 119 — 

eine Sünbe. S)er laudier fjat fid) alfo felbft roiber* 
fprocfjcn ! ! 

8) 3m ©ef. 42 wirb oon 3uftus behauptet, es fei im 
£d)uld)an*?lrud) ertaubt, ben SRtd&tjuben im Spielen 51t 
betrügen. Siefe $älfcr)ung ifi bereite oben ©. 75 üftote 1 
aufgebetft. 

9) (Sin 23eifpiel tücfifctjer SSerleumbung burd) 2ßort* 
oerbretjung fonber ©leiten ift ©ef. 55 bes QuftuS. 2öir 
wollen guerft bie fjarmtofe SBorfd^rift bes (£crjulcrjan=2(rufi) 
mitreiten unb bann geigen, roas ber galfcfjmünger baraus 
gemacht fjnt. Sm Sore £ea 117, 1 Reifet es: 

„9Kit feiner ©acfje, bie Don ber Sfjora berboten würbe, barf man, 
obgleich bie 9ht§niefeung erlaubt ift, <panbet treiben, rcenn bie* 
felbe gum @ffen beftimmt ift. . . . ©inb bagegen einem Säger ber* 
botenel Sßilb ober Sßögei ober gifefie gufätlig, ofjne bafe er e3 beab* 
fidjtigt fjat, in'§ 9ic§ gegangen, fo barf er fie berfaufen. 2)a§felbe 
gilt für ben gafl, i>a% ^ufätlig ein 2f;ier 9iebelaf) ober Sreblja 
(rticf)t fofcfjer gefrf) lachtet ober rocgen einer inneren ober äußeren 33er* 
letjung berboten) geworben ift. ©benfo ift e§ erlaubt, biefe ber* 
botenen £tnge für eine Scfjulb bou ^icfjtjubcn einsufaffiren, weil bie§ 
(nict)t al§ £anbel unb ©enrinn, fonbern) al§ ein Letten (feinet (sigen* 
ifjum§) aus ifjrcr (ber 9iicf)tjubcn) §anb betrachtet »erben fann." 

£0 Sfferles nnb SRafc^ba. Sagegen meint dt. 2(aron 
ben 2lfd)er im Orchot Chajim, es fei nidjt ertaubt, jebe 
©djulb in oerbotenen 2t)ieren begabt gu nerjmen, fonbern 
nur in ben fallen, reo es beftimmt als eine „Rettung" 
betrachtet rcerben fann, b. I). roenn ber Sdjulbner unguoer* 
täffig ift. 

<2el)en roir nun, roas Suftus ans biefem <5d)ulcfjan* 
2lrucr>^arograpf)en gemalt Ejat. S)ies feine SSorte: 

„£>er §ube barf nicfjt fjanbcln mit unreinen ©ad)en (3. 
23. Srfjbjeinen, Singen au§ einer djriftlicfien ®ircf)e 2c., wie mir weiter 
unten fetjen Werben), aber einem Qtfjriftcn baZ abjuneljmen (b. f). 
nicfjt faufen, fonbern al§ SBegarjlung einer erbidjteten <2d)utb 
annehmen) ift erlaubt, weil e§ immer eine g 11 te©adje ift, bem 
©Triften eitüaZ gu entreißen." 

Sft eine Steigerung fo tücfifcfjer 33ost)eit, fo raffmirren 
Betrugs benfbar? Qutxft werben 51t §er^groecfen Scfjrceine 



— 120 — 

unb baiieben „bk d)riftlicrje föircbe" eingefcrjmuggelt. S)ew 
9ted£jt§titel 31t biefer «Schmuggelei leitet ber Betrüger au3 
einem einzigen SBorte „temei'm" üb, baZ SuftuS mit ,,un» 
rein" überfe^t 1 ). „©internal", jagt ber 2?älfd&er, „bie Suben 
ba§ ©cbwein unb aitd^ bie d)rifttitf)e $ird)e für unrein 
galten, fo Ijat 3fferle§ bei ben „unreinen fingen", möglicher* 
weife bie (Sctjweine unb bie djriftlicrje ®trdje gu gleicher 
3eit in [einem föopfe gehabt." 23or)I gehört bie d&riftltdje 
Äird&e gar nicrjt in bk\e Kategorie, benn oon ßird&engütent 
(ba§> fagt SuftuS in ®ef. 62) „barf ein 3ube feinen 
®enuft ober 9Sortrjeit i)aben"; allein ba$ tt)itt ntcfjtg, 
bei ber Subenfjefce barf bie ßogif nicf)t mitfüredjen ! 2>ie 
„Sdbweine'' unb „bie dmftlicrje $ircrje" bleiben l)ier gu= 
fammen, unb — ber ^ube wirb oerläumbet. 

2)ie groeite gälfcrjung ift, bafc bie „Sd)utb" gu „einer 
er bieteten Stfmlb" gemalt wirb (roa§ fet)r einfach ift, 
man braucht eben blo3 ba$ SESort „erbidjteten" bagu 31t et* 
bieten.) 9)iit allebem begnügt ftd) beröe^er aber nod) 
nid)t. 9toct) eine brüte — bie jd)amtofefte — gätfdjung 
mufe fjtiiju! Gr fctjreibt „bie 9labbinen geftatten itidjt nur 
(sdjitlben 31t erbieten, nein fie lehren: „(£» ift immer 
eine gute @arf)e, bem Gfjriften etwa§ gu entreißen!!" ©0, 
jeijt ifi'g fertig! 3e£t fcmn'S nad) ^aberborn in bk Soni^ 
factu§«5)ru(feret! 

10) Gine fcfjänblicrje, grunblofe SBertäumbung unb 311= 
gtetdj bk giftige ©racfjenfaat 31t fünftigen 3ubent)e£en enthält 
©ejefc 64 bei SuftuS, welches tautet: „@3 ift ein gutes 
9Serf, ba$ jeber 3 übe, fo oiel er fann, fid) befleißige, bk 
cf;rtftlicr)e ^ i r er) e ober ma§ 3U if)r gehört ober raa§ für 
fte g et (jan roirb, 3U oerbrennen unb 31t ©runbe 31t 
richten." — SBenn nun einmal eine ®ird)e oon boSfjafter 
ipanb angegünbet wirb, wer anberS at§ ein 3ube fann bie3 



l j Xie Uekrjefcung ift f alitf). £a§ 23ort Ijeifjt bei ben äiaD6incu 
„öer&oterte X^iere" 5. 93. ba§ Äameel, ber <£>afe, bie iß f erbe; allerbhigS 
gefjört audj baZ Schein ba3u. 



— 121 — 

getrau rjaben?! 3 U oer teuffifdjen ßüge üom „rituellen 
9)torbe" roirb fid^ je£t bie üjr ebenbürtige SSertäumbuug oon 
ber „rituellen SBranbftiftung" ^injugefellen. Gin 33ucrj* 
Ijolg, ber bie Sünbfcfjnur entbecft, mit roefcrjer bie Suben 
bie ®ircr)e angeftecft fjaben, wirb ja, wie beim SReuftettiner 
Snnagogenbranb, ftet§ jur Verfügung [ein. 

©djen wir nun bie Stelle im Scrjutcf;an4>üitcrj an, welche 
als Quelle 31t bicfcr Süge angegeben rairb. Sie finbet ftcf) 8. 
£>. 146, 14—15, wo es r)etfet: „<£§ ift Gebern, ber 
®ö£enfutfr*t, geboten, bafj er jte fortfdjafre unb oernict)re." 
5üfo felbft bie fjeibnifcrjen ©ö£en foH man nur oer* 
nickten, wenn man ftc finbet unb man bemnacfj nacf) 
jübifcfjem jRecfjte (äigentfyümer geworben ift 1 ). $rembes 
Gigentbum 31t gerftören roirb nie unb nimmer geftattet, 
felbft wenn es ein ^etbentempet ift. 23 ie nie! weniger 
ift bies bd einer crjriftticrjen ^ircf)e erlaubt, in 
welcfjer nacf) ber ausbrücflicrjen Grflärung bes Sffertes in 
D. Glj. 156 ber Scppfer bes Fimmels unb ber Grbe an* 
gebetet wirb. (Sine djr ift ließe $irdje 3U jerftören, ift nact) 
bem Scfjutcrjan=2[rucfj nicf)t nur nicfjt geftattet, fonbern gerabe* 
311 ftreng öerboten. 

11) (Sine neue unb 3itgteicfj curiofe Strt oon äkrtäum* 
bung bietet bie gan3 aus ber Suft gegriffene $efc«SBoridjrift 
im ©et*. 79 bei SufrnS. 23ir wollen f)ier ifjm felbft baä 
2ßort erteilen: 

„Gs ift bem Suben erlaubt, in einer tobesgefänj-- 
licfjen Äranffjeit Unreines 3U genießen, wenn er 
Teilung baoon erwarten 31t bürfen glaubt; unerlaubt bleibt 
es Qiict) in biefem galle, 3U feiner Teilung oon einer Sacfje 
©ebrancr; 3U machen, welche bem (im Sinne berauben) 
5Ulerunreinften, nämticrj einer crjriftticrjen Äircfje 



*) S)a§ im folgenben § 15 befinblicfie @eboi, ben ©ö?en (2l'd)era* 
23aum) mit ber üBurjel auszugraben, mar nacf) ber au§brücfiicf)en 
(Srflärung be§ 9i. Soiepf) Staro lim „Bet Joseph") unb beä Türe Sahab 
Str. 12 nur in ^aläitina unb in ben Don ben Suben eroberten 
Stäbten außerhalb s $aiüitina'§ üorge^neben. 



— 122 — 

angehört." 2ÜS dielte wirb angegeben: „3ore £ea § 155, 
£o'aa 3, entn. aus bem Sfrucfj, Mal 32." £er betreffenbe 
(Sat3 im &d)\il<i)<mMxuä) (antet in wörtlicher Ueberferjung: 
„ÜJcan barf ein $riecrjtrjier ober eine anbere »erbetene Sacrje 
Derbrennen, um bie 2lfcrje gur Teilung 51t effen, felbft wenn 
bie $ranf(jeit gefäfjrticr) ift; ausgenommen ift £oi§ 00m 
©ö^enbienfte". 1 ) 2)aS Jpoljöom ©ö^enbienfte Reifet im cor* 
f)ergef)enben Paragraphen: rrw« ^3? ,,^)oI§ ber 2lfcf)era", 
b. f). nadj tafambifdjer Auslegung eines göttitf) oererjrten 
SBaumeS. SSeber oon „Unreinem", nod) oon „Merun* 
reinftem", noer) oon „cfjrifttidjer Slircfje" ift mit einem SSBorte 
bie 2tcbe! £>ier rjat ber betrügerifcfje ©eje^cS * Sieferant 
feinen antifemitifcf)en Auftraggeber einfach bcfcrjminbeUU 

12) (Sin gleicf) großer «Scrjioinbet ift auef) ©ef. 86 bei 
SuftuS: „@S ift bem Suben »erboten, einem . . t . Suben, 
ber 3tfum (Gbrift) geworben ift, ein 2(tmo|eit 511 geben". 
2K§ Cuefle wirb angegeben Sore 2)ea 251, 1. «Ratürltdj 
finbet ftd) bort feine ©pur baoon! 2)er „2lbarjan", b. f). ber 
(ein ©ei'efc)Uebertretenbe, foll bnrcrj bie ©ntjieljwig ber Unter* 
ftü^ung gemaferegett unb gur Umfef)r gebracht werben — baS 
fter)t bort. S8on getauften Suben ift feine Otebe. 5)aS 93eseicr)= 
nenbfte ift, baf} wir biefen Paragraphen, natürlich wahrheits- 
getreu wiebergegeben, in ben „eckten Subenfpiegel" § 36 
aufgenommen rjaben. 

13) (Sine üerbammenSwerttje unb geljäfftge 33er(äumbung 
enthält ©efe^ 91 &*S 3uftuS. 3m <ScrntIcf)an»21rucr) (Sore 
£sea 340, 5) befinbet ftd) ein &eremontaI*©efefc, baS fotgenben 
Wortlaut fjat: 

„2Ber beim£obe eine§ i§raelitifd)en2rcanne§ ober einer i§raelttifc^en 
grau gugegen ift, mufe feine Kleiber gerreifeen, toenn jene aud) manebmat 
eine Sünbe geifjan fjaben. Sagegen brauet man bei bemjenigen, ber 
ftei§ gcmofjnt mar, gu fünbigen, um Wie biet weniger beim Stpoftaten, 
bie £rauer*(£eremonie nid)t au^uüben." 

9Son Grjriften ift rjier gar nicfjt bie Diebe unb famt 



.7";' 's; % 22 ^in r.iDD 12 



— 123 — 

Qitcf) bei biefer ctttorienta Uferen Simonie nidjt bie 9iebe 
fein; ebenforoeniq wie ber 3>ube bei einem fjofjen cfjriftticrjen 
§errn naefj orientaüfcfier Sitte fict) a(3 3 e ^ en oer (Sfjrer* 
bietung ba% £>aupt bebedfen wirb! 
9iun lügt SuftuS ^11511: 

„5ft er aber zugegen beim £obe eine§ Stfum 1 ) ((Stiften) . . . f 
ift biefe§ Seiten ber Xrauer Verboten, roeif ein Sube über einen 
folgen gafl fid) freuen fott." 

Scfjamlofer Sügner! 28o ift bie§ tierboten?! 2ßo 
ftefjt, ber Sube foffe über ben Sob eines (Efrriften ftdj 
freuen?! 2)a§ ©egent()eü ift im Scfjuld) anatmet) 
geboten: Selbft über ben Xob unferer groufamften 93e= 
brütfer, ber fycibnifcfjen 2Iegt)pter, bürfen roir imS nicfjt 
freuen! (Sögt, „ber edjte Subenfoiegel" § 44). 

14) Sie frecfjfte Süge, bei wetcfjer ber SBctrügcr bie Stirn 
t)at, bem ScbutdjQn^trnc^ ba% gerabc ©ntgegengefe^te 
0011 bem, \va§> er wirfüd) fogt, untcrgufcrjieben, bietet ©ef. 92 
bü SufiuS. 2Sir motten fyier wieber suerft bem Sügner ba» 

SBort ertfjeiten. (Sr fdjreibt: 

„©§ ift bem jübifd)en Sßricfter ber boten, . . .in einem £>aufe 
fid) auf gut) alten, roo ein tobtet 2T2enf d) ift. . . . SBofjl aber barf 
ber jübifdje gkiefter baZ £>au§ betreten, in roeldjem ein 2Ifum (Sfjrift) 
geftorben, „weit bie 2Üum (ßbriften) nicfjt al§ äftenfdjen, 
fonbern al§ £f)iere 31t betrauten feien". (Sore £eaf) 372,2). 

©erabe bas Entgegen gefegte tefrrt ber Scfjulcfjan* 
Strucfj. £ier ber SBortfoitt be§ ©efefceö im Sore £>ea 372, 
2: „2öa3 bk ©räber ber 9?itf)tjuben betrifft, fo ift e§ recfjt, 
baft ftcfj ber ^riefter fjüte, auf biefelben 51t gefjen." Soweit 
Äaro. darauf SfferleS: „SBiewofjl" einige e3 ertauben, ift 
e§ rerfjt, 5U oerbieten." 8 ) 

3m Salmub ejiftiert $max eine Qlnftcrjt, bafe ber ^riefier 
auf bie ©ruber ber 9ftcrjtjuben gefjen bürfe, weit ber ^ttö- 



J ) ©er Sügner fdjreibt immer bei feinen eigenen 3"l'äfcen aui *) 
„SKfum ((Stjriftcn)", um ben Unfunbigcn glauben gu machen, e§ ftefje 
fo im ©tf)utd)an*2trutf). 

2 (*i»DnnS ]i33 p^pö b»b> »"bjw) on»ty tWo pan int'S ;i:>: cn; nap. 
(©0 in ben allen ausgaben). 



— 124 — 

ferttdt „adam", ber bä bem fcetrejfenben ©efe^e im ^en* 
tötend) gebraust roirb, nur ben Subcn begeidfmet; 1 ) allein 



l j 9he finb bie 2öorte eines SdjrtftfteHerS fo frebelfjaft mißbraucht 
roorben, roo biete "Jalmub^Borie bon ben profeffionSmiißigen Suben* 
SBerläumbern. ©§ berloljnt fid) ber 37tür)e, burrfj eine friiifcfje 2(u§* 
legung biefeS in 2Bafjrt)eit gang unberfänglidjen SatfcS bie <pod)burg 
ber literarifd)en ^ubenljeijer einmal bon ©runb au§ gu gerftören. 
33ei bem ©efefce über bie Verunreinigung beS lobten ftcrjen in 
9ßum. 19, 14 bie 2ßorte: adam ki jamüt (roenn ein 2ftenfd) ftirbt). 
©ie meiften jübifdjen Söeifen behaupten bafjer, bafc biefeS @efe$ 
alle 2>icnfd)en umfaßt, unb hak bie Vriefter barjer aud) über ©räber 
öon Reiben nicbt gefjen bürfen. gut' biefe 2tnfid)t fpridjt aud) ber 
Sßortlaut ber (Sdirift ÜJhtm. 31, 19, roo SftofeS gebietet, baß Seber, 
ber im Kriege mit ben fjeibniidjen 2)Jibianiiern einen ßrfcblagenen 
berührte, fid) einer Reinigung untergieljen müßte. (Sie ©egner finb 
fogar genötigt, gugugeftefjen, ba$ bei Söerübrung be§ Sobten fein 
llnterfdjieb grotfctjen Suben unb 9Jid)tjuben obroaltet). ©aber roirb 
aud) im £d)uld)an*2lrud) biefe 2(nfict)t als fyaiafya recipirt, unb aud) 
bie jübijdje VrariS ricbtet fid) banadj. äftan berfudje unb tage einem 
ftreng frommen 2lf)roniben, eS fet Semanb — <Sb,rift ober Sube — 
im <paufe geftorben: er roirb bei ©turnt unb SBefter, bei üftactjt unb 
ÜJiebel feine Sßofjnung berlaffen unb'nidjt gurüdfefjren, bebor ber2eid)nam 
aus bem £>aufe entfernt ift. ©er @d)uld)an*2irud) alfo unb bie jübifctje 
VrajtS roolten cS nidjt gugefiefjen, baß bie (Sfjriften feine „SHenfdjen" 
finb, (ogl. nocfj Okip. "Wescbab Hakohen 3cr. 75). ©od) baS tf)ut 
nidjtS, fagen 9ior)Iing, SuftuS unb Gonforien, ber 3ube roirb ber* 
brannt! 3^ 9iabbinen auS bem Satjre 150 nad) (£br. nämlid), 9t. 
(Simon b. Sodjai (3ebamot 61 al unb Di 2ftei'r (®eritot 6b) be* 
fjaupteten, unter bem SBorte adam beS ©efetseS feien bloS bie 
Israeliten gemeint, ba in Ggecbiel 34, 31 gefd)rieben ftefjt: adam 
attem. b. b- 3b,r Israeliten roerbet adam genannt, aber nicbt bie 
anberen Völler. Sllfo bocb! 3*°" Stabbinen Ijaben allen Völfern baS 
2Kenfd)entb,um abgefprodjen! £>aben fie eS roirflid) gettjan? ©er 
©ine roenigfienS fonnle bieS unmöglid) getfjan l)aben, benn berfelbe 
91 2J?eic itjut einmal (2lb. fara3a) ben feierlichen Sluefprud) : „Selbft 
ein £>eibe, ber fid) mit ber Xfyota befdjäftigt, ift bem £>ob,enpriefter 
gleid) gu adjten, benn eS beißt nid)t „Vrtcfter, Sebiten ober Israeliten", 
fonbern ba-adam ber SRenfcb", baS ift aud) ber £>eibe. 2öie fonnte 
alfo dt. 9Wür fid) fo feltfam roiberfpredjen? — ,,©od) baZ tb,ut nid)t§" 
— fagen bie 3ubent)e§er — „ber 3ube roirb oerbrannt! 2Ber roirb 
ftd) aud) bie 2Rüb,e nefjmen, bie Selbftroiberfprüd)e ber Suben gu 
erflären?!" 2lber bie Srflärung foitet gar feine ^tüt)e, nur einroenig — 



— 125 — 

ber (5cr)nldf)an=2{rucf) entfcfjetbet bireft gegen btefe 
?inftd)t! 2)od) e§ ift üergeblitfie SKufje, qu§ bem &d)M. 
bie gemeine $a(fd)nng beä 3ufüt§ natfjjnroeifen; ber 3an= 
rjagel.für ben [ein SDZac^roerf bejtimmt ifi,rc>eif3 ja boct) Sunden 
Xalmnb unb (Stf)nld)an=3(ntcf) nicfyt 51t nnterfdjeiben. @& 
[inb gilben! 9(ffein roir trollen Anflug bind) 3uftns> ber 



£almub*®enntnite! SMefe beiben Dtabbinen Rotten eine S£rabiiibn, bafe, 
trbfcbem baZ ©efe^ Ijter adam fdjreibt, bennbd) nur 3§raelttcn bantit 
gemeint finb. ©icfe Srabitiau mufetcn fie begrünben, benn Der 2ßbrt=* 
laut adam fbrid)t ja bcgegen. greilidj bem mobernen ^ßfjilblogen 
mürbe bie 93egrünbung nicfjt fdjroer gefallen fein, ©elbft mit bem alt* 
gemeinen 2lu§brude adam mag bennbd) i>a% ©efe£ mitunter fbeciett 
ben Israeliten berfteljen, mie bie Körner unter urbs bie ©tabt 3iom 
unb bie SItttfer unter äaru borjugStoeife Silben berftanben. 5a, adam 
fann aucfj al§ eine (5Hibfi§ für adam-mikkem (Semanb bon @ud)) 
betrachtet »erben, mie in 2eb. 1, 2 gefdjrieben ftefjt. ©b mürbe 
ein moberner $ßl)ilblbge feine Srabition begrünbet Ijaben. 
Snbeffen bie alten 9?abbinen begrünbeten ir)re Xrabition, bie 
ifmen bljnerjin feftftanb, in ialmubifdjer SBeife. ©a einmal, fagen 
fie, in ber fjeiligen ©djrift gefdjrieben ftefjt: adam attem (Sfjt 
feib adam), \o merben mit bem 21u§brutf adam nur 8§raetiten be* 
geicfmet. 2ftenfd)en finb alte SBb'Ifer, fie fjeifcen aber isch, enosch, 
ja fbgar ha-adam, nur nid)t adam. ©ie§ ift ialmubifd); ber be§ 
Safmub llnfunbige berftel)t ba§ ntdjt, unb barum fjaben bie 3tbbiing 
unb bie Suftu§ mit Sitirung eine§ fallen ©djlagmbrte§ gemonnen 
©piel; aber nid)t§befioroeniger ftefjt unberrücfbar feft, bafj e§ SR. 
©imon unb 9^. SKci'r nie in ben ©inn fam, gu behaupten, bie 3^tct)t= 
juben feien feine SKenfcfjen. ©amit e§ aucfj bem Saien berfiänblicfj mirb, 
fei ba§ ©efagte burcfj gmei ärjnltcfje ©teilen au§ bem £a(mub erläutert. 
Sn <5a.blai 26 b mirb gefügt: ba§ 2Bort beged (®tetb) bejeidme 
nur mollene unb leinene Kleiber, bagegen r)eifeen 3. 33. feibene 
Kleiber nicfjt beged, toeil an einer anberen ©teile ber Sljbra auSbrütflid) 
jtefjt: „mallene unb leinene Kleiber." — 8n 2>?enad)ot 10a Reifet e3: 
ber 2tu§brud ezba (ginger) im ^ßentateud) bebeutet ftet§ ben Ringer 
ber redjten £anb, meil an einer ©teile au§brüdlid) geftfjrieben 
fteljt: „ber recfjte ging er" (pwn ijn^N). SBoHte alfo ber Stalmub 
fagen, ber ginger ber linien §anb fei fein ginger unb ein feibene§ 
®Ieib fei lein ®leib?! ÜRun üftidjtjuben finb nadj SR. ©imbn ebenfo 
feine Sftenfdjen, mie ber linfe ginger fein ginger unb ein feibene§ 
®teib fein ®leib ift! 



— 126 — 

Süge überführen: SnfruS! wie lautet ba% jübiidje ®efe£ 
in 99e3iig auf bie tobten getauften Suben! ©inb anct) 
biefe oom Unreinfyeitsgefefe auSge|cfjloffen? „9iein!". muß 
aitcr) ber f reifte Sügner antworten, ,,[ie finb nidjt oom 
©efe£e ber Unreinheit anSgefdjloffen, fie oerunreinigen 
nacrj it)rem Sobe gang fo wie Israeliten, unb ba% 
nad) allen 1 ) 9lnftdjten! 2llfo [inb getaufte Snben ja 
at£ 2ftenfdjen gu Betrachten, beim [ie finb in bem 
SSorte „adani" (aftenferj) be§ ©eje^eS einbegriffen! 
SRun fagt aber 3uftu§ felbft in ©efefe 23: „2lt§ Sengen 
tonnen nur biejenigen betrachtet werben, wetcfje ben tarnen 
2)ienjcfjen fjaben, ein Slfum (<£§rift) hingegen ober ein 
Sube, ber Gfjrift geworben ift 2 ), ber noef) arger ift a 13 
ein geborener Gr)rift, tonnen bu rcrjau§nicfjtal§2)ienfcfjen 
angelegen werben." 2üfo aucrj bie getauften Suben 
finb feine 3)ienfcfjen, unb ber getaufte QnftnS — ift burcr) 
fief; fetbft ber Süge überführt! ! 

15) S)ie Ännft, in befonberer 2lrt Sägen au£ ber Suft 
gu greifen, geigt mt3 Suftus in ©ef. 97. 3m et). Tt. 420, 1 
jjeifjt e§: 

„(£§ ift tierboten, feinen 9iätf)ften gu fernlagen unb, toenn er ib,n 
gefdjiagen, tjat er ein SSerbot übertreten, ja roer nur bie §anb auf* 
fyebt, feinen JJädjften gu f flogen, toirb ein 93 ö ) e to i cf) t genannt." 

2)te3 citirt 3uftu§ einigermaßen richtig, ©aranf lügt 
er noer) gotgenbe§ rjingu, als wenn au<r) bie§ im (Scfjutcfjan* 
Sinter) ftänbe: 

„Unter bem näcfjften SRittnenfcften ift aber nur ein %ui>t 5U Der« 
fteljen, einen 2lfum (ßljriften) 5U fctjlagen ift gar feine ©ünbe." — 

2)a§ ift gang unb gar aus ber Suft gegriffen. 9crrgenb§ 
wirb oon ben Otabbinen auet) nur im ©ntfernteften getetjrt, 
man bürfe einen dr)riften fcrjlagen. ©ie 9iabbinen verbieten 



J j 8gl. Sore ©eaf) 372, 2: £a§ ®vab eineä Styoftaten ift (naef) 
ber Meinung 2tHer) tebitifcfj berunreinigenb, ganj fo nne ba§ etne§ 
Israeliten. 

2 ) ©er Sügner fjat nodj bie ©tirn, aua) tjier at§ Duelle auf bie 
in 9tebe fieljenbe Salmubfietle b.insuroeifen. 



— 127 — 

tuelmetjr fitrengftoiS, felbft ein X^iei 1 ) 51t fcfjtagen! 3)et 
Süisbrucf „feinen SRädjften" im Sdwld)au=2(rucrj i[t bein 
Sßentatemf) (@job. 2, 13) entnommen, wo Oftofes jagt: 
33öfewicfjt, warum fcrjlägft S)u ©einen s ?iäcf)ften?! ("pn. 
2argum "pan). Ueurigens, wenn ber Scfmtcrjan = 2lntif) 
ftntt „feinen SRadjften" — „einen 9)ienfcr)en" gefügt i)ätte, 
wäre baö SuftaS einerlei gewcfen; er fjätte bann gefagt: 
„2>ie Gljriften barf man fcrjlagen, beim fte ftnb feine 
2)cenfcf)en." £ie Snben wollen bie Gljriften fernläget: 
— fo liirnoerbrannt, bie§ 311 behaupten, fann nur ein 
Sujtns fein! 

16) SSäljrenb ber fieben Irauertage ftnb ebenfo, wie an 
ben ^albfeiertagen (ogt. oben 9h\ 4), nur folck ©efcfjäfte 
erlaubt, bereu SBernacrjtafftgung außer beut SBerfufte biefeä 
©efcfjäfte§ noefj einen weiteren iwd) ftd) §ier)en würbe. 
2)arjer ertaubt ber <£cfjutcfjan=2(rudj), einem nicrjtjübtfcrjen 
$unben auf 3mfen §u leiten, weit man fonft ben föunben 
oertteren unb fo notf) einen weiteren SBcrluft rjaben würbe 
(nasn ~qi). 2)ie§ [teilt ber gätferjer bar mit ben ^Sorten: 
„Senn biefeS (mit einem (Efjriften gu wuchern) ift ein 
gutes 2Berf, welcrjeS er nid) t nacfjrjolen fann!!!" 
2>a3 Urtrjeit über biefe galjd&münserei übertaffe id) jebem 
erjrltdjen 9)?enfcr)en. — 

2ßir t)aben für je£t genug Dom fatfcfjen „Subenfpieget" 
gefjört. SDurcf) baZ ©efagte ift jur ©enüge bew iefen, 
bafj man „im Sicfjte ber Sßar)rrjett" bent jübifcfjen 
9kttgion§gefe£e nichts angaben fann. 2 ) SSojit 



l j (£3 ejiftirt barüber eine gonge talmubifcfje Stbfjanblung (-iyx 
c"n »Syn), lüonn gelehrt nnrb, ba'z c3 ftreng berboten ift, ein 2J)ier 
gu quälen (SBaba fllt^ia 32b.j 

2 ) SDr. ©tifer Ijatieben traurigen 2>iutf), eine 23rod)üre, in roelcfjer 
er bas Subentbum in unaualificirbarer SBeife angreift, „ber Suben* 
fpiegel im Sichte ber Sßafjrtjeit" gu nennen. 2öir toerben in 
einem beionbern 2(nfjang natfnueii'en, bau £>*• ©tfet in bunfelfter 
ginfternife toanbelt, Süge unb gälfdjung für Söa^rtjeit fjält 
unb auägiebt. 



— 128 — 

fjätte man beim fonftnötrjig, ju Süge unb gälfdjung 
feine 3uftuct)i 31t netjmen?! £)er 92acr)ioei§, bajj SuftuS' 
ganjeä <£cr)anbbucr) auf falfd^cr ©runblage beruht, roirb im 
fotgenben Kapitel geführt werben. £ier fei 511m <Sd)luffe 
conftatirt, ba$ ber falfct)e „Subenfpieget", fotgenber ßügen 
unb SSerlöumbungen überfüfjrt würbe. £erfetbe referirt im 
9iamen be§ jübifctjen Dtetigion»gefe£e3: 

1) Sie (Sfjriften feien nid)t aU 9ftenfct)en §11 betrachten. 
(9fr. 1, 14). 2) Sie (Stjriftett feien ärger of§ bie £unbe. 
(9fr. 3). £)ie dt)riftHct)e $ird)e fei ba% Merunreinfte in ber 
Sßett. (9fr. 11). 4) Surct) bie ct)riftü(i)e ^irct)e werbe 21He§ 
oerunreinigt. (9fr. 2, 9). 5) ©§ fet erlaubt, bie Gljriften 
§u fragen. (Sir. 15). 6) GfjriftlictjeS ©ut fei tjerrenlojeS 
©ut, nnb wer ba will, fann e3 nehmen. (9fr. 6). 7) äftan 
brauetje bem (St)riften ba§ tf)m ©eftorjtene nietjt gurürfju* 
geben. (9er. 7). 8) 3Jcan bürfe ba§ oon (£t)ri ften geflogene 
©ut laufen. (9fr. 7). 9) ©§ fei erlaubt, bem ©giften 
gegenüber eine (£ct)utb gu erbieten. (9fr. 9). 10) 3ftan 
bürfc mit Triften betrügerifd) fpieten (9fr. 8). 11) @§ fei 
eine gute <Sact)e, bem ©rjriften etrva§> §u entreißen. (9fr. 9). 
12) «Kit (Stjriften „umdjern", fei ein ©ort ftet§ mor)lgefälIige§ 
SBerf. (9fr. 4, 16). 13) 2)er 21rme foEe lieber oon Triften 
r)eimlict) ftet)len,at3 oon it)nen einSllmofen annehmen. (9fr.5). 
14) 93eim £obe eines Greiften folfe ber %ube ficr) freuen. 
(9fr. 13). 15) (SS fei bem Suben geboten, cr)iiftlicr)e Äirdjen 
§u ^erftören. (9fr. 10). 

SMefe unb noct) anbere oerläumberifcrje Staffagen r)at 
ber „Subenfpiegel" auf ©runb betrügerifct)er $ätfct)ungen 
gegen bie jübifct)e Religion erhoben. Suftu» ift fomit ein 
fd)amlofergä(fct)er unb 9?ertäumber. £abei bleibt e§! 



129 



XIII. 

$rage: 2ßer finb bie „9{fum" im <sdj)uldjan*2lrudj.? 

Antwort: Sie „2(fum" be§ <2tf)ntcf)an=2{rucrj eitftiren 
gor nicfjt! @§ ift ein S|$fjantafte»®e6ilbe, über"roetd)e§ btc 
Ferren Sr. ßcfcr unb 5|5rof. ©itbemeifter ifyre ©uralten 
Don „weittragenber SBcbeutitng" abgegeben!! 

üKir liegen Dt er 8tu8ga6en be§ <Scrjutcrjan*2trucrj Dor, 
bie ben SXuSbrurf gang unb gar nicrjt fenneu, unb §war: 

1) Sie editio princeps (erfte 2Ius>gabe) oljne bk 
23cmcrfungen be§ 3ffer(e§, SSenebig 1565. 

2) Sie streite Sluägabe otme 3fferte§, 3Senebig 1567. 

3) Sie 3 weite SluSgabe 1 ) mit offerier „Mappah", 
®rafau 1580. (£r)eil 1 unb 2). 

4) Sie Ausgabe Don ®rafau 1607. (50). 3 unb 4). 
8n biefen SluSgaoen ift, wie gefagt, „2lfum" nirgenbä 

5u f in ben. Sie ättefte, mir berannte <S$utcr)an=2lrucrj= 
Ausgabe, worin bie 9ftdjtjuben faft burcr)weg§ „2(fum" ge= 
nannt finb, ift bie Don SSenebig 1594 (£r). 3 unb 4.*). 
Sie cf)rift(icrjen Genforen fjaben ba§> SBort „Stfum" 
in ben £crjulcr)an'2lrucrj eingeführt unb gwar, 
wie wir weiter fer)en werben, in rjöcfjft ungefcrjitfter 
SBeifc. 

3n ben alten uncenfirten 2(u§gaben finb für SRicrjtjuben 



*) Stuf bem Sttelotatt bc§ 1. SO- fte^en bte äBorte: „©ebrucft 
gum jtoeiten 2ftale unter ber ^ecrfct)aft bf§ Königs ©iepljanu§, fjocf) 
crtjaoen fei feine SKajcftät unb e§ f) eoe fid) fein SReid), Stmen! 9ftöge 
er üftacnfommen erolicfen unb lange leben, Stuten!" 

2 ) 33IoS ba§ SitelMait be§ 4. St), liegt mir bor. darauf finb 
oead;ten?rofrtö bieSBorte: n*üHH jmt »T Sy IpiötP ^tr nrawu Den:, 
unb am untern D^nnbe: Con licentia de Superiori b. f). mit (£r* 
laubnife ber Snquifition. 

9 



— 130 — 

©öfcenbiener unb ©öfcenbienfi groei 9(rten oon ?tu§brücfeu 

gu fiubcn: 

1) mr nray tsw, mt rrnay, cVS« miay wy, naiy, 
d^Sk imb bereu Sßlurale it. Sicfe Sütsbrücfe begeidnien fictä 
um* ©ofcenbiener refp. ©ö^enbienft. üßiemalS örirb 

ein | o 1 et) e r 2lusbmcf für „Diiditjube" überhaupt 
gebraucht. 

2) na ,wd ,"i33 .peey. 2>fefe Slnsbrücfe bejeufyien alle 
9ttct)tjuben unb bürften fiel) oon einonber wo!")! faum 
unterfc^eiben taffen. 1 ) gut ©fjrifien unb für 3Wu* 
fjammebancr werben ftet§ nur Vttfs Slusbrücfe, nie 
aber ber Sütsbrucf „©öfcenbiener" gebraucht. 

2)iefe beiben klaffen öon Sfusbrütfen, in e ( cf) e, wie mir 
weiter nacfjiüeijeii werben, bie Tutoren ftreng uon 
einonber unterfcfjieben wiffen wollten, finb in ben 
italieuijcfjen 2Cu§gaben fd^oit 30 Saljre uacr) bem ©rfdjeinen 
be§ ®aro'|*cr)en 2Berfe§ (otel(eicr)t fct)on früher) oon ber Gen- 
für ber Snquifition gleichmäßig in „Slfum" (cnsy)') 
umgeäubert worbeu. Sie bieSbejüg liefen G£enfur4ftegeln 
(ögt. <Steinfct)neiber, £>ebr. 23ibliogr. V, 97) lauten: 

„Sebes SBort „?lboba=|ara", beffen 33ejug auf ben aiU 
Ijeibnifdjen ©öfcenbienft nicfjt beutttd) au§ bem gufammen* 
fjaug ijeruorgel)t, ift 51t [treiben unb an beffen (Stelle 
„2(fum" 511 fdjreiben; ift jeboef) 31t oerfteljen, baß bo§ 
Sßort ben ©öijcnbieuft oor ßfjrifti ©eburt meint, fo fann 
e§ ftefjen bleiben." 

,,©en 8(u§brütfen nm .d'öSx (Silber) unb bgl. Jollen 
bie Üföorte onay Sp (oon 2(fmn) beigefügt werben. Seber 



l j ließet ben 2fu§brutf ,,S?uif;i" (»n«) mutj nod) eine befoubere 
SBemerfung gemadjt toerben. -DJandjinal bebeutet er ent'dnebcn „Sama» 
ritaner" (roietüol;! aud) ba in manchen 2(u§gaben bie Genfur in 
„Stfttm" geänbert fjat) fo in ©. Gl). 39,1; 215,2; 385, 2; 8. ©. 
2, 5; 159, 3 u. a. Cft bejcidjnet e§ ober aud; üiidjijuben. 

2 y w 2ßttm=D"«y ijt bie 2{bbvebiatur bc§ I;ebräi|d)en rasi^ »*OiJ? 
nA?öl b. f;. 2(nbeter bot« Sternen unb Sfjierireislulbern. 



— 131 — 

Siuäbrutf na ,ona ."naa u. f. ». ift ba, wo etwaä 9tacfc 
tf)eitige£, 9(nftößige§ gegen ben 9cicfjtjuben barau§ oerftanben 
werben fann, 51t fireidjc« nnb an beffen ©teile „Stfrtm" 
51t fefeen." 1 ) 

Sie Senforen Ijaöen fidt) nun bie "Sacrje Diel letzter 
gemacht unb, oljne Diel nadföiibenfen, faft Ü6eratt, bi§ auf 
oerfdjwinbenb wenige 2lu§narjmen, alle 2lu§brücfe, welcrje 
für „^cicfjtjuben, ©ö|cn unb ©öfcenbiener" gebraust 
würben, gleichmäßig in „2lfum" beränbert. Unter ,,©ö|en* 
bienei" unb „©ö^enbienft", fo [agte man ficfj, lönnen bic 
Suben aucfj ©Driften unb df)riftentlnim meinen, dagegen 
läßt ficr) unter „(Stern* unb (Sternbilber = SMenft" bodj im» 
möglich ba§> Gtn'iftentfjum wrftefjen. «So ift aüe£ „Triften* 
feinblidje" ait§ ben jübifcrjen (Schriften einfach befeitigt! 

$hi% ben italienifdjen 2lu§gaben gingen bie (Scnfur* 
Slenberungen nad) unb nad) aucl) in bie anberen ausgaben 
über, [0 5. 33. in bie mir ebenfalls üorliegenbe 2lu3ga6e 
Don Sfaifterbam 1666. 3ebe£ Sanb fjatte feine ßenforen 
für Ijcbräifcrje 23ücrjer, reelle aber oft unmiffenb waren unb 
ben größten Unfinu gu Sage förberten. 

2>a£ ift ber Urfprung bei* fomifdjen gigur vom „Stern- 
anbeter mit bem ®reu§ in ber^anb", au§ ber SuftuS 
unb nad) itjtn ®r. ßefer iljren „fcfjlagenbften beweis" bafür 
entlehnten, bafc unter „2lfum" überall Triften gemeint 
feien. üDian rjöre! Suftug fdjreibt in ber Einleitung: 

„Sffum IjeiBt im ©d)uld)an=2irud) nid)t§ anbereä al§ ßljrtft. ®a3 
gcfjt Iiertmr au§ <Sd)uId)an 2(md) Grad) ßrjaijm (sie!) § 113, 8, too 
Don einem 2Uum mit einem ^reu^e bie Dtebe ift." 

£)r. (Stfer r)at biefen „beweis" mit größerem S'cacr)* 
brurf vorgetragen. (£r fagt in feinem befanuten, oor bem 
®erid)t§f)of 511 fünfter abgegebenen ©utacrjten: 

„Slfum beeft fidj mit „SRidjt-Sube". £a§ betoeifen bie Stabbinen 
felbft. 8 ) Sefi fcefifce eine neuere SSM Inaer 2tu§gabe be§ ©d)uld)an=2trud), 

J J 2(u§ bem Canon purificationis, ben nad) 23ariotocci ein Dom 
Subentfmm Q&gefallener Staüu^tner »erfaßt fjat. 

2 ) Sie SSMlno.er ©etjer refp. dorrectoren finb htm ©uiacfjter „bie 
«Rabbinen felbft"!! 



— 132 — 

in rcelcfjer fefjr oft on (Stellen, mo in alleren 2fu§gaben Slffum ftefjt, 
Eno Jehudi b. f). 9?idjt*3ube fterji. 2hi£ gurrfit bor ber Genfur rjat 
man allerlei 2fenberungen eingeführt, aber biefelbe fiel f)ier unglücflidj 
au§, inbem bie £>erau§geber felbfl fagen, bafc Slffum ba§fefbe fei, roie 
3?icf)tjube." 

„2>iefe Xejtfälfcbungen in neuern ausgaben fjaben mtd) einiger* 
mafeen in 9Serlegent)eit gebracht, al§ icf) bie ©eiefce be§ 3uftu§ unter* 
fuctjie. £>a§ bierte ©efe? lautet: „2Benn einem Suben ein 2ifum 
(ßfjrtft) mit einem ®reu,ge entgegenfommt, fo ift e§ bem Suben ftrenge 
»erboten, fein §aubt gu berneigen." Slber icf) finbe in meiner 2Bifnaer 
21u§gabe ftatt 2(ffum baZ 2Bort adam, b. i). ein SD^enfcfj. 3cf) berglicf) 
eine neue <2tetttner*2Iu§gabe, barin fanb icf) fogar: „2Benn ein Obed 
kochabim (©ternanbeter) mit abodath kochabün (Sbol) in ber £>anb 

entgegenfommt" £>ierau§ war alfo auef) nid)t§ gu beroetfen. 

(Srft in einer älteren 2fu§gabe fanb icf) btö Uriprünglicf)e: „3Benn 
bir ein Slfum begegnet mit scheti vaereb" (b. fj. Qettel unb ©in* 
fcfjfag = £reug), unb, m. £>., Meier 93eroei§ ift unroiberfeglicf). £>a3 rceife 
Seber, bafc fein £>eibe ba& Äreug berefjrt. Stffum mufc f)ier fo* 
biel fieifeen al§ Sfjrift." 

So £r. (Scfer. £er gute 2ftann gfaubt einen „unroiber* 
leg liefen 33eroei§" gefunben gu t)aben, unb Qt)nt nidt)t, bofe 
er nur Don einent unge|'cf)icften ©enfor get)änfelt wirb! 2)er 
SSerfaffer fcfjrieb, raie in ber ed. prineeps unb ber groeiten 
Shisgabe gu finben ift: „2Senn ein <*M mit einem breiige 
entgegenfommt." (3Me tofauer 2(u§gg. fyaben, loie oft, ftait 
„®oi", Tis). 2)ie§ corrigirten funbige (Senforen, raie richtig 
in ber (Stettiner 2(u3gabe ftefyt, 1 ) in: „raenn ein ©ternan* 
anbeter mit einem Sool entgegenfommt." ©in nactjlafftger 
ober nnraiffenber Genfor bagegen [trief) ba§> 2öort „®oi", 
fe^te bafür „Sternanbeter", tiefe ober bas> „®reug" fterjen, 
unb biefe lächerliche Sefeart gilt bem „Sacfjüerftänbigen" 
für bie uriprüng(id)e, raeit er baxauZ „unraiber(egüd)" be= 
weifen fonnte, n>a§ er beraeifen rooltte.*) 

Unb $ßrof. ©itbemeifter? (£r r)at allerbing§ ben „im« 



*) So aud) in ber 21u§gabe Don SKantua 1723. 

2 j £aß bie übrigen „93ett>eife" im ©utadjten ©cfer'ä naef) ber (£r* 
fenntniB be§ matjren <3acf)berf)ali§ ebenfo nidjt§fagenb finb, roie biefer 
„unmiberleglirfje", mirb jeber toirf lieft Sacfjberftänbige leidjt erfennen. 
SSgl. 3. SB. ©. STtarr, 3übücf)e§ grembenrecfjt, ©. 31 fg. 



— 133 — 

roiberlegtidjen 23ewei§" be§ Dr. (Stfer nicrjt beigebracht, 
roaf)rfcf;einlicr) um ftcr) nict)t mit fremben Gebern gu fcfjtnütfen. 
(Sonft operirt er ober ebenfalls mit bem Sßorte „2lfum" ganj 
roie mit einer realen ©röfee, ofyne aucf) nur im ©eringften 
baran 51t groeifeln, bafj ber 2lu§brurf bem SScrfaffer ange* 
I)ört. $a, er rjält bie SSerfoffer be3 ©<$u(d)au*8lrud) für 
r)öct)ft pfiffige Diplomaten. „3m <5crjutcr)an*2lrucr/', fo fagt 
©ilbemetfter, „rebet ba§ Kapitel über ben 2Bein faft immer 
öorftctjtig oon Slfum, nac^bem e§ einmal biefelben 
^erfonen bireft als „©ö^enbiener" begeict)net r)at." 2öie 
rjerfcrjmifct biefe Diabbinen bocfj roaren! ©djabe, bafi jte 
nictjt felbft fo gefdjrieben Ijaben! Die oben ermähnten 
uncenfirten 2lu§gaben rennen in ben Kapiteln über ben 
Sßein nnr bk 2lu§brütfe „Goi obed elilim" (ein 9Zict)tjube, 
ber ©ö£en bient) ober, roo fein 3Wif$üerftanbnif£möglidj ift, 
einfach ,,©oi". 

2üfo „Slfum" ift ein @efcr)öpf ber Genfur, bagu 
gefct)affen, um bie (Styriften au§ bem<5cf)utd)an=2{rud) 
auS^umergen! Die (sdjmuggelroaare mar bereits in ber 
testen £ätfte be§ 17.3ar)rfmnbert3 fo allgemein eingeführt, baft 
fc^on ber berühmte SBcrfaffer be£ „Magen Abraham" (ftarb 
1682) bk S. 21. für urfprüngtid) t)ält. 

Die gälf erjung rjätte aber audfj für bk %ubm oer* 
berblid) werben fönnen, wenn unrflicf) ber @djutcrjau=2{rucr), 
roie bie ©utadjter über benfelben träumen, bie canonifdje 
©tttigfeit erlangt r)ätte, ba% bie fpäteren £Rabbinen olme 
£hteIIenforfcf)ung benfelben btinbtingS gefolgt mären. Sßofjt 
erflärt ber (2cf)ufcf]an*2(rud) mehrmals gang auSbrütfticr), 
bafj bk (£i)riften feine ©ö^enbiener fmb; 1 ) allein e§ roirb 
bocf) überatt oon „2lfum" gefproctjen, roo nur bk ©Triften 
gemeint fein fönnen. Sene (Srftärung tnüfete alfo um* 
gebeutelt roerben! «So rjätten bie ^abbinen fagen fönnen! 
©0 fagten t>ieHeicr)t manche bornirte, bie öueEen ignorirenbe 
„Rabbiner" oon bem (Schlage, roie SuftitS einer roar. 2 ) 

*) €nef)e hierüber ben folgenben SIriifef. 

*) SßeljralSatoei^unbert 2Watfte$t inSuftuS' gkraijjljlct&ießüge 



— 134 — 

3um ©lücf waren ober bie mafjgebenbcu SUttoritäten 
nicfjt bitd)ftabeng(äubig. ©ie formten in ben Duellen unb 
fonben, bafc nad) ben SBeftimmnngen beS^atmubS bie ßfjriften 
ntc^t als ©öfcenbiener betrachtet werben bürfen. $olgücr;, 
fo fctjloffen fie gan§ correct, fonnte ber ©dmfdjan*9(rud) mit 
bem 28orte „Slfum" in ber 9iege( bie C£fjriften nidjt gemeint 
rjaben, wenn and) manchmal „ber ©eworjnfyeit wegen" (:;« 
»tdov fagen bie 9tab6inen) tief er 2Cu§brutf and) für 
„Triften" gebrannt wirb, ©o potemifirt fcfjon ber be= 
rühmte 3t. Sait (£()ajim SSacfjarad) (ftarb 1702) in feinen 
StedfotSgutadjten „Chawoth Jair" (p. 5b) gegen bie 3(nftct)t, 
ba% „Sßran" bie Triften tiegetctjne, nnb im Safjre 1737 
mar e£ bereits bie Meinung oon „gan§ Israel'', bafe bie 
Triften feine „2(fum" finb. (9Sg(. „ber ecrjte Suben* 
fpiegei" § 13). 

2öie fonnte man aud) anberS benfen? Sie ©Triften finb 
boer) feine (Sternanbeter! Unb ber Salmub fpricrjt in feinen 
©efe^en ftetS nur oon Römern unb Werfern, bie rjeibnifcf) 
waren! £>enn baf$ bie SBerfaffer beS ©dju(crjan=2trucrj fo 
pfiffig waren, „attl 93orfid)t" 3(fuut 51t fdjreiben — biefe 
©ntberfung war einem berufnen Sßrofeffor com 3af)rc 1883 
öoröefjalten, ben Stabbinen öe3 17., 18. unb 19. 3af)r* 
fmnbertS aber noefj nierjt befannt. 

$reilid) ahnten manche Rabbiner ntd;t, bafc oft, wo 
fie „2lfum" lafen, urfprüngüd) „®ojim" ftanb, unb fie 
matten baburd) tljeüweife falfcr)e S)ebuctionen. 2(üein fie 
irrten nur in ber $orm, in ber ©acfje Ratten fie, wie in ben 
folgenben Slrtifeln gegeigt werben foll, oottfommen dled)t. 



„Sfurn (©jrift)", „2tfum (Triften)*' als toenn bie ©efefce beS Sdjuldjan* 
Strurf) eigene gegen bie (£r)rtften gemüht mären. #?ag er (unb er 
hnrb eS), natfjbem tfim ber Srrtfium nadjgenueien rourbe, bie ©teilen 
nngeänbert laffen. ©ie lügenhafte gorm pafet 3U bem lügenhaften 
unb gefallenen 3nl)alt Dortrefflicf)!! 



135 



XIV. 
|Ucr futt» Mc „(fiöttuxbtintv" im §djttld)nn-^rwfy? 

SDojjj ber Üütcbriicf Obed Elilim (©ötjenbtenei) öou 
Goi (?eid)tjube) it. bgl. int Sdntlcfjan^lntd) [tretig $u 
nnteijcfjeiben ift, braitcbt Gebern, ber einmal eine alle un* 
cenünc 2cfj.4H.*9(u3gabe gelffcu f)at, nicfjt erft gefagt ju 
werben. Seber, ber rocift, baß ber SBcrfaffcr bes Sdj>.*2(. 
(im engeren Sinne) im rarfifdjen 9ieid,e gelebt unb getclrvt 
hat, muß jicfi lagen, baß in biefem Starrt unmöglich „Obed 
Elilim" einfacr) „?tid)tjttbe" 6ebcnten rann, ba bod; ber 
üWuljamebanei non allen öuben be§ Mittelalters oftne 
2ht s n a to m e riß üftonottjeift betrachtet mürbe nnb benmadj 
unmögticr) als „©ö^enbiener" 6e$eidpiei werben fonnte. 
Slitjjerbctn bat bcr Bdf.M. in manchen Kapiteln ausbrütflid) 
jroifdjen r Goi Obed Klilim 8 (ein 9tic±)tjnbe, ber ©ö^en bient) 
unb „Goi ei.o Übet! Elilim" (ein Sfticfjtjube, ber iiictjt 
(Stößen bient) imterfcfjicben. 1 ) 3cod) teutticfjer ift bte» aus" 
Stellen ber größeren SBerfe bes dl. Sofepl) Äaro („Beth 
Joseph" unb ^KesephMischneh"') 511 erfefyen. 2 ) (£§ fretjt aljo 
nnmiberleglid) feft, bafe „Obed Elilim" im Scfj.4>l. nur ben 
©ü^enbiener bejeic^net/ roäbrcnb „6-oi" als allgemeiner 
Slnsbrucf für „9itd)tjiibe" alle 9iuf)tjubeu einfdjließt. 3 ) 



*) Sgl. 3ore ©ea 123, 1; 124, 6; 124, 24; 148, 5. 

2 ) 3Sgt. "Beth Joseph 3U Gboicfjen 2>J. 249 unt Keseph Mischneh 
JU H.lchoth Ä.kum 10, 2. 

8 ) gu bewerfen ift, baß ofl iiatt be§ ipegienen ber 
&üi'j$c balber bcr allgemeine 2(u*brud „®ci" gebraucht roirb, »enn 
bereit auS einem früheren 2tbid)nitt f;mreicr)enb befannt ift, baiß biejeS 
©efe$ nid)t für alle „©ojim", fonbern nur für ©öfcenbiener gilt. So 
toirb 3. 33. in Sorc £ea 148, 1 gelehrt, ba^ man mit ben „©njim 
Obede Elilim ' (ben iftidjtjuben, bie ©ö^en bienen) brei £age bor 
ibrem gefte feine ©ndjäfie tnadicn biirre. $n ben folgenben ^ara* 
grerfien biefeS unb be§ an'djüeBcnbcn &ayitel§ ftebt aber nur futj* 
rccg ,,©cjim", ba man fdjon toeife, r-on roeldien „©ojim" bier bie 



— 136 — 

SBenn aV]o, wie jefct nidjt mefjr besweifelf werben fontt, 
ber Sd&.*?{. unter bem Sfusbrutf „©öfcenbtener" nidjt 



D?ebc ift. gemer roirb im Sore ©ea 123, 1 gelehrt: ber geh)öfjulid)e 
Söein ber ©ötjenbiener (d»Wk *naiy pooy) ift felbft ,}ur 9iu£niefeung 
Herboten. -on ben barauffolgenben Paragraphen, foroie in aßen barauf* 
folgenben Kapiteln, ja fogar in einem anberen JljeÜe be§ 2Berfe3 (3. 
93. Gfjofcfjen 2TCifcfjpatri 259, 4) werben ftei§ bei bem gur 9iu£niefeung 
verbotener SSeine ("pa p») blo§ fur^roea, „©ojim" erroäfjnt, unb bocö 
roeife jebcr, bafc t)ier nur Pon „Gojim Obede Elilim bie JRebe ift. 
— ©in britteS 93eifpief: Sore ©ea c. 158 i)at bie Ueberfcßrift : naiy 
nioa jS'snS iidk rm rrnap b. fj. „©bfcenbiener barf man nicfjt toom 
Zcbe erretten." £>a§ Kapitel beginnt mit bem ©afce: mt rrnajj nag>> 
onS paaDa pK . . . S*nts"3 npT nan2 »ym nonSo cn»3'2i «»jo p«? 
nioS id: dk o^nS -iidki nn»on b. fj. „©ö^enbienern, mit benen 
tot« -feinen ßrieg füfjren, unb jübijdjen &leinbicf;*§irten (melcfje 
räuberiicfjer SBeife fremben Steter abreiben laffen), barf man ^toar 
ben %ob nicfjt Perurfadjen, aber man barf fie nidjt retten, menn 
fie bem Sobe nabe finb". ÜKan fiefjt bier, baiß biefe au§ bem £almub 
in ben ©ebuieban^trud) aufgenommene, fdjeinbar infjumane 23orfdiri't 
nur ben alten ©öfccnbienern galt, roeldje, wie bie räuberifd)en j übifeben 
$leinPiel)*£>irten, eine roafjre Sanbplage roaren. ©§ ift bem (Edjuldjan* 
Slrud) aud) nicfjt im ©ntfernieften in ben Sinn gefommen, biefe Sßor* 
icfjrift auf SKufjammebanet ober Gtiriften au§3ubel}nen. £a nun Ijiet 
auebrücflidj „Obede Abodah zarah" ftcfjt, fo finbet e§ ber ©loffator 
, Beer ha-Golah'' an biefer Stelle nicfjt für nötfjig, ju bemerfen, bafc 
biefe 33orfd)rifi für bie jetzigen Golfer nicfjt gilt. 3m (Xfjofcfjen £>a* 
mifdjpat c. 425 roirb biefe 23orfcfjrift, ba mo bon ben Äe^ern 
unb 2tpoftaten bie JRebe ift, nod) einmal in ®ür3e toiebertjolt, unb 
gtoar mirb nun mieber naefj ber bereits befannten Siegel furjroeg Pon 
„©ojim" gefprocfjen. Sßofjl toirb in 93aranifjeie auf baZ auSfüfjrlidje, 
nur Pon „©ö^enbienern" fjonbelube ©cfe§ im Sore £ea c. 158 bin» 
gemiefen, toofjl märe es für ben Kenner feinen Slugenblid' ätoeifelban, 
Pon mclcben „©ojim" fjier gefprocfjen mirb, mofil fagt 3t Sofepfj Äaro 
im Keseph MischneL ju Hilchoth Akum 10, 2 au§brücflicfj, ba$ biefeS 
©efefc nur Pon ©bfcenbienern gilt; allein e£ giebt auefj llnfunbige, 
bie ben 2lu§brucf „©ojim" Ijier mifeperfteben fönnten, unb bieg liefe 
ben ©loffator dl. 2J?ofe 3?ibfe§ nicfjt rußen: er legte energi'die 
Skrmabrung ein, bafe man ja nicfjt baran benfe, biefcS ©efefc begieße 
ficö auf bie jefcigen C£t)riften ober 2)iufjamebaner. (Jrft burefj einen 
©inblicf in bie uncenfirten Sluagaben begreift man, marum b:r 
©loffator 3i. 2)Jofe im 3ore ©ea ba$ ©efeg obne 4 ^roteft paffiren tiefe 



— 137 — 

fommtttcrje 9iid)tjuben oerftanben fja&en fanit, roen l;at er 
beim befonbers bamit gemeint? 

„3)ie Sljriften!", fo rairb $rof. ©ilbeineifter t»tet= 
leicrjt antworten. 3 raar f tno bie „unroiberlegticrjen" 33eroeife 
£>r. Gcfer's burefj unfere 2{u3füf)rimgen im oorigen Slrtifel 
beteiligt; ollem eS bleiben noctj groei (Scbeinberoeiie beS 
Sßrof. ©ilbemeifter in Äraft beftefjen. 23ie ftefjt e§ in 
SBirflid&feit mit biefen „Seroeifen"? 

SrftenS fagt ©ilbemeifter: 2)iaimonibe3, ber „in mit* 
t)ameboni|cf)en Säubern kbte unb fiefj cor ben (Xfjriften nicfjt 
31t fürchten braucfjte", erflörte foroof)l in 33ejug ouf bie 
ku^niefmng beö deines, atä auef) ^Betreffs ber ©efebäfte 
an ben gefttoflcu bie Glniften ansbrücflidj für obede aboda 
.zara. 3m 2d)M., fo meint ©ilbemeifter, fei im Shpitet 
Dom ©eine „JBorftdjt gebraucht!" 

2Sie? spotte beim dl. Sofepf) too, ber in 2lbrianopel 
unb Safeb lebte, bie Gtjriften 3" fürchten?! Ober fjat 
biefer jftabbi mit äfcütfjtdjt ouf feinen 13 3af)re notf} ümi auf» 
tretenben Opponenten Sfferles, ber in ben fpätern 2lu3gaben 
fein Kompagnon toerben füllte, gleictj 2lnfongs „SBorfidjt 
gebraucht"?! £ocr) loffen wir biefe „^orftcrjt", roelcrje bereits 
im oorigen Slrtifel at» uicfjt eriftirenb nacrjgeroiefen rourbe, 
außer 33etrorf)t; toot)t aber fei conftotirt, bafj tyxoj. ©ilbe= 
meifter oljue ben Stimmer eines SeroeifeS einen fo feineren 
Sßorrourf auSgufprecrjen wogt! dlidjt etwa richtigere (h= 
fenntniß ober Siebe 51t itjren SanbSleuten f)at nad) ber 
Suificrjt ©ilbemeifter's bie in ben crjriftlicfjen Säubern lebenben 
Dmbbinen betrogen, günfuger als SDiaimonibeS über bie 
ßfynften §it urteilen, fonbern nur feige gurerjt oor ben 
Triften, alz f;ätte eS bamotS bereits $jkofefforen gegeben, 
meldte rabbiniferje Schriften 31t lefen oerftonben, roäf)renb 
es bodj and) beute nur roenige oon itmen fertig bringen 

unb erft fpäter, im G()o>cf)en f)a*2>iiicf)üai, feiner >Ranbg(oife bie enet* 
gijd)e ä3erttml)iung hinzugefügt fjat. 3n Sßitna, bexn §eimatf)§orte 3t. 
SJioie'S, fcfjeinen a!''o um jene geit (c. 1650) bie cennrten 2iu§ga6en 
noef) nidjt fcefannt geroe'en 3U fein. — 



— 138 — 

unb and) bicfe bei jcber mäßig ferjroierigen Stelle firmiere (n 
unb faden ! SGBir Bluffen gegen foufje Snfinuationen ben 
benfbar entfcfjiebenften ^roteft einlegen. 3n ber gangen 
mittctnlteviia^en, ja and) in ber neugeitlicfien fjalcdfjtfcfjen 
ßiteratur finbet fidi attcf) feine eingige Spur baoon, baß 
bie Sitben mit Dtütfficfjt auf bie (Hiriften fdjrieben, ober 
„ans gurebt" ftcrj „oorficfjtig" ansbrücfteit. 23emeis: ©tfen* 
menger, (Sntbecftes Subentfjum, über 2100 Cnartjeiten 
ftarfü üEBoIjl Ijabcn bie Dxabbineu mit Lücfficbt auf bie 
(Sfjrtften bie Strenge bes 6ibttfcr)=tahmtbi)"d;cn ©efenes oft 
gemilberi; „wegen geinbferjaft", inie fie fid) aiisbrücfen, „iei 
bi?§> unb jenes 511 geftatten". £as jagten fie aber mit 
geraben Porten fyeraus, unb ebenfo oerboten fie and) Hfles 
mit fcbficfjten Porten, toas fie nicfjt mit gutem ©cimffen 
gen alten fonnten. SSinfetgüge, hcitct>lerifcf)c Lebensarten 
finb tem jübijdjett ©efe^eScobej unb aüen feinen £ue(Ien 
noÜftonbig fiemb. 3Ba§ nun bie (rntiebeibungen bes 
SDtaimonibfS betrifft, fo haben ficfi bodj 9i Sofepfj föaro, be« 
foncers aber ber für uns mafjgebenbe Offertes anebrücflirf) 
gegen $iaimonibes unb für bie üjm bierin entfcr)icben 
oppouhcnbe frangöfifdje unb bentfdje Scbute ausgeiorod)en. 
S>as Urtljeü ber frangöftfcfjen Xoffafiften=Scrju[e fagt in 
bürren ©orten: „9Jiau bavf mit beu ©(jriften am Sonntag 
unb an ifjren anberen geiertagen ^>oiibetsgefd)äfte madjen, 
weit mir boef) oon iljnen jtdjer roifjen, öofj fie nierjt 
@ö£cn bienen 1 )." „Suis bemiclbcn ©runbe", fo fahren fie 
fort, „fyaben ja aurf) Di Suba feinem greunbe Slbibrana 
unb 9laba bem 33ar <Scr)efct)acf) an ifyren tfefttagen (m 
föefcfjenf gefenbet, meit fie oon ibnen mit Sidjerfjeit nnißten, 
bcifo fie feine ©öfcenbiener finb."*) Sbenfo lehrte dl. 
Samuel b. 27iett im 0camcn feine» @ro§öater§ ( be§ be- 
rühmten Oiojcfji: „Sit biefer 3^i* ift ß ö eö erlaubt, felbft 
an if)rem gefttage, benn bie ©ojim in biefer 3?i* 



.vyh *rbt nhi ct«wd \b cpi eure (* 

2 ) 2ojaj>f)ot 'äboba jaraf) 2 a s. v. tcn. 



— 139 — 

jtnb feine ©öfcenbiener." 1 ) ^ n * SBerbict ber beutfcf)cit 
«Schule gibt 3t. $>iorbcd)ai b. £iticl in gleid) entfdjiebencr 
2Beife ob, inbem er fagt: „Tlan uerbictet 9cid)ts in biefer 
geit oor ifjren gfeften nnb nn ifjren gefttagen qu§ bem 
©runbe, weil wir oon ifjnen wiffen, haft fi e feinen 
@ögen bienen." 2 ) 

£)iejc 2üijid)t l)üt ber 2d)utd)an=21rud) gur allein* 
fjcrrfdjenbeu erhoben. SSteber^oIt wirb bejonbers uon 
offerier gelehrt, baß b'\e Gfjriften burerjaus nid)t als ©ö£en* 
biener $u betrachten [inb, ba$ bemnad) ifjr 2Bein, wie ber 
ber Söiuljamebanet gur Söenufcung erlaubt fei, baß man 
il)nen an itjrcn $e[ttagen ©efcfjenfc fdjitfen nnb mit ifmett 
©efcfjäfte machen barf, ogt. 3. SD. 124, 24; 132, 1; 148, 
12; 128, 1. 2(m heften fprict)t bafüv bie jübijcfje Sßrajtö. 
2)er frommfite Subc macr)t ©efdjäfte mit &>ein oon ©Ijriften, 
rjanbelt mit (Stjriften am Sonntag, giebt ifjnen ©efdjenfe gu 
ir)ren $efttagen n. [. w. S5ie oon ©Ubemeifter angeführte 
9hifirf)t bes SDiaimonibcs fann bemnad) mit dlcd)t als anti* 
quirt be^cicfjnet werben, nnb gerabe ber Scrjutcrjan^lrud) 
rjat am meiften bagu beigetragen, jene maimonibijdjc @nt= 
jcfjeibitng noHftänbig außer (Rettung 51t feigen. 3 uoe w 
werben wir weiter geigen, ba$ and) SRaimonibeS, „ber ftcr) 
oor ben Gtjriften nid)t 51t fürchten brauste", nur bcstjalb 
ben 2ßein ber C£I)riften nnb ben SScrfefrr mit ifmen an ifjren 
gcjttagen »erbot, weit ber djriftlicfje ©oitesbienft bem 5 üben 
wie ©ör^enbienft oerboten i(t, bafc aber 9ftatmonibe§ feinet 
wegs bamit fagen wollte, bie (Eljriften feien wie bie r)c ib = 
nifdjen ©ö^en biener als Sünbcr ober gar als 33er= 
6recr)er 51t betrachten nnb lieblos 511 beljanbeln. 21tfo 
nidjt einmal üftaimonibes bleibt bem Sßrof. ©ilbemcifter 
als ,,(£rjriftenfeinb" übrig! 

3)er gweite 33eweis ©itbemeiftcr's, ben er oieffeidjt (id) 



*) ©er 8lu§i>rucf) ift cütrt bei dl Scrudjam XVII 5 p. 158b: 
on T"j? H2iy in^> ron IDTS m» cvn ova iS'en inie ren ntn prai. 
ir6 p'jnn djhso . . . arwn cvai cn'jsn »:eS ntn |ct2 iis»f> ^k ( 2 



— 140 — 

bezweifle e§ fefjr!) notf) jefct gettenb machen mürbe, lautet: 
„SfferleS lebte im 16. 3taf)rfjunbert in tofait, wo waren 
ba bie ©ternanbeter, bafc er fo öiel !Hürffid)t auf [ie nehmen 
foflte?" SMefer SemeiS muß natürlich je^t, nacrjbem bie 
roafjre ©abläge befannt geworben, ein roenig corrtgirt 
werben; anftatt „©ternanbeter" ift „©ötsenbiener" unb an* 
ftatt „fo öiel" ift „einigermaßen" 31t fefcen. 2ftfo: „38o 
waren im 16. 3arjrf)imbert bie ©ö^enbiener, bafc ber 
&d)M. einigermaßen SRücffid&t auf fie nehmen foflte?" 

9ta außer ben ©efe£en „über ben SBein", welche nu§* 
brücftidt), foweit ©ö^enbienft babei in Setracfjt fommt, al§ 
bei ben (Srjriften nngiltig erftärt würben, wirb gumeift nur 
noef) in ben ©efe^en „über ben ©öfeenbienft" ber ©ö£en* 
biener ©rwäljnung getf)an. 5)a wirb nun unter Ruberem 
gel)anbelt über ben 2Ifcfjera=(£uttu§ (3. S). 142, 3—9, 11; 
145, 10; 146, 6; 155), über göttltdj oerefjrte Serge, Käufer, 
©teine, Xf)iere, Silber oon Sögein, (Sonne, Wonb unb J$$$3 
£>racf)en (3- 3). 141, 1—3; 145, 1—5; 8-9), über ^eor '" 
unb ätferfitltS (3. ©. 139, 5; O. (£f). 224, 1) unb anbere 
attljeibnifcrje flutte (3- S). 139, 3—4; 6—7; 146,12; 
156, 3), über Spiere, bie ber ©ö^enbiener ben ©ö^en 
fcrjtacrjtet unb bereu Slut er ben ©öijen fprengt (3. 35. 4, 
1—6), über Sobtenbefcrjwörer, üfltagier unb ©crjtangenbänbiger 
(S. 3). 179, 5; 7; 13; 19), über Sßotte oon einem afö 
©ötje oerer)rten Spiere unb ©cfmufäben oon ^Cacr)§, ber 
al§ SIboba fara Derefyrt würbe (O. (£f). 11, 8), über ben 
$eftftrauß oon einer 5Cfdt)ex*a ober oon einer göfcenbtenerifdjen 
©tabt (O. 61). 649, 3) unb noct) mefjr bgl. Sitte biefe 
©efe^e „über ©ö^enbienft" fjat ber ©djutcf)an==2frucf) auä 
bem £atmub aufgenommen, orjne 51t fragen, ob unb 
wo biefer ©ö^enbienft nod) getrieben würbe. @nt* 
fcfjeibenb für bie ßobification oon ©efe^en war ben Ser= 
faffern be§ ©cfjutdjan=2(rud) in elfter Sinie ba% Sorfontmen 
berfetben im Xalmub, mögen biefelbeu aucr) rjeutgntage nod) 
fo feiten ober gar nicfjt mef)r oorfommen. 

Sßßenn alfo in ben ©efe^en „über ben ©ö^enbienft" 



— 141 — 

unter anbercn alten tannaitiicbeit SBorfd^riftcn über „©öfeen» 
biener mib ©ö^enbienft" anct) bic SSorfdjrift oorfommt: 
„©ößnibiener barf man nicfjt oom Sobe erretten!" ift ba 
nocfj baran gu gweifeln, bafc bcr <Scf)u(cf}an=5(rucr) bie» 
felben ©öfeenbiener meint, rocldjc audj ber alte Sauna 
gemeint fjat?! Äann ha and) nur im (Sntfernteften an 
ßfn'iften gebacrjt werben? darauf l)at, glaube icfj, 9t. 2??ofe 
9übfe§ burcfj fein Sctjweigen im 3ore £ca nod; belebtere 
21usfunft erteilt, als burcfj feinen ^roteft im Gijofcfjen 
l)a=ü)cifcrwat (ogl. oben ©. 135, 9cote 3.) 

Soweit nub 23erläumbung5fud)t ift es bafjer oon SuftuS, 
wenn er tatmubifcrje ©efe£e über ©ö^senbiener unb ©ö£en* 
bienft, bie ber Scf)it(cfjan=2irncfj lüörtlict) aufgenommen, auf 
Gfniften unb dt)iiftlidt)e Hircfje begießt, an welche ber 33erf affer 
be§ (5cfjutcrjan*2irncfj gar ntct)t gebactjt f)ar, ber oielmeijr 
bie ©efe^e auS beut Satmub in bemfelbeu Sßortlaute auf« 
genommen rjaben würbe, wenn e§ überhaupt gar feine 
(griffen gegeben l)ätte, ebenfo wie er bie ^orfcfjriften über 
21fcf)era*, $peor=, §erme§= unb 2!r)ter=SDtenft aufgenommen, 
obwohl er oon bereu (Srifteng gu feiner geit feine tantnifj 
r)atte unb biefelben tfjatfäcfjtidj nicfjt meljr eriftirten. 

SDie ©efe^e be£ <Sdmutjan*2irucf), bei benen in ben un* 
cenfxrten 2lu§gaben oon ©ö^enbienern unb ©ö£en bienft 
unb nicfjt oon „©ojim" ') überhaupt gefprodjen wirb, bürfen 
nunmehr oon deinem, ber bie 95>al)rf)eit liebt, auf Gfjrifien 
begogen werben, (£s fei entjcfjieben betont: nicfjt nur wir 
in ber neueften 8eit fönnen biefe ©efe£e nict)t auf bie 
Triften anwenben, fonbern aucr) ber ober bie SSerfaffer 
be§<Scrj.4(. l)aben bei folcben ©efe^en ber ßieblofig* 
feit aiicf)t im ©ntfernteften an bie (Sfjrtften gebadet. 2 ) 



J ) Slucfj „©ojim" bebeutei, toie oben 2. 135, üftote 3 nadjgettneien 
ömrbe, manchmal nur ben„©ö|enbiener",tt)enn bte§ au§ bem3ufammen* 
Ijang ober au§ einer früheren ©leite beS @a)ulcf)an*2(rud) flar ift. 

2 ) £>iernad) Ijaben bie ©dnUtfjan*2trutf)=©eie£c, loo bon ©öfcen* 
bienern unb ©ö^enbienft bie [Rebe ift, toie 3. 58. bie @efe£e 8—10, 
14, 18, 50, 58—70, 72, 79—81 bei 3uftu§ aud) nidjt ben Sdjein bon 



— 142 — 

XV. 

QU CljrijUn im Sdjuidjutt ^vudj. 

&aß bie Gijriften bem <2ct).=2(. nict)t als ©öfcenbiener 
gelten, totrb nicfjt nur oon SfferleS an §roei «Stellen (Sore 
2)ea 124, 24 u. 128, 1) fo beutltrf), rate möglirf), erflärt, 
fonbcrn ift and) notf) borauä 51t fd^ltefeen, bafj in ben uu= 
cenfirten ausgaben, bo, rao nadjraeiälid) aitc^ oon (Triften 
gefprodjen rairb. ftetS nur ,,©oi" u. bg(., niemals a6er 
„Obed Elilim" gejagt ratrb, (fo bei ber bereits im 2frt. XIII 
befprocfjcnen Stelle über ben ,,©oi mit bem Trense"). 
(Scfatant ift bie£ aber in ben Kapiteln „über ben ©ö£en= 
bienft." 1)te meiften ©teilen in biefen ©efefcen fprecrjen, 
raie oben gegeigt raurbe, oom attrjeibnifcfjen ©äfcenbienft. 
&ocr) ftnb au§ ©rünben, bie rair balb näfjer beleuchten 
raerben, manche cfjriftlitfjen Silber unb Srjmbole für ben 
Suben ebenfo raie aurjctbnifcfje ©ötterbitber oerboten. £>er 
Slbfcfjnitt „über ben ©öfcenbienft" muß ftdt) atfo attcfj mit 
©egenftänben be» crjriftücrjen 5ht(tu3 befdjäftigen unb ber 
©Triften ©rroarjnung tfjmt. Sie (S t) r i ft e n fjeifcen aber 
ba ftetS nur „®oi", niemals „Obed Elilim". 1 ; 

Snbeffen bebarf es notf) ber näheren ©rftärung, raarum 
bk (Xrjriften oon ben Suben nidjt als Obede Aboda zara 
betrachtet raerben, worüber ftdf) $rof. ©ifbemeifter in feinem 
©utacfjten fo fefjr geraunbert rjar, ba$ er es als eine 

etwa§ Gtjriftenfeinbliajem an fict). Uebertjaupt muffen bann alte ©efege 
gegen 9Jicf)ijuben, bie burd) ben @ö£enbienft unb bie ©ünbtjaftigfett 
ber 9fid)ijuben begrünbet finb, a(§ gegen bie Gtjrijten ungiltig erflärt 
werben. SBenn and) im £er,te bei biefen letzteren „©ojim" ftet)t, fo 
änbert bte§ nidjt§ an ber (5ad)c, ba mir ja oben gefeben fjaben, ba$ 
öftere ber 5?ürje ()a(ber ftatt be§ fließen „Obede Eliliin" ba§ aß* 
gemeine „Sojim" gebrandet wirb, wo beffen 23ebcutung au§ bem 3"* 
fammenljangc un^weifelbaft flar ift. 

l ) SJJan bgl. in ben uncenfirten 2(u§gaben befonberS Sore £)ea 
139, 12, 15; 148, 12; 150, 3; 151, 1; 157, 2. 



- 143 — 

„Iiiufrfmug" crflören 51t muffen glaubte. „(£» läßt fid) 
überhaupt nicht abfelicn", meint ©ilbemeifler, „wie fid) bte 
Suben ernftlid) gegen biefe Grrflärung oon 2(fum u. f. ro. 
(bcife namlicf) (£i)riftcn unter biefem SBorte begriffen finb) 
fo 51t fperrcn fucrjen. Dbjectio betrachtet, muß bk ^Benennung 
als eine notfyweubige Goniequenj auz bem abftracten §0?o* 
iiotljeisuius uub bem Verbot nidjt blo£ ber KuftusöUber, 
fonbern aller 53über, fobalb fie (ebenbe SBefen barfiellen 1 ) 
(fie liefen ficrj ja 51t Saufenben tunfcrjlacfjten, etje fte einen 
römifd)en ?lblcr at» $etb5eicfjen in ifjt Sanb fommeu 
ließen) erfcrieinett. SßoHen fie ba§> je^t nicfjt sugeben, fo 
fanu baratty nur auf ein böfcs ©ewiffen gejdjtoffen 
werben." — 

©ilbemetfter weiß nicfjt, bafc über biefes 21)ema bereite 
oon ben 9\abbinen felbft gal)IIo|e 21bl)anbtungen gefcfjrieben 
würben, bte ben ©egeuftanb objeciio, sine ira et studio 
beljanbelten. @r fdjeint nur oon ben feinerfeits als ein 
„(Srjftem oon Scutfcfjungen" ober beften $alls als cap- 
tationes benevolentiae betrachteten öffentlichen (Srflärunaen, 
bte am 21nfange fjebräifcfjer 23ücfjer gebrucft ober in großen 
23erfammlungen befcfjloffcn würben, tantnifc gu i)abm. 
25on ben ernften, wiffenfcfjaftlidjen $orfcfjttngen ber diab* 
bitten über biefen ©egenftanb Ijat er nicfjt bie entferutefte 
2Jf)uung. 9iun, wir wollen r)ier auf einige 21bijaublungen 
l)inweifen, ans benen ftcfj Seber, ber für biefen ©egeuftaub 



x ) £>ier geigt ©. beutlidj genug, baß ifjm baZ iatmubtfcf)e Suben* 
tfjum wenig befanni ift. 9laä) £almub Stboba fara 43b unb ^araüet* 
ftetlen toav in ber kfonberS geheiligten ©tjnogoge (Stfjafjaiif) gu üftefjar* 
bea (tualjrfcfjeinticfj in golge txx[ & föniglidjen ©bietet) bie perfifcfje 
&önig§ftatue aufgeteilt, nicfit bamit ifjr göttliche 23erer)rung 5U Sfjeil 
toerbe, fonbern al§ geicfjen, bafc bie Suben fiefj bem Sanbeäfjerrn 
unierorbnen. (£§ tüirb nicfjt kricfjtet, bafc bie Suben bem SBefefjl einen 
fjartnätfigen 2Biberftanb entgegenfegien. Sftan betrachtete bie§ eben nicfjt 
al§ ©ögenbienft, unb bie gefeierten Setjrer 2t6f>a, ber SSater ©amuel'ä, 
unb Setoi gingen in jene ©ijnagoge beten. SSgf. mein „3?iar Samuet" 
©. 41 unb 23erliner, Beiträge gur ©eogr. u. ©ifjnogr. SSamjlonienä 
<5. 48 fg. 



— 144 — 

Sntereffe rjat, iuformiren bürfte. 3m Sifre T)eut. 43 
(cb. griebmamt 81b), ebenfo in 2)cecfjitta tOiifcijpattm 17 
unb im 6a6. Salmub Scmfjebrin 63a roirb oon (Einigen 
behauptet, bie Sünbe ber Israeliten bei ber Anbetung be£ 
golbenen ^ol6e§ erfd)eine baburd) in milberem Sichte, ba% 
fie fpradjen: „Sieg finb ©eine ©öfter 3§rnel, bie 
S)id) qu§ bem Sanbe Slegrjpten herauf qcfürjrt Ijaben" 
((Srob. 32, 4). önbem [ie ben ^ßlural gebrausten, fjaben 
fie nicfjt ba3 ®alb an fiel) öererjrt, fonbem „ben tarnen 
be§ ^eiligen, gebenebeit fei (£r, mit bem fremben 2)ienfte 
oerbnnben" (mr rmsya «in -p-o »npn Su» ib» IBflt^); be§* 
l)Qlb (inb fie üom gängtierjen Untergänge öerfcfjont geblieben. 
3nr (Srflanmg biene -bie SBemerfung oon ©. £R. £>irfcrj 
in feinem Kommentar 5U @rob. 32, 4: „@§ ronr it)nen 
bieS (ba§ golbene Mb) ein roiebererftanbener 93iofe£, ein 
roiebererfianbener ÜRtttler, unb inbem fte if)n in unmittel« 
barer ©emeinfdjaft mit ©ott in ber s $turalität gufammen* 
faxten: „2)a r)aft S)u, Israel, bie ©ottt)eiten roieber, bie 
S)id) au§ 2)iigrajim tjeraufgefütjrt", offenbarten fte eben 
bamit bie SSarjueSoorfteÜung oon ber bie SEßirffamfeit ©otteS 
felber bebingenben ©öttlicrjfeit biefe§ „Mittlers", roaren 
fie, roie bk SSeifen e§ ausbrücfen, im -im caty üv vp»o 
unb mürben ooflfommen in baz\dbe 93erbred)en oerfatlen 
geroefen fein, roenn fte etwa bem roirflidjen, lebenbigen 
DftofeS mit bem 3 uni f geljulbigt rjätten: btrw > y~hx rbx 

üTßtn pKÖ fjbpn 1»R. 

9?un roirb groar foroof)l oom £almub al§ oon ben 
O^etigionscobiceg entfcfjieben, bafc für SSroel „nid)t nur 
eine gänglidje Verleugnung ©otteS, fonbem aud) nur eine 
<2d)mäterung feiner alles ?lnbere ausfcrjliefjenben ©ingigfeit 
buret) 23eigefeüung irgenb eines anbern 2öefen§ in göttlicher 
SSeretjrung (roa§ man „Schittuff"-33erbinbuug nennt) einer 
gängtid)en Verleugnung gleid) oerpönt ift" (§irfd) 1. c. 
51t 22, 19); allein in 93e§ug auf Sfticfjtjuben ftnb bk 
aUermeiften 9Mbinen ber 3lnftct)t, bajs Urnen ber ©laube 
an bie öingigfeit ©otte§ nict)t geboten, ba$ bafyer bie 



— 145 — 

„SBeigefellung" (Bpjvv) ben „^oadjiben" nid)t oerboten unb 
oon bem aucfj ben 9iicf)tjuben oerbotenen ©öfcenbienfte 
fireng 5U unterfcfjeiben fei. 2)tefe Slnfidjt wirb oon ben 
fpäieren Diabbinen in folgenber SBeife begrünbei : 3)ie ©runb* 
lehren be3 SubenttjumS, wettfje man nadj bem <Sdnttd)an= 
2hu<f) (3- ®. 268, 2) unb aWaimombeS (H. Issure Biah 
14, 2) bem angefyeuben Sßrofeltyten mitreiten mufc, [inb: 
1) ber ©taube an bie (Stnfjeit @otte§ (n tw), 2) bo§ 
Verbot be§ ©ö£enbienfie£ (»tw rniay mo , s). Wogegen, fo 
Reifet e3 weiter bei 9Jiaimonibe3 (baf. 14, 7), wirb bem 
©er Sofcfjab, b. f). bem 9?itf)tjuben, ber ftdfj in einem jübifcfjen 
Sanbe anfiebeln will, bloS bie 93erpflirf)tung auferlegt, ftdj 
be§ ©ö£enbienfte§ §u entgolten unb bie übrigen fed)§ 
noadjibifcrjen ©ebote 31t erfüllen; §um ©lauben an bie 
(£inr)ett ©otteS wirb ber 9?icr)tjube nidjt oer* 
pflichtet. 

SDeutlidjer erftärt ficr) 3ftaimonibe3 hierüber in feinem 
„Öepher ha-Mizwoth" (©ebot 2): „§öre SSrael, ber 
(£wige, unfer ©ott, ber ßwige ift einsig. ©ott Ijat un3 au§ 
ber ^nedjtfcrjaft geführt unb un3 fo öiete ©naben unb 
2ßoI)ltf)aten erwiefen, auf ba£$ wir an ©eine (£inf)eit glauben. 
Staljer finb wir Israeliten oerpffic^tet, «Seine ©inljeit §u 
befennen unb baran gu glauben." — (Somit ift nad) ber 
jübifcrjen 2ei)re ber ©taube an bk ©inljeit ®otte§ ein ©e= 
bot, $u bem nur bk Israeliten fpeciett oon ©ott oerpflicrjtet 
würben. 2ßoi)l r)alten wir unferen ©tauben für bk abfolute 
2ßar)rrjett; allein bk jübifcrje Xrabition fagt, ber 9?icr)tjube, 
ber biefe 2öar)rrjeit nicrjt anerfennt, begebt feine ©ünbe, 
benn er f)at nid)t, wie ber Sfraetit, oon feinen SSätern biefe 
2öar)rrjeit als Srabition empfangen. S)en Sfticfjtjuben ift 
bloS bie gänglicrje SScrläugnung be£ SEßeftfcppferS, bie 
Slnnaljme gweier ober mehrerer gleicher unb oon einanber 
getrennter göttlicher ^ringipien, bk SBereljrung ber ©e= 
fcppfe anftatt beS ©d)öpfer£, wie Stafcrjenbienft, ©eftirn* 
bienft u. f. w. unterfagt, unb bk% ift baä Sßerbot be§ 
©ö^enbienfteS, welches bie jübifcfje Srabition unter ben fiebert 

10 



— 146 — 

nond)ibi}rf)cn ©eboten aufsäht. üftim roirb oon ben aller* 
meiften Oiabbinen bte dfjrifttic^e ©ottesoerebrung groar af§ 
Schittuf ($3eigefeEitng), aber nidjt al§ bte Aboda zara be* 
3cicfjitet, welche aitdf) für 9coad)iben »erboten mürbe. (£8 
gilt ben jübifcrjen 9teligion§cobice§ a(3 2Tjiom, bafj bte 
(iijriften ©otr, ben «Scfjöpfer bes £tmmel§ nnb ber (h*be, 
oereljrett, bafo it}r ©otteöbegriff nur Schittuf (Söeigefettung) 
fei nnb ntdjt bent be§ iäraelitifdjen ©lanbens entfprerfje. 
S)af)er erklärten bie Sofaptjot (©anljebrm 63 b, üftegilla 28a 
nnb 23ecf)orot 2 b), 9t. 21 y et) e r (31t 6anf)ebrm, 2lbfrf)it. 7), 9i 
Sjaaf (citirt oon Di. Seructjam XVII, 5, 159c) nnb 9t. 
3Jcofe Offertes im <Sct).=2X. D. Gl). 156, boß e§ bem 
Suben geftattet fei, fict) oon einem Gfyriften einen ct)riftücr;en 
(Sib fd)toören 31t taffen. SBterooIjl e§ bem Suben fonft aU 
oerpönt gilt, einen üftoacriiben 311 einer 2f)at 3U oeranlaffen, 
raelctje ilmi (bem ^coadjiben) oerboten tonrbe, fo ift in biefem 
galle ein folcr)e£ Verbot oollftänbig ait§gefcr){offen, eben 
joeü Schittuf ben 9coacf)iben gar nidjt nnterfagt marb. 1 ) 
2üt3 bemfetben ©rnnbe, meint 9t. ä)cofe 3fferle§, ift e§ 
andj geftattet, ben Gljriften 2Seif)raucfj nnb anbere gn iljrem 
©otteSbienft gebrannten ©egenftanbe 31t oerfanfen, ot)ne 
fürchten gn muffen, bafc man fie jur ©ünbe oerantafjt, 
eben loeil ifyr ©oite§bienft mir Schittuf fei, ber ben 
SRoocfjiben nidjt oerboten ift (ogt. 5)arfe s D?ofcr)e 3- S>. 151). 
S)iefer 2lnficrjt ftimmt audj ber gefeierte Kommentator 311m 
Sore 2)ea, 9t. &abhatai $ofjen bei. 2 ) 



1 ) SMeje (Sntfcfieibung fei naefcj bem correcteften JüBortloute, nue er 
bei 9t. Sevudjam gegeben ift, Doflinf)attIi<f) mitgeteilt: »3 *n '31 
]vbi py »opjn nnte D'&nps n»y3tw '3 (ans nyi3tr 'rspS) in« in»n b» 
ib»»S cronsi oinv cv ptstdc B"yNi ninS« ans poein jw ((Sttangeünm) 
pcntroT j"j?«i ,p*i«i D'Dtr ntsnyS jnyn tun vy n» pvans ps n"n nsan 
my 'je 1 ? dwq DJ! c\nts»S annuS nvuS "noKtr i:»sa nS in« "mi cor nv 
ipnBTi Sy m '32 linnn nSt «3<S Siboo jnn nS. 

2 j 33ergl. Sifte Koben gn Sore £>ea, 151 f(. § 7: »3*nn ptfS 
]'S»pon Dytsn (cmnyS n<3nsn nnn DnS iddSj SpnS e» nrn jdts wo ntra 
nam cot? nir o^rwnv nSn pn«i D'aB' ntriyS Dn:i2B» . . . onaj? ^nr.trnS 
«]inB»n Sy pinria na »33 j>nb» my »jbS dwo n?3 bw u'sa »Si inK 



— 147 — 

S)iefe Gntfdjeibungen würben gwar öon einigen 9tab* 
baten be§ 17. unb 18. SaljrIjunbertS fritifirt refp. ange» 
fönten 1 ); ober Don ber Überwiegenben SD^er)rr)eit öertfjeibigt 
unb burd) neue §Qi)Ireid^e 23eweife geftüfct. 3 U ben (enteren 
gehören oorgügiitf): 9t. Sofepfj ®aro (Beth Josef) unb 
Sofua gad (Derischa) ju Gfjofö. 2Wifd&. c. 182, inbireft 
audj 9t. So et ©irfeä (Bajit Chadasch) baf., ferner bit 
SSerfoffer oon Olath Tamid unb Lebusch Hatecheleth (§u 
£). gl). 156), Diefp. Chawot Jair p. 6 a, baf. 9teft). 185, 
Meore Or (an oerfd)iebenen ©teilen g. 93. V, 118b, VII, 8a, 
13a), jt Safob (Smben im „Mor u-Keziah u (§u D. 
(£f). 224 u. fonft), Rebid ha-Sahab (31t 2ibfdm. Jithro), 3*. 
Safob Drenftein (in Jeschuot Jaacob gu £>. (Ei). 156), 
91. 3. ©. 9?att)anfof)ii (in Jad Schaül gu Sore 2). 151), 
9t. 3. 8- 3Jierfien6urg (in ha-Ketab we-ha-Kabbala gu 
£>eut. IV, 18), 9t. £. (£f)ajut (in Darke Mosche p. 23a 
f.) u. 2(. 93e[onber§ gebiegen unb eingefjenb ift bk 2lb* 
Ijanbtimg oon 91. SBolf 2So3fowi£ in Seder Mischna gu 
9ftaimonibe§ H. Jesode ha-Thora 1, 7, ber bie 9tid)tigfeit ber 
(£ntfd)eibung ber mittelalterlichen ©eeiforen aud) au3 Sifre 
beweift unb bie Einwürfe ber ©egner fdjtagenb wibertegt. 
Sil Mischnath Chachamim gu 9ftaimonibe3 H. Jesode ha- 
Thorah Stuf, wirb eine ausführliche 9lbt)anbtung oon 9t. 
Sefaja Berlin erwähnt, wetdje in gleicher Söeife ent» 
fdjeibet. 2 ) 

2>en 3 üben ift, wie gefagt, ber ©taube an bxt ©in» 
Ijeit ©otte§ ftreng geboten, unb beffen Verleugnung gilt 
für ifjn alz Sobfünbe, me ©ö^enbienft. 2ß«m atfo ein 
geborener %ubt fidt) gu einem ©tauben befennt ober einen 



ton jnn toni. Sie Uefcerjefcung ift oben im „eefiten Subenfpiepet" 
§ 46 gu finben. 

*) 33gl. Schaar Ephraim 24, Heil Zedakah 21, Pri Megadini 
(®. S). 5U S. ©. 65, 11 u. O. 6fi. 156), Machzith ha-Schekel gu 
O. ßfi. 156 unb 9i ©amuel Sanbau (in Noda B. II, 8. 2). 148. 

2 ) S3gl. notf) Secftaje 6. Slfd^er'^ ßommeniar 3U S5cut. 21, 13; 
femer „Jesod ha-Dath" (23re3lau 1822) Sfi. I, @. 41 ff. 



— 148 — 

5Mtu§ übt, ber mit ber Seljre oon ber absoluten (£inf)eit 
®oite§ im Sßiberfprucf) ift, fo xoixb e§ ifmt, bem Suben, 
als Abgötterei, aU ©ö^enbienft angerechnet. 1 ) 2ßenn bem* 
nacf; im <5<$)M. mitunter (e§ ift bie§ nur feiten ber 
$aH) au§ ben tatmubifcEien 23orfd)riften über ©ö^enbienft 
ein ©djhtfj nadj Sinologie barüber gesogen mirb, ob unb in 
wie fern bem^ubenber ^u^gebraud) oon einem d)iifilid^en 
ßultuSftymbot, görberung ober Unterftü^ung be§ c§riftticr)en 
ßultuS, Verbeugung oor Äreugen u. f. n>. oerboten ober 
geftattet ift, fo gefcrjieljt bie§ nur, loetl bem Suben bie 
dE)riftticr)e ©otteSoerefjrung ebenso ftreng nrie Aboda zara 
oerboten ift; fubjectiü für ben Suben ift e£ Aboda zara, 
nic^t aber objectio. 

902aimonibe§ ift nun in tiefer 23egieljung fo ftreng, 
bafc er ben S üben aucr) bie 0tu^ung cfjriftttct)eit 2öeine§ 
unb ben ^anbetäoerfeljr mit ben ©Driften an ifyren religtöfen 
gefttagen oerbietet. (£r fagt hierbei, bie (Stiften feien 9Ser= 
efjrer ber Aboda zara b. I). Verehrer beffen, roa§ bem 
Suben at§ Aboda zara angerechnet wirb unb toooon ber 
%ube ftdt) beäljalb ftreng abfonbern muft. 2öie im oorigen 
Slrtifet (©. 138 f.) gezeigt tourbe, ift 3ftaimonibe§ mit biefer 
(Strenge nicrjt burcfjgebrungen, oielmeljr oon ben frangöfifcrjen 
unb beutfcrjen 9tabbinen überftimmt morben. ©cfyroerlitf) 
wollte 3Jtaimonibe§ aber bie Triften aU ©ö^enbiener in 
bem ©inne erflären, ba$ fie ba§> oberfte noacfjibifdje ©ebot 
übertreten, ober gar, bafj bie gegen bk alten Ijeibnifcrjen 
©rbfeinbe 3§rael'§ erlaffenen ©efefce auf bie Triften an* 
guroenben feien. 3Mmonibe£ Ijat baran faum gebaut. 



l ) @§ giebt ttod) anbere £anblungen, toeldfje, toietooljt fie nitf>t unter 
ben begriff „©ö^enbtenft" fallen, bem Suben al§ ©öfcenbienft »er* 
boten finb. <5o fagt bie Sftedjilta gu ©r.ob. 20, 23: „©otbene (Sötter 
unb filberne (Sötter foEt 8§r ©utf) nitfit machen"; hiermit lefjrt bie 
©djrift: @§ ift borgefdjrieben, im £>eiligtljum jaei golbene Cherubim 
gu madjen; mad)t man ftatt gtoei beren Di er, fo ftnb bie§ golbene 
©öfcen, madjt man anftatt gtoei bier filberne Cherubim, fo finb 
bie§ filberne ©öfcen. 9?ur im £>eiligtfjum ift eS geftattet, foldje 
Cherubim 3U madjen, nidji aber in ©tmagogen unb Sefjrftäufern." 



— 149 — 

3n ber mir oortiegenben ctfteften, uncenfirten, 2Iu§gabe be3 
maimonibifdjen (£obej ((Sonftantinopel 1509) ift bei feinem 
Reiben [einbüßen ©efe^e auf bie (Sänften t)ingebeutet, 
ttaS 2J?aimonibe§, „ber fid) bod) nid^t §u fürdjten Ijatte", 
of)ne 3 roe if e ^ Qft^Qn fjätte, wenn biefe SSorfdjriften nadj 
feiner 2(nficr)t and) ben Gljriften gelten würben. 1 ) 

®a§ SSerbienft, bie 2(nficf)t, bafj bie (Sfjriften nitf)t at§ 
©ö^enbiener 51t betrauten feien, nnier ben Suben gut 
SlEeinljerrfd&aft gebraut §u r)a6en, gebührt bem 91. 9ftofe 
3ffer(e§. 2 ) ®aburcfj, bofe er in ben &§M. ben Se^rfa^ 

l ) üßir fönnen übrigens actenmäfjig beroetfen, bafe Sftaimo* 
nibeS fein ßfjriftenfeinb war. ©r fdjreibt in einem Söriefe an feinen 
(Sdjüter Sljifbai ^a*Seöi: „93eireff3 ©einer grage wegen ber (titelt« 
jübifetjen) Sßölfer wiffe, baß ©ott ba§ £>erg bertangt, bafe nad) ber 
2lbfid)t im bergen bie Singe gu beurteilen ftnb, unb e§ ift baljer 
fein Qtoetfel, bajj Seber (bon ben 33ölfern), ber feine (Seele 
burdj Xugenben unb Sßeiäfjeit in ber ©rfenntnife ®otte§ 
berboltfommnet, 2int r) eil an ber ewigen (Seligfeit fjai" 
(gef. Briefe eb. Seipgig p. 23). 2)ie§ fjätte 2ftaimonibe3 nidji fdjreiben 
fbunen, wenn er bie Sfjriften für ©öfcenbiener fjielte. — @r>egiell über 
bie ßfjriften f treibt er: „2ftan barf bie ßfjriften (onsu) bie £fjora* 
geböte teuren, benn fie glauben, ba% biefe unjere Xfjora fcon (Sott 
burd) unferen 2eb,rer 2)?ofe3 geoffenbart ift, unb fie ift bei iljnen boll* 
ftänbig niebergefdjrieben, nur mandjmal Wirb fie oon ifjnen falfdj au§* 
gelegt, bod) befefjren ficr) fo Stande unter ifjnen gum ©uten" (9tefj). 
Peerha-Dor 9to. 50). 

2 l URaxx 1. c. S. 54 beftreitet biefen <Sa$ mit bem §inWei§ auf 
©afomo ©angfrieb'3 „Äigjur Sd)ufd)an*21rud)", ift aber geredjt genug, 
im SRadjtrag (S. 71) Salomo ©awgfrieb'3 ©rflärung abgubruden, wo* 
nact) er bei bem 21u§brud „©öfcenbiener" nur an bie ©öfeenbiener in 
Slften, 21frifa unb Stmerifa gebaut f)at. Sdj WiE, obgleid) Sftarr. bie 
Stebtidjfeit ©angfrieb'3 nitfjt angWeifelt, biefe nod) baburdj beWeifen, 
bafc bie mir borliegenbe 2. Auflage (Dom 3. 1866) be§ @angfrieb'ftf)en 
„®iggur" bie betreffenben „®öfcenbiener*©efefce" noef) nidjt fjat, Wal 
icfcj mir nur baburd) erflären fann, bafc ber Sßerfaffer 2tnfang§ fein 2Berf 
nur für feine Sanblleute fdjrieb, Welcrje ber betreffenben ©efefce rtict)t 
beburften; erft fpäier, al§ ber „ßiggur" eine fefjr Weite SBerbreitung 
fanb, glaubte ©angfrieb ir)n fo erweitern gu muffen, bafc er ben Suben 
ber gangen 2BeIt genügte. £sa t)at er nun geglaubt, aud) einige bon 
ben „®öfcenbiener=@efe£en" aul bem SdjuIdjan^Slrudj aufnehmen gu 
muffen. 



— 150 — 

aufnahm, bafc bie ^icrjtjubeu gum ©tauben an bie Ginljeit 
©otteS uicfjt oerpfücfjtet firtb 1 ), I)at er mit anberen ^Sorten 
ge[agt: „2ßir Subert bürfert bie (£f)riften nicfjt üeradjten, 
beim fie formen aucf) in ifjrer Religion bie eroige ©etigfeit 
erlangen." £>a eingetne Dtabbinen tiefen Serjrfa^ beftritten, 
mufjte offerier feine 2lnftdr)t in befcrjeibenem Xone („Sftancrje 
erlauben, 9)taucr)e erleichtern") oortragen 2 ); allein bie 
Späteren Ijaben biefe 9lnftcr)t gur feftfterjenben 92orm 
erhoben, (Serjon etroa rjunbert Safjre natf) 3fffcrle§ r)at 
31. Sair (Sfjajim 23ad)aracrj (Chawot Jair p. 5 b unb 6) 
biefe 2Inftcf)t als 'Sljiom rjingeftellt, unb fünfgig Saljre 
fpäter war bie§, roie 9t. Sacob Smben („©er ecrjte Suben* 
fpiegel" § 13) berietet, fctjon bie 3Jteinung oou gang 
3§rocI. 



XVI. 

3Lr;itdj* 

„23er ift ein ©er Xofcfjab?" £)ie SBeifen fagen: 
„2Ber auf ftcr) nimmt bie fieben ©ebote, bie bereits bie 
«Söfme 9?oacf;'3 auf fidt) genommen I)aben" s ). 2)e§fjatö, fo 
erKart 9t. 9tiffim, mufj er bie ©ebote nocf) einmal auf 
ficf) nehmen (roieroorjt bereits tängft ^Zoact) unb feine ©öfjne 
gu biefen ©eboten fidt> oerpfficrjtet Ratten), rocit bie r)etbittfdr)en 
SSölfer biefelben oerroorfen unb ntct)t gehalten fjaben. 2Sie 



J ) ^nB»n Sy onrmo n'un j»k. ©o lautet ber ©afc in ben un* 
cenfirten 2tu§ga6en (D. £&,. 156). Sfjarafterifttjtf) für ba§ ©aal* 
berftänbnife ber (£enforen ift e§, ba^ fie aud) t)ier n'un geftrid)en Ijaben. 

2 ; Sin 6cfjuldjan=2lrucrj toirb beäljalb mitunter ba, roo ein 2eb> 
fafc einfach burcf) bie Sßorte ejin»n Sy nnnTin n«jan p* fjätte begrünbet 
werben fönnen, bennocf) ein anberer ©runb angegeben, ber aud) natf) 
ber 2lnfitf)t ber ©egner ftidjfjaliig ift; bgl. Sifte Konen 3. S>. 151,7 
unb „Hör u-Keziah" gu ©ratfj (Sfjajim 224, 2. 

8 j SBabrjI. Xatmub 215 oba fara 64 b: nivo yzv vby Sapoc b 
n: na orvty iSaptr. 



— 151 — 

btcfc Uebernafjme gefcf)ef)en foll, barüber fprccfjcn bk 
9ta66inen in vertriebener SBeife. £>ie ©inen meinen, er 
fofle bie3 oor brei Israeliten tfum; Jlnbere 1 ) „er nimmt 
fie öffentlich auf fid)"; nod) 2inbere 8 ) fprecfjen gar nicfjt 
Don ber Uebematjme, fonbern nur Don einem 9Jidjtjnben, 
ber bie fieben ©ebote fyäll. %n ber Xfjat jagt and) ber 
£almub fetbft auSbrücfltcrj, 8 ) bafj nur beSrjatb bk öffent- 
Xtct)e Uebernafyme nötfjig ift, roeit bie Israeliten öaburcf) 
bie $)3flitf)t übernehmen, für bie ©maljrung biefeS ©er 
Sorge 51t tragen. 2öer bemnadj nict)t in foIct)er SBeife 
oon ber jübi[crjen ©emeinbe als ©er aufgenommen 
ronrbe, fjat fein 9?ecf)t, oon ben Suben bie (Srnärjrung 
§u forbern. dagegen ift ein lieber, ber bie fieben ©ebote 
r)ält, aucrj orjne fid) anöbrürftict) ba%n oerpflicrjtet 51t tjaben, 
in jeber anberen Segtefjung als ©er £ofd)ab 51t be= 
iracfjten. SBefonberS wirb oon ben Seciforen 4 ) bemerft, 
ba^ in bem $aUe, lv0 e i» e 9 an 3 e Station bie fieben ®e= 
böte tjält, eS einer befonberen Uebernafyme oon (Seiten beS 
©mgefnen nicfjt bebarf. 

3)iaimonibeS lefjrt nun, bafe loir in je^tger 3eit 
feinen ©er Sofdjab annehmen, toeit bieS nur jur gett, ba 
SSrael in feinem Sanbe roorjnte unb baS Sobelgefe^ uocfj 
in ©eltung mar, gefcrjefjen burfte. 6 ) Snbeffen ift bereite 
oon Dt Slbratjam b. SMoib (Dtabeb) mit !Hedt)t gettenb ge* 
madjt loorbeu, ba^ man je^t nur in fo fern feinen ©er 
%o\d)ab annimmt, als man feine Verpflichtung übernehmen 
fann, ifjn 511 ernähren. 9lux $ur Qtit, als Israel in 
feinem Sanbe wohnte unb baS Sobelgefcij in taft war, 
fonnten folct)e ©erim, otjne ben öuben 5m Soft 511 fallen, 



•) 3. 23. SRa66i ißecfiaifi.itticfier im Kad ha-Keniach,2lrtife(: „©er." 
3 j 2Bie SR. Suba 6. Samuel, SR. Efanacfiem 3Mtt, SR. ©tiefer 
ci it. St., tgl. eben 6. 5, 11 unb 16. 

3 ) 2(üt>ba iara 65 a. 

4 ) 9SgI. Bet Joseph %oxt ©ea 124, Keseph Mischneh 51t H. 
Maachaloth assuroth XI, 7 unb Lechem Mischneh bafeloft. 

5 ) Sgl. 2Raimombe3 H. Akum 10, 6; H. Issweh Biah 14, 8. 



— 152 — 

teitfjt ernährt werben. 3fö fonftiger öegiefjung ober tonnen, 
fo bemerft 9iabeb, nod) Ijeute ©erim Xojd)a6im eriftiren. 
©tefer (£ntfd)eibung fdjltefjt fidj and) Di «Satomo 6. 
3Xberetr) (ftefponfen I, 182) an, wärjrenb dl. Sofept) Äaro 
(im pKeseph Mischneh") 6er)auptet, bafj 3)caimonibe§ mit 
diabtb gor nid)t in Sföiberfprudj fter)e, baft oiefoieljr (öfterer 
nur fügen wollte, bafc baä jubifa)e ©eridjt jefet feine fotd&e 
©erim annehmen foEe (weit e§ bamit bie ferner 31t er« 
füffenbe Verpflichtung, fie 31t ernähren, übernähme). 3m 
&d)M. gilt e§ groeifettoB, bajj e§ and) fjeuijutage ©erim 
Xofdjabim geben fann, beim oiete ©efe£e fyanbeln oon ben« 
fetten. 1 ) 

S)a nun fowofjl bie ct)rtftltdt)e, als and) bk mur)am* 
mebanifdje Dteligion bie ^Beobachtung ber noad)ibifctyen (all» 
gemein=menfd)tid)en) ©ebote pr Sßffid)t machen, fo müfcte 
nad) bem &d)M. jeber Gfjrift ober 27iul)ammebaner, 
ber bie £jumanität§=©e'bote feiner Religion be* 
obadjtet, in einem jübifcfyen (Staate al§ £t)or= 
Sßrofelfit betrautet werben unb als foldjer aüe 
3xed)te eines iSraeütifd)en SBürgerS genießen. 8 ) 
2Bie mufe fomit ber ®d).*2I. entfdjeiben, wenn bas 33er* 



l j S3gl. Sore £)ea 2, 1; 124, 2 bis; 146, 5; 267, 80; dfjofeben 
ba*2)ttfcbt.at 249, 2. SBoljf fragten Äoro unb SfferteS niefit, ob unb 
roo bie 33erbältniffe nod) bie 2tnroenbung it)rer ©efefce ge* 
ftatten, aber gefefc lieft mufe bie Erfüllung ber S3orfcfiriften beS 
©eftuleftan=2trucft noefi bleute möglieb fein, ©aljer ift 3. 23. im 
<5cftulcf)an*2trucfi bon ftebräifc^en ©flauen nierjt bie 9iebe, roeil ein 
folefier nad) bem £almub beute gefefclidj nidjt ejtftiren barf, fcgl. 3- 
©. 260, 14. 

2 j 33gl. „®er ed)te Subenfpieget" § 3. Sie 23emerfung beS 
Beer ha-Golah 3U Hf). SW. 249, 2 ift ju Iura unb fann leitet ju SWife* 
ftänbniffen führen. ©S müfete noeft bie Slnftcfit beS 9iabeb unb bie 
SBemerfung be§ „Keseph Mischneb." fiinjugefügt werben, baß nioftl 
baS ©erieftt feinen ©er Sojctjab annimmt, bafe aber jeber 9ficbtjube, 
ber bie 7 ©ebote fjält, bennoeft als ©. 2. angefeften roirb. ÜBarum 
bie iRabbinen beS Mittelalters unb ber Scftulefian^rucft nidjt bie ßftriften 
unb Mubammebaner ofmc 2tuSnabme als Sfjor^roielftien be^eiebneten, 
roirb roeiter unten erflärt »erben. ©S genügt, bah fie für uns als 



— 153 — 

fyältntfe umgefetjrt ift, wenn ber Sube in einem djriftltcfjett 
(Staate ©aftfreunbfcrjaft gefunben, ja fogar ba% ^Bürgerrecht 
erlangt r)at? $ann ber (Sct).=2f. ba geftatten, bafj ber %ubt 
gegen feinen djrtfttkfjen Mitbürger bie $ßflid)ten ber ®e* 
recrjtigfeit nrb Siebe üerte^e? (Soll ber %nbt feinen ©aft* 
gebern unb 2öot)ltr)ätera nicfjt biejenigen ßeiftungen fcfjulbig 
fein, roetcfje er feinen ©äften, bie bei ir)m &d)ii% fucfjen, 
nact) feinem 9ieligion3gefe£e fcrjitlbet?! 

Sn bem öon 9t. ®trcf)t)eim ebirten fleinen Sractat 
©erim Reifet eä (2lbftf)n. 3) oom „Xfjor^rofeltjten" : 

„©ein 33rob, fein 2Bein unb fein Oet finb rein (jur Sftufcung), 
man barf ifjn (ben ©er Sofdjob) nidjt überbortljeilen, il)m nid)t§ bor* 
enthalten, ifjm feinen 2lrbeit§Iol)n nict)t über üßad)t ftfjutbig bleiben, 
ifjn nicfjt an ber ©renje ober an fdjtedjten SBofmorten ftct) anfiebefn 
laffen, fonbern an einem fcfjönen Sßofjnort in ber STJitte be§ iäraelitifcfjen 
2anbe§, an einem Orte, too fein ©etoerbe ifjn ernährt, benn fo ftefjt 
gefcfjrieben (2)eut. 21, 17): „23ei S)ir foH er meinen, in ©einer 
3ftitte, an htm Orte, ben er auäertoäfjlt, in einem ©einer 2f)ore, 
wo e§ ifjm toofjlgefäflt; £>u barfft il)n nicfjt frönten." 1 ) 

3n folcfjer Sßeife müfjte ein i§raelitifd)er Staat gegen 
©Triften ©aftfreunbfd)aft üben, unb roenn ein Sube bk 
©aftfreunbfd)aft eine§ crjriftltcrjen ©emeimr>efen§, ja nod) 
mein - at§ bi?% geniest, foH er, rote bie Sügner unb SBer* 
läumber glauben machen roolfen, feine ^f(id)ten ber ©e= 
recfjtigfeit unb 2\ebt gegen feine nicr)tjübifcf)en Mitbürger gu 
erfüllen Ijaben?! £te§ glaube, roer ha roill — ein fiatb* 
roegS SSernünftiger fann'3 nid)t glauben! 

SlflerbingS, im rollen Mittelalter, gum 5Tf)ei£ aud) nod) 
im 16. unb 17. 3al)rf)unbert, mar ba% anber§. 3 U oetl 
fieben noacf)ibifcr;en ©eboten gehörte and) ba§> SSerbot öon 
9taub unb ÜHorb unb baZ ©ebot ber ©erecrjtigfeitSpffege. 
konnten nun bie Suben bamaliger $cit mit gutem ©e- 
miffen behaupten, ba% biefe aHgemein*menfcfjlicrjen ^fticfjten 

folcfje gelten fönnen, ofjne bafc mir ben (Scfjulcf)an*2frucfj be§abouiren. 
hiermit ift ber ©intoanb bon SKarr. 1. c. ©. 52 f. erlebigt. SSgl. oben©. 32. 
*) 21er)nli(^e§ lefjrt Sifre, £eut. 259. Sßenn rectjtlic^ ätotfcfjen 
©er Xofdjab unb S^raefiten unterfcfjieben Wirb, fo gefdjiefjt bie§ nur 
bei ©efe^en, bie feine braftifcfje ©eltung Ratten. Sögt. Äopö,©. 83 ff. 



— 154 - 

eggen fie Don ben 9ricr)tjuben befolgt würben? üDtan brauet 
nur bte 9tefponfen=Siteratur burdfoublättern, um ein 93itb 
ber cntfe^Iicr)eit 3nftänbe 31t erhalten, in welchen bie Suben 
fief) bamalS befanben, wie fie in in irjrcr 9lott) ben £roft 
nnb diafy ir)rer Dtabbinen anriefen, unb man wirb be= 
greifen, warum biefe Dtabbinen nict)t, vok bie ber ^teitjeit, 
cinftimmig erflärtrn, bk ©fjriften feien oon nnS 511m 
9ftinbeften wie ein ©er Xofdjab ansufefjen. 

■Kur ein SBeifpiet hierfür! 2Bie bereits erwähnt, ift 
ber berühmte dl. ©alomo b. 2(beret ebenfo wie 9tabeb ber 
2lnfirf)i, ba§ wir auef) fjeute ©erim Xofcrjabint fja&en. @3 
fiel mir anfangs auf, warum s Ben Slberet nicfjt fofort 
gerabeju erftört: „Sie (Sfwiften feien alz foterje Sßrofeltjten 
31t betrachten !" 2)ocfj nur 31t balb erhielt itf) eine (eiber 
mefyr als arünblicrje Stoff lärung. Sn ben SRefponfen be§ 
33. 3(beret (III, 301) fanb itf) folgenbe begeic&nenbe 2to- 
frage nebft Antwort: 

anfrage: „Sl^oftaten famen über un§ unb tjaben falfdje 9laa> 
richten au§gefr>rengt. £>ie ©ciftlidjen ber ©tabt mollert un§ Der* 
mefjren, »ort unjerer ©d)eci)ita gu effen unb unferen SBetn gu 
trinfen. 2Bir muffen be§t)alb ©elbauägaben machen, um ifjnen (ben 
2l»oftaten) ben 2ftunb jn toerfd) liefert; ebenfo muffen mir bie ©eift* 
lieben unb 3üd)ter befted)en. gerner muffen mir alljäfjrlid) (Sas- 
nawi nat?) am SSorabenb it)re§ befannten gefteS 1 ) ©elbauSgaben macben, 
bamii man un§ befajüfce. 9?un bebaupten bie Oieicfjen ber ©labt, biefe 
2lu£gaben muffen auf alle ^erfonen in gleicbcr SBeife berttjeilt merben; 
bie meniger SBemiitelten aber meinen, Seber muffe nad) feinem 33er* 
mögen beifteuern. 2Sie ift ba gu entfdjeiben? 

ülntmort be§ 23en Stberet: „Sie 2lu§gaben, bie man madjt, um 
am SSorabenb iljreä gefteS ©d)u£ gu erlangen, muffen nacb D^edjt 
gur £>älfte üon allen ^erfonen in gleicher 233eife unb gur Raffte nadj 
bem. Vermögen beftritten merben, meil ja an biefem lag^c 2 eben unb 
SSermögen 211 1 er in @efaf)r f et) ru e 6 1 (nwean panoo ai»n wind, 
psom). 2ßa§ bagegen bie anberen 9lu§gaben betrifft, meldje gur 93e* 
fteebung ber Slpoftaten unb ber ©eiftlidjfeit bienen, bamit man nicfjt 
baZ ©cbladiien verbiete, fo muffen biefelben nacb ftrengem SRedjie bon 
allen ^erfonen in gleicher SEßcife beftritten merben, falls bort nid)tbe* 
reiiS ein bestimmter 23raud) in biefer aSegiefjung eingeführt ift." 

! ) aöo$l baZ d)riftliö)e Ofterfeft. 



— 155 — 

©o mit 23. 3lberet. Seben unb (£igentl)um ber Suben 
i[t jafjrauä jahrein bebrofyt; nur burdj 23eftecr)ung fönnen 
fte btc ungeijinberte Hebung i^rer Dieligionäia^ungen er* 
f auf en ! Unb ba§> 2lffe3 roirb in gan§ trocfenem, jurtftiicfjem 
£one erjagt; fein 9ütf be§ SrfiaunenS, fein Saut ber 
$lage, fein 2ßort ber ßntrüftung entfährt ben betroffenen, 
roeber bem 2Jnfragenben, nocf) bem Sfntroortenben! @§ 
Ijanbett ftd) nkfjt um abnorme 3uftänbe, fonbern um all* 
tägliche ©efdjefmiffe, ber Rabbiner recurrirt auf ben für 
fo!cr)e gaffe üblichen — 23rautf)!! Sßatjrlicf; biejes eine 
SReiponfum oon einer falben ©rutffpalte „entbecft" mei)r 
oon bem mittelalterlichen Snjiftentimm, al§ ©ifenmeuger'& 
groei bicfe Cuartbänbe oom Subentfntm 8U „entbecfen" oer= 
motten! ©offen mir nocf» mef)r mittrjeiten? ©offen mir 
einige ber entfestigen, tjaarfträubenben ©jenen au§ ber 
©efcrjicfjte ber Suben im Mittelalter oorfüfjren? ') ^eittl 
SStr roollen nicfjt t)e£en, mir banfeu bem l)tmmlifcf)en 
93ater bafür, ba$ e3 je£t anbers geworben, Gs joüte nur 
bie bem Unfunbigen möglicher SBeife auffaffenbe ßrfcfjeinung 
erflärt roerben, roarum bie mittelalterlichen iRabbinen unb 
ber ©cfj.=2L bk Stiften irict)t insgefammt auäbrücflicfj aB 
Xt)or=$ßrofelt}ten begegneten, loekrje bie affgemein*menjcrj= 
ticken ©ebote beobachteten. £>ier§tt ift unfere£ (£racf)ten§ 
ba$ eingeführte mefjr als Ijinreicfyenb. 

SSofffommen im ©inne unb ©eifte bes ©cfj.=2(. unb 
ber übrigen 9Wigion§fcrjriften entfcbieb fomit bas franäöftfct;- 
jübifc^e ©rjnebrium, büß bie öubeu, nacfjbem fte in ben 
mobernen JHecfjt^ftaat aufgenommen rourbett, iljre anberS* 
gläubigen Mitbürger al§ 23rüber betrauten, 2 ) unb betonten 
bie beutfcrjeu iRabbtnen in tfjren Srflärungen (1884 unb 
1893), ba$ foroofjl in bem ©cbote: „Siebe ©einen ^ädjften, 
wie Sicfj felbft", al§ in ber 9Serorbnung: „(Sin Oiecrjt fei 



*) Sreffenb jagt ein neuerer ©^riflfteüer, bafe jebem tropfen 
Sinie, roeltfjen jübijcfje gebern gegen bie Sfjrtften »eridjrieben, ©tränte 
pon jübiidjem 23Iui, ba% bie Sfjriüen r>ergcffen, gegenüberliegen. 

») 3Sgl. oben ©. 36. 



— 156 — 

täud) unb bem gremben" bic Triften mit eingefdjtoffen 
finb. 1 ) 



XVII. 

Orljürt htv £rij«ldjrt»-Jlru(i) fr*n <Ua irettlfa&? 

5ßrof. ©übemeifter Ijat einige 9Sorfd)riften be§ <2d).=2t. 
angegriffen, weicrje entfdjieben felbft bei benjenigen Dtabbinen, 
bie notf) ©ericf)t§bari'eit narf) bem &d)M. üben, injofem 
außer toft finb, als jefct in ber cioiüfirten SBeft ftd) faum 
ein ßanb finben bürfte, in toetdjem bereu ^Beobachtung ge* 
boten ift, nm§ aber feineStuegS in fitf) fließt, bafc jie 
§ur 3eit ber Slbfaffung be3 &d)Al (im 16. Safjrfj.) fd)on 
gegenftanbstoä roaren, ja baß fie nitf)t fjeute nod) in 
managen unciuitiftrten ©egenben 5tnroenbung finben. £ier* 
5u gehören alle biejenigen Seftimmungen, in benen ben 
SRid^tjuben ftf)toere $erbred)en gugemutfjet unb bie Suben 
gur 23orficrjt gemannt werben. 2tn tiefen (Stellen be3 
&d)AL ftef)t in ben uncenfirten StuSgaben oft nid)t 
„©ö^enbiener", fonbern „$utlji", ba biefe 23erbretf)en mit 
bem ©ö^enbienft nidjtS gu fdjaffen fjaben. 2)ie ftrenge 
£ogif müßte nun alfo urteilen: 3)a ber <5d)M. dliä)U 
juben fernere Verbrechen gutraut, anbererfeitS aber gegen 
92icf)tjuben intjuman unb lieblos gu fein geftattet, fo muffen 
bie inhumanen unb tieblofen ©efe£e eben oon folgen 9lid)t* 
juben gelten, benen gegenüber man bie erfteren 23orfid)t§gefefce 



*) 28enn ^3rof. ©ilbemeifter behauptet, unter jn fönne nur ber 
3§raelit berftanben fein, fo fjat er überfein, 1) ba% in ©job. 11, 2 
aucf) ber Ggtipier ein jn be§ SSraeliten genannt roirb, unb 2) ba% in 
2eb. 19, 34 au§brütflid) qucd bom gremben geboten roirb: „£ie6e ifcjn 
roie £>id) felbft, benn gremblinge toaret Sljt itn 2anbe ©gtjbten." — 
llebrigenä fjaben nicfcjt erft baZ fran5Öfifcf)e ©bnebrium unb bie dlab* 
binen unferer 3eit erflärt, ba& and) ber 9Mcf>ijube jn Reifet, fonbern 
bereite ber im „eckten Subenfciegel" § 91 citirte Sanna be»93e*©lijaf)U 
unb ©etfiaje b. Sfdjev 3U Grob. 20,15 lehren bie§ au^brücfücr); togl. 
aucfj oben ©. 32 ff. 



— 157 — 

nötljig i)atte, inbem fie in ber Xfjat folcfjer Sßerbredjen fäfjig 
waren. <So urteilen aucr) roirflid) di. Sfaaf Sampronti 
(Pachad Jizchak 2Xrt . „®oi") u. 21. 2(nber§ urtfteit $rof. 
©ilbemeifter. (£r meint, e§ roerbe im &<f)M. „2We§ auf* 
geboten, um ba$, iuas> man jefct 5Haffenf)af| nennt, gegen 
bie ©ojim 311 fetjüren, 3. 33. roerben in Dielen ©ei'e^en bie 
Triften fo bargeftedt, a(§ Ratten fie weiter nitf)t§ im ®opf, 
als einen Suben 31t ermorben." 

2öerben bk (£fjriften nrirftfdj fo bargefteüt? %<$) 
glaube, roenn 3t. Sofepl) $aro oon „üfticfjtjuben" fprictjt, 
fo f)Qt er 3unacf)ft feine SanbSleute, bie räuberiferjen Sebuinen 
in ^aläftina, bie 9iäuber in 9torbafrifa u. f. to. im 2luge; 
an (£f)riften roie an gefittete 9ftenfcfjen überhaupt fyat ge= 
raife noer) deiner bei biefer SSorfcfjrift gebaut, benn Seber= 
mann roeifj, bafj bk üftaljnung, „£)u foflft nierjt morben" 
jebem gefetteten äftenfdjen ebenfo roie bem Suben al§> gött* 
licr)e3 ©ebot gilt. Stber, fo meint ©ilbemeifter, dl. Sofepf) 
®aro f)at biefe alten Seftimmungen au§ ber 3ftifcr)na, bie 
am aüermenigften an (£r)riftert gebaut Ijat, nur beäljatb 
aufgenommen, um ben iHaffenfjafe gegen bk „©ojim" 3U 
fdjüren! £)iefe§ Urtfyeit ift mef)r al§ täcrjerlicfj. 3Benn ber= 
artige SSorftcrjtSmaftregetn im 9tetigion§gefe£bucr) erflehten, 
fo gefctjieljt bie§ be§Ijalb, roeit e§ bem Suben oerboten ift, 
fein ßeben oljne ©runb ber ©efafyr au^sufe^en. 
2Baljrfcr)einlid) f)aben bk 9iabbinen ju ber Qtit, al§ ber 
9iacenfampf 3ioifd)enSuben unb Reiben, oon meinem $taoiu§ 
3ofepf)u3 fo entfefclicr)e freuen oorfü^rt, gräfetiefj mutete, 
an ba% Xljoragebot: „tQÜtet (£uer Seben" erinnert unb 
9Sorftdf)t§maferegeIn im 95erfer)r mit ben Subenfeinben ein* 
gefdjärft. £)iefe SSorfcfiriften finb bemnaef) rein retigiöfe 
unb Ijaben nicr)t§ mit £e£erei unb ^Iaffent)afe 3U tfyun. 
Sßäre e§ ben £ftabbinen bar um 3U tljim getoefen, fo fjätten 
fie roafjrlicr) nicr)t erft nötfjig, ©cfjanbtljaten 3U erbieten; 
fie brauchten nur bk fdjttdjte 9ßor)rfiett, ©pifoben au% 
ber Seiben§gefc^ict)te unfereS 93olfe§ 3U ersähen. 5t6er fte 
traten baZ nidfjt, weit c§> if)nen gastier) fern lag, 2ftenftf)en* 



— 158 — 

Ijaft ju prebigen; fie uerorbneten im ©egentfjeit, ba% ber 
3ube<„bie 2öege be§ ^riebens" roanbte, ltnb erlaubten fo 
mandKö fonft Verbotene nr» dwö, ba mit feine geinb* 
fcfjaft graifc^en Suben unb 2(nber§g(äubigen ent* 
ftef)e. 2)ie§ fann man fefjr oft im (Scr).-2(. tefen, unb e§ 
oerrätfj eben üötlige Unbefanntfcrjaft mit biefem Sßerfe, 
roenn man ber ungef)euerlicfjen Slnftage fiefj erfüfmt, bafc 
ber SSerfaffer ben „$taffenfjafj fluten motte" 1 ). Sofept) 
Maxo t)at bie tatmubiftfjen 23erorbnungen, toetcfje ben 
„©ojim" bie fdt)jüerfteii 33erbrec§ert gumutrjen, aufnehmen 
muffen, bamit man in Sänbern, roo fotcfje 93erbred)en noer) 
ungeftraft oerübt werben, ber religiösen $fticr)t, öorfidjtig 
gu fein, genüge. feat er bei ben „$utf)im" aber autf) an 
Gfjrtften gebacfjt? SSir motten fefyen! 

2)ie betreffenben SBorfdjriften finb äufammengeftettt 
im Sore Sea c. 153—156. S)ie erfte jagt: „9)ian 
übergebe ben 5hitf)iin fein 93ief), weit fie ber groben 
SBeftiatität üerbäct)ttg finb." Sa roirb nun aber oom 23er= 
f äff er felbft bk SBemerfung ^ingugefügt: „2tn £)rten 
aber, roo fie beffen nidjt oerbäcfjtig finb, int ©egen* 
trjeü roegen f o I dt) e r SBerbrecrjen fctjtagen unb ftrafen, 
ift '3 ertaubt." 2lt§ ®eroät)r3männer werben am 9ianbe 
angeführt: 9t. Salomo b. Stberet, 2>on 93ibat bi Sotofa 
unb 9t. STCiffim b. toben anZ ©erona (1350—75). 2>iefe 
©eroäf)r§männer be§eicr)nen nun gerabe d^rifttid^e Sänber 



x j Nebenbei fei bemer?t: 2Benn ©ilbemeifter behauptet: „2l£Ie§ 
(im (Scb,u[tf)an=2{rud;), toa§ fief) nidji auf bie ciöilredjiiidjen SBer^ältniffe 
ber Suben uniereinanber ober auf itjre Eeremonien begießt, ift barauf 
beregnet, bie größtmögliche Qrntfrembung unb Stbfonberung Don ben 
©ojim 5U erreichen unb aueb, bie noeb, fo tjormtofefte 2tnnäf)erung $u 
berljinbern," — fo ift biefe§ „2tHe§" eine unber3eit)lidje lieber* 
treibung. ©3 giebt einige ttenige Söeftimmungen im £almub, 
meiere barauf fiin^ielen, einen joldjert SSerfefjr mit ittidjtjuben, ber -jur 
23erfcf)toägerung rühren fönnie, ^u »ertjinbern. 2>er 2cb,u(d)an 
2(rudj Ijat in bieier 58e,3ieb / ung niajt nur teine neue Sßorf^rüt ber* 
orbnet, fonbern im (Begertit)eii bie alten Seftimmungen bielfacr) abge* 
fajroäcb,!, bgt. „Ser ect)te Subenipiegel" §§ 45 unb 46. 



— 159 — 

ate biejeuigen, auf roeldje btefeS 05 ef e^ nicfjt an* 
roenbbar ift. (Selbftoerftänblirf) gilt bie öemerfung be§ 
6rf).*2l. sum erfteit Barographen aucr) für alle folgen* 
ben, nnb fomit [inb im &d).-M. felbft biefe 9Sor* 
fd^riften für bie cioilifirten Sänber al§ gegen* 
ftanbSlo£ erflärt. 

2öieroot)l bie§ 2lHe§ [o flar wie ber Sag ift, fei 
bennoer; aus? einem Slctenftürf beroiefen, baf$ ferjon üor 
metir als 200 Sauren einer ber erften Sftabbinen Seutfcr)* 
lanb§ bie% anSbrücHitf) gelerjrt l)at, oljne irgenb melden 
Sßiberfprucrj gu finben. du. 3air (Sfjajim SBacrjaracr) fcfjreibt 
in einem 9ie|'ponfum an einen greunb (Chawot Jair p. 70a): 
„Sn nnferer 3?ü bürfen 3nben mit 9Zid)tjuben allein fein, 
benn le^tere ftnb nierjt be§ Korbes üerbäd)tig; im ©egen* 
tljeil ber SDiörbcr wirb mit bem £obe beftraft. 2Bie* 
xoo\)i", fo fä^rt er fort, „im Saljre 1658 di. Sftofe «Trier, 
beffen 53lut ©Ott füfynen möge, rjier im £>aufe eine§ Gf)riften 
ermorbet rourbe, fo gefdt)ar) bie$ blo§ einmal nnb gu* 
fällig, ift aber nichts geroöfjnlicfjeä. 2)er3)cörber mufjte 
auef; belegen flüchten, um fxdt) fein Seben gu retten." 

Seber ßefer biefe§ 9iefponfum§ wirb fyoffentlicrj ein* 
feljen, baß bie ^abbitten ftd§ auf ba§> £e£en gang unb 
gar nicfjt t>erfter)ert. (Setbft bie „fttrglicf) oorgefallene" @r* 
morbung eines Suben burefj einen ßfjriften üermag ben 
düabU Soir Gfyajim 23acr)racr) nict)t mit einem SBorurtljetf 
gegen bie Gljrifteit im Sülgemeinen gu erfüllen. „SBetm 
ein Sfjrifi fdjlecfjt ift, finb nodj rtidt)t alle gu üerbäcrjtigen" 
— fo urteilte ein 9kbbi üor 200 Sauren. (£§ ift alfo 
eine gang üergeblicf)e Arbeit, in ben rabbinifcr)en (Schriften 
£e£artifel unb Scfjürung oon ^laffenfjafj gu fuerjen; 
bieä traurige ©eferjäft fjaben fte Slnberen überlaffen unb 
neiben e3 iljnen aucr) rjeute nidbt! — 



— 160 — 

XVIII. 
£rcmi>ttt-©erH?c im ärfjnldjan-Arttrf). 

23efanntltc^ Rotten bie Körner nicrjt baffetbe 9iecf)t für 
SBürger unb $rembe, bo§ jus civile polt nur für bic 
römtfcben Bürger, für bie Sluälönber (peregrini) bagegen 
ba$ jus naturae. 2ludj im jübifct)en (Staate mufjte wegen 
ber in großer 2ln§al)l if)m angefjörenben 2lu§länber ein 
3iecf)t gesoffen werben, welcfjeS bk ©runbtage -für ben 
93erfef)r ber StuSlänber unter ftcf) ober mit 3uben bilbete. 
£)a£ jü bif dt)e Dtecfjt fonnte auf bie Reiben nict)t au§ge* 
beijnt werben, weil e3 auf's Slllerengfte mit ber jübijcfjen 
Religion gufammenfjing unb bie 23etf)ätigung ber religiösen 
Sßflidjt öorauSfefcte. Q§> werben be£t)al6 im Xalmub 
l)äufig „iljre (ber ^idjtjuben) 9tedjte" wm erwähnt, ma§ 
oft nicrjt baä auälänbifcrje 3ted&t, fonbern bk für bie 2(u3* 
tänber bei ben Suben gettenben Diente beäeidjnet 1 ). 

3Son biefen alten gremben=©efe£en ftnb einige aucr) 
in ben Scfjutcrjan* Sinter) aufgenommen. SDiefe ©efe£e 
werben nun oon $rof. ©itbemeifter unter gänslic^er 
Sgnorirung be£ fyiftorifdjen 8acfjüerl)a(t3 mit folgenben 
Söorten cfjarafteriftrt: „(®er <5d)M. lefjre), man bürfe 
§um Schaben ber ®ojim allerlei fonft Verbotenes tf)un, 
überoortijeiten, Srrtfjümer betrugen, wenn eS nur feinen 
©etat gebe, nierjt befannt werbe!" 

S)iefe Storfteflung, fo milbe fte im Vergleich) mit SuftuS' 
freien Verläumbungen erfd&eint, ift bennoer) entfcfjieben 
falfct). 28eber ber &d)M., nod) feine Guefle, ber Salmub, 
erlauben, ttxvaZ Verbotenes „jum ©djabeu ber ©ojim" gu 
tljun. 2Bas fte erlauben, ift nad) altem jübifcfjem ERect)t, 
wie eS im jübifcr)en Staate burcr) bie Sljora unb bie lieber« 



! ) SSgl. Sßec^orot 13 a, Sifra 311 2eö. &ebofcfjitn ^arjd)a 10, 2, 
Serufdjalmi Sibbuft&in 58b (1, 1). 



— 161 — 

lieferung fitf) gebilbet fjor, üoflfiänbig ertaubt gewefen. 3)oS 
alte jübifetje 9iecr)t ober abgufdjoffen, bagu Rotten bie 
jRobbinen beS Mittelalters feine SJcacfyt. ©ie fonnten nur 
lehren unb ermahnen, einerseits in ben $äöen, wo bk 
2(uSübung biefeS 3kd)teS eine fd&tefe Deutung erfahren 
tonnte, wegen Chillul-Haschem oom 9ted&te feinen ©ebrautfj 
gu machen, anbererfeits fietS auf ben SBortfjetf gu oergtdjten, 
um ben tarnen ©otteS 51t ^eiligen. 2)ieS ijaben bie 
^abbaten 51t allen 3eiten mit oller ifjnen gu (Gebote 
flefjenben SKad&t eingefdjärft. SRefjr fonnten, ja bnrfien 
fte als ef)rlict)e aJcönner, bk baS alte £f)oragefeß lehren 
wollten, nict)t rfjun, unb wir würben jebe §ocf)acf)tung oor 
einem Rabbiner üerlieren, welcher ans 'bloßer ßonnioeng 
gegen 2lnberSgläubige bie £f)ora ober bie alte tatmubiftfje 
Scf)re f älfdjen unb im Flamen beS alten ^etigionSgefe^eS 
lehren würbe, was er ber mobernen DiecfytS» ober WloxaU 
tefjre entnommen. 

S)ie ©efefce, welche §ßrof. ©ilbemeifter beanftanbet t)at, 
finb alte gremben*@efe£e unb fönnen als foltfje oon 
oon feinem Surifien als ungerecht begeidjnet werben. 2lm 
aEermenigften aber liegt ifjnen ber fc^mär)ttct)e ßefjrfafc gu 
©runbe, „man bürfe 311m (Schaben ber ©ojim allerlei fonft 
Verbotenes tfjun." 23etradjten wir biefe gremben*©efe£e 
näfyer, M benen in ben Duellen mit 3^edt)t nidjt oom 
„©ö^enbiener", fonbern 00m „Stodjrt" (gfremben) ober, 
waS gteirfjbebeutenb ift, ,,©oi" gefprodjen wirb: 

1) ßinem $remben (dloifyxi) burfte man auf ginS 
leiten, aber ebenfo burfte man üjmginS geben. Sa, 
eS wirb auSbrütfltd) gelehrt, bafc nadt) bem für bk 9?ict)t= 
juben geltenben dicfyk biefer ben bebungenen 3inS geridt)ttidt) 
einflagen fann. 1 ) SBenn ein „S^odjri" gum^ubentlntm überge* 
treten ift, fann er 110$ als 3ube bk früfjer fällig geworbenen 
unb gum Kapital geflogenen 3wftn oon ben j[übtfcr)eu 



*) 23. ®lr Q ia 62 a. 

11 



— 162 — 

©djufbnern etncafftren. 1 ) S)icfe§ 3fremben*@efe^ mar gur 

3eit be§ 93eftanbe3 beS jübiicfjen (Staates ficf)erlid} für bie 
gremben oorttjeüfjafter, a(§ für bte Suben, beim 
bte Sitben in ^aläftina waren 2(a*erbatter, inäfjrenb bte 
int ßanbc angefiebelten^ShtSlänber £anbels* nnb SBucrjer* 
©efcfjäfte trieben. 2 ) 

2) Sem gremben brauchte man bie uon if)m oertorene 
Socrje nidjt jurücf angeben; aber and) ber Oftembe war 
nicfjt uernflicrjtct, beut Suben feinen 93 e r t n ft 511= 
rücf 51t geben. Se^tereS gilt im 2almub nnb in ben 
<Sobice§ als 2(riom; ein Sßcrtuft im (Miete ber 92icrjt* 
jubett gilt bafjer gefe^ücf) al§ reuuntiirt (ugl. 6. 62 
dlok 1). Se3f)aC& erftärt es dl. 3a ir efjajhn 33acr)= 
aracrj in ben SRcfoonfen (Chawoth Jair 9ir. 79) für 
feloftuerftänbltdj nnb oöEig 5ioeifet (05, bafe ein Sßro- 
feltjt bie Sadjcn ber Suben, bie er als (Xfjitft gefttnbeu 
ijat, aud) nadjbem er %ubc geworben, nicr)t gurücf« 
5ttgeben braudjt, „beim", fo meint 9i. 3air, „bantit 
gel)t e£ genau \m mit ben S^fen, bie er als C£r)rift 
genommen, ba er als Gtjrift nact) jübi|d)em 9iecfjt 
awd) bas oom Suben Verlorene behalten burfte". 9)iau 
fiet)t alfo, bas ©efe}3 über ben SSerluft bes gremben ent* 
f)iett feine Ungerechtigkeit, weil es fein einleitiges ©efe^ 
war. 9'iiemanb wirb wof)l einen «Staat ber Ungerecrjtigfeit 
§eil)en, in welchem bk 53erorbnuug befteljt, ba$ jebe ge* 
funbene Sacte bem gfinber gehört, nnb biefe 93erorbnuitg 
beftanb eben int jübifcbeu (Staate in SBejug auf bas 93er* 
tjältnis ßiDifdrjen Suben unb gremben, was felbftoer« 



*) 33. %lr ö \a 72 a, 3orc ®ea 171, 1. 

2 , 2Bie iefjr aber bie tRabbinen im äftiitelalter barnad) ftrebten, 
ba$ t>on biefem ©efefc nicfjJ oft ©cbiaudi gemadjt »erbe, geigen unter 
anbeten folgenbe üSorte be§ 5R. ©abib ®imd)i in feinem Gommentar 
gu Sßfalm 15, 5: „©§ ift genug, baf3, menn ein 9iid)ijube bem 32* 
raeliten Siebe unb Söofjliljaien ertneift, aud) ber 3§raelit berpfüditet 
ift, if;m Siebe ju ertoeifen unb tuobjgutfmn. £as Seiten oljne ginfen 
ift aber eine größere SBoljtifiat al§ ein ©efdienf, t>a 33iele jidj idjämen, 
ein ©efcfjenf ansuneljmen, aber nidjt, 3U borgen." 



— 163 — 

ftänbüd) für bie 9?tcf)tjuben ebenfo üortr)ei(r)aft 
war, wie für bie Suben. 

3) Qüx Kategorie be£ SSerlorenen rechnete ba§> QÜe 
jübifct)e Ovecfjt auef) ben „Srrtfyum" (Taoth), baä, ma§ man 
au§ 3rrtf)um gutwillig oerfauft ober üerfcfjenft fjat, ober 
worauf mau quo 3rrtf)um ober SBerciefsfictyfett oergitfjtet (3. 33. 
afte ©djulben, bte mau oergeffen) r)at. ÜDiau mag ütel* 
Ietdt)t biefe Slnftdjt uou juriftiferjem Stanbpunfte anfechten 
tonnen; aber ber Xalmub unb bie ^abbitten fyaben confequent 
qu bem 9iecr)t§fa£: „Srrtfjum" ift g(eicr) bem „93erluft", 
feftgeijalten. ') S)er 3ube braucfjt alfo bim „gremben", ebenfo 
wie ber „grembe" bem öuben ben „Taoth" nid:,t $mütfsu* 
geben. 3>a ba§> ©efetj, wie übereinftimmenb alle £eciforen 
entf Reiben, fein einfeitigeä ift, fo wirb auefj barin ü)iie= 
manb ein Unrecht erblirfen. hierbei muß fefigefjnlten werben, 
bafe foworjl beim „93erluft", aiZ beim „Srrtrjum" oon ben 
Diabbinen nacr)brücflicfjft geforbert wirb, bafj man biefelbeu, 
um ben tarnen @oite§ 31t rjeiligen, bem gfretnben gurürfgebe. 2 ) 



1 > ©S gilt überhaupt in ber jübifct)en [RecbtSletjre ber ©runbfag, 
bafe man eine ©adje, bon beren 33efi§ man nicfitS toeifj, and) nid)t 
als (Sigentbum ermorben bat. ®auft 3. 93. ein §nbe 27?eiaII in ber 
Meinung eS fei 3mn, unb bertauft baSfelbe einem Breiten als 3"™/ 
legerer finbet aber, bafe eS «Silber ift, fo brauet er baS ©über 
bem Verfemter nietjt nnebergugeben, roeü btefer bon bem ©Über nie 
ettoaS getoufjt fyat, baffelbe alfo nie fein ©igentbum geroorben ift. 
(Sifte Kohen im Gfiofdjen fia.2ftifcf)bai 232, 18). #äiie ber Verfäufer 
baS SJieialt als ©über erroorben, fbäier aber auS SSergefelidtjett baS* 
felbe für 3"w gebalten unb als folcr)e§ berfauft, fo fann er e§ nur 
als Verlorenes bon einem jübifdjen Käufer gurürfguberlangen. 
«gälte er eS aber einem 9?itf)tjuben berfauft, ber boeb, nid)t berbflid)tet 
ift, bem Suben baS bon ifjm Verlorene gurüd^ugeben, unb eS fomit 
als (nadj jübifebem £Rect)te) recr)tmäfeige§ (Sigenlfjum eriuorben t)at, fo 
braucht ein anberer Sube, ber eS bom 9Jict)ijuben laufte, eS bem erften 
Suben nierjt ßurücfgegeben. 

s ) Vgl. oben <©. 55 ff. unb befonberS bie bereits oben @. 19 citirte 
©loffe beS Beer ha-Golah 31t Gboftfjen fja=2>?iid)bat 348, 1, meiere int 
3iamenbe§ alten SepherChassidim angeführt ttrirb. ©er SluSbrucf „Taoth" 
ift alferbingS bon einigen Kommentatoren mifjberfianben unb mit mytsnS 



— 164 — 

4) @g roar verboten, einem „$remben" ©djenfungen 
gu tnatfjen, botf) werben fyierbei (Gfjofd). Tl. 249, 2) fotgenbe 
SluSnaljmen gemocht: „9)tan barf «Stfjenfunngen madjen: 
1) Sebem, ber bie ftekn 3^oacf)tbifcr)en ©ebote beobachtet 
(Ger-Toschab), 2) einem nicrjtjübifdjen 93efannten, 3) nid)t= 
jübifdjen 2(rmen." — 2öq§ bleibt mm nocf) oon bem ©e« 
fe^e übrig?! 1 ) 

5) @§ mar hü ben Suben ber für ein acferbautreibenbeä, 
be§ £anbe(§ uufunbigeä SSolf befonberS rr>of)ttl)ätige 33raucr) 
eingeführt, ba$, wenn bei einem $aufe ber ^rei§ ber 



(einen Srrtljum gu beranlaffen) erflärt roorben; aflein biefer Srrifjum 
tourbe nur bon einer berftfiminbenben Minorität getfjeüt. @r 
ift fo jcrjlogenb mibetlegt morben, bafj er al§ boüftänbig abgetan 
gellen fann. ©egen biefen Srrtljum finb entfc&ieben aufgetreten: 
SDcaimonibe§, SR. SDiofe au§ (Souct) (Semag\ SIRorbedjai, SR. (Srjananel, 
SR. ©liefet b. Soel £>alebi (Rabiai, SR. SWenacftem SReiei, Hagahoth 
Maimuni, SR. ©domo Surfe (Jam schell Schelomo), 5fferle§ (im Darke 
Mosche, nur im ©d).=2L (Sf). 2R. citirt SfferleS beibe 2Infidjten, ob,ne 
gu enifdjeiben), Heirat Enajim, Sifte Kohen unb nodj eine gafjllofe 
SPJenge anberer Gomeniatoren unb SDeciforen. ©§ ift bemnadj bie 
frcbeltjafte 2Iu§beutung eine§ e^egetifcfien 8rrtf)um§, roenn SRofjting 
unb 5uf*u§ biefe bei ben Suben bereit! löngft abgetljane 2tnficr)t 
immer roieber bon SReuem auftifcrjen unb fie al§ unbeftrittene 
SReligionSleljre ber Suben aufteilen. Sd) roitt nur nocr) bemerfen, 
bafy in bem bon bem Gb,affibim=SRabbi SR. (Senior ©alomon berfafeten 
(Sd)uld)an=2trud) biefe längft roiberlegte unb abgefdjaffte 2(nfid)t ni et) t 
mefjr ermähnt, bielmefjr bort entfdjieben gelehrt mirb (ßf). SIR. 
p. 27 ed. (Stettin): „3Ran barf ben SRidjijuben roeber im SBerttje be§ 
®aufgegenftanbe§, nodj in ber 33ered)nung tnufd)en, unb ebenfo ift 
jebmeber betrug beim kaufen unb 23erfaufen aud) ben 9cict)tjuben 
gegenüber berboten; fo g. 93. mufe man, menn an ber SBaare ein 
gfefjler ift, bem Käufer benfelben angeigen, aud) menn er ein SRid)tjube 
ift; benn man mürbe irjn ja tauften unb „feinen ©ebanfen ftefjlen", 
roenn man ifjm ben $ef)fer nict)t angeigte, unb bie§ ift ebenfo, toie roenn 
man iljm ©elb ftiefjlt, roa§ bod) bon ber £f)ora berboten tourbe, mie 
in Hilchoth Gesela (9Sorfd)riften über Diaub) erflärt mirb." — 

1 ) £a§ 93erbot fdjeint in ber legten Seit be§ jübifcf)en <Staate§ 
gegen bie SRömlinge erlaffen gu fein, toetdje, mie £>erobe§, ben SRömern 
berfdjtoenberifdje ©efdjenfe fbenbeien, um fid) ben SRamen eine§ SRömer* 
freunbe§ gu crmerben. 93gl. noef) oben ©. 54 SRoie 1. 



— 165 — 

SBaare um ein Sedjftet be§ 2Bertfje§ ober mefjr 51t tjod) 
ober gu niebrig berechnet war, biefer Ü6erfct)üffige ober 
fehlende 23etrag, Onaah genannt, bem Äöufer refp. 58er^ 
fäufer gnrütferftattet werbe, refp. ber ®auf ungiltig 
mar. S)iefe (Sinridbtung galt nur für Israeliten, nicfyt aber 
für „grembe", welche in Sßaläftina bod) nur £ anbei 
trieben. @3 war bieg eine 9*epreffiö*9ttafjregel, welche 
öerfjinbern fottte, bafc bk paldftinenftfdjen Sltferbauer oon 
ben fremben §anbel3leuten überoortfjeilt werben. Sßraftifdje 
33ebeutung für bie Sefctjeit f)at biefeS nacr) bem (£cr).*2t 
einfeitige ©efe£ fd)on betyaib nid)t, weil ja ber Sftdjtjube 
nicf)t unter rabbinifcfyer ®erid)t§barfeit ftel)t. (93gl. oben 
©. 76 f.) 

6) (£3 ga6 ein einfeitigeS ®efe£, baS aber fd)on oom 
£atmub a(§ folcrjeS bejeictjnet wirb, unb ftfjon ber 
llmftanb, bafc biefeS ©efe£ allein al§ ein einfeitigeä 
00m £almub gerügt wirb, beweift §ur ©enüge, bafj ba% 
Onaah*©efefc biefen (Sfjarafter nid)t fjatte 1 ). £)er grembe 



J j SBergl. Derischa ju Gßofc&en Sftifchbat 227, 29. 2llferbing§ 
meint ber (5c6ulcf)an*2trua) (Gfjofdjen 2TCifdjbat 227, 26) nad) Tur unb 
Etfaimonibeä, baß aud) baZ Onaah-@efefc einfeitig War; allein man 
beachte wofjl, bah Tur unb (Scr).=2t. bie§ nietjt ali G£ntfdjeibung für 
i t)r e geit fcinfteEen, ba bodj ber „@oi" au iljrer geit ntctjt unter 
jubilier ©erierjt^barfeit ftanb. (Sie fagen bielmeljr nur, bafe „ber ©oi 
bem 3§raeliien bie Onaah gurürfgeben mufete uS» nwia, folange 
unfer Dfadjt in ßraft mar", b. fi. wie ber Derischah erllärt, al§ bie 
„©ojim" im iSraelitifdjen Sanbe unter iSraeltiifdtjer £>errfdjaft ftanben. 
©iefe a3orfct)rift mufc im <&a)M. fteßen, weil ber tfir ju ©runbe 
Iiegenbe 9ied)i§grunbfate noef) tjeute in religiöfer SBegiefiung ent* 
fdjeibenb ift. SBenn 3. 33. ein ^vibt bon einem (Sbriften eine «sadje 
fouft unb bann finbet, bafj fie i§ m 3 ur SRufcung berboten ift, 
fo barf er fte bem ÜRidjtjuben gurücfgeben, weil tracr) altem jübi* 
fdjen 9tedjte ber ®auf wegen Onaah ungiltig ift (bgl. 3. 2). 146, 3). 
SBäre naaj altem jübifct)em Siebte ber Äauf giltig, bann müßte ber 
Sube bie gekaufte (äatfje beruidjien; er bürfte fte bem £§riften nidjt 
für ©elb wiebergeben, ba ja biefelbe bem Suben audj gur ftufcung 
beröoten ift. Seber Äunbige, ber ba§ ©efefc in ben Duetten nadj» 
Heft, fiefjt fofort ein, bajj wir e§ Bier mit einem religiösen ©efefce 



— 166 — 

war nömlicf) bem Suben für ben oon [einem 93ie() an* 
gerichteten Schaben oerantworttid), nid)t ober ber Sube 
bem $remben. 2öie gefügt, ftfjon ber %a Im nb finbet bie£ 
ouffäHig. Cbcr raiü benn bie ©rja^lung (23aba f. 38a), 
bofe bie römifcfje Regierung ba§ gange ifraetitiftfje ©efe| mit 
2lu3nal)me biefer ein 3 igen 33 orfdjrift gerecht gefnnben 
Ijabe, ttmtö 2(nbere3 fagen, al§> bafj biefeä einzige cinfeitige 
©efe^j gegen bie $remben nicfyt 51t rechtfertigen fei? 3(6* 
fcfjaffen tonnte ber Xatmub atte jübifcfje ©efe^e ebenfo* 
wenig, wie bie fpäteren Diabbinen, nnb fo mufcte er bie 
Schmier igfeit, fo gut e§ ging, 51t erflören fudjeu. „$>etf," 
fagt ber £a(mub, „bie Reiben nicfjt bie fte6en 9ioad)ibi|cf)en 
©ebote beobachteten, fo Ijat ©Ott gegen biefetben 2(u§* 
natjmegefe^e geftattet." SDtaimonibeS brücft bk% ettoa§ 
anber§ ou§, wenn er fogt, man muß bie $remben für ben 
oon ifjrem 93iel) angerichteten ©djaben oerantroortlidj machen, 
bamit fie iljr 33 te ^ gemiffenljaft f)üten, weil bk 
gremben fidf) nidjt, wie bk öfraetiten, burd) Dieligiou^ 
geböte (bie ^oadt»ibifd)eu) bagu oerpflitfitet füfjftew. — 

©ieSftnb fämmtlicfye alten $remben=©e[e£e bes ZaU 
mubS, meiere in bem @d).=2(. 2lufnaf)me gefnnben fyaben, unb 
fein oorurtfyeilSfreier Surift, ber bie 93erf)ältniffe berücf* 
ficfjtigt, unter benen fie entftanben, wirb biefelben ungerecht 
finben ober gar in einer Sßeife oerurtljeUen, vok e§ ^rof. 
©itbemeifter getrau Ijat. 

3u unferem größten 23ebauern muffen mir in biefem 
gufammenljange uns mit einigen Porten aud) gegen ben 
I)orf)üerel)rten ^3rof. Srang ©eti^fd) f. 2(. wenben. 2>er= 
felbe fagt („9ceuefte £raumgefi$te" ©. 18): 

„£>iefe D?etf)t§ungleid)fjeit3fä§e, toelcfie ben Suben gcgcnü&er bem 
■ftttf)tjitben in geroiffen gäßen bon ben ^füc^len gcmeinfrfiaftlicfjer 
<Eiitlicf)feii entbinben, finb bie toibertoäriigften 2tu§toütfife ber rabbi* 



gu tfjun fjoben, unb ba^ babei nicf)t beabfic£)tigt ift, bem 9iirf;ijuben 
ein Unrecht jugutügen. — Hfian beachte noef), bah nad) iübifdjer Sefjre bem 
9?id)tjubenbic0naah,b.f).bielleberborifjeilung eine§3ubcnnitf)t berboien 
toar: rnoiM Hy imiow« ra p bgi. D^ejb.Scbebuth Jacob 21;. II, Gfj.SPi. 165. 



— 167 — 

nücfien 31u§* unb ©eiierbilbung be£ mofaifrfien ®c''e$c£. £a§ Subcn* 
ibunt wirb e§ ficf) gefatten laffcn muffen, wenn man ib,m,je religionlftofjer 
e§ ficf( brüftei, befto bc>'d)ämeuber biefe Smnioraliiälcn be3 rabbi* 
nifdfcn ©efe$c§ unter bie Stugen rücft." 

9ta, »nenn oon trgenb (£inem, fo (offen mir nn§ oon 
3ftati3 2)e(i£fd) gerne Vorwürfe gefaden (3m« 'yxo d'jom) ; 
allein e£ fietjt Seber teid)t, baß and) 2Mi£fd) bie uie(fad)en 
fiügcn unb SSerbrefjuugen be§ elenben Snftns nidjt Doli* 
fiänbig erfannt fjnt. S)ie „gremben-©efe^e" be§ $atmub§ 
(oon 2lusfprüd)en ßingehter, welche nidjt gnr ©eltnng ge= 
langten, fel)en wir ab) würben, mit anberen gremben» 
©efe^en be§ 2lltertl)nms oerglidjen, in ber £f)at im 
Staube fein, nn£ mit Stolg 51t erfüllen, wenn e§ überhaupt 
bem Subeu geftnttet märe, „fidj religionsftotj 31t brüften." 
&at ©Ott nnö gerechte ©afcnngeu unb 33erorbnnngcn offen* 
Gort, fo wiffen wir fefjr wot)l, ba$ e£ nid)t nnfercr 58er = 
bienfte wegen gefegt) 1 ), fonbern ba$ nn§ ©Ott in feiner 
©nabe 51t Senbboten Seiner fjeiligen Sefjre für ade Golfer 
beftünmt l)at. Senn in neuerer ^,üt einige Snben fid) 
„ftolj bomit brüften" foßten, fo ftnb ba§ oKerbnigS „2lu§* 
wüd)fe," wenn aud) nicf)t gerabe bk „wieberwärtigften'' ber 
je£t fo beliebten Siiben^e^c nnb 3nben48crläitmbitng. 

Safe aber biefe „$remben=©efe#e" bes 3Utertl)ums für 
Sfrael in ber 3e*fttcmmg nicfjt geeignet waren, t)at ^iemanb 
beffer erfannt, alz bk 3tabinnen felbft, welcrje nie 
banaefj entfdjieben fjaben wollten. — £od) hierüber 
einen befonbern 2lrtifel! 



XIX. 

deiner ()ot, wie gefagt, beffer eingefefjen, ai§> eben 
bie ^abbinen felbft, bofe bk alten 2fu»nnl)megefe£e gegen 

*j Jlitii wegen ©einer @erecf)tigfeii »nb ber 3teb!icf)feil £eine§ 
^ergcnS u. f. w." (£eut. 9, 5). 



— 168 — 

bie gremben, welche im jübndjen (Staate eine 9iotf> 
weubigfeit gewefen fein mochten, für bie Suben im (£jil 
uicfjt geeignet waren, nnb be§t)atb wirb üon ben meiften 
Stabbinen barnad) geftrebt, bie Sinwenbung biefer ®e[e£e in 
ber greinbe ühtforifct) 51t machen. S)u§ alte ®efe£ 51t 
fälfctjen ober abgufdtjaffen, burfte man fidj freiCidt) nid)t 
geftatten; aber e§ gab bodf) Mittel nnb 2ßege genug, bie 
praf tif ct)e 2lu3übung berfelben 511 üerf)tnbern, nnb oon 
biefen §tff3mitteht ijaben foroof»! bk ßefjrer be3 2atmub§, 
al$ and) bie fpäteren Siabbinen in fo reidjem Sftafje ©e* 
braud) gemalt, bafc bie betreff cnbcn (Sefefce burcf) ®egen = 
oerorbnunen jebe praftifd^e ©ebeutung oertoren. 
3t)re ©efettigung gefd)ar) burcr) folgenbe 2Jcaf$rege(en: 

1) ©ie ©ebote ber 2Baf)rr)aftigfett. ber 3^ebltc^feit im 
§anbe( nnb 2öanbe(, bie Verbote jeber Süge nnb jeben 
©etntgS würben mit 9cactjbrutf als gegen 9Zicr)tjubeit 
in gleicher SBeife wie gegen Suben öerbinbHd? 
aufgeteilt 1 ). 3Tr)atfäcr)li(i) uerbleibt infolge biefer ©erorb» 
nungen Don ben alten „$remben--©efe£en" nur bie „graue 
Sfjeorie". 2 ) 



*j 93gl. „©er edjte Subenfpiegel" §§ 85—91. 

2 I Vltfymen mir 3. 93. ba§ ©efcfc, bafe bte Onaah (einen ju fjotjen 
^rei§ ^u forbern) einem „@oi" gegenüber erlaubt fei. ©a fommt ber 
„Meirat Enajim" (3U 231) unb mad)t auf einen auffaüenben Sßieber* 
fprud) aufmerffam : „SBie, im 2>?aafe unb ©emidjt barf man boä) ben 
„@oi" um feinen geller beirügen, unb e§ foltte geftaitet fein, einen 
beliebig fjofjen 33rei§ für bie SBaare 3U forbern, biel mefjr al§ fie 
tterif) ift?!" ©ie SIntmort lautet: „3n lefcterem gälte ftef)t ber 
Käufer ja, roa§ er fauft, unb fein 23ertrauen mirb nidjt getäufdjt; 
bei Sftaafe unb ©emidjt bagegen bcrtraut ber Käufer bem Sßerfäufer, 
i>ab er ifjm rictjtig meffen unb mögen mirb, unb biefe§ S3ertrauen barf 
in feiner JBeife getäufdji merben". Wlan fieljt leid)t, bafc bierburdj 
in feinem gälte geftattet mirb, einen jju tjofjen 93rci§ ju forbern, 
menn ber Käufer nidjt feilfdtjt unb fidj in ber 33eftimmung be§ 93reife§ 
gans auf ben SSerfäufer toerläfet. 2tber aud) bie§ foule bom alten ©e* 
fefcc nid)t übrig bleiben. 3t. Soel @irfc§ bemerft im „Bajit Chadasch 1 * 
(ju 228) einen anberen Söiberfprudj: ftad) C£r). 23?. 228, 6 ift jebmebe 
Xaufdjung fomoI)l bura) 2öorte als aud) burd) Skrfdjroeigur.g ber 



— 169 — 

2) Sie Otabbinen begnügten ftcf) aber nicf)t mit ber 
btofeen Sefyre, t>ietmef)r t)oben fte ^u öericrjiebenen 3 e i ten 
Jbefonbere SBerorbmmgen (Tekanoth) getroffen, bamit ben 
„©ojirn" oon Seiten ber Suben fein Unrecrjt ge|d)ef)e. 
(Scf)on am anfange be3 XI. 3ar)rf)unbert3 traf ber berühmte 
SR. ©erfdjoin Sftaor I) a « © o t a f) unter 23erl)ängnng be§ 
SBanneS gegen 3 ulü i° er f) ono f un 9 eu bk Tekanah, 
feinen betrug 31t üben nnb nicfjt 9)tüngen 31t befcfmeiben 1 ). 
@ine onbere Tekanah, im 3at)re 1328 in ^anbia er» 
gangen, nmrbe oben ©. 13 mitgeteilt. S8on ber in ben 
meiften ©emeinben befterjenben ©inrtdjtung, loonacf; „bie 
33orfter)er barüber wachen, bafc ben „©ojim" fein Unredjt 
gefcfjefye", ift ebenfalls baf. gefprodjen worben. 

3) Sie ©efe^e oon ber Heiligung be3 göttlichen 9iamen§, 
üon ben $rieben3geboten, oon Chillul Haschern, oon Dina de- 
Malchuta Dina rourben bejonberä eingefdjärft nnb bü jeber 
©etegentjeit geprebiat nnb getetjrt. 2Bir fyaben oben in ben 
2lrtt. II, III nnb VII— X Seifpiete §ur ©einige angeführt; 
e§ fei nur noct) fotgenbe ©teile an§ bem „(Sittenbncfje" be§ 
3t. 3ecf)iel b. Sefutiel b. öinjamin (1278) citirt: 



mit 9tea)t ju forbernben 2Kittfieilung Verboten, unb man wufe batjer 
aud) bem ,,©oi" jeben geiler, ber an ber SBaare ift, aufrichtig mit* 
teilen. 2Bie berträgt fia) nun biefer ©runbfafc mit ber gorberung 
etne§ 3U Ijoljen $ßreife§? Sa, fo böfe fann e§ nictjt gemeint fein, 
antwortet 9t. Soel, nur fo biel barf über ben SGBertt) ber 2Baare 
cjeforbert «erben, i>ab anjunefimen ift, ber ,,©oi" mirb, toenn er auct) 
ben magren SEBertf; erfährt, auf ba§ SRefjr be§ ©eforberten ber giften. 
•£>er ftrenge ®ritifer ttirb natürlich biefe £>armoniftif beriuerfen unb 
lieber fagen, e§ ift r)ier ein 2(u3nal)megeie§, menn auaj im $princip 
erhalten, fo bocfj für bie $raji§ burcfj enigegengefefcte ©egenber» 
orbnungen unioirffam gemacht morben. — Sßafjrlicrj, jeber Käufer 
barf sufrieben fein, toenn ber SBerfäufer fitfj ftreng nact) bem (5tjofct)en 
2Kifdjflat rietet, fein unrichtigem 2ftaafe unb ©etoicfjt, fein äBort ber 
Säuidjung ftcfi erlaubt unb feinen gefjler an ber SBaare berfcfjtoeigt; 
für bie richtige 9iormirung be§ s $reije§ roirb bann ber Käufer fcfcjon 
felbft Sorge tragen! 

*) äWitgetfjeitt im Beer ha-Gola ju Sore £ea 334, ©nbe, bgl. 
oben ©. 78. 



— 170 — 

„©ucr 3a fei Sa, (Suer i>iein fei Kein 1 ©oflict Sfyt aber nieinen, 
Sfjr märet ©Orlidjfeit nur bem SSraeliten faiulbig, weil er fidj 
brüberlid) gegen (£ud) beträgt, fo Ija&en gegen folctje Meinung bereits 
unfere Sefjrer mit ber 2J?a(jnung worgeforgt: (£§ ift Herbaten, 9Hdjt* 
juben ju iäuferjen. S3aut ein 92icf)tjube auf ©uer 9Bort unb ©uren 
£>anbel, fo muffet Srjr aud) eljrlid) unb treu gegen if)n fein, bamit ©otie§ 
itJame burtf) Chief) geheiligt roerbe 1 ). 

2(u§ festerer 3eit üergteidje man bie ÜÄorafprebigten be§ 
SR. SRofc GtjageS in feinem Sßerfe „Mischnath Chachamim" 
(3Banb§6e(f 1733) 9h\ 208, 209, 411—415. 

33eoor wir fortfahren, fei einem etroaigen Einwurfe 
begegnet. Söenn biefe $remben * ©efe^e ben 9ta6bincn 
nietjt erroünfdjt wären, raie fommt es>, bafc fie im Sifju(djan= 
Sfrucö mehreren 9ted)t§fäffen a(3 SBorauSfefcung bienen? 
5ßrof. ©ilbemeifter jö^lt nämiidj üter 9ted^tSfäUe an§ bem 
Gljoicfyen 9Qiifd)pat auf, wo 5wei Quben über ben „$fxxtf)um." 
eines Sfrdjtjuben fict) ftreiten unb im Dted)t3cober. 3ioifcr)en 
ben betben Streitcubeu ofjne 9tütfd)t auf ben armen, be* 
trogenen ,,©oi" entfdjieben wirb! S^rberfi möchten wir 
Seben, ber au§> fotcfjen, in Stefponfen ber Slaöötnen ur* 
fprüngttd) befjanbetteu 9tecf)tsf offen Dasjenige, wa§ bnx 
JHabbinen für erlaubt galt, öeweifen wollte, barnuf auf* 
merffam madjcu, ba$ er barouS 51t Diel beweifeu föunte, 
unb — „wer 51t tuet beweift, beweift Sftierjtö". Sm Gf). Wl. 
182, 7 wirb doii bem $affe gefprodjen, bafe @mer bem 
Zubern Ijalf, einen ,,©oi" in 3Jlm%, ©eroicfjt ober 3af)t 
betrügen. S5a i)ier entfcrjieben wirb, bcifo bie betben $8e= 
trüger ben ©ewinn teilen, föunte ©tner, ber bie jübifcfje 
^roseßorbnung nicfjt fettut, fdjliejjjen — ©ilbemeifter unb 
Sfnberc f)aben bie§ aud) wirftiefj getfjan — haft ber 
Sd}ukf)an=2lrud) ertaubt, ben ,,©oi" in yRaafc unb ©ewüfjt 
51t betrügen! 9ta wirb bie§ bod) im (£f)ofd)en»3ttifcr)pai 
felbft (231, 1 unb 19) fogar einem ©öfeenbiener 
gegenüber a(3 eines ber fdjwerfteu Verbrechen fjin- 
gefieüt! Sa uodj mefrr, es finbet fief) ein SBetfpiet, wo 

*) Sepher Maaloth ha-Midoth ed. Cremona 1556 p. 37 b ff. 



— 171 — 

ba§> ©ericfjt groifcfien gioei über einen 2)iebfta()l ober 
SRanh Streitenben — oom ,,©ot" ift bort gar feine 
9tebe, e§ fann ein £iebftal)( bei einem Suben fein — 
cnttcbeibct, ofjne be§ armen Seftofjfenen ober beraubten 
Ermahnung gu trmn. 3m Gfjoidjen « üftifcfipat 176, 12 
rotrb mit biirren SSorten gefagt: „23enn ein 2()eil()aber 
eine§ ©efdjäftS geftofjlen ober geraubt fjat, muß er ben 
©erotnn mit feinem ©ociuS teilen; ift tljm bagegen baburcr) 
(Sdjaben entftanben, fo mnfe er allein ifm tragen." Söie? 
£ie beiben Kompagnons tfjeüen ftef) im SDiebftaf)( ober 
9tanb?! £er €cf)u(d}cm«9(riicfj ertaubt alfo Dia üb unb 
£iebftal)(?! Unb nidjt gerabe beim ,,©oi", eö ift oiet* 
merjr gang einerlei/ roer ber ^Beraubte ober 33eftot)tene ift?! 
SBetneift biefe Stette nidjt tfjatjädjlid) bis gur (Soibeng, 
bafc, wenn im ©dmu$aH«8lrud) gnnferjen groei Streitenben 
cniidjieben rotrb, ein dritter, ber nierjt f lagt nnb nidjt 
gegenwärtig ift, bei ber Diedjtfprectjung nid)t in 
SBetracr)t fommt? 5)aS ®crid)t fjat eben nur gnnferjen 
ben beiben ^rogefftrenben git entfcf)eiben. 2)te 9ftora(= 
prebigt, roenn ber ©ine ober ber Rubere ober 23eibe ein 
llnrecrjt getljau !)aben, gehört nidjt in ben DiecbtScobej:, 
unb bie ^fticfjten, roetcfje ben betben Kompagnons gegen 
ben 93eftof)lenen obliegen, gehören nidjt in biefeS 
Kapitel, baS unter ben „©efe^en für Kompagnons" 
(Hilchoth Schuttafin) fteljt, fonbern unter bie „©efetje über 
£iebftaf)I" (Hilchoth Genebah). £aS btblifcfce ©efe£ unb 
ebenjo ber Scbuld)an=2i uteri fennen für dlaub unb 2>iebfiaf)t 
feine anbere Strafe als bie 23egal)(ung, unb ber 8d).»2L 
frfjreibt nacrj bem Satmub oor (Gt). 3)?. 267, 1): „2ßer 
feineu 9iäcbftcn beraubt, ift nidjt oerpfficfjtet, ben Kigentfjümer 
aufgnfudien, um irjm baS ©eranbte gurücfgnerftatten, fonbern 
er fann cS bei ftcfj begatten, bis ber Sigentljümer fommt 
nnb baS Seinige nimmt." KS ift bamd) ftar, bafc, fo 
lange ber beraubte \id) n t et) t metbet, baS ©cricfjt 
and) nur groifcfjen ben betben Sieben, bk auf ben 9taub 
2(njprnd) madjten, gu cntfdjeiben fjatte. 



— 172 — 

2öer aljo entfdjeiben will, ob ber £cf).=2(. einem „®oi" 
Unrecht tl)ut, bei' muß juerft wiffen, tüte berfelbe &&)M. 
in bemfetben gälte einem 3 üben gegenüber entfdjeiben 
würDe. 5n allen oon Sßrof. ©itbemeifter angeführten 
gälten würbe bie ßntfcfjeibung genau eben fo lauten, wenn 
ein Snbe ber betrogene wäre; beim fo lange ber 33e* 
trogene nid^t flogt, wirb oom @erid)t auf if)n feine 9tü(f* 
ftcfjt genommen, mag er 3nbe ober (Xfjrift [ein. 1 ) 



l ) ©iefer ^Sunft ift bei ber öeurtfjeilung, mie ficf) ba§ jübiicfje 
DieligionSgefefc gegen 2lnber3gtäubige berfjält, oft überfein Sorben. 
2ftan fragte nicfjt, tote ober ob baZ ©efefc im betreffenben gälte jjimfdjen 
Suben unb 9Jic^tjuben unterfctjeibet, jonbern beurteilte ofjne SBeitereS 
bie (Sntfcfjeibung be§ jüb. ©ober nacfj bem üttafeftabe be§ mobemen 
3iecrjt§6etoufet|'ein§. <2o citirt aud) ©ilbemeifier unter ben 5U Der* 
bammenben ©efefcen be3 ©rf).*2t. bie Seftimmung bon 3. ©. 239, l, 
monaefj ein burdj ©etoott errungener ©ib (im borliegenben gaQe ift» 
mie alle Kommentare erflären, bon einem burcf) Stnbrotjung ber 
£0 bestrafe errungenen ©ibe bie Siebe) ungiltig ift. ^rof. 
©itbemeifter fjat aber babei überfein, bafj ber Sd).»2l. in biefer 93e* 
äiefjung 3tt)ifcf)en Suben unb Gfjriften nidjt unterf Reibet; 
benn in 3. ©. 232, 12 — 16 nurb abfotut entfefjieben, bafj burcf) un» 
geregte ©rofjungen erjtoungene ©elübbe unb ©ibeungiltig finb, einer* 
iei ob fie bonSuben ober bon Sfjriften erpreßt finb, ob ein 
Sube ober ein ©fjrift burcfj bie 3iicf)terfüEung be§ ©ibe§ 
j$u (Schaben fommt. ©afe in ben bon ©. angeführten 93eifpieten 
gerabe Don einem „®oi" bie 9iebe ift, rüfjrt jebeS 2Rat au§ bem 
ClueCen»^Reffionfum t)er (man bergteicfje nur bie Cueflen unb man 
Wirb finben, bafj ftet§ bon tfjatf äct) lict)en S3orfommniffen bie 
9tebe ift), tun eben ber SBetrogene refp. Srrenbe ein 9Zi cf) t» 
jube mar. — (Sin galt, ben Sßrof. ©itbemeifter au§ Gfj. 2TC. 183,8 
anfüfjrt, ift au§füt)rlicfjer ^u betjanbeln. (2ll§ Cuetle werben bie 
SRefponfen bon 9*. ERür au§ 9iotf)enburg genannt), ©in 53ote ertjält 
©elb, um einem ,,©oi" eine 9kd)nung ju bejafjten. ©er ÜTCicfjtjube 
will baZ ©elb niefit annehmen, weil er bie Sefjulb bereits bergeffen 
fjat. ©er 93ote will nun baZ ©elb begatten, unb ber SIbfenber ber» 
flagt ifjn be§fjalb bei 3i. SPtcir. ©er iRabbi entfcfjeibet, ber Söote 
muffe baZ ©elb bem 2lbfenber gurücfgeben. ©er 93ote toenbet ein, 
er wolle baZ ©elb einftweilen behalten, biefleicfjt erinnert ficb, ber 
üftidjtjube. „©afür fjaü nicfjt ©u 3U forgen", erwiberte barauf ber 
9iabbi, „ba% ift Sarfje be§ Slbt'enberS." „2tber", fo fagte ber 



— 173 — 

4) (£e(6ft bie tfjeoretiftfcn, für bie $rarj8 gans un» 
fcfjäblicfjei! tfrembengeie^c roofltcn bte Dtabbincn ifrren 2anb§* 
leuien gegenüber (non Mitbürgern fonntc ja 6i§ in 



.pfiffige Söote, „idj mödjle bad ©elb bem ©oi gurücflragen, um ben 
tarnen ©ottei 31t fjeiligen." Sarauf bcr iRabbi: „S)ai wäre fe^r 
fdjön t>on £>ir, mein Soljn, wenn es" ©ein ®elb märe; aber mit 
frembem ©elbc Ijeiligt man nid)t ben tarnen ©alles." £>a§ ift 
ungefähr bie ©eridiiMcene, wie fie auZ bem 9?efponfum bei 9t. 3Kcir 
gu entnehmen ift unb bertn (fjtract un§ im Sd).=2l borliegt. Steint 
Sßrof. ©ilbemeifter etma, bn% 9i. SPim aud) bem 2tbfenber, ali bem 
©igentljümer bei ©elbei, Biberratten (jabe, ben 9t amen ©ottei gu 
fjeiligen unb bem 92id)tjuben ba§ ©elb 3U besagten?! 2Bir antworten 
entfcfjieben mit Sftein !, unb ei ift unfraglicb, bafj bte 9iabbinen bei allen 
berartigen D^ecfit^fdüen bie SBetljeüigten ernftlidj ermahnten, ben 
tarnen ©ottei 511 fjeiligen. 2Ber biefe unfere Uebeqeugnng nid)t tfjeilt, 
bem fei audj r)ier mit einem autljentifdjen iÄctenftüde gebient. 
Sn ben bon Sfferlei oft citirten, 3U SBenebig im Safjre 1539 gebrudten 
Kefponfen be§> 9i. Sinjamin b. $?aif)itja (genannt 2«t po'») 9?r. 
409 liegt ein äfjnlicfjer 9tedjtifaH bor. ©in Subt fanbte einen 
Stnberen, um bon einem „@oi" eine ©djulb in ©mpfang 3U nehmen. 
S)abei irrte ftdfc) ber „@oi" unb sa^Ite 3efjn Sehubim (©ulben) meljr. 
©er 23oie unb ber 2tbfenber führen nun über biefe 10 ©ulben einen 
Sßrogefe. 9t. 23injamin citirt eine Sftenge üEalmubfteüen unb ©eeiftonen 
alter Autoritäten unb fommt jule^t 3U bem 23efdjeib, baf3 bie beiben 
Sßroseffirenben bie 10 ©ulben unter fid) teilen. ©a§ War ber 9tedjii= 
befdjeib, babei liefe ei ber 9tabbi aber nid)t bewenben, er fügte biet* 
meljr nodj eine lange ÜPtoralprebigt fjingu, aui ber mir nur einen 
fleinen Sfjeil fjier wiebergeben Wolfen: „Snbeffen tage idj", fo ^etBt 
ei bort, „baf3 wegen ber Heiligung bei göttlidjen 9tameni jeber 3i* 
raelit bem Gfjriften ba§> irrifjümlidj ©egebene gurüder« 
ftaiten muffe, wiewohl teuerer fid) bon felbft geirrt Ijat. ©enn ber 
9teft Sfraeli foH fein llnredjt ifjun, feine Süge fpredjen unb feine 
gunge bei Srugs im 3Kunbe führen, Wie biei im Xalmub 93. megia 
unb ®ibbufdjin getefjrt wirb, ©eifjalb befaßt aud) unfer 33aier Sacob 
feinen ©öljnen, ba§> ©elb, i>a% fie in ifjren gutterfäden gefunben, ben 
Stegtjpiem äurüdgubringen, WieWofjI festere ©ö^enbiener Waren — 
Stttei nur um ben tarnen ©ottei gu fjeiligen. Säufdjen aber 
barf man gar feinen Stenfdjen, Weber 2>tufjammebaner, 
nod) ßljriften. 3dj fdjwb're beim £empel, ba$ mir Unanfefjnfidjem 
(oinn ^) eine foldje Xrjatfacfje paffirt ift. 3d) berfaufte einem ©Triften 
Sßaare; er irrte fid) unb begaffte mir 31t biel. 3d) ging barauf 3U 



— 174 — 

untere 3?h nicfit bie Sieb? fein) nid)t butben, unb fo ftefften 
fie — 9(Uen oornn unb om ßntfdjiebenften dl. äftenadjem 
SOteirt — }d)on im 13. Safjrfjunbert bie Sfjefe auf, bafc 
alle jene ©efefce nur 0011 ben bar bärtigen Reiben 
galten, baß aber gegen ciüUtftrte (£ Triften unb 3Jht* 
Ijammebaner gang fo 31t »erfahren fei, rote gegen 
SSraetiten. 2)iefe £fjefe mar unanfechtbar; benn ba$ 
ßfjriftentljum aß SBeltreUgton ift bem Salmub nod) im* 
befannt. 3)er Salniub fennt nur bie Gfniften als jübif cfje 
$e£er (äfiinäer, 9c a 3 arener), unb wenn ber lahnitb 
gegen biefe fidj nidjt befonber» frennblict) geigt (eine be* 
fannte Sfjatfadje, auf bereu (£ntbecfung $rof. ©itbemeifter 
fidj umfouft eiwa§ 311 ®ute tf)itt) fo beweift bie3 bod) niefit 
ba§> SDlinbefte über fein 2Sevt)ä(tntfe 31t bem Triften* 
tfmm, ba§> fid) oom Subentfjum g ä it 5 1 i et) (oSgetöft, 
mit bem £eibentf)itm ben $ampf aufgenommen unb fieg* 
reief) biirct)cjefür)rt fyat. SBon tiefem 3Belt*(£f)riftentf)um 
(wie mir e§ im ©egenfajj 3itm 3ubeu»Gfjriftentl)um 
nennen) ift im Xatmub feine Spur §u finben. 

Sie „®ojim" be§ SafaiubS ftnb ftetS nur fjetbriifcr)e 
Körner ober^erfer. 2ßa§ liegt nun näljer als bie Serjre, 
baf$ bie alten $remben=@efe£e gegen bie 9ftonott)eiften 
feine ©ettung fjaben? SMefe 2Cnfict)t würbe naef) unb nad) 
bie im Subentfjimt aüeinfjerrftfjenbe, befonberS feit bem 
17. unb 18. 3af)rtjunbert, feitbem burdt) ben (Sinflufj be§ 
9t. 3Kofe§ 3ffer(e§ „gang SSrael" ftd) 51t ber SCnftc^t 
befannte, bafc ba% Subentfjum gar feinen ©ntftb Ijabe, bem 
Cnjriftentfjum fetrtblict) gegenüberjuftefien, ba nadj jü- 
bif cfjeu ©runbfäfcen ber dt)riftlidc)e GuttuS für ^licfjtjuben 



bieten (S^riften, bi§ itf) ben Käufer fanb unb ifjm i>a$ (Selb surücf* 
gab". . . -Kur, toeil bie jübifcfje Sßrosef^Orbnung e§ fo berfangte, 
fjaben bie föabbinen über ein mit Unrecht ertoorbene§ ©ut 9iec^t 
geiprodjen, einerlei, ob btö Unrecht an einem G Triften ober an 
einem Suben geübt mürbe; nie unb nimmer aber fjaben fie 
folcf)e§ Unredjt gebilligt, fonbern bogegen mit aller Straft ber 
23erebfamfeit geeifert. 



— 175 — 

gar nid) t o er boten fei nnb ber fromme Cfyrift ber ewigen 
Seeligfeit tt;eilt)oftig werbe. ©mtn fam nocfj ber llmftanb 
l)iii5it, bflfe bnrcr; bie Genfnr nad) nnb nacf) in bie meiften 
jübifdjen Schriften für „9iid)tjnbe" ber 2lu§brutf „?lfmn" 
eingeführt wnrbe. SDaburcr) warb e§ 511m 2(rjom, bafc alle 
religiüfen (Sofenngen gunäd)fi nur oon ben Reiben be§ 
8lltertl)nm§ fpredjen, nnb e§ erft an§ bem Snfjafte 
ber ©afemig 51t beurteilen [ei, 06 nnb wie weit biefetbe 
anef; bei Gljrifteu angnwenben wäre (ogL hierüber bie 5(rtt. 
I-1V.) 

SDicfer (Stnnbpmift, wiewohl im (Sinselnen nnb S8e= 
fonberen wiffenfdjaftlict) nidjt Ijnitbar, entfpricrjt boclj im 
©rofjen nnb ©angen infofern ber Söafyrfjeit, als» in ben 
primär «Duellen ber Hebcrüefeumg wirf tief) bie $remben 
nnb „®ojim" angleidfo Reiben finb. £)b einige fpätere 9ia6= 
binen and) bie ©Triften für ©ofcenbiener rjielten, ift 
für btö Snbentfjinn gong gleiefjgiltig. 1 ) (£% ift btö 
religionSgefe^licf; ebenfo wenig maftgebenb, wie etwa bie in 
manrfjen mittelalterlichen rabbinifd)en ©djriften erfcfjeinenbe 
33eaeicr)nung £)efierreicf;'§ a(3 vom p« (SBIutfanb) ober 
nrmun ffsin p» (oerwünfcfyteS 23lntlanb). Xrofebem fjat 
fjeute jeber Sube bie wärmften ©rjmpatOien für Oefterreid) 
nnb ba% erlaubte öfterreidt)ifdr)e £>errfd)erf)an§. £>a3 Defter* 
reict) oon Ijente ift eben nierjt ba§> Oefterreicf) oon beimaß. 
Unb ba§> Gfjriftentfjitm Ijat fid) feit 9i. Sofepi) ®aro in 
nichts geänbert?! Unb ba$ Urtrjeil ber Suben über bie 
Ijentigen ©Triften foE oon bem über bie mittelatter* 
liefen ©Driften nm fein Haarbreit abweichen?! S)ie§ 
glaube, wer ba wiü — wir glauben e3 nicf}t! 



*) <5d)on bie mittelaüerlidjen ©eeijoren bewerfen, bafc immer bie 
jocheren Diabbinen in 23ejug auf bie ©egenftänbe, bie be§ @öfcenbienfte§ 
Joegen »erboten waren, mefjr Erleichterungen gematteten, al§ bie 
früheren Dtabbinen, weil bon £ag gu Soge bie Strt unb SEBeife be§ 
@öfccnbienfte§ immer metjr bergeffen wirb (a»ta rontw mio m* »to 
nir nrajf, bgl. Diefn Majiin Amskiru 9h\ 39 im tarnen be§ 3t. Suba 
SWing). 



— 176 — 

5) SBoUftänbig — unb man fann Ijingitfügen alle 2(n* 
forbermtgen bcr Söiffenfcfjaft befriebigenb — tonnen bie 
jübifdien „$remben=©efe^e" ben Stiften gegenüber al§ 
Gefertigt gelten, feiibem in faft allen 1 ) europäifcrjen (Staaten 
bie Subcn ben (£f)riften, unb in $olge beffen and) bk 
C£f>riften ben Suben ntc^t meljr a(S „$rembe", fonbern 
q(§ Mitbürger gelten. £)a£ frcmgöftfdHübifd&e «Sanljebrin 
fjat sunt erften Male mit befonberem 9^acf)brncf bie Sßaljr* 
fieit ausgesprochen, baft etwaige ShtSnafjniegefefce, welcfje 
noef) im 3nbentf)um erjftiren, nur gegen grembe, nicf)t 
aber gegen Mitbürger gelten, «Setbft wer at§ Bürgerin 
ben ehemaligen jübifeljen (Staat aufgenommen würbe, war 
bem Suben cor bem ©efeije gteicrjgefteüt; 2 ) wie fann nun 
ber Snbe, ber als SBürger in einen crjrift tieften (Staat auf* 
genommen würbe, feinen tfjrtftlidjen Mitbürgern bie Dtedjte 
verweigern, bie er iljnen felbft in einem jübif cf)en 
Staate gewähren mnfj?! 2)ie§ Argument ift fdjlagenb 
unb unanfechtbar. 

3Senn alfo ba% biblifcf)*tafaiitbifdje !Recr)t gegen bie 
£eiben=$remben einige 9Cu§naf)megefefce oerorbnete, wenn 
bann bie mittelalterlichen unb neueren 3tabbinen biefe 2lu§* 
na^megefe^e jroar ben ©fjriften gegenüber beseitigt wiffen 
wollten, bennodr) aber feinen wiffenfcrjaftlicfj haftbaren 
©runb vorbrachten, bie ©efe£e, von benen manche offenbar 
auefj gegen ben gfremben galten, aB gegen bk (£f)riften 
gegenftanbSloS 51t erflären, fo gilt e§ als eine unbeftreitbare 
3Sal)rl)eit, ba$ naa) allen ©runbfafcen ber jübiferjen 
Religion Gljriften unb Mitbürgern gegenüber 9lu3= 
naf)tnegefe£e nie unb nimmer geftattet finb. Mit 
5Rect)t erflehten ba^er in tiefem Safjre (1893) 216 bentfäje 
Rabbiner, bafc „&t*#ttt*$tl*i|*i! bc$$nbsntl)i\m* Utint 
^nrdjrtuu»^ anerhemtt, itfddj* fr*m gtidjtfitfrar 



*) 2Bir jagen „faft allen", benn in einjelnen Sänbern jinb ja 
leiber bie Suben nod) immer bie „grembenl" 
2 j SSergl. «rt. XVI. 



— 177 — 

g*0*ttitb«r rtnm* cvlrtitUt, mit« htm jntftn rjcoc» 
nbev vcvbtUtt tftV) 

3um (Sdjlufe feien Ijier nur nod) bk Sßorte be§ 
Rabbiners ©. 91. #irfdj in feinem 1837 gum erften üftate 
(rfc^tenenen SBerfe „Choreb" mitgeteilt, einem SOöerfe, baä 
ben ftrengft=ortliobornt ©tanbpunft einnimmt. @§ Reifet 
bort § 609: „@§ ift für Siffroet religiöfe, ntcfjt minber 
al§ alle ü6rtgen Zeitige, t>on ©ott georbnete $füd)t: in 
jebem Sanbe, ino e§ rceite, nicf)t nur alle bie $ßflid)ten §u 
erfüllen, bie be§ ßaubc§ ®efe£e auSbrücfücf) forbem, fonbern 
überhaupt mit ©efiuuung, SBort unb £f)at 9tffe§ 31t tfjun, 

roa§ bem fianbe nur sum £ei(e gereichen fann ge* 

red)t unb freubig an Vermögen, an $raft unb ©inficrjt 
2(lle3 §u fpenben, wa§ ba% (3an%t pm 2öor)le 3111er oon 



*) 2U§ 93etoei§, tüte biefe 2lnfdjauung felbfi bei ben Iceniger 
cibilifirten ruffifcfjen Suben bie tjerrfdjenbe ift, mag golgenbeS bienen: 
Wlix liegen 5hm berfdjiebene ruffifaje ausgaben ben größeren fjebräifdjen 
©ebetbüc&ern bor, bie unter Dielen anberen 9?ituaigefe£en unb religiöfen 
S3orfcb,riften autf) p« yn maSn (S8orfcr)riftett für baZ gefdrjäftlidtje 
Seben) enthalten. ©a finbe icb, nun folgenben $affu§: nK:wo nntn 
»in niSptfoi nno Siya noai noa nn« Syi i'jtjid ioiS *px jw »wi iS'bk 
.ntwn *6i -pipa "pintaa notn mn» n«i ,n»p ikd jpajM iS xS naion 
nenn «Si lyss» mio man nS -yiipn. 3 U beutfd): „£üie ©tef) bor 
Ueberbortfjeilung felbft eines ÜJUdjtjuben, e§ ift nierjt erft 
nötrjig, gu fagen, bafe ©u ©icfj bor beffen Beraubung (tjüteft), unb 
um fo meljr (mufet ©u ©itf) tjüten) bor Unrecht in Sfiaafc unb ©e* 
mietjt. Sßelje bem, ber fein SSermögen meljrt mit bem, toa§ nitfjt ifjm 
gehört, ©ie (fjimmlifdje) ©träfe bafür ift fefjr fdjtoer; wenn ©u ©irfj 
ober (bor aüebem) r)üteft, ©ein 33ertrauen auf ©einen ©tfjöfifer fefceft 
unb ifw nidjt bergiffeft, fo toirb ©eine Hoffnung nitfjt gu ©djanben 
toerben, ©r toirb oor Mangel ©id) betoafjren, unb ©u roirft nierjt 
berarmen". ©ie „tteberborifjeilung" be§ üftidjtjuben, bor ber r)ier 
fo einbringlid) getoarnt toirb, ift bie Onaah (ntoiK), toelctje nadj bem 
<SaV2t. beim 9Hdjijuben erlaubt ift (f. oben ©. 164 f.) — unb bieg 
toirb im jubenfeinblidjen Diufjtanb in ben nur für 8 üben be= 
ftimmten, nur ben Suben legbaren fjebraifdjen ©e&etöücrjern 
al§ ftrengfrenS berboten erflärt! ©er betreffenbe $affu§ ift übrigens 
bem bereite im Safjre 1745 gebrudten ©ebetbudje „Betliel" unb 
„Scha'ar Hascbamajim" entnommen. 

12 



— 178 — 

bem ©injetnen forbert, unb fetbft baä ßeben f)injucje6cn, 
wenn gur 33ertfjeibigung ba% SBaterfanb feine (Sohlte ruft. 
— 9t6er ju biefer äufjern ©efefcmäßigfeit mufj audj nodj 
bie innere fommen: mit £>erg unb ©efinnung treu 51t fein 
bem Sanbe, treu bem Surften, mit Siebe unb ©10(5 51t 
fangen an be§ SanbeS förjre, eifrig 51t ftreben, wo unb raie 

®u fannft, auf bafc bie Slnftatten be3 SanbeS blühen 

für Söarjrrjeit, für 9te<$t, für ^rieben tljä'tig gu fein unb 
für ©emeinftun in jebem @tn§elnen. ßaffe nierjt oon beiner 
^fficfjt, b'^ ®ott oon bir forbert; breite gegen Surft Httb 
Sanb unb £>eile£förberung, rao unb wie bu faunft." — 
S>afe ©. 9t. £>irfcrj fein SBort geschrieben t)at, baZ 
oon ben 9S r y dt) r i f t e n be§ (Scr).*9L auefj nur um ein 
Haarbreit abweicht, ift über jeben 3wnfd er» 
r) a ö e n 1 — 



XX. 
Itcftmte ttnt» ^djlufhutvt. 

Unfere Unterfudutngen finb 51t ©nbe; e§ erübrigt nur, 
bie 9iefultate berfetben in Äürge §ufammenäufaffen. S)a§ 
C£rge6nif$ berfetben ift ber gwingenbe 9radjwei§: Sie Söe* 
geicrmnng „?tfum" für alle ^cicfjtjnben ift eine ©rfinbung 
ber cfjrifttidjen Genforen; ber ©cfyufd)an*2lrud) felbft unter* 
fct)eibet ftreng gwifrfjen „9?id)tjuben" unb „©ö^enbienern" 
(2(rt. XIII u. XIV). Unter „©öfeenbtenern" finb nur alt- 
rjeibnifcrje ©ö^enbiener, iiidjt ober Triften mtbSJtoljam* 
mebaner 51t oerftetjen (Uxt XIV unb XV). Stile ©efe^e, 
in benen 9cid)t|uben fdnoerer Sßerbredjen befcrjulbigt roerben, 
begießen fief) naäf) bem &ä)M. unb ben Dtabbineu nict)t 
auf Gbriften(2trt. XVII). 2fo§ bem alten jübiferjen 3iecfjte 
finb einige „gremben*©efefce" in ben ®ä)M. aufgenommen 
worben, biefelben enthielten im ?lltertl)nm feine Unge« 
redjtigfeit unb fönnen auef) bei ber recbtlofen Steflimg, 
welche bk gilben b\Z auf bie aüerueucfte Seit in faft allen 



— 179 — 

Säubern inne fjatten, nicfjt a(3 ungerecht ober ober „im* 
moratifcf)" beäeicfmet werben (Slrr. XVIII). Sennodj aber 
^aben ber <&d)M. ltnb bie SHabbinen bie „gremben^efe^e" 
burcfj anberweitige 23erorbnung,en für bie $ßrari§ gegen* 
ftanbsloä gemocht (2lrt. XIX; VII— X). Uefcerfjaupt finb 
im <Sd).=2L mib beffert Kommentaren fef)r oiele ©efe£e ent» 
galten, welche Siebe unb ©crecrjtigfeit gegen alle äftenfcrjen 
gebieten (2(rt. XI). ©egen ben rtirf)tjübi^ct)en Bürger 
(Ger To schab) finb imd) bem &d)M. unb ben 9iabbinen 
bie „gremben=©efe£e" Hj^t gerietet (2(rt. XVI), unb ba$ 
fie bte Gfjrtften nicr)t treffen, würbe 31t allen Seiten, be= 
fonberä in ber neueften, Don aflen mafjgebenben Suttoritiiten 
auf baZ 9kcf,brücHicfjfte betont (2(rt. I— V; XIX). 

2öenn nun biete unfere 2(useinanberfe|mngen weit über 
bie ©renken ber SBibertegung eines ©utacfjtenä f)inau3ge* 
waefjfeu finb, fid) aber bennoer; jumetft an ^rof. ©ilbemeifter'S 
©utaefjten anlehnten, fo ge]cf)Qf) bk$ aus bem ©runbe, weit 
wir nie unb nimmer gur SBiberlegmtg QÜer jener $er= 
(äumbungen be§ SubentfjumS baZ SSort ergriffen fjätten, 
wenn nidt)t ein ©elef)rter oon bem Orange ©ilbemeifter'3 
biefetbeu für baare Wlün^ genommen unb ifjnen boburd) 
einen (Schein oon SBiffenjcfjaftücfjf'eit oerlieljen fjätte. ?tocr)= 
bem biefe Arbeit fief) nun einmal a(§ eine 23ibertegung an» 
gefunbigt f)at, ift e§ nötln'g, ba% wir bie wefentlicrjften Un* 
ricfjtigfeiten be§ ©übemeifter'jd)en@utadjten3 fjier gui'ammen* 
ftellen unb babei auf bie 3Xrtifet oerweifen, in wetzen biefe 
Unricrjtigf'eiten beteuertet würben: 

1) S)ie Cf rflärungen ber SHabbinen, ba$ bie Gfjriften nietjt unter 
„2(fum" toerfranben finb, berufen auf miffenicf)aftlicf)er Uebeqeugung, 
finb aufriefittg unb ernft gemeint unb gehören nicfjt, mie ©itbemeifter 
behauptet, 3U einem „Stiftern ber 2äufd)ungen" (2Irt. I— V u. fonft.) 

2) ©erabe ber „ortfjoborere" 9i. Socob (Smben f)at ftet§ nur 
©ute§ unb 2cf)öne§ über bie ßtjriiten gefdjrieben unb fann unmöglich, 
roie ©itbemeifter meint, erflärt fjaben, bie Gljrtften blieben Stfum nacrj 
wie bor. (Sfct. IV.) 

3) ©ilbemeifter r)at über bie Autorität be£ 3rfj.*2(. einen Talfdjen 
Segriff, inbem er ifjn für ein „binbenbe* ©efe^bndj" tjält in bem Sinne, 



— 180 — 

bafe ben ipäteren 9iabbinen fein Söiberfprud) gegen ben ©d).*2l. geftottet 

aar (Hrt. VI) 

4) Suftu§ ift ein gemeiner gälfdjer, Sügner unb 93erläumber, unb 
er rjat nid)t, wie e§ int ©utacfiten ©ifbemeifter'3 Reifet, „ben ©inn 
faft immer richtig angegeben" (2lrt. XI unb XII.) 

5) 23a§ 2Bort „2ttum" im <5d).*2t. gehört ber djrift liefen Genfur 
an, bie 33 er f äff er fennen e£ nidjt, untertreiben bielmebr „©ögenbiener" 
unb „9iid)tjube" ftreng bon einanber. <pierburd) finb mehrere Söetoeife 
©.'§ gur ©rflärung be3 2öorte§ 2lfum, foroie bie 93efcr)uIbiguTtg, ber 
©d).*2l. rjabe „oocfictjtig" bon 2tfum gefprodjen, tjinfäHtg (2trt. XIII.) 

6) Unter ben „©öfcenbienern" be§ ©cb>2t. ftnb nierjt, rote ®. be* 
Rauptet, bie Triften au berftefjen. (Sttrt. XIV).' 

7) 2lud) gebietet ber „abftracte 2Ronotfjei§mu§" be§ Subentbumä 
nidjt, rote ©ilbemeifter meint, bie (Sfjriften für ©öfcenbiener 3U fialten 
(«rt. XV.) 

8) ©ilbemeifter rjat eine falfdje 2tnficr)t über bie erhabenen jübiferjen 
fieberen bon Chillul Haschern unb Kiddussch Haschern (2lrt. VHI u. IX.) 

9) ©ilbemeifter'^ 33et)auptung, ber Sube bürfe nad) bem @d).*2t., 
„um einen Profit gu madjen", 00m ©efefce abroeid)en, beruht auf Srr* 
tb>m («rt. XI. 5-6; XH, 4.) 

10) £>ie ungeheuerliche, aud) bon ©ilbemeifter geglaubte Serjauptung 
be§ Suftu§, bah nad) bem ©dj.*2t. „d)riftlid)e§ ©ut Ijerrenlofeg ©ut 
fei", ift eine elenbe SBerläumbung («rt. VI.) 

11) Sie Q3er)aupiung ©itbemeifter'S, im ©d).*2l. toerbe alle§ 
aufgeboten, um Qafc gegen bie „©ojim" 3U fdjüren, ift burdjauS falfdj 
(«rt. XVII.) 

12) S)ie «nfidjt, man bürfe (nad) bem ©d).*2l.) „gutn ©djaben 
ber ©ojim allerlei fonft Verbotenes tfiun", ift barauf gu befeäränfen, 
bafc einige, im jübtfcfjen «Itertfjum geltenbe „gremben^Sefelje" in ben 
©cb>«. aufgenommen rourben, toelcrje aber jumeift nid)t einfeitig ftnb 
unb baber nid)t al§ ungerecht be^eidmet werben fönnen (Sit. XVIH.) 

13) ©uref) Unfenntnife ber jübtfctjen 5ßro3e^Drbnung »erben bon 
©ilbemeifter au§ mehreren 3ied)t§entfd)eibungen be§ ©cb>«. über ba§, 
roa§ nad) biefem (Sobej erlaubt unb berboten ift, falfdje ©djlüffe gesogen 
(«rt. XIX.) 

14) £)a§ gan^e ®utad)ten fefct irrtfjümlidjer 3Beife borau§, bie 
angegriffenen ©efefce be§ ©d).*«. feien nod) bleute in öegug auf bie 
Gfiriften in ©eltung unb roürben nod) geübt; tfjatfädjlitfj finb bie 
©efefce bon ben 3kbbinen tängft burd) berfd)iebene Sefjren unb 3ln* 
orbnungen gegenftanb§Io§ gemad)t (2lrt. VII— X; XVI; XIX.) 

Itnjere Unterjutfmngen ^aben fomit fonnenftar geseigt, 
bafc ausnahmslos aüe 93erbäd)tigungen unb $öe= 



— 181 — 

\ä) impfungcn, meldte gegen ben &d)uiä)anMxiid) unb 
bk SRabbinen gerichtet werben, oon §ofe unb S3ö§wiIIigfeit 
erseugt, oon 93erteumbung§fud)t genährt unb grofegejogen, 
öon Srrtfjum unb Unfemitmß aufgenommen unb verbreitet 
worben ftnb. 9lid)t ber geringfte SDxafel bleibt an 
bem (Efjarafter nnferer föabbinen Ijaften, wenn 
biefer (Stjarafter im Haren ßtcr)te ber 2Baf)rf)ett gebaut 
wirb, ©ie waren 2Jtänner, welche nid)t für fcrjnöten ©oft», 
fonbern in reinem, Zeitigem ßifer, in felbftlofer Siebe §ur 
SSatnljeit, in ernftem (Streben nacr) SMfommenfyeit if)r 
Seben bem ©ienfte ®otte3 unb ber 9)ienfrf)t)eit weihten: 
ein Seben ooE (Sntfagungen unb Entbehrungen, oofl. Httülje 
unb Srangfal. 9cicfjt burtf) ©ewatt oon dürften unb 
2Jiäcf)tigen ober burcrj fonftige irbifcr)e 9JZacr)tmittet ftnb 
tiefe rönner an tie ©pi^e 3frael§ gefegt Worten unb 
gur Autorität gelangt; nein, au§> freiem SBiflen rjat ba% 
3Sotf iljrem (Sinftnffe fid) ergeben, ir)re Autorität anerfannt, 
ir)re SSorfc^riften 51t ©efe^en erhoben, weit e§ bie 3fleint)eit 
ibrer Slbfirfjten ernannte, tfjren mafettofen SebenSwanbet, 
bie (Selbftlofigfeit unb Uneigennützigst trjre§ SBoffenS be* 
wunberte. SDte S8o(fe§ftimme, tie ©otte§ftimme, fjat über 
biefe Dtabbinen baZ Urteil gefproctjen! Männer, benen 
ein 93olf fo au§ freiem 2öitten £odjacr)tung unb 93ereljrung 
entgegengebracht r)at, muffen an (£t)arafter unb 2eben§= 
fütjrmtg, in ©efinnung unb £f)at rein unb mafel(o§ ge* 
wefen fein! 2>ie§ mufj jeter llnbefange oorau§fe£en, unb 
biefe $orau§fe£ung ift in unferen Unterfudf)ungen bewiefen 

worben. 

2ßir fcfjtiejjen mit bem frönen 2tu§fprucf;e te§ di. 
3§mael (SeracfjOt 19a): „®iet)ft £)u, bafj ein ©ele^rter 
im 2)unfet ter 9iad)t gefegt fjat, fo finne nichts 23öfe§ 
über if)n am Xage, oieUeicrjt ift er umgefefyrt; roa$ fagen 
wir „oielleicfjt" ? 9tan, gewifc ift er umgefefnl!" — Unt 
fo fei f)ier tie SBerficrjerung gegeben, tafe wir über ^rof. 
©übemeifter, ber im £)unfet be§ 3rrtf)um§ gefehlt, nacr) 
ber 5lufbetfung feiner 3rrtf)ihner nichts 53öfe3 im (Sinne 



— 182 — 

Robert, tuel(eid)t — nein, gewiß ift er eineä 23efferen 6e* 
leljrt würben. 1 ) 



J ) Sßrof. £>. 2. (ätrad fcfjreibt in einem ©riefe an bie ®öniglid)e 
<StQQt§anit>oUfcr)aft, abgebrudt in feiner 83rof d)üre : „£) i e Suben 
bürfen fie 33erbred)er „bon föeligionS toegen" genannt werben?" 
(©erlin 1893), ©. 19: „3n Sejug auf ^rofeffor 3. ©ilbemeifter 
in 93onn begnüge id) mid) rjier gu bemerfen, bafy biefer bortrefflidje 
©elerjrte unb Sftann, toenn er nod) lebte, fein im Safjre 1884 in nur 
fünf £agen unb gtoar toibertoillig berfafeteS @utad)ten 
tocfcnilid) antotv« fcvmuliven ttwrfc*." — ^5rof. ©ilbemeifter 
felbft fdjrieb unter bem 29. 9Jobember 1884 an baZ Wiener Sanb* 
geriet, bon toeldjem er aufgeforbert toar, al§ ©adjberftänbiger im 
Sßrogeffe Korjling contra SBtodt) 3U fuugiren (bgl. Sitten unb ®ut* 
achten im Sßroceffe 9<tof)Iing contra SBIoct). SBien 1890, @. 188): 
„Ißin §odjucrptnnJ>terr in talmutiifdten tmfr vabbinifdjtn 
^n0tlr0ritl)«ttrn bin idj nidjt, Qcfdtwe'tQC bentt tint ^uto- 
rität» gür einen Sßrofeffor ber orientalifdjen ©bradjen ift nad) ber 
@inrid)tung unferer ttniberfitäten biefeä ©ebiet immer nur ein ab* 
feit§ gelegene^; er I)at gelegentltct) SBeranlaffung, ftdj gu lin* 
guifttfctjen ober ^iftorifct>en gtoerfen um tttoaZ babei ©er)öcige§ gu 
befümmem, aber bon einem umfaffenben ©tubium toirb er 
gu balb (e§ ift ba$ bie@rfab.rung SSteler) burd) bie unfäglidje Qebe 
be§ SnljaltS abgefd)redt. $)agu ift bie Literatur gu au§geber)nt, 
unb in irjrem toeit übertoiegenben Steile in ber Siegel nicrjt einmal 
gugänglid). Sßenn, toie id) toeife, ber gefdjäftäfüljrenbe SSorftanb ber 
„©eutfdjen 2ftorgenIänbifcb,en©efeIIfd)aft", um bie grage be§ f. f. 2anbe§* 
gerid)i§ nid)t unbeanttoortet gu laffen, aud) mid) unter benen, bie 
ebentueß angegangen werben fönnten, genannt r)at, fo ift baZ geftfjerjen 
im #inblid auf ein anfällig in bie Oeffentlid)feit gefom» 
mene§ @utad)ten, l>a& id) fürgltd) Iner abguftaiten nid)t 
umfjinfonnte. 3d) r)atte mid) inbefj hierauf nur einlaffen tonnen, 
nacfjbem id) mir borfjer fp egie II bie gu beanitoortenbe grage 
l)aUt borlegen laffen unb al§ erttärt toar, id) foKe nur 21u3funft 
geben, ob getoiffe, au§ einem jübi f ctjen ©efetjbudi ange* 
führte ©teilen in bemfelben toirflid) ftänben. £>a id) bagu 
im ©tanbe mid) füllte, toar id) gefefclid) gur Abgabe be§ @ntad)ten§ 
berbflidjtet, toobei itit) nicrjt unterlaffen rjabe, bem ©crid)te gu erflären, 
bafj id) auf ettoatge anbere namentlid) ex tempore gu beanitoortenbe 
fragen eingugefien nidjt tvmptttnt fei." 



2lnl]ang I. 



p* V. :Aitflrt0c fr** „%n*tnfpU$tl". 

3m oorigeu Snljre ift eine neue, bie fünfte, Sfuflage 
k£ „Subenfpiegel" erfdjüncn, welche fid) in ber gorm oon 
ben früheren üielfadi unterfcfjeibet, im 3nf)fllt aber nodj 
ötel »erlogener unb ungeheuerlicher ift, al§ jene. 
Süge unb gälfcfynng finb ber neuen ©bition ebenfo 
<f»araftcriftifd), rcie ifjren Vorgängerinnen, fie unterfdjeibet 
fiel) nur barin, bafc ber neue „^Bearbeiter" ftc§ beftrebt, 
feine gälfdjungen möglicljft 51t »erbecfen, unb graar Ijaupt* 
fäd)lirf) baburcf), ba$ er 1) an gal)lreid)en ©teilen burdj 
TE>eglaffung mistiger erftärenber SSeftimmungen ben 
Sd)u(cf)an*2lru<i) fälfct)te, unb 2) ba, roo er ßügen Ijin= 
gufügte, biefelben außerhalb ber Slnfürjrung^geidEjen fefcte, 
um nirfjt fofort »on jebem ^unbigen al§ Sügner ertappt 
gu roerben. <Bo glaubte er, ben „Subenfpiegel" in einer 
„oöllig unanfechtbaren gaffung" Ijergeftellt gu Ijaben! 
2Sir meinen aber, Seber, ber gugefteljt: 

1) bafc bie SBeglaffung eine§ gur 2Iuff(ärung bienen* 
ben midjttgen ^affus' au§ ben SBorten eine§ Slnbern eine 
gätfcfiung ift, 

2) ba% ßügen Öügen bleiben, einerlei, ob fie in 2ln= 
füfjrungggeitfjen ober aufjerfjalb berfetben ftefjen, 

Seber, ber biefe beiben fetbftüerftänblidjjen ^rätniffen 
gugefteljt, roirb in ber neuen 2tu§gabe be§ „Subenfpieget", 
mie in ben früheren, eine gemeine gälfdptng erbticfen, 
meiere be§r)atb woä) »erbammensroertljer ift, weil fie burdj 
ißerbunfelung ber 3S?ar)rr)ett bie argtofen Sefer leichter 51t 
täufdjen oermag. 



— 184 — 



(£§ genügt, einige „©ejetje" be§ neuen „Snbenfpiegel" 
mit bem richtigen äBortfaute be§[(2rf)ntc^Qn^(rudi gn Der- 
gleichen: 



©efefc 2. 
„2ttte§, wa§ beraube rituell 
pnt ©otie§bienft nötig §at," 
Wie g. 93. bie erwähnten 3^ 
3iS, „barf fein 2tfum (Sljrtft) 
berferiigen, fonbern nur ein 
Sube". 1 ) ©enn „wenn ein 
2tfum (Sfjrift) bergleidjen an* 
gefertigt, ift e§ unbraudj* 
bor", 2 ; unbraudjbar au§ bem 
©runbe, Weil e§ bor ©ott 
unrein ift: ©er 2Ifum (S^rift) 
ober Äot (!!) finb unrein 
unb berunreinigenb. 8 ) 



-^ej^s^ 



Kidjiiun- IDortlaut. 

rd| o. g$. 14,1. 



*) ©tfj. or. D. ©§. 14, 1 ; 
32, 9; 33, 4; 39, 1-2; 
406, 1; 3. ©. 181, 1. 

2 i ©afelbft. 

3 ) 93gl. ©efefc 3. 



S SigtS, bie ein Slfnm gemacfjt fyat, 
finb unbrauchbar, benn e§ Reifet (9?um. 
15,38): ,.9tebe guben (Söhnen 3§ra el§ 
(bah fie fiel) ?,i ( 3i§ machen)", wa§ 
2tfum auSfdjIiefet. 

D. 61). 32,9. 
2öenn e§ (ba§ Pergament ju ben 
©ebetriemen) ein 2tfum bearbeitet, ift e§ 
nad) 2)?aimonibe§ unbrauchbar, bagegen 
nad) 9t Stfdjer brauchbar, wenn ein 
8§rae(it babei ftefjt unb if)m ein wenig 
beim Searbeilen tjilft. <so ift au et) 
ber ©raud). 

O. St). 33,4. 
63 ift gut, Wenn fie (bie ©ebetriemeu) 
ein S^raelit fdjwarä färbt (frattttt 
M«0) fu i^r«r Öf ftimmmtg (ge- 
fdjclj«), aber nicfjt ein Stfum. 

O. 6b,. 39,1—2. 
©ebet*9iiemen, toclcfje ein ®ned)t, ober 
eine grau, ober einSftinberjätnüger, ober 
ein Stfum, ober einSTboftat, ober ein ©e* 
nunciant gefdjrieben l)at, finb unbraua> 
bar, benn e§ tjeifet: „%t)t fottt fie um* 
binben unb fdjreiben". 2Ber alfo 
nidjt berbfüdjtet ift, fie umjubinben, 
ober wer nidjt fcaran glaubt 
barf fie nierjt fdjreiben. 2Ser fie nidjt 
fdjreiben barf, barf fie auef) nidjt ber* 
fertigen. 

D. 6fj. 406,1 (ItcS: 460,1). 
©ie ^ßflid)t»Dfterfud)en laffe mannidit 
fneien unb baden burd) 2Ifum (weit fie 
gu ifjrer i!fltd)it»rfümuuntn. bereitet 
werben muffen). 

S. ©. 181,1 (IteS: 281,1). 
Ciine ©efefcrotte, bie ein ®efcer ge* 
fdn'ieben, fott Derbrannt Werben. £>at 
fie ein 2lfum gefdjrieben, fo fott fie ber* 
borgen werben. 



— 185 — 



ftU&tl". 

©efefc 3. 
,,©inb je^n Subett bei* 
fammcn unb fpredien ba§ 
$abifa>@ebet, fo fann audj 
einer, ber nidit ^u tljnen 
gehört, babei antworten, bor* 
auSgefefct, bafe fte nicr)t 
trenne ftot ober ein Stfutn 
(Stjrift). 1 ) S&rift unb Äot 
tft alfo glet ajbeutenb. 



Ilidjtigifr -Ulortlöut. 

©inb 3ef)n on einem Orte unb fpredien 
Äabbifd), fo fann audj einer, ber nidit 
bei ifmeu ift,(Amen jehe scheme'u. f.'to.) 
nadjfagen. ©inige aber fagen: £§ barf 
fie nidit Äotlj ober 2tfum (bon einanber) 
fdjeiben. 



1 i O. Cfi. 55,20, bg(. 
Scha'are teschuba. 



2)te nieberträdjtige Folgerung be§ „Subenfpiegel" : 
„6l)rtfi unb Äotf) tft alfo gleicr/bebeutenb" — ift naef) 
oben @. 95, 9iote 5 51t beurteilen. @§ mögen 1000 
(griffen in bte erjnagoge fommen; 9iiemanb roirb boron 
Slnfrofe nehmen! SDie Verlogenheit aber, mit tiefer Gr* 
finbttng bk öorljergeljenben ©efe£e §u begrünben unb biefe 
SBegrünbung in ben Xejt 31t eScamotiren, d^arafterifirt ben 
neuen „Bearbeiter" genngfam at§ einen würbigen 9?acrj* 
folger beS gdjnrinblerg SufhtS. 



©efefc 10. 

2lm Sabbat 311 taufen 
ober 5U oerfaufen tft bent 
Suben ftreng Verboten. 3n* 
be§ „ift e§ erlaubt, am 
<&abbat in ^ßaläfttna bon 
einem Stfum ein §au§ gu 
taufen unb fogar bie ba^u 
nötigen geridiliid)en gwiua* 
litäten ju erfüllen unb in 
•ntdtjtrje&räifcrjer ©djrift ju 
unterfctjreiben, batnit betnoEmt 
toerbe i>a% 2anb 3§rael§," 
b. b,. bamit ein 9ftcnfcf) (3ube) 
meb,r, ein 2(fum (ßbriit, gleid) 
Äot ober £ier) weniger in 
Sßätäflina fei. 



IHdjtigrr Ulortlaut. 
O. Gl). 306,11. 
©§ ift erlaubt, ein £>au§ bom 9äcb> 
juben am ©abbat 3U laufen, unb man 
unterfd)reibt unb bringt e§ bor i>a% @e* 
rid)t, (£>aga) bonifjnen (ben ^hdjtjuben) 
unb in ifjrer ©djrift, metl biel (ba§ 
©abreiben nid)tb,ebräiid)er ©djrift am 
©abbat) nur bon ben SRabbinen (nid)t 
bon ber Sljora) berboten mürbe, unb 
bamit baZ Sanb 3§rael§ betuofjnt toerbe, 
fjaben fte e§ nid)t beftimmt. 



— 186 — 

Der teuflicrje Salto mortale („b. f). bamit ein 2Kenfdj" 
11. f. ra.) unb ber Sßafjnjinn, baß bie (Xr)riften beit 
gilben nict)t al§ 9Jcenfct)en gelten (ogl. oben S. 124 9cote), 
fjafcen ben „3ubenfpiege("*:fliacfjer oergeffen lafferr, baß 
^atäfttna türfifdj ift, aud) ^ur 3^* ber SIbfaffung be§ 
2dntlcf)an=2lrud) türfifdj roar, unb baf$ ber Sdmfdjan* 
5üitcf) f)ier wenigftenS bei „9cid)tjuben" äimäcr)ft an Surfen 
gebadu 1 Ijat. 

3n„@cfe£" 12 wirb über baZ jübif c^c @e6et „ Schephoch" ^ 
ba% auS brei Sib einteilen beftefjt, behauptet, e§ begieße 
firf) auf bie Triften, wäi)renb bodj auSbrücflid) baZ ($ebti 
fid) richtet gegen bk 93ötfer Ml fcfe (fötftt ttidft hemmt mtfr 
$ettt*tt Unmen niajt anrufen", unb obgleich fdjon oor 
mefyr al§ 300 Sauren ber Gommentator bagu erflärt Ijat, 
bk)t$ ©ebet bürfe nid)t auf Gfjriften ober anbere ge« 
fittete Golfer belogen werben (ogl. oben ©. 18). 
2Benn ber neue „Subenfpiegel" (nad) 2>r. (Mer) un§ oor« 
r}ält, bafe bie Gfn'ifien am Karfreitag für bie „treu^ 
loien" unb „oerblenbeten" 3uben beten, fo wollen wir auf 
unfer 9ceujafjr§=©ebct rjinweifen, baZ wövtlidj lautet: „D, 
(Swiger unfer ©Ott, laffe Seine Gtyrfurdjt fommen über 
2(lie», ma§ Sit crfcr)affcn, baß Sid) uerefjren alle ®e= 
fcfjöpfe unb fid) oor Sir uieberwevfen alle Söefen unb 
fie all* (Cht thtnb werben mögen, Seinen pillfit 
ftt tljnn mit a an rem gerfen." (nns rm» dSd wjh 
cSp 32S3 "pari nwyS). So bttet 3§rael, bafe „alle 
|tlc»rd)fu (Ein gnn& wirbelt*" £a§ ©ebet um 
Seftrafung richtet fid) nur gegen bie nnnerfreflTerlidjen 
boTen £ehtbe ber |ttenfrijlfett, welche biefe allge* 
meinen 2)ienj<f)en=93erbrüberitng mit roljer ©ewalt 51t oer* 
fjinbem beftrebt finb. ($gl. oben S. 29 f.). 

&rrt &r« „f ttl>ett- füdjtiger |öortia«t. 

W*««l". ßf,. 2)?. 136,5. 

® eie ? 22 - £>at jemanb einen ü(fum 311m Äun* 

„£>ai ein Sube einen 3(fum ben, \o giebi es Crte, roo man ent* 
((Steiften) al§ ßunben, fo 'djeibet, ba$ t§> 2fnbern »erboten ift. 



187 — 



®*rt &** „gttfcctt- 

borf aud) ein anberer Sube 
gu bemfelben 2Ifum ((Sänften ) 
gefien, itjm ©elb leiten ober 
fonüige ©efcfjäfie mit ifjm 
madjtn unb ifjm fein (Selb 
abnehmen. *£)enn ba§ ©elb 
ber Stfum (Srjriften) ift fjer* 
renlofeS ©ut, unb jeber, ber 
3uerft fommt, fjat ben 23or* 
iljeil. 



Ktriitiecv Ulortlout. 

iljm Goncurreng gu machen unb mit 
bieiem 2(fum gu fmnbeln ; e§ giebt aber 
Crte, roo man nicfjt fo entfdjeibet, unb 
2ftand)e erlauben einem anbern S^ra* 
tüten, gu biefem 2Ifum gu gefjen, ifjm 
gu leifjen, mit ifjm gu tjanbeln, ifjn 
fiefj günftig gu ftimmen unb bon jenem 
(bem erften Säraeliten) toeggubringen, 
benn „bie ©üter ber Stfum finb urie 
IjerrenIofe§ ©ut", fo bafe jeber, ber 
(bem SInbern) guborfommt, fie ertoerben 
barf. 



2)er grobe £ct)rc>inbet, ber in ber Ausbeutung biefes 
(5a£es Seitens ber 2(ntifemiten liegt, ift o6en @. 41 ff. 
bargettjan rnorbcn. 



iltdjtißrr iUortlaut. 

ty. $1. 237,1. ($aga). 
(£§ ift einer, ber fcfjreibt: e§ giebt 
eine ftrenge 93erorbnung oon O^abbenu 
©erfdjom, ba% man nidjt bie ©renge 
berrücfe beim Sftietfjen ber £>äufer bon 
Staat. 



i&trt fres „SJttfrttt- 

fpUQtl". 

©efefc 30. 

§at ein Sube oon einem 
anbern Suben ein £>au§ ge= 
mietet, fo barf ein britter 
Sube mefjr Stiele bieten, 
al§ ber erfteSube gafjlt, unb 
fo baZ §au§ für jtdj mieten. 

„Sit ber £>au§befifcer ein 
2lfum (Gfjrift), fo barf fein 
Sube bei ©träfe be§ (Sfjerem 
(großen 93anne§) eine r)öt)ere 
Eftiete bieten," tteil ja fonft 
ber Sfjrtft mef)r ©elb be* 
läme. (®a§ aber gu »er* 
fefjulben märe fünbücfj.) 

Dftan fte()t, biefe mittelalterliche Sßerorbnung wollte 
nur ben gefjefcten unb oerfolgten, oft an SSofmungsnott) 
leibenben Israeliten Derbteten, bafc @tner ben Sintern oer= 
brängt (if)m „bk ©renge oerrücft"); bas Sftotiü: „weit \a 
fonft ber Gfyrift mefjr ©elb befäme, was 51t oerfcfmlben 
fünbtief) wäre", ift eine oerlogene Unterftellung, beim es 
ift in jebem ^aUe oerboten warben, „bie ©renje 31t oer= 
rütfen", einerlei, 06 ber gweite Israelit bem Jihim" 



— 188 — 

mefyr, ebenfouiet ober cutcfj weniger üftietfje garjlt, ctfö 
ber evfte. 

Sßelcrje Jenbens biefe 23eftüumung be§ <&d)M. oer= 
folgt, erfefjen wir benttict) ou§ ber Sßrimärqueffe berfelben, 
beut £Refponfuin be3 9L ÜTtcir aus ^abua 9h\ 41, roeicrjeS 
fotgenben SEßortfaut rjat: 

„ffteue Suben finb jüngft angefommen, um niebersureißen unb $u 
bewürfen bie ©ren^fteine ber 2äben*3nf)aber, loclcrje an ifjrem Orte 
feit langer 3d* buret) ©rfaubnife be§ ®önig§ 2)arleficn $u geben be* 
retf)tigt finb. . . . gürwafjr, biejenigen, meiere ben gaun unterer 2tlt=> 
borbern burd)bred)en unb ben ©renäftein itjrer Sftädjften berrücfen, werben 
irjre ©djulb büfcen. ... ba fie notf) ba^u übertreten „ben Sann be§ 
2Bof)nretf)t§" (jwn onn Gb,. 2ft. 156,7). Stufeerbem ift bie§ Verboten in 
bem „93ann" be§ 3t. ©erfdjom, ber benjenigen in 33ann tfjui, ber ben 

(Srenjftem berrücft beim 2T?iett)en ber Käufer bon üßictjtjuben 

25e§b,alb tfjue itf) ifjnen unb allen, bie mein Schreiben fetjen Werben, 
funb, tafa biejenigen, bie fofcf)e§ if)un, Wegen be§ Vergangenen einer 
©üfjne bebürfen. . . . Sollten fie aud), nacfjbem fie meine SBorte gehört, 
Weiter frebeln, fo feien fie gebannt unb gan^ 3§rae( frei bon ©ajulb." 

©0 $1. ÜJieir. 3n bemfelben Dtefponfum wirb bericfjtet, 
ba$ bei ben Snben in gang Italien „ber Sann be§ Sföofm* 
redjtS" eingeführt fei. £anacfj fjaben an Orten, wo bereits 
3uben wofmten unb bind) 3 u 5 ll 9 Mit ein Gonffict 
mit ben 5Ricf)tjuben gu befürchten roar, bie nnfäfftgen Silben 
jeben 93erfef)r mit neuen Stnfommtingen burd) einen „Sann" 
»erboten, weit ber neue 33ewoI)ner ai§> „ttnrjeilftifter" be= 
trachtet würbe (ogt. „2)er ect)te Subenfpieget" § 55.). — 
2>ie frioote 23egrünbnng im ©efe^e 30 beä falfcf)en „Suben* 
fpiegel" bebarf fjiemadj feiner weiteren ^enngeicfjiiung. 

&*rt fr*« „Uttfrftt- gtdjii0*r Sttettlattt. 

frtegrl". ^ ^ 369,11, £aga: 

©efefc 39. 2öenn jemanb eine grau r)eiratt)et 

„£>ie (Beiefce be§ Staates an tinem 0*t*, wo «tön nadf 

muffen befolgt werben, jeboeb, freu ©*[>&*** &**" ittdjtitt&*tt 

nur bann, wenn bon ifjnen rntfdjett>ft, unb feine grau ftarb, fo 

ber Staat 9iugen (®etbein= fönnen ber Vater ber grau ober irjre 

naljme) rjat ober Wenn e§ anberen Srben nietjt fagen: Seber, ber 

311m <peile ber Staatsbürger eine grau tjeirattjet, nimmt fie nacb bem 

ift; fonft aber foH man nid)t SBraudje (be£ ^eimatfilanbeS ber grau). 



— 189 — 

®*rt fr*«* „gl»*™- $idjtig*r IPortlattt. 

rt» t*g*l . mit: motten bie Sacfje nacf) ben ©efefcen bcr 

richten nad) ben ©efefccn ber 9xitf)ijuben entftfjeiben, fo ba%, wenn fie 

2tfum (ßtjriften), loci! fonft ftirbt,if)r „9ftann fie nid)t beerbe u. bgl". 

atte ©cfefce ber Suben über* ©§ get)t biet titelt an ber ©afc: „6taat§* 

flüfftg mären." W\t anbern gefe£ ift gütige^ ©efefc"; beim mir fagen 

2Borten: £>ie <5iaat§gefcfce bie§ nur bon einer ©acb^e, mo ber ®önig 

gelten für bie Suben nur: einen Jhtfeen fjat ober bie ^um Söorjle 

1) menn c§ fid) um Steuern ber 2anbe§bemof)ner ift, aber (biefer 

unb abgaben Ijanbett, 2) menn ©runbfafc befiehl) nicfjt, bafc man (in 

bie Suben Vorteil barauS anbern fragen) naef) ben 9ied)ien ber 

gietjen fönnen, 3) menn iljnen ^itfjtjuben entfctjeiben muffe, benn märe 

fein ©efefc be§ ©djuldjan* bem fo, müßten ja alte ©efefce S§rael§ 

2lrudj miberfpridjt. aufhören (aufgehoben Werben). 

£)er betrug, ben ber „Subenjpieget" buref; SBegtaffung 
be£ anfangs unb burefj falfdje Interpretation beS ©angen oer» 
übt, ift fo arg, bafc er in einiger 2lu3fü(n1icfjfeit aufgebest 
gu werben oerbient, gumat ba bie 2lbfirf)t beS 93er(eumöer£ 
offen gu Sage liegt: bie trene 23efotgung ber ©taatSgefe^e 
(Seiten^ ber Suben, roetdje bie Mannte tatmubifdje 23or= 
fdjrift: „©taatSgejets ift giltiges ©e[et3" ftreng gebietet, in 
2Ibrebe 5U ftetteir. 

(B gab im SKittetatter, roie bieS in bem angeführten 
©c^.^.^aragrap^en (@tj. %R. 248, 1 nnb fonft) beuttiet) 
gu lefen ift, Orte, mo bie öuben in alten DtecfjtSfadjen 
ba§ <StaatSgefe£ gelten liefen, mie bieS fjeutgutage bei faft 
allen Suben ber ciöitiftrten ßänber ber $all ift. 3Son 
folgen Orten fpridjt natnrltct) unfer ^aragrapt) überhaupt 
nicfjt — bie£ gef)t aus ben 00m „öuben[pieget"^abrt?anten 
unter fd) tag enen SlnfangStoorten ftar tjeroor, rüeimerjr nur 
oon folgen Orten, too bie Rabbiner nacrj jübifdjem 9iecr)te 
entfcrjieben, roie bk§> g. 23. nodf) oor einigen ©egennien in 
Slttona unter ber behüben Regierung gefcfjaf). 2)a meint nun 
btx<5<$)M., baß ber ta tmnbifct) e ©runbfa^: „(5taat§gefe£ 
ift giftiges ®efe£" ba§ jübifcfje Sftecfjt nicfjt abferjaffen raolle, 
ba berfetbe fidtj auf ©efe^e begieße, bk gum 9eu£en beS 
^önig§ unb gum 2öof)(e beS «Staates bienen. £)af)er fann 



— 190 — 

felbft eine grau, welche au§ einem £)rte flammt, wo 6ei 
ben Suben bo§ (Staatögefe^ in 2Mem giltig ift, nicrjt 
forbern, bafj t)ier, am Drte be§ 2Jianne§, ba§ jübifdie 
dledjt nidjt gelten [olle, dagegen entleibet ber <5d)M. 
in (St). 3JI. 248, 1 (£aga): „Sßenn Semanb ein Seftament 
macrjt an einem Drte, roo bie Snben ba% ©taat§gefe^ gur 
9Jorm Ijaben, muffen bie (£rben, obgleidj fie an einen Ort 
fommen, roo bie öuben nadj jübijcrjem ©rbrecfjte ent* 
fdjeiben, bennotf) baZ ©taat3gefe£ gelten laffen." 

S)ie gcilfcf)uug be§ „Subenfpiegel" unter 2), bafe er 
an§ „©ejetjen 311m 9$oi)le ber SaubeSberoofyner" unter 
ber £anb „©efe^e, ü\\§> benen bie Snben SBortrjeü 
gießen" ntacrjt, ift nocf) eine SHeinigfeit gegenüber ber 
unter 3) oerübten ßüge, ba% bie ©taat§gefe£e nur bann 
(Geltung falben, roenn fie bem Sc^uld)an*2(ruc^ nict)t roiber* 
fprecr)eit. 2)iefe böswillige UnterfteHung roirb oom &d)M. 
felbft an unartigen ©teilen Sügen gefiraft, ügl. oben @. 
72 ff. unb ©. 99 ff. 

©efefc 41. 2Senn Semanb i>a$ ®ut feines 

„2Birb bom SanbeSfürften Näd)ften ber <panb eine§ ©etoaltttjatecä 

bie Sieferung bon Naturalien überliefert, fei <» ein \nbiffljev <>J»*r 

befohlen", fo ift eine foldje nidjtjitt>ird)cr («5cwnlttljiitcr, fo 

Verfügung — bgl. oben ©e* mu| er e§ erfe^en. .. „Sßie ift 

fefc 39 — für ben Suben bie§ gu berfteljen? ©efefct ber ®önig 

unberbinblidj ; entäietjt er berfjängt, baj} man il;m 2öein ober 

fidj ber Seiftung „unb ein ©trotj ober äfmlitfie ©atfien bringe, 

anberer Sube benunsiert ifjn, unb e§ tritt ein ©enun^iant auf unb 

fo t>a% ifjm nun bie Na* fagt: „©ietje, jener Sftann fyat ein 

turalien fortgenonvmen toer* 2ftaga3in mit Sßein ober ©irorj an 

ben, fo ift ber SDenunäiant jenem Drte", unb man ging t)in unb 

iljm 3U111 6d)abenerfa§ ber* naljm t% fort, fo ift er (ber ©enunjiant) 

pflichtet", berpffidjtet, e§ $u besagen. 

Sftadj obiger ®enngeicr)nung be§ „©efejj 39" roiffen mir, 
ba$ audj fjier baZ im „Subenfpieget" aujjerrjalb ber 2ln* 
für)rxtng§3eicf>en- «Steljenbe erlogen ift. £a» 23erfal)ren 



— 191 — 



be§ „Subenfpieget" ift I)ier um )o oerroerftidjer, a(@ f c 1 6 ft 
£)r. (£cfer angefleht, bog e» ftd) um einen Eingriff in bo§ 
©igentfjuusredjt Ijanbelt unb „baZ ®efe£ uieücid^t anberS 
31t beurteilen wäre, als SuftuS e§ tfjut." £a3 
„93ieÜeicf)t" I)ötte £r. Grfer ftcr) erfparen fönnen, roenn er 
einige 3eUen oorljer gelefeu fjätte, wo immer Don „©eroalt* 
lr)ätern" bie Diebe ift unb §roeimal betont roirb, e3 fei 
fein Unter) djieb, ob ber Räuber ein |M*&* vbev |ttrijt- 
\u*t ift. 

Iltdittgff ptorttaut. 



©efefc 45. 
Seit Sanbebrin unb ber 
Tempel ju Serufalem ntcf»t 
ntefjr eriitiren, fönnen So« 
bestrafen nidjt meljr 
burd) Urteil berfjängt 
toerben, ba bie§ nur bent 
©anljebrin (ben 3iid)tern be£ 
flogen 9taie3) juftanb; au§* 
genommen ift „natürlich" 
ber im ©efefc 17 borgefeljene 
gfaU, bafe ba3 Dberrabbiner* 
amt ein 2obe§urteiI für 
nötig erachtet. @itoa§ an* 
bere§ ift bie gebotene Söbtung 
oljne rid)terlid)e§ Urteil. 216= 
gefeljen bon ber Rötung eine! 
SWoferä (bgl. ©efefc 42), ift 
bie Rötung eineä äftenfdjen 
bem Suben aucfj Ijeute ge* 
boten: 

a. (ISS Ijanbelt ficfi f)ier 
um einen galt, ben mir an* 
ftanbäfmlber nid)t mittf)eilen 
fönnen.) 

b. „©in jübiftfjer gfrei* 
benfer, b. f). 1) mer 3>tfum* 
üDienft treibt", gum Sfjriiten* 
tum abgefallen ift, 2) „toer 
\>a Sünbe begefjt gum 2rog, 



ab,. 3». 425 1—5. 
VeireffS eines Seben, toeltfjer bie 
gericfjtlitfje £obe§ftrafe berbient, ift un§ 
in biefer 3"* nitfit geftattet, ifm 3U 
geißeln, in'3 Gml ju fdjicfen, 3U tobten 
ober ju fcfjtagert, fonbern man legt 
ifjn in ben Vann unb fctjüefet if)n bon 
ber ©emeinbe au». ©ie§ 2i££e§ ift nur 
bem ERedtjte nacf), toenn aber ba§ ©e* 
ridjt einfiel):, baß e3 ein 3eitbebürfnif5 
ober ein ©tf)u£ be§ ©efe£e§ fei, fönnen 
fie ftrafen, toomit fie toollen, toie oben 
(L 2 erflärt mürbe. ©ie§ gilt jebodi 
nur bon folgen £obe§41rtl)eilen, bie 
ein ©erirfit erforbern; biejenigen aber, 
bie ofjne ©erictjt getöbtet toerben bünen, 
bürfen aucfj jefct beitraft toerben, toie 
erflärt «erben foH: 

1) 2Benn Semanb feinen üftatfiüen 
berfolgt, um it)rt umzubringen, . .♦ 
fo barf man, toenn man ben Verfolgten 
nidjt auf anbere SBeife retten fann, 
ben Verfolger tobten. 

2) 2Ber (Staats) einbricht, um 3U 
fielen, ift toie ein Verfolger gu be* 
tracfjten 

3) 3Ber Viele gefäfjrbet, 5. V. toer 
fict) mit galftfjmün^erei befcfjäftigt . . . 
gilt al§ Verfolger unb man barf ifjn 
bei ber Regierung benungieren .... 

4) ®e§ljalb barf man auctj, toenn 



— 192 — 



itttt Jus „üufcttt- 

3) mer bie jSora leugnet", 
b. b. bie Sfjriften, — 
bitfe ftt töten iß ©«bot. 

£>at man bte 3ftacf)t jte öffent* 
lieh, 5u töten, fo tfjue man 
e§; toenn nidjt", b. f). menn 
bie Suben firf) bor ber 2Bie* 
berbergeltung ber ctjrtftficfjen 
Strafgemalt fürdjten, „fo 
fomme man mit hänfen über 
fie, bi§ ba% man berurfacbj 
ifjre Rötung, g. 93. fielet 
man einen bon iljnen, ber 
in einen 33runnen gefallen 
i% unb im 33runnen fteljt 
eine Seiter, fo beeile man 
ficfj unb giefje bie Seiter 
herauf unb fage: „„Siebte, 
icfj roitt meinem ©ofjne fyU 
fen, bom ©aa^e ^erabju= 
fteigen : ich, bringe bie Seiter 
gleich, mieber"", unb ber* 
gleiten. 2t b e r äfum 
iGfjriften), mit benen mir 
frieblidj guiammen* 
leben ober jene" trofcigen 
„Suben, meiere Äleinbieh, 
tteiben ba, mo bie gelber 
Suben gehören", braudjt 
man nicf)t gu töten; aber 
e§ ift berboten fie (bom 
%obe) 3u retten". 



•Ki*t)ttg*r fUortlnut. 

eine grau beim ©ebären in ©efafir 
ift, ba§ ®inb in ifjrcm Seibc ger* 

fcfjneiben »eil bies fo ift, al§ 

menn baZ Äinb bie Butter berfolgte, 
um fie ,^u tobten .... 

5) 2Benn Semanb eine 2TCannc§* 
perfon ober eine bon ben Strajot (eine 
nalje 93lui§bermanbte ober eine ber* 
beiratljete grau) berfolgt (um lln.^ucbt 
3U treiben), fo barf man bie Verfolgten 
felbft mit bem Seben be§ Verfolgers 
retten. 

6) ©inen Subcn, ber mit einer 
fticbljübin öffentlich, bor gefjn 3§raeliien 
lingual treibt, ben barf ein Cfücrer 
(nne VinediaS, Numeri 25, 8), ber irjn 
bei frifcfjer 2f)at trifft, tobtfehjagen. 

7) ©inen tevatlitifdjm Äe^er, 1 ) 
baZ finb bie@ö§en bienenben, ober einer 
ber ba§ ®eie§ gum £ro£e übertritt, 
felbft menn er pm £ro$e 2la£ ißt 
ober Sdmatne^leiber anhiebt, iü er 
ein 8e$er, uub auch, bie 2tpiforfim 
(ungläubigen Säraeliten), baZ finb 
öirirntijru ZevatliUn, roelcfje fci* 
itljova unb fcte VvoptytUn i*ti0- 
n*n — biefe 5U tobten ift geboten 
2i3enn Semanb bie 3)iacf)t rjat, folcfje 
mit bem Schwerte öffentlich ju tobten, 
ioll er fie tobten (narf) Deuteron. 13,16), 
too nichj, fo fann er mit allerlei 33or* 
toänben über fie fommen, um iljren 
5£ob gu beranlafjen, 3. 23. fiefjt er einen 
bon ifjncn in ben 23runnen fallen unb 
eine Seiter im S3runnen, fo nimmt er 
fie (bie Seiter) fort unb fagt: Set) will 
meinen @obn bom Sacfje fjerabljolen 
unb fie S)ir mieberbringen u. bgf. — 
Sagegen barf man ben ©ojim, menn 
mir nicb,t mit ifjnen Ärieg führen, unb 
benjenigen 3§raelilen, bie Äleinbieh, 
an Orten, mo bie gelber 3§raeliten 
gehören, toeiben, nidjt ben Xob ber* 
anlaffen, aber man barf fie nidjt retten. 



1 ) Sie richtige 2. 21. (bgf. 3. £>. 158,2 
u. 2ftaimonibe§ eb. <®onft.) ift: wq 

nneoB* cm c'D*npBKni j'D nt nn oysnh 
121 onrrt msa t px~ , ti ;i C u'x'aaai rnina 
yvn nonfwa nj'21 u»a»a p«» n»u Sa« 
. . . i2i bt<-\vü np- nena 



— 193 — 

G» ift Gebern fofort flnr, bafc unter bctö „(Se&ot 3U 
tobten" |tid|t|tt&f tt mdjt einbegriffen fein hinnen. 

£)ie§ I)ätte ber „Subenfpiegel" - Bearbeiter aud) au§ 
£r. ©dfcfS tte&erfefcung entnehmen tonnen, wo ebenfalls 
5 io ei mal 51t tefen ift („ein jttfctfdj** greibertfer" — 
„Qic\eniQm «tt* |f*va*l, meiere leugnen bie lora unb 
ba3 ^ropijetentmn"), ba% fjier mtv tum Q#vaeliten frfc 
ftc&e i|L @§ wirb audj auSbritcflicf» im testen Sa£e: 
131 uro ^a« (10 [tcl)t in allen uneenfierten ausgaben) 
für bie „©ojim", bk 9cidjtjuben, eine anberc 93e= 
ftimmuug getroffen. SDiefe barf man, roenn man mit 
ifjnen feinen $rieg fuljrt, nietjt tobten; fte fmb üielmefjr 
ben jübifdjeu ft(einoie()4:nrten gicid)geftellt. 3Me§ ift aud) 
ftar unb bentücrj in bcr Duette gefagt, ber biefe 23eftimmungen 
entnommen finb. Siefe ift £aimub ?tboba fara 26, n>o 
e§ in einer 33araita {)?{&: pbye ab npi nam trpmi annn 
pbya xSi p-ma pioiam nnioom pron Sa« pr-iia «bi „3>ie 
itfocfjrun 1 ) unb bie (jübtfrfjen) $(einöiel)*§irten gieije man 
mdjt fierauf (auS ber ©nie) unb fiurge nicr)t f)inab; aber 
bie afttnittt, 2 ) bie ©enuncianten unb bie 2tpoftaten frürge 
man fjtnab unb giefje fte nid)t herauf." S)ogu bemerfen bie 
£ofapl)ot: „grage: ©3 Ijetfet bod) im Iractat ©optnim: 
„£en 33eften unter beu ^cocfjrim' tobte!" 5(ntioort: Sm 
Seruidiahni £ibbufd)tn wirb erflärt, fr&f? Mos n«r für 
fote ^eit fce*s givfogci* 0tlt, unb bieg wirb beroiefen 
baraus, ba$ fcibft bie gotte&fürcfjtigen 2legl)pter 600 2£agen 
311m Kriege gegen Israel au^gerüftet (barum fotl man im 
Kriege fetbft bie heften ber geinbe nidjt oerfefjonen)". — 
£esf)alb macf)t and) ber (£cfj.*2(. bei ber 33orfdjrift: „£ic 



*) Gig. „Sie gremben", barunter toerftefjt bie 33araita geiuöfjnticr} 

2 i liebet bie eigentliche 23ebeutung bic[c3 23orte§ ift in neuefter 
3eit fiel geicfirieben toorben. £uer fommt nur bie ©rflärung be§ 
Scfi.*2t. in Setracfit, ber e3 in 3- ©• 158,2 mit ben SBorten: „3übiicr>e 
SPtinim, nömlidj biejenigen, bie ©ö£en bienen ober ^unt %xo% baZ 
®eje§ übertreten" erflärt. 3 aud) 2ftaimonibe3, H. Rozeach. IV. 



— 194 — 

Ouijim borf man nicrjt tobten," bic ©infdjranfung: „meint 
mir nidit $rieg mit il)tien führen". .sSicraiix? ift jjugleidj 
Kor, bafc l)ier oon einem iuictjic im bncbftä blichen 
©ittne be§ SSorte* bic §ftebe ift, mie iljn ba§ alte 9$raet 
bamal* mit ben Stegrjptern geführt l)at, als fic von ihnen 
mit 600 .ftriegsmagen verfolgt würben. 

lieber bei* ®ebot, Metier nnb SCpoftaten 31t tobten, 
i)aben mir oben <S. 66 ff. au&ftü)rl!dj geförodjen. .S>tii= 
ficrjilid) be§ 38eroote&, „©ojim" uom £obe yi erretten, ift 
oben ©. 53 f., 6. 83 nnb @. 136 Score bi§ ,uir (£t>i* 
betij nodjgemiefen morben, ba$ bie [Roooinen biefe 
^orfcfjrift bei (Sbriften nnb SOhiijammebaitcm nid)t 
gelten liefen. 

©er äBidjtigfeit be§ oortiegenben $mrfteS wegen 
f)aben mir \m§> tjier bemürjt, ben „Snbenjpiegel" ernft 51t 
neunten nnb miffenfct)aftlicf) 31t miberlegen. 3n ber 2fjat 
mar bie* atterbiitg§ bem s }>amrit)letiftcn gegenüber eine un= 
nött)ige SDZü^e. £ie gemeinen gfätjdmngen, mclcfje er liier 
oormmmt, bemei[en §ur (Genüge, bafj er nbfict)ttid} lügt, 
obgleich er and) 0118 S)r. (Stfer'S Ueoerfe^ung bic 2Bar)rr)eit 
miffett tonnte. $äifcr)ung 9tr. 1 ift: Send) „mer ba ©mibe 
begebt 511m Xrot)" fjeifjt e§ bei ©der: „jelbft menn er nur 
$teijd) oon einem frepierteu SSielj gegeffeu ober ein ®(eib 
oon Sßolle unb £ytacf}§ getragen 3itm %xo%". Stt'efe letzten 
SSorte, melcrje flar geigen, bafj tjier oon (Xbriften nicht 
bie 3tebe fein fann, ba bod) bk gilben ntdjjt beuten, 
bie (Xljriften bürfen nidjt „nnfojdiere*" $leüd) effen ober 
„<2d)aatne34tleiber" tragen — bk\e aitfflärcttben SBorte jtnb 
mofylmetelicfj mggetaffen. $ätjcr)nng Str. 2, bic ge= 
meinfte, ift: (Sr fdt)rei6t: „10er bk %oxa leugnet" anftatt, 
mie bei tiefer: „3 trifft Igen tut« %$vael, meldje leugnen 
bie lora nnb ba* ")>rottl)eittitin". gäljdntng 9er. 3: „Slber 
Slt'itm(C£l)ri|ten), mit benen mir f rieb lieb 5u[ammenlcbcn" 
— anftatt, mie bei (Mer: „St&er 9Hum, mit benen 
mir n t er) t im Mrieg finb." 2)urdj biefe lyäliclumg, 
metdje nrnfo oermerflicfjcr ift, weit ber Sügenfa^ unter 9ln= 



— 195 — 

fübntng^eicfjen ftefjt, beabftdjtigte ber öctrüger, einer 6e< 
rüdjttgten ßüge SRotytng'S ©tauben 31t öerfdjaffen, wonach 
f)ier nid)t nur im eigentlichen Mriege, fonberu in gang 
geroütnütcnen Seiten bie löbtung eineS Gtirtften geboten ift, 
„ba bie 6f)viftenl)eit nad) jübifeber Sfafdjaunng 1 ) mit ben 
3uben immer im Kriege fei." — ftätfdjmtg 9tt. 4: 
„„ober jene" trotzigen „Suben, »oeldje .ftleiuuief) weiben"" — 
anftatt: „biejenigen Suben, roeldje SHeinmelj roeiben." 2 ) 
Sie unfdjeinbare ^ingufngung be§ 3Borte§ „trofcigen" t)at 
ben Sinn ganj ücrbrefjt nnb bem ^alfdunünscr ein bittet 
geboten, feine ßüge oon ber gebotenen (£t)riften=£übtung in 
einer ?cote 31t begrünben. 2>er „Snbenfpiegel" bewerft 
nämlidj „au§ bem ttmftanbe, ba% ber ©cfjfofs be§ ®efefce§ 
eine ©infdjranfung ntcr)t nur für bie eingangs ermähnten 
©efefceSöerädjtcr, fonbem aud) für bie Uium (Gl)rtftcn) 
madjt, ba% ledere an jidi burdjauS unter baz ben £ot* 
fdjfog gebietenbe @efe£ fallen." Sft e§ ©ornirt^eit ober 
abfid)tacr)c 2äufcfjung, ben Sinn fo 31t oerbret)en? 2er 
irrefndrenbe Snfafc: „trofcigeK" läfet bat teuere oermutt)en! 
2er ©dj.-&. nnterfdjcibet beutlid) 1) gwifdien fiibirrijen 
®efefce§übertretern nnb |tidjtftt&*tt (bie ©ö^en bienen, 
S. ©. 158); 2) snnjdjen ben jnbifeben ©efefceÄertretem, 
bie e§ }um ©*<ri$ (DTPnk) tf)nn, nnb ben jübifcfjen 
£(einoie()=£irten, bie natürlich nur um* <&i$mnu% frenibe 
gelber abraetben [äffen. 2a madjt nun Der „Subenftnegel" 
au§ ben „SHeinuiefHpirten" iraiugc SSraeliien, bie atfo 
aud) 311 ben eingangs ennäbnten ttrafcigett ®efe&§* 
öerädjtern geboren. S)axatt§ „folgt" bann, baß aud) bie 
ifmen coorbinirten „?lfum" unter ba$ erfte ©efefc fallen, 
roenn fie nierjt au»na()m*ioeife mit ben Suben „frteblid) 
3ufammcnteben." 3 J 3Ran fiei)t, bie tfttv £älfdjmt0*tt 



*) (£§ foU roof)( Reißen: ,,nad) antifemitifc^ef Stnfcfjauung"! 

2 ; 23e; ©efer nüßtierfiänblid): „jenen, inelcfje roeiben ®leinPiel) 

toon 3§rae(." 

8 j S)er „Subenfpiegel" bringt nodj einen „93eroei3" für feine 
$8et)aupiung au§ 2)iaimonibe§, rcelefier lefjrt, baj$ berjenige, ber fagt, 



— 196 — 

ftcljen im engen ;)m'ammcnn,ange; e§ burfte feine uon ifjncn 
fehlen, foflte bic freene &ügc gtanbfyaft erjeoeinen! 

S)ie mitgeteilten groben bürften jur Genüge gegeigt 
Ijabcn, baß bie nenefte Auflage be§ „Subenfpiegel" ein noefi, 
öcrrocrfHtf)crc3 s $ampi)let ift, als bie früheren, jnmat bie 
oben in (£ap. XII gegebene Stjarafteriftif ber 4. Auflage 
gumeift and) für bic angcblidj „oöflig unanfechtbare 
Raffung" ber 5. gutrifft. Warn ögl. 3. 25. „Subenfpiegel" 
5. 5htfl. ®efe£ 60 mit oben dop. XII 9lx. 10; <5>efe^ 79 
mitSRr. 11; ©efe£ 86 mit 9Gr. 12; ®efet3 91 mit 9lx. 13; 
©efe£ 92 mit dir. 14 u. 3(. ©ctbftoerftänMidj finb in 
tiefet neuen Raffung be» „Sabenfpieget" alle gfalfdjimgen, 
9Serbref)ungen nnb tturoafjrfjettett gn finben, bie mir roeiter 
im ?(nl)ang III in ber „nnffenjdjaftftdjeti Unter judjung be§ 
£jerrn S)r. Safob ßefer" nadjroetfen »erben. 

llnfer oben im (iap. XII au3gejprodjene§ 
Urteil über ben „3uben[piege{" erteibet atfo and) 
burefy bie nenefte, fünfte Auflage feine Säuberung! 



2lntiang IL 



O3c0cw ben &b$wvüucUn igfisUaüj. 

(Stbbrud au§ ber „Süb. treffe" Saljrg. 1893 SRr. 9 ©. 93 f.) 

„SBie id) bem ftenograprjiicfjert 93ericf|i entnehme, fjat ber SIbgeorbnete 
Kaplan SaSfiac^ in ber preuBifdjen 2anbtag§fifcung bom 20. gebruar 
nadp'tefjenbe rntd) betreffenbe Untoafjrljeiten Vorgebracht: 

„@8 fjat . . . (Suftab Sttarr, auf (Seite 45 ber Sörofctjüre, bie be* 
titelt ift „5übifd)e§ grcmbenredjt", bem 5Dr. §offmann borgeroorfen, 



(Sott Ijabe ba§ mofaifdje ©efefc mit einem anbern bertaufdjt, raie bie 
(£firiften unb 2>M)ammcbaner e§ fagcn,.3U ben Seugnern ber Sfjora 
gefjört. 2ttfo, folgert ber „Subenfbiegel", muffen aud) bie Sfjriften ben 
jübifdien £b,ora<2eugncrn gleidjgeftettt fein! SMefen „93ewei§" mirb 
irorjl ber „Subenfpicgel" felbft nid)t ernft meinen. 2öenn ein IM»*»*, 
ber bie Stljora leugnet, getöbtet toerben foü, fo fotten es aud) fci* 
Cl)Hft*n, toelctje bie Sfjora leugnen!! ©ann müßte aud) jeber 
9iid)ijube, ber ben Sabbat nidjt fjält, getöbtet roerbenü 



— 197 — 

bafe er in feiner SBrofdjüre „nitfjt rebiicfj" in ber 23emei§füf)rung Der* 
faljre. SSor manchen ^c&räifctjen Söüdiern ift ein S3orbrud, in bent eS 
Ijeißt, i>a% bie SBorte „Sffum" unb „öojim" nict)t auf bie Gljrifren gu 
begte^en feien. 2tu§ biejem 23orbrud fjat nun 2>r. £>offmann einen 
93ebjei5 jn führen berfudjt, inbem er fagt: ©a fe£)t ifjr ja, baß e§ 
falfdi ift, unter „2lfum" einen Sänften gu berftefjen." ©eimegen fmt 
9iobfinfob,n bem £>offmann borgemorfen, ba$ er rjier „etma§ für 
baaxe 3Kün^e ausgebe" — „miber beffereS SBiffen"; er fjat ifjm alfo 
gfilfcfjung borgemorfen." 

<2omeit £eri - QaZbad). Seber Sa£ ift unmafjr. 1) SKarr' S3or* 
hmrf, baß ict) in meiner 23en)ei§füf)rung „nicrjt rebtict)" berfafjren Ijaben 
foE, bejiefjt ficf) nidjt auf meine ^»aupttrjefe, baß unter „®öt;enbienern" 
bie (griffen nictjt gu berftefjen finb, fonbern auf eine gang neben* 
fäctjlic^e, für bie eigentliche grage böllig bebeutung^lofe SSemerfung 
über ba§ Verbot ber 3ofI=£)efraubation. 3 U0em § ai 2Ka*J aud) in 
biefem fünfte nacrjträglicr), nadjbem icf) iöm brieflich bie böllige 
9tid)iigfeit meiner Söefjauptung ermiefen tjatte, feinen 93ortourf (bgl. 
©. 68 feiner Scfjrifi) bafjin mobificiert, baß ein ,,fet)r unborfidjtiger 
2tu§brud" gebraucht mürbe. 2) ©en Safc: „Sa fefjt ir)r ja, baß e§ 
falfd) ift, unter „Sffum" einen (griffen gu berftefjen", ben £)a§bacfj 
al§ bon mir gefagt unter 2fnfüfjrung§3eicfjen borbringt, fjabe tdj in 
meiner 23rofdjüre meber mörtlict) nocf) infjaltlicfj auSgefproajen. 33iel* 
mefjr gipfeln meine 2tu§füfjrungen gerabe barin, bafc „2tfum" ein ©e* 
fdjöpf ber ßenfur fei, baß urfprünglidj an bieten ©teilen bafür ein 
anberc§ 2öort (®oi) geftanben rjabe, ba% bie Sftidjtjuben überhaupt 
unb bcSfjalb mofjt aucfi bie ßfjriften begeicfjnen fönnte. 3) Sdj fjabe 
niemals, toie QaZbad) behauptet, au§ einem „23orbrud bor mandjen 
fjebrätfdjen 23üdjern" für meine Sbefe einen 93emei§ gu führen ber* 
fudt)t. 33ielmebr fjabe idj in meiner 33rofdjüre (5. 14 9?ote 2) au»* 
brüdfidj erflärt: „2fffe ben fjebräifcfjen Söerfen borgebrudten ®unb* 
gebungen bleiben unbeachtet, toeil man einmenben fönnte, biefe feien 
blo§ ber (Senfur tuegen gefcfjrieben." Scf) i)abt in meiner ©cfjrift eine 
folctje güfle edjien, unantaftbaren 93emei§«3KateriaI§ borgebradjt, t>a% 
icf) be§ QXDtiielfyafan boflftänbig eniraifjen fönnte. Sern 2fbgeorbneten 
Qtäbad) ift meine ©cfjrift fünf £age bor feiner 9tebe ^übermittelt 
toorben, er fdjeini e§ aber für gut befunben 3U fjaben, biefefbe an* 
gugreifen, bebor er fie gelefen. 1 ) 4) <5» ift nidjt mafjr, baß, mie £>err 



x ) ©r. §offmann'§ ©cbrift ift £errn Kaplan ©a§bad) mit anberen 
SBiberlegungen bei ß'der'idjen 23ucfje§ am 14. gebruar burcf) un3 ßu* 
geftellt unb gugleidj münblid) unb fcfiriftlicfj beffen 2lufmerfamfeit auf 
ben ^acfjtoeiä ba^, „2lfum" ein Setifur^rgeugniß fei unb auf Sfiriften 
ficfj nicfjt begieße, gelenft morben. &teb. b. „Süb. treffe." 



— 198 — 

Qazbai) feine £örcr glauben machen witt, ©uftao iPiarr mir bie 
„93etocisfübruug au§ oorgebrudten Äunbgebungen" junt 93ortourf ge* 
macht hat. (£r citiert nur einen getoifjen föobfinfohn, beu er aber 
auf ®. 68 feiner (Schrift au§brücflicr) be a aoouirt, ma§ ,£>crr "Sa^bach, 
für gut fanb — ju überfefien. 5) S>icfer Diobfinfohn fjat nicht meine 
üBrofcrjüre, bie er gar nicbt fannte, angegriffen, fonbern einen einzigen, 
mehr al§ ein Sahr gubor bon mir gefcbriebenen 3 c ' illll 9- art ^ e '' in 
welchem ich mich lurj faffcn mufeie unb auch burfte, toeil ich 
^Ausführlicheres für bie fpäter erfdjeinenbe Schrift berfpracb. 6) 2Iud) 
aus jenem 3 e i' un 9 §ai;1 ^ e ^ tonnte nur ein böswilliger Lügner »om 
Schlage Diobfinfofjn's bcraullefcn, bafj icb aus ben SSorbruden in be* 
bräifcfien 23ücbcrn einen 23etoeis ju führen öerfutfjt fjabe. 1 ) — £>crr 
*£a§t)aü) fäbrt fort: 

„(£§ f)at fich £>offmann berufen auf beu SKaimonibes, unb nun 
toirft 2Karj bem £>offmann bor, beiß er ben Sftaimonibes gang falfcb 
citirt habe." 

£as finb jtoci Unwahrheiten in einem Safce! 1) (£§ ift nicbt 
wahr, bafc icb micb auf 9J?aimonibes berufen fjabe. 2) ©s ift nicbt 
toafjr, bafc Sftarr, mir oortoirft, ba'% icb ÜPJaimonibes gang falfcb citirt 
Ijabe. 3Iuf @. 137 — 139 meiner SBrofcfjüre betone icb nadjbrücflicbft, 



] ) Sn biefem SIrtifel, roeldjcr in ber „Süb. Sßr." Sabrg. 1883 
9?r. 54 erfebien, beruft fieb &err £>r. £offmann auf bie „gablreicben 
r>on ben berühmieften Rabbinern alter Qciten ausgekrochenen (Jnt* 
fcfjeibungen, welche jum geringen Steile ben neueften £atmub* unb 
<SchuId)an*2iruch*2IuSgaben »orgebrutft finb". Unter ben „gabireichen 
©ntfeheibungen ber Rabbiner aller Reiten" fann ©r. £>. natürlidj nur 
baZ bon ihm gefammelte, foäter in feinem Suche niebergelcgte un* 
toiberlegliche 2ftaterial gemeint haben, ba aus ber überreichen güfle 
jener (£ntfcf)eibungen nur ein berfdjwiubenb geringer Sheit neueren 
ruffif eben Salmub* unb ©djulchan*2trua>2lusgaben oorgebrutf t ift, nämlid) 
bie be* 9t. 9Jcenacbem miä (13. Sahrh-), 9t. 2Rofc§ Gf)agi§ (17. Sahrl).), 
9t. Safob (Jmben (2Inf. b. 18. Sof)rlj.) u. 2t. £afe biefe »or mehr alz 
100 Sahren in SBerfen, Welche nur für Suben lesbar finb, mitgetheiiten 
(Snifcbeibungen babureb, nicht 8 an SBc)nei?-fraft oerlicren, bah fie ein 
aßarfchauer ©rüder neuerbings bem Salmub oorgebrutft hat, ift für 
jeben SBoflfinnigen felbftDerfiänblid). Ucbrigens fei baran erinnert, ba$, 
tote toir in ber „3üb. treffe" 9tr. 48, 1885 unb 9tr. 11, 1887 mit* 
theilten (»gl. auch „^eujeit" 9tr. 26, 1887 unb „Ceftcrreid)ifchc 
SBocbenfchrift" 9er. 45, 1885, 9er. 6 unb 7, 1886, 9er. 4, 188?) 
ber berüchtigte Sügner 9tobfiniof)n neben feinem gälfdjergen offen 
a5rimann*3uftu§ ber bejahlte §anblanger Rohling' 8 toar. £>as ift ber 
@etoör)r a mannbe3£errn£:asbad)! Habeatsibi! Dieb. b. „3üb. treffe." 



— 199 — 

boB STaimonibes' llrtfieil über bie 6f)riften für un* nid)t mafegebenb 
ift, ba er ton ber SPielirjalil ber franjöfücrjen unb beutfdjcn iRabbinen 
üfrerftimmt rourbe. 3d) babc nur auf ©. 148 3ur SScrifjcibigung be§ 
3Naimonibee' erflärt, bafj berfelbe sroar bei ben ßeremonialgcfetjen 
offen oline gurd)t feine 2lnfid)t über bie Gbriften ausfpridjt. aber bei 
ben rjeibenfeinbiicfjen 9Icd)t§iä§cn niemals aud) nur anbculet, bafe ein 
derartiger <5at; gegen bie Gfjriften gilt. £e§f)alb glaubte id), geftüfct 
auf nod) anbere ©rünbe, 2>iaimonibcS gegen ben Sßorrcurf ber ßrjriften» 
feinbidjaft oeribeibigen ju fbnnen, inbem id) annahm, baiß berfelbe 
groifrfien bem ©öfcenbicnft be§ £)eibenlf)um§ unb bem ßfjriftenifjum 
rcobl untcrfd)icben Ijabc unb bie gegen bie allen f)eibniid)en (Srbfeinbe 
SlraclS (bie JRbmer) erlaffenen ©efefce auf bie Gfjriften nidjt an* 
geroenbet roiffen rooflie. ©cgen biete meine Apologie be3 2ftatmonibe§ 
toenbel fid) 2)iar;e (rote id) glaube mit ilnrrcfji). inbem er meine Unter* 
•'dieibung eine „fünftlidic" unb „in biefer gorm bem 9??aimonibe3 roie 
bem 5talmub boüftänbig frembe" nennt. S5ie§ ift ber mafjre %[)aU 
beftanb, ben ber 2(bgcorbnete ©albadj bafjtn berbrebt bat, bafe er 
meine Slpclogie bes 3>iaimonibe§ al§ eine ißerufung auf 3ftaimonibe£ 
unb bie Slblcfjnung meiner Apologie burd) SJiarj als einen ©orrourf 
beweiben, „ba% id) ben 3Kaimonibe§ gan^ falfd) citirl Fjabe" barju* 
freuen fiefj erlaubte! (Snblicf) roill $err QaZbad) in einem ©a§e, ben 
®ui:ao 23Jarr au§ einem meiner ©riefe (<S. 75 feiner ©d)r.) mittfjeiit, 
SPcatcrial jur SSiberlegung ber neueften 3tabbiner*(£rflärung gefunben 
baben. (£r bat ben Ea$ total mifeoerftanbcn, root'ür id) £>errn 
©. 2Xarr (Sic £alman in Seipjig) al§ Beugen anrufe, roeldjer be* 
ftätigen roirb, ba% ber «Saß nid)t§ enthält, roa§ ber 9>kbbiner-(£rflärung 
rciberipricfjt. — gum cEcfjlufe nod) ein SBori: 3dj rjabe ben £>errn 
Slbgeorbneten £a§bad) in sroei ©riefen auf feine unroatjren ©e» 
fjauptungett aufmerffam gemad)t, rjabe babei roiebcrfjolt betont, baf3 
id) nur einen im beften ©lauben oon it)m begangenen Srrttjum bor* 
ausfege unb bereit fei, ifjn in perfönlid)er Unterrebung bureb, au§* 
fübrlidjcrc 2Iu§euianberfe§ung bon feinem 3rrlt)um gu überzeugen. 
£>err ^a^bad) fjat miefj bis gur Stunbe (SRitirood) ben 1. SRär^ 
9iadimittag§ 4 tlfjr) ohne 2lntrcort geiaffen. Sa? enthalte mid) jebeS 
HrtbeilS über biefcS ©erfahren unb fjabe aud) tticfjt etroa, um "perrn 
S^aebad) eine? ©eiferen 5U belehren, fonbern um ber 35?ar)rr)eit roillen 
borftcfjenbe geilen getrieben. 



200 — 



2lntjang III, 



(£ine Ärttif ber Sdjrtft: „©er Subenipiegel im Sichte ber JBafjrljeit", bon 
£)r. Iituob (jßdter, ^rir>atbocent für femittfc^e Ätiologie an ber ®gl. 
2tfabemie ju fünfter (2. 2lufl. ^aberborn 1884, 93rmifaciu§*£rucf'erei). 

Stbbrucf an3 ber „SSracItttidjen Sttonatöfdjrift" C=öeitage ,^ur „Sübifdjen 
qßreffe".) 1884 Vit. 11 unb 1885 Ta. 2 u. 4. 

2Kotto: £>ie Spraye ber SBafjrfjcit beftefjt eungücö, 
aber bie 3 un 9 e ^er ~"ge befielt tiicfjt lange. 
(Spr. 12, 19). 

Sßon befreunbeter Seite wirb mir bie uorgenaunte 
Schrift sugefcnbct, mit ber SBitte, fte in ber literarifcfjen 
Beilage ber „Sübifdjen treffe" 31t recenftren. %d) las bie 
©djrift bis 51t (£nbe, fonb aber barin fo- unerhörte Singe, 
bofe icf) wieber unb immer wieber bü§ Titelblatt befragte, 
ob benn wirflid) ein ©occnt an einer ftgl. 2(fabemie 
ber SBcrfaffcr biefe§ 2Berfe§ ift! Stodjj ber Sefer mag felbft 
urtf)eiten; icf) laffe sine ira et studio eine rufjige, fQcr)£icr;e 
föritif folgen. 3)r. ©tfer mag micfj miberlegen, wenn er fann! 

I. Sie fatjdje ©ruubtage ber (Scfer'|cr)en Sdjrtft. 

3>er SScrf. fngt im Vorwort ©. 6: ,,3ct) bin nidjtS 
weniger als ein Subenfreunb, benn terj fenne ben 2almub." 
9ta, wenn bies ber e inj ige ©runb ift, fo fjoffen wir, 
S)r. Gtfcr balb 311m Subenfreunb 31t machen, benn wir 
werben iljm bis" gur ©oibens bewetfen, ba$ er ben wirf* 
licfjen 2almub nidjt fennt, mag er and) bie 3 cf>m äl)f c^r iften 
oon (rifenmenger, 9lol)ling, Suflus n. 3t. ausweubig gelernt 
fyaben. C£t behauptet (©. 6 unb fonft) mit guuerfidjtiidjer 
entfd)tebenbett, fem* gewtife ftitn tttdrt m imfeer- 
lc$?n. 3Sie nun aber, wenn fte boer) wtberlegt werben? 
2öir wollen fetjen! 



— 201 — 

gnerft bie SPiittkeitiuicj, bog dien Unteriudmngen 
©tfer'S gefältelte leite 511 ©runbe liegen, gefälfd)t nidjt 
burdj „rabbinifdic Änijfe,* fonbern oon ben Kenforen bei* 
d)ri[tlid)cn Snquifttion, oon beren „^nrificationen" ®r. 
(Jcfer nnb 2(nbere jumSeften geljalten merben!! ©te 33er* 
faffer bes (£dnt(d)an=?(ntcf) femten ben 2tu§bnuf „2{fum" 
gang 11 nb gar nidjt. (ir ift oon djriftttdjcn (Senioren 
in ben 2dn*ld)an=9(ntdi l)ineingeid)mnggeit roorben, um io 
jebe Spur Don (Xi)riftcn mit Gh,riftentf)nm au§ bemfelben 
aiK^umer^en. ^tefe nid}t n*eg3iiteugnenbe 8Bal)rl)eit tjabe id) 
oben im XIII. Strtifel an*füt)rtid) beforodjen. Xarauä er* 
ftetit Sebcr, bn^ bie elften beiben ausgaben bes £d).=2r. 
(beliebig 1565 nnb 1567), foioie minbeftens bie bret erften 
Mrafaiter Sluägafon (1578, 1580 nnb 1607) oon „Slfum" 
nidjtS wiffen; bafj [ie oielmetn* bei Benennung uon ^itd)t= 
juben ftreng unteit'dieiben groifdien bem 3üiebrncf „@ö^en= 
biencr" (Obede Elilim nnb Obede Aboda sara) nnb „Sfädjt* 
jnben" (Goi, Nochri u. a.). 35Bo, nad) bem Sntjatte 5U ur= 
tfjeilen, entfcfjieben oon Gljriften bie Diebe ift, bo ftefit 
niemals berSutebrucf „©öfcenbiener". 2(lfo an alten „nn= 
nüDerleglidjen" 33eraeisfteÜen (&fer'§ (2. 22 f.) 3. 25. beim 
Ärcuje (D. Gf). 113, 8) fteiu nidjt „©öfcenbtener", fonbern 
„9tid)tjnbe". 

2er Canon purificationis 1 ) ber d)rifitid)en Genmr 
fd)reibt oor, jeben Jlnsbrncf „®öfcenbienft" ober „9iicf)tjnbe", 
an§ toetd)em irgenbroie ettoa§ für ba§ (Xt)ri[tent()iim dlad)-- 
tt)eitige5 511 entnehmen märe, gu ftreidjen nnb an beffen 
(Stelle „2(fum" 311 fd)reiben, ba biefer 2ütsbrncf fid) ent* 
fdjieben auf Reiben (Sternanbeter) begießt. 23eim <2dv2(. 
n,aben ftd) nngtütf(id)erioeife bie Genforen bie <2ad)e aU^u 
leidjt gemacht, )k t)üba\ einfad), ot*ne naef^nbenfen, jeben 
Slnsbrncf „©üüenbiener" nnb „9cid)tjube" faft ot)ne %Lv&> 
naljme geftrid)en nnb für bie beiben (oon bem SBerfaffer 



l ) 9JäIjere§ ü6er bieten Gason ift ^u rinben in 3tein'cfmeiber§ 
,§e6räit'cf)e S8t6tiograpf)te", 33ar.b V, 3. 72 jf. 23gl. auef) &af. ©. 130. 



— 202 — 

forgfältig unterf djicbeiien i-^ciclmnngen c^reicf>iiictf^tg 

„?lfiim" gefegt. £ie3 finben wir fdjon in ber ^Inegabe non 
Venebig 1593, auf bereit Sitelbtnit bie 9Borte „Con liceutia 
de Superiori" geigen, bau bas &>erf non ber (£enjnr ber 
Csnquifitton „unrificirt" nmrbe. 1 ) 

2Bie e§ mm iiad) Grfemttniß biefer 93aljr|eit mit bett 
„inriinnanen" 05cfet3en bee Scrj.=2L fteljt, barüber rohb oben 
S. 131 ff. ausfufjrlicf) ge|procnen. 

Sei beut C^efe^e uon bem Bretts I)abcn mm tun b ige 
Weltforen fo corrigirt: „Üffienn ein Sternanbeter mit 
einem 3bo( entgegenfommt", 2 ) gang fo, roie bie Stettiner 
Sütsgabe rjat, wa§ Cicfer (S. 31) irrtbümlimenoeijc nls 
„rar>bimid)eit &niff" beäeidmet. 9iad)lnfftge Weltforen bar 
gegen ftricfjen bas ,,©oi" nnb festen „?lfnm" bafür, liefen 
aber bas „£reitä" flehen, unb jo entftanb bie löcfierlidie 
ftignr Dom „Sterttattbcter mit bem Ärettj", bie 2)r. ßrfet 
in feinem ©utadjten cor bem ©ericf)t*l)ofe gu fünfter nl^ 
„nmuibcrlegUcrfen Veioeie" nräfentirte! 

£r. (£tfer ift mit 25 or urteilen an bie Unterfndmng 
gegangen nnb babttrefj 51t fatiet)en Otefnttateit getmtgt. Öd) 
bitte benfelben mm, für eine finge ^ett feine lügnerifcfjen 
Stfnnänjdrriften bei Seite 51t legen nnb bie iföerfe ber ra6= 
biniicrjeit Literatur ornte Voreingenommenheit 31t lefen; 
er wirb bann balb übergengt [ein, bafc bie (Triften bem 
2ä)M. nid)t als ©oßenbiener gelten, gegen roeld)e wir 
„fdjroff nnb inrjuman" fein bürften. 

Schlagen wir 3iioörberft auf 3ore £ea 124, 24. 2)ort 
lagt 3ffcrie§ (naefj bem £erte ber .Profaner 2ln3gabe 0011 

l ) 3d) überlafjc e§ bem djriftiidjen ©etuifjen £r. £cfer'ö\ ficfi bie 
grage gu beantworten, ob e§ gerecfjt ift, wenn er un^äfjlige 2)iale in 
jciner Sdirift bie Jcjtfätiefjungen ber Söilnaer Ausgabe als „rabbiniicfje 
Änine" r>erbammt, ofjne ju bebenfen, bafe bie djrh'tlicben Senioren 
ber heilig enSnquijttion bte gälicf)ungen ber jübueben (smruien in 
großem iPiGfeflabe begonnen Ijaben! „3a, $ube, ba#iü etwa? Stnberee!" 

*) So 3. 33. in ber alten „con licentia de Superiori' gebrueften 
SKantuacr 2tu£-gabe mit bem ßornmenlar .,Gur Arjeh ■ 



— 203 — 

1580): cn ra mwotp % .$h l ) mn -n |»ai b. i).: 3n 
biffer Seit, finb bic (>>ojim feine ©ö^enbiener . . . ." 
£ie§ f)aben aud) bic großen Öffner ber frangoftfdpn unb 
ceuticfjcn Scfntle 31t adeu Seiten gelefjrt. (Sie Stellen finb 
oben e. 138 f. cinqefüfjvt). ^asfelbc leint nnen ber Gomnienrar 
„Sifte Kohen" 50 Sore^ca 151, 10 (-Kr. 7) unb wirb nud) fein* 
oft in ben fpätern fteiponfcn geteert. $g(. 5. 8. 8tefponfen 
Chawot Jai'r (qebrueft Sfranffitrt a. 3ft. 1699) 2. ob: 
rreKc# in« • f ns S:S vot m» nrrop nsip ikS nrn jc?a ona 
D'pcici d"»3 ra ny-iS nxosn S:i icr ■pan"' psi o-bp «-1:2 
••na cn *.SS:: «S. 

„Sie ©ojim in bicier 3 e ** f ,n0 i* feiner iBc^ie^ung ©öfcenbiener, 
nad)bem fie ja an ben <5d)öpfer bc$> £>immel§ unb ber (Srbe glauben, 
unb 2ißei, »a§ jutn fTiaerjtfieile gegen ©ojim im Jalmub unb in ben 
ßobices gefunben mirb — barin finb fte (bie ©ojim unicrer Qtit)- 
nidit mit eingefcrjfoffen." 

vsft bct3 beutlicr)?! föat uieü'eicrjt ber 93erfaffer, ber 
berübmte Rabbiner 3air Gfjajtm Sadjracf), feine Dteiponfen 
für (£lu'ifteu gefcfjrteben?! SSierjig Sflijre fpäter (1739) er* 
frfjien ber erfte 33onb ber SReiponfen „Scheilat Jabez" be§ 
großen fRabbi 3acob Gruben, be§ SBerfaffers mm 48 (je* 
bräifcfjen Steffen. (Sine eingiqe (Stelle (Seite 70b Dtejp. 41 
r>. S- 1737) fei njer roörtticf) mitgeteilt: 

döt -.p" pS . . . m: misy H3jp v.^S ]nis parw ^iw Sa 
7ns ;w .woim S;? unnn ctriaa vni crvS;: cSbnö u«n iS'ek ,wjn 
•732 p loa orvS;« pnS uru« p'inor thsa D'Din unv .*| , -k £ ? rmna -101V 
a»2nfr.*nS 7-« c:iao r.-i'oc q*n pni icen Srai man je i h n tfn -wiSa' 
cn^y n2>" ck\ nixo t cnoie* cn osyrts er« <: . . . BWS r.; S21 to^jj 
»an nfopS pSm ino cnS b» ]c:ij, % lSaptr nnx pp'n cr.S tr» epei prg» 
.Hin c^iyS p*?n cnS »' cSiyn now n»cn nc« -12:1 cnS nnin wa 
„®an3 3§rael tjäll fie (bieSSötfer in biefer 3eü) für ?ti(f)tgö§en* 
biencr. £arum müßte i^r 2cben l^euer fein in unfern Stugen, felbft 
toenn mir über fie f)errirf)ten unb fie unl unicrn)änig mären in unicrem 
2anbe; um teie fiel meljr finb mir aufeerfjalb 5ßaläftina'#, mo 
toir unier ibrem Schallen Stfiufc finben, t>erpfficf)tet, fie ebenfo (reie 



1 j £)ie efjtiftlicfjen Genforen Ijabcn leiber aua^ an bicier Stelle 
ba$ ,,©ojim" in „2lfum" berbalf)ornt, fo bafc ber llnfinn f)erau§fommt:. 
„Sn bieier 3"t ftnb bie Sternanbeter feine ®ö§enbiener." 



— 204 — 

fie unS bcidniijcn) mit unferer ganzen £raft ,^u befcfjtrmen unb fxc bor 
bem £obe unb Her jcbem Sdjaben unb ^ad)t^cil ( ^u be»abren. Stucfj 
bie 93ef/iilung ifire§ (EigentljumS muß un3 obliegen — bie§ 2ttle§ ift 
felbftberfränbUdi . . . £enn fie mären nidjt ju neraebten, wenn fie 
(auef) nur) bie fieben ©eboie (ber 9Joacf)iben) rjieften, unb »enn fie bie* 
jelben auef) überträten, fo mürben fie (bafür im 3em'eii§) beitraft 
»erben, am ßnbe aber »erben fie feiig. Sftacrjbem fie nämlid) if»re 
Strafe empfangen I;aben, baben fie 2Sof)nung unb 21ntl)eil an ber 
emigen Seligfeit nadj ibren SScrbienften. £>aben boef) bereits längft 
bie Seifen gelehrt: „Sie frommen aller Golfer fjaben Stntfjeil an 
ber jufünftigen SBelt." 1 ) 

Sßaruut ober, wirb man fragen, fommt im Sdjufdjan* 
Sfrudj bennod) an gmei bret Stellen öor, bafe ©egenftänbe 
be» tfjriftttcfjen Kultus wie ©egcnftänbe bes ©ö^eneuttu» 
betrachtet inerben foflen? $o(gt ntdjt barau» mit notf)= 
roenbiger ©onfequeng. baß bie Grjriften üon ben Suben löte 
©ö^enbiener bet)anbe(t werben muffen?! Setber r)at biefer 
«£rugfd)tuf| ben Schein ber SBafjrfjeit, unb e§ ift bem uer* 
ructjteu SuftuS, ber jetbft bie SBaljrljett gan§ gut fennt, 
nur affjufeljr gelungen, bie uon SBorurtijeilen befangenen 
einliefen ©tjriften id)mäl)Iict) 511 betrügen. SBir motten 
nun Sßafjrljeit unb &larl)eit über biefen Sßunft Derbreiten 
unb bo§ teuftifebe 2rugne£ bes bosijaften Sügnerä §er= 
reiben. 3^ btefem 3 ra ctfe fei ein ©efe£ auZ bem &d).M. 
(Dxad) (Xl)ajim 156) nad) ber jtoeiten Ärafaner ?lu§gabe 
mörtlid) mitgetbeitt unb überfejjt: 

nyav 1S 3«ruv xsr ch^-tt «map i2v; n p z-; qnrran^a "inrn 
-nvnrn ug nwnw n"»pa a»S*pö ci .run -.73 Sy yos» 16 zmbv isyi 
pnoimaa Sj?«|Ki mi rrnaya a^aw nrn ;c?2 ovoan j'sr owa nm ;^ti 
■dii d»ch> cw penwa» x-s pw an» rwc ny fr cr.;i2 mpa Sas n-,; srnapn 
snnna o*un p« nn Sirzr: jnn xS tfl? vzh cirr: -71 B"y wxo xh\ "vm 

„?iüii fei ge»arnt, fiel) ,^u affoeiiren mit einem ÜTCoatfjiben, ber 
©öfcen bient, eielleicbt »irb er iljm (bem Suben) sum Scfimur oer* 
pfüdjtet »erben, unb er (ber 3ube) »ürbe übertreten (i>a$ SSerbot) : 



l > ©er „orttjobore Rabbiner" yerjt barau§ bie Goniequeii^, ba'% 
ber jübifebe Slrjt feine cf)riftlicf)c Seidje feciren bürfe, i>a bie§ eine 93er> 
le^ung ber i<Jen ; cfienwürbe fei. Gbeuio entfebeibet aueb ber Scbuldian* 
2hucb Sore Tea 349, 1 ; r>gl. oben XI, „©er eebte ^ubenipiegel" § 13. 



— 205 — 

(Jr (ber Käme be§ frcmben ©oticö) fott nicfjt gehört werben auf 
bebten 93efel)l. £>agaf): £od) erlauben iftandjc, f i cf> mit ben 9?id)t* 
juben 1 ) in biefer (gegenwärtigen) Qcit o u offoeiiren, benn bic s Jtid)U 
juben bon fjeutgutage fdjmören nidjt beim frcmben ©teufte (beim 
tarnen eines fremben ©oite§); toietuoljl jte ben frcmben ©ienft (ben 
9camen eine§ anbern @otle§) erwäfjnen, fo ift bennod) ir)r ©ebonfe 
an ben ©djöpfer be§ £>immel§ unb ber ©rbe; fie gefefien nur bent 
tarnen ©ottc§ eine anbere Sad)c bei. 9S>ir finben aber nirgcnbS, 
tafe tjierbei ba§ Verbot: „23or einen 95ünben foüft ©u feinen Sfaftofe 
legen" anjumenben märe, benn ben üftidjtjuben ift bie „33eigcießung" 
(SBcrlöugnuug ber (Sinljeit ©otte§) ja gar nid)t berboten. " 

©tefer ©djutcl)an= s Xntd)= s }>aragrapl), ber in fiareu 
SS orten bartljut, bafj bie Stellung bes SubentfjumS bem 
Gf) riftentljum. gegenüber eine gang embere ift, ai$ gegen* 
über bem £eibentt)um, unb ber be£l)atb oon ben 93er* 
läumbern ber öuben toofytroeiSliri) tobtge|dmncgeu wirb, 
bebarf für ben Uneingeweihten einer näheren (Srflärung. 2)ie 
©runbtefjren be§ Subentfjunrö, toetdje nad) Sore ©ea 163, 
2 unb SKatmombeS H. Issure Biah 14, 2 bem cmgcljenben 
Sßrofetyten mitgeteilt werben, finb: 1) ber ©taube an bie 
©infjeit ©orte* (71 w), 2) bo§ Verbot be§ ©öfcenbienfte§ 
(m» miaj? iidv). dagegen Reifet e§ raeiter bei 9)iaimonibe» 
(ba\. 14, 7): bem ©er %o\ti)ah, bem Sfticfyt juben, ber ficrjin 
einem jübijcrjen Sanbe anfiebetu will, wirb blo§ bie 33er= 
pfticrjtung aufgelegt, ba* SBcrBot be» ©ö£enbicn[te3 (unb bie 
Ottbern noactjibijdjen ©ebote) gu Ratten; ginn ©tauben an 
bie (£trtr)eit ©otte§ aber roirb ber S>ctct)tjubc ntcr)t oer= 
pflichtet. ®er ©er Sofctiab f)atte ftdj blo§ gu ucrpflidjten, 
an ben unfict)tbaren ©Ott, ber £>immet unb @rbe (b. 1). alle 
Sßetten) gefcljaffen, 51t glauben, ir)n angubeten unb nietjt bie 
©efdjöpfe anftatt bes <&dfoöpfer§ gu oereijren, raeil bies" 
geroöijnlitf) gu ltnfittlidjfeiten führte; nüe er fict) aber biefeä 
unfid)tbare göttliche 9Sefen backte, ob alz eine (Einheit ober 
a(§ eine S)retetnigfeit, bantm fümtnerte ficr) ba§> Subentfjum 
nidjt. SSenngletcn ba$ Subentljutn für ben Suben ben 
©tauben an bie ©tuljctt ©otte*, als bie cingige 2Sal)rf)eit 

1 ) Sn ben ®rafauer ausgaben ftefjen bie 2(u§brüde „®utb,im" 
unb „®ojim" promiscue für „üftidjtjuben"; bgl. oben 2trt. XIII. 



— 206 — 

3iir elften Sßfltdjt madjt, fo ba$ bie üßeruiugnung biefe§ 
©fanben§fafce3 bem Silben als ^linutf) (.^le^erei) unb ^?Cb= 
götterei angerechnet wirb, 1 ) fo rechnet e* bcm Triften bett 
("»Hauben an bie S)reieinigfeit nidit ptö©ünbean. 9i äRofe 
Sffertel iel)rt bentgemäfe: „£cr.3ube, ber beut (£l)riften 
33eranlajfung bietet, feinen (Stauben 31t befennen, 
tbut fein Unrecht". Senn, wenn bie Sljora fagt: „93or 
einen SBftnben fotift Sit feinen Stnflofj tegen", io bebeittet 
bie§ naef) rabbiuifd)er Auslegung nur, man [olle feinem 
äßen fdjen SBevanlaffung sur Sünbe gefcen; ber Gijrift 
begetjt aber (felbft nad) ber Slnfdjannng ber onben) 
gar feine ©ünbe, wenn er fief) sunt ©tauben an bie 
©reieinigfeit befennt, weit ben „©ojim" Mo3 ber ©ö|em 
bienft verboten mürbe unb Gtjriftentjjum eben fein ©üt3em 
bienft i[t. 2lnber» i[t e§ für ben Suben. 33enn ber 3ube 
bie Ginfjeit ©otte§ uertengnet, fo begebt er bie Sünbc ber 
2(bgötterei, Aboda sara(= fremberS)ienft);benn ba$ oberfte 
©taubenebefenntniß S§rctel'§ tautet: „§öre SSsael, ber 
(innige nnfer ©ott, ber Gange ift einig=eiiiäig", unb jebe 2tb= 
weidjung oon biefen ©tauben mirb il)m als „frember 
SMenft" angerechnet. 

£jerr S)r. ütfer mirb fcfmn jefct begreifen, weld")' ein 
aberwitziger Srugfdjhtfj e§ ift, wenn manage jübifcfie 2Cpoftaten 
behaupten, ba$, weil ber 3ube oom G>t)riftenti)um fid) 
ebenfo wie üom ©ö^enbienfte fern t)ält, er ben Gtjriften wie 
einen ©ötjenbiener betjanbeüt mufj! 5)a§ ift £ug unb 
£rug! Ser ©ö^enbiener ift nacr) jübifdjer 9(nfd)ammg ein 
©Ünber, ein ööjewidjt, ein $einb ©otte§, beim er übertritt 
tagtäglidj baä göttliche, an alte äßenfdjen ergangene Verbot 
be3 ©öfcenbienfte§; ber (Sfvrift aber begebt (nad) ber 2(m 
fdjannng be3 Silben) gar feine ©ünbe unb fann, wenn er 
fonft gerecht ift, bei feinem ©tauben ber ewigen (Seligfeit 
ttjeitfjaftig werben. 



*) ©orum galten anef) bie 3ubend)rijten, „Sftajarener" (cnvi: 
genannt, bem Salmub a(§ ©ö^enbiener, benn ber „$e£er" ift gletct) 
bem „©ögenfciener." 



— 207 — 

Xas biefe uon 3fferfe3 nur fct)üdnerii unb beweiben 
vorgetragene 2(nfid)t niebt nur bereits uon mehreren often 

Sittorttaten atiSgeiprodien, ionbern aueb noeb, fpäter uon ber 
überroiegenben SD^er)rr)ett ber Dtnblüuen aeeepttrt unb liegen 
aße (iimoürfe Dertr)eibigt würbe, fjiben nur oben S. 147 
bargetban, wo nicht weniger aU jroanjig rabbinifdje äESerfe 
aufgesärju finb, roeldje biefen Sefjrfafc a(§ ^>alacr)ct feft= 
fi eilten unb (311m Ibcil in großen toiffcnfdiaftlicben 2lb* 
banblnngen) eifrig oertbeibigteu. £>ier fei nur gegeigt, wie 
biefer L'ebr>at3 nacb unb nad) immer ntelir ©oben im 
jübifcfjcn (ticieße gewann, bis er eublicb in feinen legten 
notbioenbigen Ctoniequenjen ba3U fübrte, bie „Dtecbtsun* 
gleicbbcitviätje" jmifdjen 3uben nnb „Oöojim", bie in beu 
jübiidieu Gobice* ftdi noeb uorfinben, in Jöesug auf bie 
(ibrifteu gänjlicfj 51t onnnUtren! (£•§ mögen tjier nur einige 
ftreng ljaiaditfche Süisfprüdje, loelcbe als für bie gefe^licfje 
Sßrarfö maßgebenb fjtngcftcDt mürben, citiri werben. (SCnbere 
3ar)(reicr)e Gitate ftnbet man oben 2frt I— V). 

9i Sabbatbai £oi)en (1646) erflärt in Sifte kohen 
§u S. S). 151 9fr. 7. Xantens be§ SfferleS (im Darke 
Moscheh), baß man beutjutage ben Grjriften 23eif)raitdj unb 
onbere ©egenftänbe, bie fie 511m C£itttite uenoenben, oerfaufen 
bürfe, ba fte bod) bnmit feine Sünbe tbun (ogt. oben XI 
„$)er ecfjte ^ubenjpicget" § 46). 

£er Gommentar Beer ha-Golah, ber 311 adererft mit 
bem 3cf).=3r. äufamnten gebrutft würbe (2unfterbam 1662) 
unb feit btefer 3eit als getreuer Satellit bemfelben immer 
3ur Seite nein, bot bie 6onfeqnen$en »euer gejogen. (Sr 
bemerft 31t (£1). 9ft. 266, 1: äBenn im &ä)M. gefagt uürb, 
man bürfe einem „Kuthi" bie oerlorenc Sadje niebt §urücf= 
geben, bnmit man nicfjt bie Sünber unterftüfce, fo Dürfen 
bie 6 rjriften niebt in biefe§ Qiefcjj eingefdjfoffen »erben; 
benn bie Sbriften finb bod) nacb dl. üttofe SfTerteS' axtä* 
brücf lieber (gntfdjeibung gar feine Sünber! S)iefe@rftärungen, 
bie fchon feit 220 Sauren an ber Seite beS 2d).4i. neben, 
rjeben niebt nur biefe» @efe<3 am, fonbereu and} noch Diele 



— 208 — 

onberc „inhumane" (Sefefce, wetcfye mit biefen im Stammen* 
gange ftefyen, löte ja au et) wattier) Beer ha-Golah nocf; 
an anberen Stellen betont, baf; bie grommen affer Völfer 
fetig werben, nnb aujjerbem ficts bie äßarnung auäfprtdit, 
ber SReft Säraefö foflc fein lluredjt tfmn. Vgl. Beer ha- 
Golah §u & S>. 367, 1, (£mbe; 31t (Sf). 9^.34,22; 348,1; 
388,12; 425,1, 

S)ie oben cittrten Dxefponfen „Chawot Jai'r" (1699) 
geficn nocr) einen (Schritt weiter, inbent bort ÖllM, roa§ 
gum 0iacf)tt)eil ber „©ojini" gejagt wirb, in öejug auf bie 
„an ben 8Bettf($öpfer gfaubenben" 6r)rifien für nngittig erftärt 
wirb. (5b unb in fpecielt tjatadjifcfjer ^ejierjitng p. 6a). 

di. iDtofe (SfjageS fügt in feinem Vitctje „über bie ©e= 
böte" (msan rbx, gebrucft 1713) 31t ben bereits oon feinen 
Vorgängern angeführten ©rünben nocrj ein onbereS Moment 
l)in§it, ba$ un§ ftreng gebietet, Siebe unb ©eredjtigfeit gegen 
bie (Sfjriften 31t üben, nämtief) bie oon ber Sfjora ftreng 
gebotene ^fiicfjt ber^anfbarfeit, welcne unS oorf treibt (-Seilt. 
23,8), felbft bie Slegtypter, bie m\§> ai§> Sflanen berjanbett 
unb nnfere Ätnber erfräuf't ijatten, nidjt 31t oerabfcfjeucu, 
ba wir bodj al§ $rembtinge in ii)rem Sanbe 2Cufnaf)ine 
gefunbeu (ogL ©ebot 564). Samit tjat 9i ü)iofc Gl)age§ 
feineewegs etwa§ Weites gefcigt. ©cfjon ber alte berühmte 
(Sreget 3i. ©attib ®imer)i teerte in feinem (Sommentar 31t 
^f. 15,5: 

„<£§ ift gettnfc, hals toenn ein üfttcfjijubc bem SSracliten Siebe unb 
äSoljtifjaten erioeift, auef) ber SSraelit betpflidjtet ift, iljm Siebe 31t 
erroeiien unb toofjlsutljun, unb t>a% Seifjen ofjne ^in\cn ift eine größere 
355of(ltr)at al§ ein ©efcfjenf, bei 93iele fidj fdjämen, ein ©cfcfjenf cmgu* 
nehmen, a6er nid)i, 3U borgen." 

Sm 8ar)re 1737 tonnte 91 Sacob (Smben in ben oben 
angeführten Biefpoufen e§ als bie allgemeine nnb [elbftoer* 
ftänbücr)e Sfnfictjt mm gang Israel fjinfteffeu, ba% unS 
Öeben unb Vermögen ber Gtjriften treuer fein nnb wir bie= 
fetben mit affer föraft befcf;üt3en muffen. 1 ) 8m Safjre 



J j £ieie§ flaifii'crje ^eugnife be§ berühmten D?abbiner§ miegl um 



— 209 — 

1750 fanb tiefe allgemeine 2lnfid)t in bie grofce ialmitbifcfye 
3teal=@nct)f(opäbie be3 9t. Sfaaf Sampronti Sfufnafjme 
(PachadJizchakStriVu). 3m3af)rel757erfd)ien ba% berühmte, 
f)öd)|t intereffante (Senbfdjretben be§ dl. Sacob (fmben über 
bct§ (£f)riftenü)nni, ba* üon feinen ©egnern angegriffen würbe, 
ba% er felbft aber in einer gefjarmfdjten ©treitfdjrift (er* 



fo fetterer, oIS er felbft babei gegen baZ ßijriftentbum poletnifirt 
unb bie oben angeführte 2tnfxtf)t be§ 3fferIeS, bafc ba§ ©fjriftentbum 
b!o§ als Schittuf (SBeigefeEung) ju betraefc/ten fei, befäm.bft. ©r fdjreibt: 
„3dj meinerfetlS tjabe gmar 33ebenfen über biefe (sadje, benn, mie idj 
glaube, Reifet „93eigejeEung", bafj man bie ©infieii ©otteS anerfennt, 
an S^n als ba§ einzige ^ringir aüe§ ©ein§ glaubt unb nur 3t)m 
anbere ÜDfttteltoefen beigefeüt, benen ©r bie Seitung biefer Sßelt an» 
bertraut bat unb bie man be§megen autf) göttlich, berefjren muffe, 
üßicfjt fo biejentgen, meiere an gmei ober brei Sßrincipien glauben; 
mit it)rem Sftunbe berefiren fie brei gefonberte ©emalten, wenn fxe aud) 
fagen, ba% fxe eine ©intjeit bilben, unb mit ifjrer gunge 3ljm trügen, 
je nad)bem e§ itjnen in ben 8inn fommt (@oit, gelobt fei @r, möge 
un§ babor bemaf)ren!). — ©iefe gepren möglidjermeife nicfit gur 
Kategorie ber „93eigefetter" (D*Dn»ö). Senn bie, meiere biete ^Srinci* 
rien annehmen, finb ©ectirer, »eil berjenige, ber fidj metjr al§ ben 
©inen auSerroäblt, auet) ben ©inen nidjt bat, mie bie§ fict) bon felbft 
berftebt. — SDennoch, aber mag un§ genügen, ba$ ßttttf Zövatl 
fie (bie &t)ti]tcn) für S^i et) t = ©ögenbiener I)ätt; barum 
mü%te itjr Seben treuer fein in unfern 2Iugen, felbft, menn mir 

über fte b/rrfdjten " (Scheilat Jabez 1. c). Stlfo dl. 

Sacob felbft moltte (i. 8. 1737) gegen SfferleS entfdjeiben. 
«Seiner toiffenfct)aftlicr)en llebergeugung nad) ift ber crjriftlicrje 
©taube ein ©ö^enbienft. ($n ben fpäteren ©Triften, feit 1757, 
t)at er biefe feine Stnfidjt geänbert, bgl. oben 2lrt. IV). 2lßein er 
beugt ftd) unb gibt feine 2tnfut)t auf, »eil einmal gang Sfrael 
anber§ entf Rieben r)at. SMefe 2Infict)t bon gang 8§rael ift bem 
JRabbi bie@otte§ftimme, rr>elcr)e für bie^3rarjs> mafegebenb ift, 
toonactj mir gegen bie ßtjrxften liebeboll unb geregt fein muffen 
unb fxe niebt mie bie alten Reiben bebatxbeln bürfen. — 2Ber nad) 
biefem flaffifcfjen 3eugniffe fxet) niebt boEftänbig übeqeugt erflärt, bafj 
e§ ben mafegebenben rabbinifd)en Autoritäten mit ifjrer ©rflärung, 
bafj bie ßbriften nict)t aB ©öfcetxbietxer 5U befianbeln feien, tjeiliger 
@rnft mar, nun ber mill bie 2Bafirl;eit nicfjt toiffen. ,,©r liebt btn 
gluä), fo trifft er ibn; er mill nicfjt ben ©egen, fo bleibt er ibm. 
fern!" ($f. 109, 17). 

14 



— 210 — 

fd)ien 1762) nid)t nur in allen fünften aufredjt biett, 
fonbern ond) biirct) ben 3ia dune is befräfttgt, baß feine ^tn= 
fid)t bereits oon berühmten alten 9Cutorttäten ouS* 
gefprodjen mürbe. (SBgl. oben Sfrt. IV). 

Seber SBernünfrige fielet bierane, baf; bie (Srflaruna.cn 
be§ franjöfildHübifdjen ©tynebrürmS unb bk ßefjren ber 
neueren jübifdjen Stelig tousbüdjer aller Parteien, ba$ rair 
bie (Styriftat wie ©ruber lieben muffen, nictu urplötilicr), 
fonbern burd) einen natürlichen geidjidjtlidjen s $rogeß gut 
(äirfdjetnung tarnen, unb ba§> SSerbienft, biefen rjeilfamen 
l)ifiorifcf)en Sßrogefj eingeleitet unb im ^rincip beffen 
©nbrefultat bereits cor mefjr ol§ 300 Saljren unoerrücfbar 
fefl aufgeftellt 51t rjaben, gebührt 511 aflererft bem oietge* 
fcf)mäl)ten 3i. iicoie Sljerlcs, ber erften Autorität be§ 
©ct)ittd)an=2trucrj. SHadjbcm biefer erfiärt batie, bie Greiften 
feien feine ©örjenbiener, unb biefem Seljrfa^e im <2d).=9(. 
eine fefte Stätte geboten, mürben bann fpäter alle Stürme 
gegen biefen Sali jtegretdj prucfgefdjlagen, unb bas JHe= 
fultat biefeS juiffciifcf)aftlicr)eit Kampfes im jübifdjen Sager 
tonnte ber griebe gnnfdjen bem Rubelt tt)um nnb bem 
Gtjriftenttjum fein unb bleiben. 

3eber 9C>cenfcf), ber nur einen gatvtfen oon Humanität 
in feinem SBitfen trägt, müßte über bieie gefcfjicfjtlicfje Xr)at= 
facr)e innigfte {yreitbe empfinben. 9cicr)t fo bie in be» alten 
boshaften 9(malef§.£yufctapfen fcfjreitenben Subenljaffer. 
Sie motten feine 93 r ü b c r f er) a f t, fonbern {yetnbfcr)aft, 
nkrjt Siebe, [onbern^afj, nid)t ^rieben, fonbern Strieg! 
Sie oerrofteten SBaffen au§ ber alten 3 c ü bes Kampfes, 
ba bie Gfjriften mit bem Scrjioerte bci% 23 tut ber Gliben 
oergoffen nnb bie Sitbcn mit ber Jyeber Z inte gegen bie 
Grjriften öerfprl^ten, werben rjcroorgcljolt, 11m bie rotje, 
ber SBergeffenljeit anheimgefallene Vergangenheit gu neuem 
Seben 51t enneefen. 

2fllerbmg§ bat ©r. Crcfer (in ber Sßorrebe feiner 3cr)rift) 
feierüd) erflört, oon biefer gefäln'ticljen autifemtttieben Stnr 



— 211 — 

mutig ficr) nicfjt fortreißen 511 laffen. 2Wein mir rooCert ifrni 
geigen, bafc er bereits mitten in biefer Strömimg ftefjt! 

II. 2)ie Hnroaf)rf)eiteii in ber ©djrift ßtfer'ä. 

äßemi mir alle Diejenigen (Stellen an§ ber @rfer'fcr)en 
Sdjrift citiren moltten, in benen burd) nerfdjiebenartige 
gälfcfjimgeii nnb Unricfjtigfeiten ber Söüfjrfjeit in'§ ®efid)t 
gefdjlogen wirb, )o mürbe biefe unfere Äritif einen tuet 
großem Umfang einnehmen at§ bie recenfirte Schrift. 1 ) 
SBir befcfjränfen un§ be§l)alb, fjier mir einige 93eifptete mm 
$cilfd)imgen angitfü^ren, um baran§ einen roicfjtigeii Sdjtnfj 
für bie Jöenrtfjeüung ber üortiegenben Schrift 51t äierjen. 

1) Sn ©eje$ 95 lügt SnftuS: 

„£cn Suben iff e§ ftretig bcrboicti, ifjren ^irdj^of 31t ber* 
unreinigen, b. \). ... einen 2üum (Triften) benfelben betreten 3U 
laffen. — (£§ ift fonft benSubennie erlaubt, bon einem jübifcrjen 
ftircf)f)ofe . . . SS or tt) eil 3U Ijaben; toenn aber ber ©runb unb 
Söobcn cincS jübifcncn ^irctitjofS einem 211 um (Gt)riften) gehört, bann 
ift e3 erlaubt, eiteaige ©rlrägnifje be§ Sirdjljofä . . . 3U berfaufen, um 
mit bem ®rlö§ ben ßirajljof aßmäljlig al§ @igenif)um fiel) gu ertoerben, 
ba eä für bie Sßerftorbenen eine ©erjanbe ift, auf bem ©igen* 
tfjum eine§ 2lfum (griffen) gu rufjen." 

2>ie erfte 23efjaur>titng, ba$ ein (Sfyrift ben jübifcrjen 
griebfjof nidjt betreten bürfe, ift gang an§ ber Snft ge= 
griffen; eine foldje 3SorfdE)rtft eriftirt nicf)t. (Scfer f ct)reibt : 
„bicö fieftt im Gommentar Pitche Theschuba (üftote 1)". 



l ) Stuf eine falidje Angabe glauben wir boefj toenigfien§ in einer 
3tote tjintueifen gu muffen, toeil fie tenbengiöS 3U fein fdjeint. @. 76 
3äf)lt (Scfer bie 7 noadjibifdjen ©ebote auf, unb überfefct babei baZ ©e* 
bot: pj»*in mit „ber [jübifdjen] ©brigfeit 3U getjorcfien," unb baZ 
äSerbot: >nn \o 12« mit „fein S3lut gu geniefeen." Seber, ber £>ebräifdj 
berüeljt, meifs, ba% biel falfcb ift. S?t it pann wirb einfach bte 3\ecfit§* 
pflege geboten (SDcaimon. H. Melachim IX, 14), unb mit *nn ;o 12« 
mirb ein bom lebenben £b,iere abgefcfjmtteneä ©lieb berboten. £>a§ 
SBlut ift felbft bom lebenben Spiere bem 9ioad)iben erlaubt (OKaimon. 
bat. IX, 10). Waä) ber richtigen Heberfe^ung finb bie Gfjriften boll* 
ftänbige £fj or*$ßrof einten, unb man berfteljt, ma§ ©r. ©der ober 
feinen ©etoäfjrSmann ju ber gefälfdjten Ueberfefcung bewogen Ijat. 



— 212 — 

Mein bort fteljt abfohtt nidjtS, roaS bem and) nur 
äfynlicf) märe. 3uftu.3 fcrjeint bie§ ßrfer oorgelogen 31t 
fyaben. Sind) bte sroeite 33ef)nuptung, baft bie Suben e§ afö 
eine ©cb onbe betrachten, auf bem(£tgentf)itm eine§(£t)riften 
3U rufjen, ift eine breifte Süge, 1 ) metdje (Scfer oermitteß einer 
argen @*camotage au§ bem &d)M. 31t belegen uerfudjt. 
@§ roirb nämlidj au§ & ©• 368,1 ber @?afc angeführt: 
ii33 viw D«i3j? tö nrapn S^nS na ibx onai onsia . . .narr 
oTian. [§aga:] „9ftan oerftmft bk\e ©adjen (roa§ auf bem 
$riebf)of mäd)ft), um 51t retten ben Äirdjfjof an% ber £janb 
eine§ 2lf um, benn baä ift @fjre für bte £oten." — ©0 bei 
©der; in SSirftidjfeit fleht aber im 3. 2). baf. ^otgenbes: 
d.tSj?p rrnS-s mrc is nrapn Sj?a> crapyna nwrb im» pt 
•wdk 'xi B*T3jjn Sy mens njno map btnww paa nrapn "pwS 
orai craia rwa bnpn t p«i nano nwnna dk *a 1T3 ninaS 
D'nan 1133 inw D"iav to nnapn S'xnS ra iSx. „(£benfo ift e§ 
ertaubt, einen 9ctt£en 31t jicljen oon ben Kräutern, bte auf 
ben ©räbern finb, ober oon beit Saumfrüdjten, bic bort 
ftnb, wenn e§ §um Sßufcen ber Araber -flefcfjieljr. SSenn 
3. 25. ein ntdjtjübifdjer -^errfdjer |I«Jj ntsf fren 
föröbrnt wtibtxx laßt unb man itjn baran nur 
burd) tuete 2Cu3gaben njubern fann, moju ba§ SScr* 
mögen ber ©emeinbe ntcr)t r) i n; r e t er) t , fo oerfauft man 
biefe ©adjen, um bte ©raber au§> ber ©ematt be§ 9tfum 31t 
retten, benn bie3 ift eine (Srjre für bte Xobten." 

S)ie ©raber werben benmacr) babnrcfj gefdjänbet, bafc 
btv (Gcjttaltljabf v &«* tyittt betvitttf H»*ibe$t laßt» 
liefen 95orberfatj r)at 3uftu§ forte^camotirt, unb ©der madjt 
e§ trjrrt nad), oijne bie gälfdjung 31t merfen!! 

2) 3m ©efek 91 ergebt 3fuftu§ bie ttngeijetterücrje, oer= 
täumberiftfie ?tnftage, bafc e§ bem Stoben geboten fei, bei 
bem £obe eine§ (£ fjriftcn fid) 51t freuen. 2)ie[e gätjcf)iutg ift 



a ) 23aljr ift nur, bab naef; bem &afmub e§ eines ©etecfjten un* 
roürbig ift, in einem ©ra6e gu ruljen, ba§ niefit fein ©tgentfjum ift, 
oijne Unterfcrjieb, ob e3 einem anbern Suben ober einem Stiften getjört. 



— 213 — 

oben <S. 123 genügenb djarafteriftrt; e§ würbe nacf)gewiefen 
bofe wir natf) bem Stf).=2I. nidjt einmal über ben %ob 
unferer grimmigften $einbe unb Verfolger, rote e§ bie alten 
©gtwier waren, un§ freuen bürfen. 3tf) erftaunte, biefe 93er* 
läumbung bei ßtfer nidjt nur roteberr}o(t, fonbern fogar 
nod) burdj ein Gitat begrünbet gu fefjen. (Her ftü^t 
biefe 2Cnflogc burd) ben <&a% in 3-$. 344, 8: D^Dymcisyn 
rrnSSi iconS ppoynö p» unb überfe^t bie§: „2)ie 2lfum 
unb bie Sflaoen betraure man nid)t unb man gebe ifjnen 
nidjt ba§> [te£te] ®eteite". Siagu giebt @. nod) folgenbe S3e= 
merfung: „2)afe ber Sube fid) freuen joH, wenn ein 2lfum 
ftirbt, ift nad) früher ©efagtem gang natürlid). SDer (£om= 
mentar Beer ha-Gola bemerft nodj bagu, e§ fei bit% 
eine $reube, bie lein ®elb foftet." 

©ine unerhörte $ä(fd)ungü ®erabe ba% Entgegen* 
gefegte lefyrt Beer-ha-Gola. 

£)te 2ßorte be§ <5ü). %. lauten richtig überfefct: „2Ba§ 
bie 2lfum unb ©flauen betrifft, fo brauet man ftd) nidjt 
§u bemühen wegen beren Xrauerfeierlicr)feit unb beren 
Seidienbegteitung". £)agu bemerft ber Beer-ha-Gola: vh» 
?'Djp [ö»D3 pn mapbi nssa 1 ? pmxn b. f). „2ftan brauet 
nur gu oerauftatten, raa§ für ba% Xragen ber SBafjre unb 
ba§ 23egräbnif$ n Ott) wen big ift, »gl. aber (£ap. 367". 3n 
<£ap. 367 fagt nun berfetbe Kommentator im tarnen be§ 3Ser= 
fafferS be» <5d)M., 9t.3ofeof) ®aro: „Sftan ift aud) oer= 
pflichtet, bem 9?id)tjuben ba§ te^te ©eleite gu geben, 
wenn baburd) ber triebe geförbert wirb, ober wenn e§ ein 
frommer 92id)tjube ift, ba feftfieljt, bafjein frommer 
3?id)tjube Sintfjeil an ber ewigen ©etigfeit Ijat". 

2)iefe Rumänen Seljren geben ber (Sdj. 21. unb ber 
Beer-ha-Gola! S)ie jRor)r)eiten, weld)e 2)r. ßtfer in beren 
tarnen oerfünbet, fmb erlogen unb erbietet!! greitid) 
fann id) mir nidjt benfen, bafj S)r. ©tfer ber Urheber 
biefer unerhörten Süge ift! Steine 93ermutf)ung über ben 
Urfprung ber gälfd^ung in ber ©tfer'fdjen (Schrift will id) 
am <Sd)luffe biefe§ 2trtifel§ üorbringen. 



— 214 — 

3) £>ben ©. 123 ff. Ijaben mir bie frecf)fte Süge be& 

SuftuS gefe nnseidjnct, „reo ber Betrüger bie Stirn l)at, 

bem (5cr)ulcrjan=2lrud) ba3 gerabe (Sntgegengcfe^te t>on 

bem, roa§ er roirflicf) jagt, untersufcfjieben". liefen 93e= 

trug uuter§eicr)net bie (Schrift (Scfer'3 or)ne Sebenfcn, inbem 

bort bitrer) eine unscheinbare, plumpe $älftf)ung ber Säge 

ein ©cfietn öon SBarjrfjett oerlieljen roirb. 3m 3- 2X 372, 2 

fagt nämlicr) ber ©d). 2t. : „(SS ift Diedjt, baft ein Sßriefter 

ftcr) i)ük, auf bie @räber ber 2lfum gu geljen". 1 ) ^ierju 

bemerft SfferleS: ( J vonnS pa) pVpe «r» ^oy» „ s 2Bierool)l 

einige erleichtern, fo ift e» bennoefj richtig, 51t erfdjroerett". 

©emnact) entleiben forootjl ®aro als aucr) 3|ferle§ für 

bie erfdjroerenbe 2£nfict)t, roonaef) 9?idjtiuben ebenfo 

roie Suben unter „adam" begriffen finb. 2)ie§ atle§ 

genirt @cfer nicfjt im ©eringften; breift beftätigt er baZ oon 

Suftu§ erlogene ©efe£ mit ber oon bemfelben erlogenen 

33egrünbung. 2>amit aber bk Süge nid)t fo augenfällig jei, 

roirb ber Xejt be§ &d)M. gefälfd)t. JDer 9^acr)fa^ be§ 

SfferleS roirb oerfcfjroiegen unb nur ber 23orberfat3 "'oyw 

pb'po wv mitgeteilt, um fo ben (Schein §u erroeefen, bafc 

SfferfeS ber erleidjternben 9lrtfidr)t folgt unb bie (£t)riften 

nidjt al§> 3ttenfd)en betrachtet! 



*) Sm Salmub gießt e§ nämlid) eine 2tnficrjt, ba^ bie Seiten bon 
9?idjt*8uben nidjt berunretnigen, weil ber 2lu§brutf adam, ber bei 
biefem Steinfjeitägefefce in ber 93ibel gebraucfjt roirb, nur ben Suben be* 
äeicfjnet. 2Bir b>ben oben ©. 124 natfjgennefen, bafe felbft bie Vertreter 
biefer 2litfict)t nidjt int ©ntfernteften baran gebort b,aben, bie 
9Hd)tjuben für 9hdjt*9ftenfcf)en gu erflaren, unb ber ©d). 91. 
erflärt auSbrüdlid), ba§ biefe Slrtfirfit nidjt mafcgebenb fei! SBenn 
nun einige 2et)rer be§ 2alntub§, roie JRoIjling u. 2t. borgeben, toirflid) 
beraubtet gälten, JJidjtjuben feien feine 2Renfd)en, fo tjat ber 
© er) . = 2t . in biefnt Sßaragrabljen gegen biefe 2t n f i et) t einen 
^roteft eingelegt, ©iefelbe 2td)tung ber SBürbe aller 2T?enfcf)en 
giebt ber ©d).*2t. aud) in 3. ©. 345,1. inbem er berbietet, einen 
TnenfcrjUcrjen 2eidmam, foroof)! ben eine§ Suben al§ ben eine§ 9Hd)t* 
juben §u irgenb toeldjem 9?u$en ju gebrauchen, bgl. oben ®. 82 f. 

2 ) ©0 in ben erften 2tu§gaben. (Spatere 2tu§gaben fjaben )i3>i 
mit 93aro; ber ©inn nmfe ben'elbe fein. 



— 215 — 

4) (Sine gleich uttgeljeuerlidje Jyätfcbung befinbet ficf> in 

@rfer§ Schrift ©. 120. SBtt citiren erft ben SBortlmtt ber 
CueHe [cimmt Ue&erfefcung, rote fte Gtfer mitteilt: 

Crben f^a^CSjer 44, 8: 
ri:y pi penrp '» [5*8» ubi lr« nrsctp ik oroy vipisn 

„23enn ein Sube eine Ah mit ober eine (Sflaöin tjei= 

ratfjet, fo ift [bie ,§ciratf)] nichtig, beim jic finb nicht fäfjig 
[gu fjeirailjen]; nnb c6enfo ift, mxm ein äktsm ober ein 
Sftaöc eine öübiti geljetratljet l)at, [bie £eiratf)] nichtig." 

lalmnb Äibbnicbin 68, a: 

nenn cy "nenn cy ne crS 13» *op *>c» Kfln 31 na« [S:a 

rperiTp na Ten «St piae»« -nanS 

„SSofjer roiffen mir e*? ©8 fagt 9iab $una: ©§ 
ftei)t in ber Schrift : ,33let&et Ijier mit bem ©feC: [b. f).] ein 
9?olf, rocldjes bem ©[et gleich ift. S)arcnt§ feijen mir, bafc 
fte nierjt fähig [inb 51t rjetrarrjen." 

So bo§ £atmnb=©itat bei ©tfer! 3n 9S>al;rf»eit ober 
[teilt im talmub q. a. D. $otgenbe*: 
cy ne c:S 13» »y ibx k:w an ^a« ?|Sja rvsy:: nncp 
nmea mSi ,pwwp na 'cen «Sn [nar» .menb nenn cy -nenn 
nex ?fS:a rp"DJ .iTsmA n\nn mb*i newn *op nasn ?|bia 

:c3 jnnnn xh »y 

„©ine kernt amtifdjt gklavin — mol)er rciffen mir 
e§ [baß ein 3§rae(it fte fid) nicfjt antrauen fonn]? Dfct& 
£uma fagt: ©e f)cifet in ber Sd)rift: „bleibet I)ier mit 
bem ©[et", [b. f).] ein SSolf, rockbeS bem ©fei gleicf) ift. 
£a [inben mir nur, ba% bie Trauung mit ifrr (ber Sf(atun) 
ungiltig ift, mol)er roiffen mir aber, bnfc i()r $inb iljt (ber 
SOtutter) gleich ift? ©3 ftcfjt gefctjrieben (©rob. 21,4): „3)ie 
grau [ammt ihren ®inbern nerbleibe iljrcm ^errn." ©ine 
|tod)tt*I) (^cichtjübin) — rool)er roiffen mir bie* [ba$ ein 
Israelit fie ftch nicr)t antronen fann]? ©§ ftet}t in ber 
(Schrift (£ent. 7,3): „Sit [oüft Sicf; ntcr)t mit ii)tien oer= 
fdjroägerit". 



— 216 — 

£>ier ftet)t aljo im Xalmub mit flaren, unsmei* 
beutinen Söorten, bafc nur bie Hcttartttitifdjc ^Ulanin 
bem (Efel Dergticfjen mirb, infofern fte, wie be§ 93iet), 
(Sigeniljum iljreS £errn ift unb nidjt über fid) Derfügen 
fann; besrjalb fann ber 3§raelit [ie fid) nirfjt antrauen. 
SDagegen giebt ber Xalmub für bie Ungiltifeit ber Xrauung 
mit Ittdjtjnbctt einen ganj anbern ©runb an: „weit 
getrieben ftefjt: 2)u follft 5Dtct) nidjt mit tljiten Der* 
fd) magern". SBenn man atfo aus tiefer Xalmub*® teile 
etma3 fcr)UeJsen will, fo rann e§ nur ba§ fein, bafc SufruS' 
23erjauptung, bie 3ftd)tjuben gelten bem Xalmub als Itjiere, 
Sug unb £rug ift: benn ber£almub erflärt ja tjier auZ* 
brücflicfj, bafj bei freien jftidjtjubeu eine fotdje 93ergleid)ung 
gaitj unb gar unftattrjaft ift. Um nun bie Süge bes 3uftu§ 
gu rechtfertigen, wirb Don @cfer ber Xejt 0*fälfdjt. 2)a3 
my» nnD» am SBeginn ber $rage wirb weggelaffen, bie 
folgenbe ^tuseinanberfe^ung über llodnttlj Derfct)wiegen 
unb fo bai^utrjun nerfncrjt, ba$ im Xolmub bU (CtjvtfUn 
bem ßfet gleidjgeftelit werben!! Unb bete wagt man „ßidjt 
ber 2Bat)rt)eit" 51t nennen!! (£§ erfdjetnt un§ unbenfbar, 
bafc 2>r. ©der, ber 2)ocent an ber ®önigl. 9(f abernte 51t 
fünfter, mit DoUem23ewuf$tf ein folct)e$älf jungen ausgeführt 
rjaben foffte. 2ötr tonnen un3 bk auffälligen ©rfdjeinungen 
in (Scfer'3 (Schrift nur baburd) erflären, bafc bem SSerfaffer 
bau gefälfcrjte Material Don einer anbern (Seite 
geliefert mürbe, bafj er aber nidjt bie tontnifj beft^t, 
bie sDnetten fetbft 51t Dergleichen unb beSfjalb dou feinem 
^anblanger in fo fcrjmät]lict)er23eife betrogen werben fonnte. 1 ) 

©ö fei nun auf bie fdjreienben Ungered)tigfeiteu 



l j 3n hjefd)' poffierlid)er Sßeife fid) ©efer fjat bupiren taffen, ,^eigt 
bie oben unter 9lx. 2 au§ feiner ©cfjrift erwähnte lädjerlidje 2tnflage, 
bafe nadjbemBeer ba-Gola in 3- ®. 344 „ber Silbe fid) freuen 
muffe, menn ein Sfjrift ftirbt, ba biefe greube fein (Selb 
foftet." SSJir befannen un§ lange, mcfdje Stelle be§ Beer ha-G-ola 
bem ©r. ©der öorgelegen fein fonnte, au§ ber man if)tn biefe ungereimte 
9?ott3 f)erau§ge!ogen. ©nblidj fanben mir ben ^3affu§, ber allein ifjn 



— 217 — 

in ©cfer's <2cbrift ^mßooiefen. meiere ftd) sunt 2l)eil 
gleichfalls nur burcf) bie Unfäf)igfeit beS 93erfaffer§, bic 
Duellen im Original 31t lefcn, erflären laffen. 

III. $ie Ungerecfytigfett in ber ©tfer'fd&en ©cfjrift. 

2)r. (£tfer ifl, tüte er am Sdjluffe feiner (Sdjrift (©. 124) 
fagt, aufgeforbert morben, Suftus' „3nbenfpiegel" grünblid) 
5U unterfu ctjett, ttttb will, wie er uorgiebt (@. 125), ba$ 
35ücr)ieitt „einer firengen $ritif unterworfen" t)aben. 3n 
ber Sfjat aber ift @<fer'3 Scrjrift nicf)t§ 9Xnbere§ als eine 
t)öcf)ft mißlungene Apologie be§ 3uftu§'fcr)en $ampl)tet3; 
benn ba§> Seftreoen, ben SBerläumber auf jebe mögliche 
ober unmögliche Söeife freisprechen unb rein 51t roafcfjen, 
tritt an ungäljligen ©teilen [0 flar gu Sage, bafc e§ wie 
ein £>otm flingt, wenn baZ Sftotto: „Statera justa, et ephi 
justum, et batus justus erit vobis!" an bie (Spi^e ber lln= 
terfudjung geftellt wirb. 2Bir begegnen in ber ®ritif (Scfer'S 
ber Ungercct)tigfeit in ücrfcf)iebener ®eftalt: 

1) 2)arin. baß fie gatjlreidie gälfdjitngen be§ 3uftu§ 
öcrfdEjro eigt, *) 31t oertufcfyen fitct)t, für richtig erflärt, ober- 
gar burdj redjt auffallenbe 2t buofaten kniffe 3U »ertfjeibtgen 



»erleitet Ijaben fonnte jene Stlbernfjeit ju glauben. 8n 8- S>. 344, 5 
Reifet e§ nämiidj: r.vv un on'»y ntron »ja n":y „mäljrenb man bei 
Sinbern r-on SReidjen erft für ©cctj^jätjrige eine Xrauerfeierlidjfeit ber* 
anfialiet. foH man bie§ bei SKrmen fcfjon für günfjäljrtge iljun." 
2)ie§ begrünbet Beer ha-Gola mit folgenben ©orten: anno» Hin rih 
ona navb poo nnS \>tw „Senn bie Äinber finb ifjre (ber Strmen) 
[einzige] greube, i>a fie fein ©elb Ijaben, fidj bamit ju 
freuen." (fidj bamit eine gfreube 3U bereiten), liefen ^ßaffu§ 
mag nun 2)r. ©der at§ 9?ote ju bem Jätern $aragrapb,en 8, wo 
über bit Srauerfeierlidjfeit be§ Stfum gefjanbelt mirb, geliefert 
erhalten Ijaben, unb er Ijat bann in feiner Unnnffenljeit bie ©teile 
üierfegt: „2)ian fofle über ben £ob be§ Slfum fidj freuen, ba biete 
greube fein ©elb foftet." ! ! ! ©3 liegt auf ber £>anb, ba%, roer bie 
Quellen nadjäulefcn öerftefjt, unmöglidj 10 enifefclidje SUbernbetten 
bruden fann. 

x j 3n üieleu fällen gefrfjieljt bie§ au§ itntoiffenb / eit ober 2)iiß* 
öerftänbnife. 



— 218 — 

ftrebt. hierfür nur einige Setfoiele: ©eint ber „Suben* 
fpiegcl" im @e|c| 97 öu3 bcit „©flauen unb ©f(a» 
Binnen" in 3- ©.377,1 „c^ri ftlic^e fönecrjte unbüftägbe" 
macfjt, fo finbet (£cfer bieg „nicfjt nur fadilicf», fonbertt 
mortiid) richtig überfe^t." $n & 2. 251,1 wirb gelehrt, 
bafj man nidjt oerpfticrjtet fei, ben jübifcfjen ©efe£e3= 
Übertreter, ber feine SBufee tijun will, 5U unterftüfcen, bafj 
man bagegeu ntdjtjübifcfje 2umen imterftüfcen muffe. 
Suftus (®ef. 86) fe^t anftatt bei „(MefceSüberrreter" einen 
„3uben, ber Kljrtfi geworben ift", „oerboten" anftatt „nidit 
uerpfticotet", mäfyreub er bos©ebot, nict) tjftbif ct)e 2frme 
5U ernähren, in eine bloße (Srlaubniß oerwanbelt — unb 
ber Äritifer (Srfer l)at fein SSort bagegen einjinoenben! 
Sm „Snbenfpiegel" (<5>efe^3 64) wirb im 9camen bes <£d).-- 
9L referirt: 㣤 ift ein gutes SBerf, ba% jeber 3nbe fidj 
befleißige, bie cfjriftticfje ^irct)e, ober mas 3U ii)r gehört, 
5U erbrennen", unb als Cuelle fjiefür 3. S>. 146,14 
beäeidmet, wo tt)atfäcr)tt£f) weiter nidjt» als bk f)armtofe 9Sor= 
icfirift ftcf) finbet: „$ßer Gwfcenbilber finbet, ift oerpftiebtet, 
biefeI6en 51t oernicf)ten" — Safer erflärt bie§ für „nierjt 
unrichtig!" üiad) % 2. 120,1 foll (Sßgefcf)irr, btö au* bem 
33eft£e eines 9Zicf)tjuben in ben eines" Suben übergebt, buref) 
Untertaud)en in ein rituelle» CueHbab gewiffermaßeit eine 
"Beirje 5111' ^eiligen Seftimmung erhalten, ba ber ^ube 
buref) ftricte ^Beobachtung ber göttlichen ©peifegefefce fief) 
§ur öntbaltfamfeit unb ^peiligfeit ergießen fott. £er „3uben= 
fpiegel" ftefft bei biefer 33orfcf)rift: „rein mafd)eit" anftatt 
„in ein rituelles £Utellbab untertauchen" unb fügt 
jubem bk SBegrünbttng 1111:511: „weil es buref) bie 
23erübrung beS Gtjriften oernnreinigt ift!!" äBtewoiji 
biete Jyälfcrjuitg leid)! 5U bnrcfjicrjaitett ift, ba in bemielben 
rcfi.^l.^aragraprjen gelehrt wirb, bafe man bas oon einem 
?ctcf;tjubeit entie bitte ©eferjirr o()iie Tebilah (Untertauenen 
in ein GtteUbab) gebrauchen bürfe, unb ntcfjt im (£itt= 
fernteften baran 31t benfeit ift, baß bk 33erüt)rung eine» 
Stidujubett baZ ©efcfnrr oernnreinigt, wie überbanpt 



— 219 — 

alle» „3iein=roafd)en" ntcfttö tjilft, um bk Tebilah §u er* 
fefcen — uneroofyl alle biefc Umftönbe e§ fiar bartfjttn, baß 
jene (Seretnonia(^orfcfn'ift unmijg (id) bind) ben get)äfftgen 
üfrimb bes SujhtS erflärt werben borf, gibt ber „ffrenge" 
Äritifer @tfcr bennoer) ruhjg ba$ SBerbifi ab, baft ba§ 
(5>efe^ be3 „Subenfpiegef" richtig fei, uiib baß burdj biefe 
S$.2{.=93orfcfjrift bie Gljriften für unfauber imb fcfjmujjig 
erflärt roerbenü (Sbeufo finbet C^cfer bos fotgenbe Ö>eiet3 
(®ef. 57) mit feiner 23egrünbung richtig, ioo SuftuS bas 
©cinoerbot be§ <Sd).=2t. mit ben SSorten: „meil ber SBetit 
burefj bie Serufjrung be» Triften oentmeintgt rourbe" be= 
grünbet! Seber Ämtbige meiß, bafe bte» eine Untoaf)rt)eit ift. 
Quxd) roelcfje kniffe ber angebliche „Äritifer" mitunter 
feinen Klienten rein 51t roafdjen fucJrt, mögen fotgenbe 
23eifr>iele seigeu: 3n 3- ©. 332 gibt Offerte» einen ©nmb 
bafür an, roarum bie 3uben tjeutjutage nicfjt bie oon bei* 
Sljora oorgefcfjriebenen 2(rmengaben bä ber Srttte jirrütf* 
taffen, mit ben Söorteu: „Se^t ift bie» nidjt gebräudjücf), 
ba bie Reiften (93eroofmer) ^Ztc^tjubeu ftrtb. unb, menn 
man fte gurücfliefje, bie 0ftd)tjuben fönten nub fie nähmen." 
SfferleS rottf alfo ben 9?id)t^$eftanb bes ©ebrauerjeä 
rechtfertigen, ba% e§ nidjt gegen ba$ Ifjoragebot üerftößt, 
ba bie Xfyoxa bk betreffenben ©aben nur 31t ©unften ber 
jübifcr)en2Crmen angeorbnet l)at, nieftt aber in ben gälten, 
wo fte ausfdjliefclidj SRtdjtjuben, unb oietfeidjt gar 
root)Ü)abenbe, nehmen mürben. £afi ber <2dv2t. njer 
erbietet, bk SIefjren 31t ©unjten ber armen Sftrfjijuben 
5urücf3it(affen, fann Sftiemanbem in ben Sinn fommeu; 
im ©egent()eü roirb & S>. 151,13 oorgefd)rieben: pnoe ptt 
n«ci nrw epS Sits-Sa gm "jy T3. „3Jcan barf ben armen 
9cicfjtjuben nicfjt uerroerjren, bk dladjkk, bie oergeffene 
®arbe unb bk an ben Gcfen suvücfgelaffenett Slefrrerc 31t 
ncfjmen." ©ennodj Ijat SufruS bie Stirn, im 9camen beä 
2cfv9£. 31t referiren (®ef. 89), e§ fei öerboten, bie Slerjren 
liegen 3U (äffen, weit bie 9(r tuen ber ßfjriften fict) biefe auf * 
fammetn tonnten! dlad) SttfruS. oerbietet alfo ber £d).=9U 



— 220 — 

-arme Triften 51t uitterftüfeen, linb biefe unerhörte 
Süge t>ertt)eibigt @cfer mit ben SSorten: „2tn bem altge= 
meinen ©ebraud)" barf ber Sube nicr)t§ anbern, fomit ift 
berSütsbnuf be§3uftu§ „e§ ift »erboten" nid)t imrid)tig"ü 
Sn ©efefc 85 lafct ber „Subenfpiegel" ben ®ä)M. 
tefrren: „(SS ift ©nmb[a& bafc ber 3ube fatfdj fd)Wören barf, 
»oÄörp er [trafen Drohen, and) wenn er meineibig gemacht 
unb ber 9?ame ®otte§ entheiligt werben fann." 5>a§ and) 
oon ©efer citirte ©efe£ be§ Sd).=2C. lerntet aber in SBafjrljeit: 
„2öo ®*&*0jhrafie brof)t, nennt man e§ SRotf cr)ir>ur. nnb 
man madjt feinen Unterfcr)ieb, ob barin eine (Sntfjeitigung 
be§ 9?amen§ ®otte§ liegt ober nid)t" (Beer Hag. gn 239,1). 
SufruS I)at fiel) alfo bie ^teinigfett oon gälfdjung ertaubt, 
ba§> SBort „Xobeäftrnfe" in „$örperftrafen" umguänfcern, 
unb fein getreuer ffirfer unternimmt es, bk gälfdjung 
mit folgenbem 21böofaten=$imftftücfd)en gu rechtfertigen. 
(£r fagt: 

„523er ben Sejt be§ 3uftu§ mit unterer- Uebcrfefcung berg'eidjt, 
iüirb Dielfeidjt eine grojje Unritf)tigfett im „Subenföiegel" 3U finben 
glauben, ba e§ in ifjm Reifet „moßörperfirafen brofjen", mäljrenb 
in unferer Ueberfefeung ber 2tu§brurf „£obe§ftrafe" fteljt. 2luf bieie 
^Jifferens ift inbe§ fein ©emidjt gu legen. 9?adj talmubifdjem 93e* 
griffe ift ©ablagen fdjlimmer, al§ töten, ba erftereS ben 2ftenjdjen 
lange quält, le^tereä bielleidjt nur einen 2tugenblitf bauert. ©0 fagt 
ier "Jalmub toon ben brei Jünglingen im geucrofen: Ijätte man 
ifjnen Silage gegeben, fo mürben fie ba§ ©öfcenbilb toeretjrt frnben. 
(Äeitjuboty 33b). 

(So bie 2lpotogie (5cfcr§! 2öir ijaben bem nichts weiter 
tjinjujufügen, afö bie $rage, wof)er in aller Söelt ©r. 
(Scfer bie SalmubfteUe in $etf)itbotf) nebft bem fdjtouen 
®mff fofort bei ber £nnb fyatktll 

2) 21 lä eine fdjretenbe Ungered)tigfeit fjaben wir 
ferner fotgenbe unquatificirbare £anif ber Scfer'fdjen ©djrift 
3U rügen. SuftuS behauptet freif unb feft, nllc feine ®efc£e 
birect au» bem <2djutcfjau=21rucf) entnommen 31t (jaben, 
unb ©der bemüf)t ftd) in feiner (Einleitung, bnrd) Seweife 
31t erhärten, bafc bk ©efetje be§ <5d)M. nodj f)eute für 



— 221 — 

ben S"t>en binbenb finb. SuftuS unb Gtfcr moefiten geafntt 
baben, baß ee Ijcutgutage ein tf)öricote§ Unternehmen märe, 
gegen bic heutigen Suben eine £>e{je in ©cene gu fe^en, 
weit ein, wenn audj nod) fo angesehener, Sube be£ 
Mittelalter^ ftrfj mlniman über bie (griffen geäußert t)at. 
(£§ mußte be*i)alb ba* nodj tjente bei ben Suben in 
©eftung befmblidje ©efetj bud) an ben oranger geftellt unb 
bie heutige Subenljeit bafür 5U1* Verantwortung gesogen 
werben. 91 Hein — es erfdjeint gang unglaublich — biefer 
<Sdjulcf)aii=2irud) bient ben Ferren öuftu» unb (£cfer nur at§ 
2lu§f)ängefd)i(b, unter beffen $irma fte al» Gontrcbanbe 
Ültles, ma» je ein öube über 3eid)tjuben — Reiben, Triften 
ober Mofyamebaner — Ungünftige* ge|prod)en, einfd)muggeln 
unb a(§ gegen bie je^igen (Stniften geltenb oorfüt)ren gu 
fönnen glauben!! Vorgeblidj wirb nur ber <scfjuld)an=2fatcf) 
angegriffen, unb bod) werben bie Suben in berfefljen 2ln* 
flagefcfirift für ben Xatmub unb Maimonibeä, für 9tafdn' 
unb Xofafot in gleicher SSetfe 5m* Verantwortung gebogen, 
ofme bafc babei gefragt wirb, ob bereu Shtsfprüdje fiel) auf 
(Sfniften öejie^en, ob biefe 2lu*iprüd)e noef) in (Rettung 
fmb; ja felbft in ben gäflen, wo fte notorifet) nicr)t oon 
Gljriften fpradjen, unb wo ber (Sd).=2T. fret) gegen biefe 
Sta'prüdje erflärt t)at. 

2öir wollen bies buref» Veifpiele erläutern. Von bem 
ungätjlige Male oon 3uftus im tarnen be§ ©dj.4Sf. citirten 
Sa£, bie (Etjriften feien feine Menfd)en, fonbern nur Spiere, 
^ferbe, ober gar ärger als £unbe, finbet ftdt) feine 
Spur im gangen Scfiuldjan * 2(rud); ja e» finbet 
ftdj and) fein ©eiet3 barin, welches nur burd) einen 
foldjen ©rwtbfafe gu erflären ift, otme burd) im <Bd).M. 
felbft au§geiprotf)ene Motioe ijmreidjenb begrünbet gu [ein. 
2>ennod) wirb biefer <2a£ ungültige Male im tarnen be§ 
<2djuldjcm*3frucfj unter SCnfüfjrungsftrtcfjen oon SuftuS citirt. 
(Scfer f)at nicr)t ben ©eredjtigfeitsjimt, ntnb ljeru§ 3U fagen: 
„bies ift ein $at|tficat!" 9cein, er breljt unb winbet ftdj, 
um auf jebe mögliche unb unmögliche 3Seife ben ^älfcr)er 



— 222 — 

rein 51t toafdjra. £a l)ört mau bie Söorte: „2>er 6öfe©a^ 
ftetjt leiber nur 31t bentlid) im Jahnub!" (£. 29) -— „2)ei 
£a£ tft quo bem G&egetcn 9tafdn' entnommen!" (<§. 51). 
3lber im Sdjnldj anatmet), £jerr 2)r. ©cfer, im ©d)utd)an= 
Sirud) muffen «Sie ben (gafc geigen* gür ben Xalmnb nnb 
3iafd)i woßcn Sie bodj bie heutigen Suben nid)t oerant= 
worüid) machen, ber Saltmtb I)onbe(t bod) nur uon 
Reiben, unb ber @jegei 9?ajd)i erfrört bocf) nur bie 
Vibet, wctd)e ja gleichfalls nidjt oon (Sfjriften fpridjt! 
2ftfo, U)oju biefe Spiegelfechterei, bnrd) meiere fici> bod) fein 
Vernünftiger irre führen läjjt?! SDabei wirb nod) bera$at* 
fcf)er ba§> £ob gefpettbet: „Suftn* Ijat bk beiben oer= 
fcfjiebenen Xejte (be§ 9lafcf)i unb &d).M.) in getiefter 
Söeife mit einauber oerwebt"! ?tun, ein 80b cai% foldjetn 
3)hmbe Fjat ber gälfdjer rebltcf) oerbient! 

Sweimat wieberbolt ber „Snbenfpieget" bk Süge, bafe 
es nacrj bem ©d).=2(. at£ ein „oerbienftlicfje* SBerf" gelte, 
„mit Triften 51t wudjern" (®e[. 16 unb 99). 3Btr Ija&en 
iefe ßüge oben (©. 114 f. unb 127) 3m (Genüge $a* 
rafterifirt unb Ratten, erwartet, and) bei (Scfer eittSBortbeö 
Labels über biefe unerhörte Verlogenheit 5U finben. allein 
aticr)t§ weniger als bies! Safoniicf) bewerft er ©. 43: „Ob 
bie Suben oon ben 2Cfum Sütfen nehmen f ollen ober 
bürfen, barüber finb bie alten jübifcfjen SütSteger fetbftnn* 
einig (9tambam, Hilchot lowe umalwe, Perek 5.)" — 21ber, 
4>err Gstfer! SDtefer Dtambam beruht bodj, wie bereits oon 
Oteten Seiten bis jur ßoibeng bewiefen würbe, auf einer 
mif$oerftanbenen ©ifre=©teKe, unb ber Sd)u(d)ew2iritcn, ent* 
f ct)eibet bod) (S. 2). 158,1) aitSbrütflicIj 0*0*tt biefen 
Stambam! Unb eine fefjr fcefcentenbe rabbinifdje Autorität 
Ijat bod) aud) ben Sa^ beS $iaimontbeS fo oerftetjen 5U 
muffen geglaubt, bafc baS Seiljen an ben -Kidjtjuben ein 
©ebot, baS 3in§net)men aber nur geftattet fei (ß. 9ttc= 
nadjetn Stfarja auS $ano 9lefp. 113)! SCIfo f)ier werben wieber 
bie Suben unter bem SdjUbe beS (2d)utd)an=2(rud) für ben 
Srrttjum be§ 9KaimombeS jitr Verantwortung gesogen! 



— 223 — 

SRotürttd) weife @tfer mir bonn ben äßftimombeS 51t citiren, 
wenn er beffen 2iu*fagen liclnftctti» finbet; bagegen foirb 
berfelbe 27toiraontbe8 totgefcfjWtegen, wenn er eine fdiöne 
^tornliet)ie auffteüt, wiewonj bod) mit Quer 2Kar)rfcr)ein= 
litfifeit ait5itnel)men ift, bafj ber ©dj.--9(. mit btefer ßeljre 
übereinftiinntt. So 5. 23. überlebt (Stfer bie SBortc % dm '30b 
ehv confequent mit „nm bes lieben grieben§ willen", nnb 
finbet e§ ntdtjt ber 9Ml)e wertf), 51t erwähnen, betft 3Kat= 
monibe§ (H. Melachim 10, 12) ausbrütfiidj fotgenbe Gr= 
f lärmig giebt: (9Jian niuft oudj gegen 9iicrjtjnben mÜbtljattg 
fein) „beim fo ftef)t getrieben: ©nt ift ber (Swige gegen 
SXIIe, nnb ©eine SBann^erjigfeit waltet über aßen ©einen 
©cicfiöpfen; ferner Ijet&t e§: S5er £f)ora 3Bege finb liebeoofle 
SGBege, nnb alle ii)re ^fnbe — ^rieben". Step foimnt nod), 
baß biete ©rftärnng bie emsig richtige ift nnb oon 9tte= 
manbem beftritten würbe (ogt. oben ©. 49 f.). Sit folgen 
gfeißen wirb üftahnonibeS oon bem „föritifer" (Mer gang 
oergeffen, wie 3. 33. ebettfo and) 00m „berühmten ©regeten 
Stafdji" nid)t angeführt wirb, baf$ er behauptete, bie heutigen 
©Triften feien feine ©öfeenbiener (bei 91. Serudjem XVII, 5 
p. 158 b, ogt. oben @. 138 f.). 

3) 23ei foldjer ^arteüidjfeit ift e§ felbfioerftänblid), 
batf in ben Ratten, wo im @dj.=3t. felbft gwei Sötftdfjten 
angeführt werben, 3nftu§ nnb fein 2lbüofat biejenige au?= 
wäl)len, bie itjrent £)e£=£)anbwerfe am befielt bient, olme 
SRütfficrjt baranf, bafc 00m &<i)Al. felbft ober oon ben 
Kommentaren für bie anbere Stitftdjt entfd)iebeit wirb. (So 
g. 23. werben in (St). 2fl. 348, 3 oon 3fferle§ gwei Sütftdjten 
angeführt, bereit eine e* ertaubt, bei einem 9tf djtjuben einen 
Srrtljum in ber 9ted)mnig 51t oerantaffen (paws lrnjranb, 
wa§ SnfrüS nnb (Stfer fälfdjlidj mit „betrügen" überfeinen/) 
wäi)renb bk anberen bie§ oerbieten. ©iefe teuere 2(ufid)t 
wirb oon 8fierle§ felbft (im „©orfe 3ftofdje") fowie oon 



1 „öftrügen" wirb au§brurfiidr) int Gf). SR. 228,6 audj bem 
SJicrjtjuben gcgenüöer berboten. ©§ fann olfo biefeä „irre machen" 
<nyt3n) teinc§toeg§ ibcntifcfi mit „betrug" (kbi) fein. 



— 224 — 

faft allen fpäteren Kommentatoren unb S)eciforen als bie 
allein mafegebenbe begeicfinet (og(. o6en (5. 163, 9?ote2). 
2>ennocr) aber roetfc ber „Snbenfpieget" (®ef. 37) nnr oon 
ber elften 2lnfid)t 31t erjagen, nnb ber „JKejenfent" (gtfer 
ift ober (teilt fitf) [o emfäCttg, $u bemerfen, bie oon SffcrleS 
t}tngngefügte groette 2lnfirf)t „f cr)roäcr)t ba§ £auotgefefc 
fanm ab"!! 3n ©ef. 40 mieber ift für Kcfer bie im 
tarnen oon onem v (manche fagen) oon Sfferteg citirte 
2(nfid)t „ba£ ^auptgefety, ba§> er allein anführt unb nocij 
bagu burcf) ungenaue lieber feinmg entfteflr. 33ei ©ef. 41 
werben fogar bie nacf) ber anbern 2lnfitf)t beftubticben Söorte 
yy «in pt, loonacf) bie oon Sufütö oerfcrjtoiegene Sltifidjt 
al§ bk mafjgebenbe erftärt roirb, oon Ktfer einfach — roeg= 
getaffen. Sßei ®ef. 58 rjat ber „Sh'itifer" gänjücrj üer* 
geffen, bit anbere Slnftcrjt im 3- 2). 151, 1 anzugeben, 
loonacf eS ertaubt ift, ben Krjriften KuttuSgegenftönbe, 3. 33. 
SBetivraucf), 31t oerfaufen, roeil, rote Offerte« im ©arfe 
3)cofd)e (citirt im "\°v iL § 7) bk§> begrünbet, ber cfjriftticfje 
Kultus attct)t als ©ö^enbienft, fonbern al§ „©cfjittuf" (93et= 
gefellmig) betrachtet roirb, roa§ ben 9?icf)tjuben geftattet ift. 
2)iefe Stuftest 31t citiren fjat ber föritifer total oergeffen, 
joieroof)! fie allein für bie $ßrarj§ mafjgebenb ift, roie oben 
<2. 142 ff. ftar nacrjgeroiefen mürbe, $reiticrj I)ätte Kcfer 
bann fein ganseS 33nct) ungebrutft (äffen unb feine unbe= 
fcrjreiblicfje Sgnoranj 1 ) unb 9Serbtenbung nierjt fo öffentücf) 
geseigt. 

4) 2tm meiften in bie 3Cugen fatlenb ift bie ungerechte 
9(rt unb Söeife, roie Ktfer bie Kommentare be§ &&)M. 
beultet, 3ft ba% ©efe£ im Kober. gans Ijarmto», bietet fid) 
aber bie ÜDxögticfjfeit, buref) .<perbei3iefntng ber SBemerfung 
irgenb eine* Kommentators ba% ©efe£ 3U einem „böfen" 
ju fiempetu, fo roirb bie betreffenbe 9coti3 am bem ent* 

!) £>ie jQ^ttofcn ©cfjni^er, bie fidj in kr Schrift @cfer'§ borfinben, 
Ijier an&ü\üf)xcn, mufeten nur au§ Sftangel an diaum. unieriaffen. 
SCBir bcfcfiränften un§ DorjugStoeife baremf, ben tnoralifo^en 955ertr) 
ber Sdjrift ju fennseidjnen. 



— 225 — 

fernteüen Gcfen unb (Wen bei bcn paaren fjcrbcigesogen, 
Üftan ogl. 3. 53. biefe lafttf bei bcn ©efefcen 15, 24 (bie 
folfdje ©rfl. oon tferq»), 72 (bie ben &d)--M. gar nicrjt 
erffärenbe Steife be3 Baer heteb), 87 (Beer ha-Gola), 
27 (ben total mißöcrficnbcnen Baer heteb). dagegen roerben 
tum (Sltfer bie Kommentare jebeemat olme 3tnsnai)mc tobt* 
geich>iegen, mo fte bie Seine bcS 2cn.=2l. fo präcifiren, 
bafe fte nichts ©ehäiftpe* gegen bie Gfmiften enthält, ©a 
wirb Mos* ber norfte 2afc be§ Gober. mit ber oberflächlichen, 
aber falfdjen Stillegung be§ Suftaä citirt, fo 3. 23. in 
©ei. 34 bie Stelle (£0. 3tf. 266,1: „23er [bem 2(fum eine 
oerlorene Sack] gnri'tcfgibt, begebt eine große 1 ) Sünbe, 
»eil er bie äRodjt ber ©ünbet ftärft". 3ßof)lmei§ticr) wirb 
aber öerfdjroiegen, vm& Beer ha-Gola am 5tanbe bemerft: 
„2tu§ ber 93egrünbung: „roeü er bte ©itnber unterftü^t", tft ju 
erfefjen, büß biefeS ©eiefc nur für bie gö§enbiencri]d)en 
SSölfer gilt, aber n i.ct) t für bie 23 5 1 f er ber Se^igeii, bie 
an ben SEBelticööpfer glauben, unb beren ©efe$c bor'djreiben, einen 
gunb jurütfjugebcn." 

£>err £r. (Mer, tft ba* abftrf)tli<f)e 58erfcf)ix>eigen einer 
folefien Gommentar^emerrung nidjt ebenio oerbammen§- 
mertf), roie eine auebritcflicfie Süge?! 

3n ©ei. 50 unb 81 rcirb ber 2a£ beä <£c§ulcf)att*2frucf): 
,,©e ift rerboten, einen 9lfum oom lobe 3U erretten", ofme 
jeben Kommentar foroofjl oon Suftu§ mte oon Gcfer an= 
geführt! ?cnn form man oon 2Cntifetniten*öäuptlingen unb 
ifjren 2(boofaten nient oertangen, ba^ fte anbere äßerfe 
nacfijcf)(agen, roo fte (mit 3. 23. in ben oben (5. 83 fg. cirirten 
SRefp. Scheilat Jabez) gefimben Ratten, büß biefe SSorjdjrtft 
ftcfj auf bie Gfjriften nidjt besiegt, beren Seoen unb 
Vermögen mir oiefmetjr mit unferer gansen $raft 
gu fcfjü^en ocrpfltcfjtet itub. Sotdje niefit oor 2(ugen 
liegenbe Ser)rfä^e mifl unb fann ber Sfrttifemit überfein; 
aber meiere ?iiebcrtrad)t gehört ba$u, bie am Staube 



1 ) £a§ SSort „große" üeb,t im Serie nid)t, ba% vx in ecbi anti* 
femiliiaVf)e$eri>'cber 22ei<e b, in 51t gelogen. 



— 226 — 

(Gfj. SR. 425) befinblicbe Kommentar*© emcrfung 51t 
öerfdijroeigen, loetdje ausfüfjritdj barlegt, ba$ biete 23orfirift 
unmöglid) auf bie (Sfjrtften fid) bejietjen fauu! Unb 
CScfer bat baran nict)t» auegufefcenü üftod) bei nieten an* 
bereu ©efefeen ignorirt er bie bane&enftefjenben Kommentare, 
nadj benen ba% öefefc ganj harmlos ift. 

Die ein3ige 93erti)eibigung, meiere bem 5)r. @tfer offen 
ftel)t, ift bie, hak er afö ooflftänbiger Ignorant im 
9iabbimj$*4pe6räifd)en btinbtinge einem oerrudjten Leiter 
gefolgt ift, ber itjm bas sCueEenmateriat naef) eigener 2lu§= 
traf)! unb gefälfdjt in bie £anb gegeben bat. freilief) 
bürfte mau e§ auf anbereit 23iffenfcrjafts=©ebieten nicfjt 
roageu, mit fold)' mangelhafter Äenntniß auef) nur ein ob= 
ffures Söevf eine» objfnren Sdjriftftellers 5U frttifiren. 
9tber nm§ auf auberen ©ebieten als Derbammenetuertl) gilt, 
baz mxb ja oon ber antifemitifd)en„2Jioral"für loblicfj erfTärt, 
menn es fict) barum fyanbett, ba$ 3ubentl)um ju befcfjimpfen. 

@(fer täftt in feinem 33ucr)e and) feine (Gelegenheit 
unbenufct, um feine ©etefenfjeit in ber antijemitifcfjen Site* 
ratur $u befunben unb „treffenbe" ©äfce jur <2cf)mäl)ung 
bes SubentfjumS au§> berfelben flu citireu.*) Sftan fann 
bemnad) aus feinem £>ud)e bie gange antifemitifdje „SDiorat" 
entnehmen, melcbe ungefähr in folgenbe Sä^e fid) 5ufam- 
menf äffen läßt: 

1) 9Senn eö gilt, bie Suben $u befdjimpfen, braucht 
man auf bie 2ßat)rf)eit nicf)t 51t achten. üftan barf es riöfireu, 



*) ©in braftifd)e§ SBeiipiel ron beut ©ereä)tigFeit§finn ©tfer'S bietet 
ouef) feine Gfjarafterifirung bc§ £almub§ (<S. 9): „£>er £afmub enthält 
bie ©ejefce feine§tteg§ in ftjftematifdjer Orbnung, fonbern fte liegen 
in bemfelben gerftreui, mit meitläufigen $)i§hiffionen unb fpifc* 
finbigen ©rübeleien unb abgefcfjtnacften Tüfteleien unb ftunberten 
nufclofer ©rjäfjlungen unb finbifcfjer 2Rärd)en unb gabeln." <5onft 
nidjtS?! £)ie toeifen SluSiprüdje auf allen ©ebieten be§ 2Biffen§, bie 
tyerrlidjen agabifdjen ©qäfjlungen, bie erhabenen 2efjren über ®ott 
unb feine SBeltleitung, bie großartigen et^ifdjen ©äße, tteldie im £almub 
in fo reifer gatjl fid) finben, gu erwähnen, t>ält ber „Sadperftan» 
bige" »idjt ber 3D?firje für roertfjü 



— 227 — 

Sügen uub gfälfc^uitgen fltö „2icf)t ber SBa^r^ctt'* 

anzugeben. 

2) 3ebe nocf; fo fdjreienbe Ungerecrjtigfeit ift gegen 
bie ^uben unb hk jübijdje Religion geftattet. 

2Bir fd)Iießen mit brei Giraten auä öderen jübifcfjen 
3icligionsbüd)ern ber ftrengft ortfjobojen 9iicf>tung. S)r. 
ßcfer nürb barau§ erfeljen, bafe bie öon if)m an bie 3uben 
gerichtete ^orberung, bie „inhumanen" ©efetje burcf) atlge* 
meinen 93efdr)Infe falten gu (äffen, eine bereite längft ttolU 
gogene £f)atfacf)e ift. 

I. 3n oem gu ÜJtünd)en 1826 erfdjienenen 8el)rbuct> 
ber mofaifdjen Religion, bearbeitet Dort 3)r. SHeranber 
33ef)r unter 2(ufficr)t unbSeitung be§ Dberrabbiners 2l6rar)am 
35ing gu SBürgburg (geb. 1752, geft. 1. 9ftärg 1841> 
Reifet es (§ 178): 

„2Bie fjeifet ba§ ©runbgefefc ber ^3flieb,ten, meltfje mir gegen 
jeben 3ftenfd)en fioben? 2introort: Siebe ©einen Sßädjften tote 
©icf) felbft. ©te§ ift gugreitf) bie ©runblage unferer gangen Religion, 
hieraus enlfpringen nun ätoetjerlet) Strien bon 5ßflict)ten: $flid)ten 
gegen bie ^ßerfon be§ 9?ebcnmenfdjen urtb 5ßflicr)ien gegen jein ©igen* 
tb,um." 

ferner bal § 206. 

„ginben bieie ©efefce unb ^flict)ten, ©eboie unb Verbote ouo) 
gegen 9?icf)tifraeliten ftatt? 2lntm.: 2tlferbing§; benn ba§ ©runb* 
gefefc aller jener ^ßfliebten: Siebe ©einen SRäcfjften tote ©ia> 
felbft ... ift au^brüdfüdj in ©egietjung auf ben ^iaji^fraeliien . . . 
r-orgefdjrieben, toie e§ Reifet : . . . ©er grembling, melier ficf> beb, 
euer) aufhält, fotl euer) fo gut al§ ein ©inr)eimifer)er ferjn, ©u follft 
ir)n lieben, roie ©u ©icf) felbft liebft; benn ir)r fetjb aua> 
gremblinge getoefen im Sanbe ^ijrajim. SGBir muffen ben beb, un§ 
tooljnenben STJicrjtifraeltten in 2tttem mit ©erecfjtigfeit unb Siebe be* 
banbeln, toie einen Sfraeliten. Sa fogar mir muffen tfjn ernärjren. 
©elbft bie ßranfen ber Reiben ju befuetjen, itjre Noblen gu begraben,, 
unb ir)nen Stlmofen ju fpenben, gebieten un§ unfere Sßeifen gum 
2Bor)le ber ©efeüfcrjaft. Reifet e§ ja bon unferem ©ctjöpfer: @r ift 
allen 2Befen gütig, unb erbarmung§boH gegen alle feine ©efctjöpfe. 
2>?aimon. ^>iIcf)otf) 2Kelad)im 10, 12." 

IL 3n mvn wo m öon S a 1 o m o n $ I e fe n e r (1839). 
Reifet e§ § 611: 



— 228 — 

„<Sinb mir aucfj bem 9Jid)tifraeIiten bie ißfiicfjten bcr DZödjften» 
liebe iefjulbig? — 21üerbing§; benn unter bem 9Iu§brucf iftädjfter 
(jn) berfteljt bie fjeüige ©cfjrift aucfj ben 9?idjtifr acuten, wie 3. 33. 
2. SRof. 11, 2." 

III. 3n na« min non Sftabfciner S)r. 33. 4p. 2tueröad) 
(1. Sfofl. 1839) Reifet c§ (3. Ifafl. @, 129): 

„Süße bie einjelnen ^flic^tcn, bie mir gegen untere JJpbenmenfdjen 
fennen gelernt fjaben, bereinigen fid) in ber $Sauptpflid)t : |ldj fall 
meinen 3tädj[trn lieben tvh mtdj felbfi, b. 1). idj fott if)m aKe§ 
©Ute gönnen, muntren unb mo möglief) erzeigen. — Unfer üftädjfter 
ifi jeber Sftenfdi ofjne Unierftfjieb be§ SSolfeg, be§ <£ianbe§ unb bei 
©laubenl. — Unfere Siebe fott allgemein ober atlumfaffenb fein, 
b. fj. mir fotten nicfjt nur SSermanbten, greunben unb ©laubenl* 
genoffen, fonbern allen 9Menfd)en, felbft benen, bie unl Raffen, 
allel ©utc gönnen, roünfcfjen unb erzeigen, fobalb mir fönnen. — 
3Bir foßen alle SD?ertfct)en lieben, meil fie ade gu einer gamilie 
gehören, §u einer SQBürbe unb einer 23eftimmung gefefjaffen pnb." 



ber ciiirten Tutoren unb SBerfe. 



&aron b. aföer 119. 

abrogant ben ©aoib, SR. (SRabeb) 

76, 123, 151. 
abraljam ©anäig 79. 
at'aini, 31. ©alomo 12. 
Sllbo 11 

Stfaria be SRoffi 18. 
afdjer, 31. 115, 146. 
»föfenafl, 3t. SBejafel 5, 17, 71. 
«föfenap, ©tiefer 18. 
auerbad), 83. £., 228. 

gadjaradj, 3t. Soir ©Ijajim, f. 

©fjatoot Sair. 
SBaer £>eteb 38. 

©ojit ©babafdj 50, 88, 147, 168. 
»arlolocci 131. 
82$ai b. afdjer 19, 64, 66, 81, 

118, 122, 126, 147, 151, 156. 
SBeer b>@olaf) 13, 18, 38, 48, 

60, 78, 81, 95, 97, 101, 103, 

104, 107, 136, 152, 193, 167, 

207, 216 f., 225. 
©efjr, aiejranber 227. 
93en*3afob, ©atalog 12. 
berliner, a. 143. 
SBetljel (ein ©ebetbudj) 177. 
93etb, b>Q3edjira, f. SDJeiri. 
©etlj Sofeöfj 37, 53, 58, 79, 81, 

82, 86, 93, 97, 106, 121. 135, 

147, 151. 
S8etb>5djemuel 38, 52, 91. 
93eif)*2:almub 67. 
93ing, abraljam 31. 227. 
33injamin ©eeb 73. 

(Kanon qßurificationiS 131, 201. 
©fjajut, #. 147. 
©bananel, SR. 164. 
©Ijatam <5opf)er 104, 106. 



©fjatoot Satr 120, 134, 147, 150, 

159, 162, 203. 
©fjelfat SRedjofef 38, 99. 
©tjembaf) ©enufal) 97. 
©Ijoreb 177. 

flarfe 2D?ofd)e bon £. ©fjojut 174. 
£>arfe SIRoftfje bon SfferleS 79, 

86, 92, 103, 146, 164, 224. 
2)a§badj, abgeorbneter 196 ff. 
£>abib be dornte 14. 
$)aoib ibn ©imra 16, 17, 74. 
©ebarim xabba 50. 
D6cision du grand Sanhedrin 36. 
SDetifcjd), giaiiä 31, 46, 92, 160. 
©erifdja u^erifdja 90, 147, 165. 
©uran, ©imon b. 3 el »adj 28 - 

ÖBcfer, ©r. Sacob 95, 113, 127, 
129, 131 f., 191, 193 ff., 200 ff. 
©ger, SR. Stfiba 39. 
©tbefdjüfc, 3onait)an 21, 22, 30. 
©ifenmenger 133, 155. 
©leb; &atnt3tootfj 20 ff. 
©lia 5ßind)0§ b. SRiXc 32. 
©lia Sßilna, SR. 67. 
©liefet Hffari 16, 151. 
©liefer b.Soel §atetoi(SRabia) 164. 
©liefer, b. ©amuet Ija^Sebi 10. 

£Iedete§, SR. ©leafar 14, 39. 

©anjfrieb, @. 129. 

©ebeibütfier 177. 

®tUt, SReujafjrg. 186. 

©eiger, @. 123. 

©erftfjom 2Raor fja*©olal), 78, 

169. 
©erfon, ©fjriftianu§ 45. 
©ibbule Samara 39. 



— 230 



©ilbemeifter§ ©uiadjfen 1, 22, 35, 
39, 41, 44, 47 ff., 56, 65, 68, 
81, 114, 129, 132 ff., 137, 130, 
142, 150 ff., 100, 170, 172, 
174, 179, 182. 

©übemann, ©v. 13. 

©ur 2lrjeij 94, 202. 

gagaljot Siaimuni 164. 
£a=£etab roeb>Äa6balal) 34, 147. 
QcÜev, Sippmann 18, 40. 
£>iffd), 6. M. 144, 177. 
|»offmann, SX 73, 143. 
£oromifc 40. 
£>urtoi$ 9t 3efaja 3. 

ijun Zepft'iüa 28. 

Sffarim, 2Ilbo 1. 

3faaf, 9t «i 146. 

SSmael £>afob>n, 9t. 32. 

SffcrleS, üKoi'e, fefjr oft. 

Saarotf) ©enmfd) 22. 

Zabei, dl Sofepr) 15. 

Sacob ©mben 23, 34. 82, 84, 108. 

147, 150, 203, 209. 
Safob Pen Sffcfter 37. 
Sab Sdjaü! 147. 
Salfut, 3Mibrafd& 182. 
3am fcftcl Sdjelomo, f. Surjc. 
3fd)iel 6. Scfutiel 10, 109. 
Seitefci, 23arud) 14. 
Seüinef 12. 

Serudmm, 9t 139, 14G. 
Sefaja 93ertin 9t. 147. 
3cid)uot Sacob 147. 
3efob fja*©ai(j 147. 
Sia^of (Slcfjanan, 9t. 31. 
3oel ©itfeS f. ©ajit Sljabafd). 
3ona au? ©erona 10. 
Sofepf) Golon, 9t. 74. 
Sofepf) SaaPea 15. 
Sofepf) 8aro feliv oft. 
Soiepö Saramaft 16. 
3oiepf)u§ 157. 
Sofua galt, f. ©erijdja u^erifdja 

unb 2>Mcat Snajim. 
Suba, b. (Samuel au§ 9tegen§butg 

f. Sepfjer Gfjaffibim. 
Subenfpieael 40, 46 ff., 73, 75, 

81, 109 ff., 117, 131, 135, 211 ff. 
Subenfpiegel V. &uff. 183 ff. 

|tab lja=Semadi, j. 23ediai. 
Äapfjtor ma^fjeradi 10. 
Äargau, »ienbel 39. 



ßefepf) SWiföneb, 104, 135, 136, 

151, 152. 
ftirndji, ©. 10, 102, 208. 
ftettmnoü) fja*3(gabotlj 18. 
tirdjfjeim, 9t. 153. 
fti^ur Sd)uld)an*?(ntd) H'.t. 
Äontfc, 2>tofe 32. 
Kopp, ©r. Sofef 06, 76, 153. 
ftccfi wtyleti 25. 

£ampronti, Siaaf 22, 157, 209. 

Sanbau, (S^cdnc! 31, 39. 

Sanbau, Samuel 147. 

Saia§, 9t Sfaof be 4, 84. 

Sebufdj £>ated)clet 147. 

Sedjcm 2ftifd)ne 151. 

Sed)em Sdjamajim 27, 28. 

Sefet £afemadj 20. 

Sippfdiiß, 3§racl 33. 

Surje, 9t. Salomo 2, 70, 98, 104. 

Susatto Sacob b. Siaaf 18. 

iWaabaue 3om tob 40. 
Hßaalotfj b>9Wibotfj 170. 
itaamar ^a=3Idibut 15. 
SRaafe f)a=Sd)em 18. 
atfadi.jitf) &>Sdiefef 140. 
äRagagtn für bie SBiffenfcfjnft bei 

SubeulfiumS 4. 
»tagen Hbrafjam 38, 51, 82, 85, 

88, 93, 94, 97, 104, 107, 133. 
2Ra(jaril 88. 
ÜDiajim Slmutim 1 <5. 
aKatmonibeS 7, 17, 28, 44, 49, 

56, 75 f., 80, 87, 89, 137, 145, 

148, 151, 104, 105, 100, 198 f., 

205, 222 f. 
3ftaimombe§' 93riefe 149. 
SDtappafj 37. 

3Kot 9tab 3abof ©aon 78. 
3Kat Samuel, ber Stmora 58. 
3Karr. ©. 51, 55, 61, 69, 74, 

121, 123, 132, 149, 153, 196 ff. 
SNetfilta 112, 118, 144, 147. 
2HftfIen6ura, 3- 8- 34, 147. 
SKrii Sebataf) 147. 
SRiic, 9t. au§ «ßabua 188. 
SRrirai (Snajim 38, 75, 100, 102, 

103, 106, 107, 164, 163. 
ätfeiic au§ 9totf)enburg 172. 
SWüri, 9t. Stenadicm b. Salomo 

4 ff., 71, 151, 164, 174. 
3Kenad)em Sti'arja au§ gano 17, 
■-■ 222. 
ütteor ©najim 18. 



— 231 — 



SReore Or 147. 
äHeteg fo*Gfjamor 27. 
9Wibva|di jß ben Halmen 62. 
SRigbaUDS f. ©diem-Tob. 
9Kilcfjcmetlj 6()oba 27. 
SÄina, 91. Suba 142. 
äiJil\i)im 49, 54, 65, 76, 111, 157, 
2Nijd)na=(5ommentar be§ SKaimo» 

nibe§ 7. 
SDtifdjnat (Sfjacfjamtm 147. 
3Kifcf)nat Gfjadjamim be§ 9t. SWofe 

Sf)age§ 178. 
äßorbetfai 6. §\M 138, 164. 
3Kov u*ftejiaö 82, 83, 147, 150. 
9Koje (S()agc§ 20, 170, 208. 
SWofeS, 9t. au§ Gouct) 9 ff., 164. 

Stadial Sijjtfjaf 31. 

9tail)anionn, 8. ©■ 147. 

9teue§ S£eftament 48. 

SReübot $>amtici)pat 107. 

9t. Kiffim b. 9teuben au« ©erona 

150, 158. 
9?obe(, S. 76. 
9?oba 6i*3f5uba 31, 147. 

01at Samib 147. 
Ordjot gtjajitn 119. 
Ordjot gabbifim 15. 
Drenftein, Sacob, 147. 

|Mab St^af 22, 157, 209. 

«Paulus, bft Stpoftcl 23. 

^ßccr rm*©or 139. 

qSerifdja 89. 

«ßitdje £efd)uba 104. 

qßlcffncr, ©. 227. 

<ßri 2Regabim 40, 146. 

liapfjael ben ©abriet, 9t. 15. 
Staftfji (9t. ©atomo 3i3djaH) 49. 

112 f., 138, 223. 
9tebib (ja*©af)ab 147. 
9tei>onfen be§ 93en2tberei 152,154. 
9tefponfen äftajim SKmufim 142. 
9tefponfen ©djebut Sacob 134. 
9tefponjen 2öe[d)ab ^afotjen 124. 
9ttbfe§, 9t. STJofe f. 93eer l)a*@otat). 
9tobfin§[ot)n 69, 198. 
9tot)ling, 31, 135, 214. 

Qabbatai ®otjen, f. ©ifte Soljen. 
©atomo b. 2tberet (9tafdjba) 119, 

152, 154, 158. 
©atomo ibn SSecga 16. 



Samuel ben äReft 138. 
©cbaav (Sybraim 147. 
©diaave #ebef 97, 147. 
©diaave Qioxi, f. 2ataS. 
©rfiaav lja*2Wekd) 14. 
Sd)ebet Setjuba 16. 
©djebut Sacob 166. 
©dniiat %aabr 29, 83, 84, 108, 

203, 209. 
©d)em*$ob. 9t. 67. 
©rfjerira ©aon 106. 
©djunufd) b>"idb> 27, 28. 
©djitta mcfube^etf), l 2lfdjfena[i. 
@c&ne2udjot§$abb?ritlj,f.#urnri& 
@d)uldjan*2lrud), jef)r oft. 
©ea ©oletlj 15. 
©eber SDitfcfina 147. 
©emag = Srunrao -ibd f. 3Mojc3 

9t. au§ eoueö. 
©entot ©alomon, 9t. 164. 
©epfjer Sfiavebim 16 f. 
©epfjer CEtjafftbim 11, 14, 18,80, 

88, 89, 91, 104, 151. 
©epfjer ©fjaffibim. ba§ fleine 12. 
©epf)ec Jpabritf) 32. 
©eptjet l)a»3ttal). f. Sona. 
©epijet I)fc*27H3»D0tf) 56, 145. 
©eptjer t)a=Ojen 32. 
©eptjcr 2)taalattj fja^Wibbotf» f. 

Scdjtef. 
©era @met 32. 
©tfra 160. 

©ifre 118, 124, 144, 147, 153. 
©tfte ftoljen 38, 59, 76, 85, 88, 

92, 95, 98, 100, 101, 104, 

150, 163, 164, 202, 207. 
©imfon ben Qabot 94. 
©optjer, 9t. 3Ro|e3 39. 
©tetnfdjnetber 130. 
©lern, ©alomon 4. 
©trad, $. 2. 132. 
©mifjebrium. franaöfifd) * jübi[d)c§ 

36, 155, 176, 210. 

®almub, babt)foniidjer 2, 5, 42, 
49 f., 67, 106, 116, 123 f., 143, 
144, 150, 151, 158, 160, 165, 
174, 214 ff. 

Salmub Serufdjalmi 49, 58, 76. 
160. 

Xandjuma, 2)tibrafdj 50. 

Sandjuma eb. ©über 50. 

Sanna beit ©lijalju 103, 156. 

Xefdjubat) äReafjaba 14. 



232 — 



$f)omn§ Don Sfquino 75. 
Xborat ftofyonim 28. 
Sipijerft 3§rae( 33. 
Sorat öosÄenoot 22. 
Sofapljot 138 f., 146, 193. 
Soiejjfjta 49, 71, 107. 
Sofapljotfj Som^oio 18. 
Sractai ©crim 153. 
Sur 37, 82, 165. 



£ute ©aljab, 38, 52, 88, 90, 

91, 122. 
iglibal bi Xolofa, $>on 158. 
Pagcnaar, 21. £>. 93. 
©off Jöo8fotoi& 147. 
'■Biilfer, 3oljannc8 44. 
3clad) 31. 
$i%at Nobel 28. 
31U13 10. 



$aA)vt$xfttv> 



glcfjtung. qcgcn ade 2flenfdjen 81 f. 
«futn. 'wer finb biefc? 129 ff., 

201 f. 
Slfuiu, finb liiert (Stiften 22, 83, 

92, 175. 
2flmofen. an 9?icfjtjubcn 48, 51, 

89 f., 218 ff. 
Sfpoftaten unb tefcer 66 ff., 35 f., 

193 ff. 

gJarmfjeräigfeit 22, 53, 90 f. 
betrug 7 f., 10, 78, 101 ff., 119 f. 
93lutbefdjulbigungen 26. 
93rüber,finb un§ bie jcjjigen SSölfer 
34, 36, 155. 

©fjriften, f. fticfjtjubcn unb SSöffcr. 

©Triften, luerben fie t>on ben 3uben 
ber SSerbredjen befcfjulbigt? 156 ff. 

©Oriftlicfje ®otte§*33cre[jrung gilt 
ben 3»bcn a!§ ©cfjittuf unb 
al§ brn üftoadjiben nicfjt ber* 
boten 91.f., 143 ff., 174 f., 204 ff. 

ßfjriftücfie ®ir$en, 93efcf)äbigung 
berfelben burdj Suben 120 f. 

efjriftlicfjeä ©nt, ob fjerrenlog? 
41 ff. 

Gfjrifiuä, tooflie nicfjt bie Seljre 
3§raelS auflöfen 23 ff. 

Korruption, gegen 9?tcfjtjuben 104. 

Danfbarfeit gegen S3ölfer unb 

gürften 20. 
£>enunciation 66, 190 f. 
SMebftaljl 41, 94 ff. 

(ßfjejmif^idjtjuben 215 f. 

@ib 87, 172, 220. 

©nttoeifjung, beS Samens @oHe§ 

65 ff. 
©rbredjt, beS Stpoftaien 67, 75, 86. 



Ifalfcfje ©rflärung ber Xljora ift 

verboten 2 f., 168. 
ftälfcfjungcn, unffentticfjc ber Sfn* 

tifemiten 46 ff., 109 ff., 183 ff. 
ftrembe 34. 
grembengefe^c 160 ff. 
grembengefefce gelten nicfjt gegen 

SWitbürgcr 176. 
greube liber ben %ob eine§ 

Gfjriften? 122 f., 283, 216. 
greunbjcfjaftlicfjer ötrfcfjr mit 

«Ridjtjubcn 91 f. 
grieben, görberung bcsfclbcn 16, 

55. 
gricbcnSrocge 16, 48 ff., 223. 
ftronune, aller SBöIfcr fjaben cruige 

©eligfeit 35, 81, 204, 213. 

©ebete, tjinfidjMcfj «Ridjtjubcn 18, 

21, 26, 29 f., 186. 
©erecfjügfeit gegen ^icfjtjuben 10. 
©er Sofäafi 15 f., 32, 80, 150 ff. 
©ejcfjenfe an SRicfjtjuöen 53 f., 164. 
@eiefc4lcbertretung, toegen aßer* 

mögen^öortfjeilä 81. 
©lürfSfptel 75, 103, 119. 
©öfcenbiener, barunter finb nicfjt 

bie etjriften oerftanben 135 ff., 

142, 202 ff. 



gjefjferei 95 f., 117 f. 
Heiligung be§ 9?amen§ 
55 ff. 



©otteS 



19, 



grrtfjum, eines 9Hcfjtjuben 

163 f., 170 ff., 223 f. 
3ube, barf ftcö. felbft bei Seben§* 

gefafjr nicfjt ate ©fjrift au§* 

geben 88. 

fUfcer, f. Sfüoftaten. 



234 



Könige, nicfjtjübifdje 82. 

ffcbenSreifunq eines 9iid)tjubcn 

6, 53, 83, 136. 225. 
Veiten tum 9Jid)tjubcn 82 f. 
Hiebe gegen al(e 2ttenfd)en 11, 90 f. 
Üüge, f. SBaljrljaftigfeit. 

UtaimonibeS, fein ßfjriftenfeinb 

148 f., 199. 
Menfdjen, @leid)t)eit aller 18, 21 f. 

$täd)ftenliebe 33, 227 f. 
ÜWditjuben, feien feine 9Wen* 

icfjen, £>unbe, unrein u. f. to. 

ILO, 112, 117, 123 ff., 184, 

214 ff., 218 f., 221. 
ftoadiibifdje ©ebote 5, 11, 24. 

$laulu§, ber 2(poftel 24. 

^rofeltjten 84 f. 

"Uabbiner 2)eutfd)lanb3, @r* 

flcirungen berielben 155, 176 f. 
Rabbiner, ifire Ga - f lärmigen jjin* 

fid)tlid) ber Sfiriftcn 3 f. 207 ff. 
9iaub, gegen 9?idjtjuben71, 81,96f. 
9?edjt, anberer Golfer beeinflußte 

ba§ jübifdje 9ted)t 75. 
9ied)tipred)cn für Suben unb 

9?id)tjuben 6, 76. 
9tebtid)feü 18. 

9*eligionebüd)er, jübüdje 31, 227 f. 
3?ütffid)tcn gegen 9iicf)ijuben 93 f. 

§d)äcrjtbcrbot unb anbere ^latfe* 
rcien gegen bie Suben im 
Mittelalter 154 f. 

©diabenerfafc, an 9?id)tjuben 76, 
166. 

Sd)äbigung, ber 9iid)tjuben 104 ff. 



©d)uld)an=2(rud) , Autorität be§* 

felben 39 f. 
Sdiuld)an-2frud) beljanbett aud) 

gälle, bic heutzutage äufecrjt 

feiten finb 37, 140. 
8d)uld)an=2(rud), im engeren unb 

»eiteren Sinne 36 ff." 
©tfiutj nid)tjübifd)en ©igentlnunS 

106 f. 
©flauen 86 f. 
©taatögefefc. qiltigeö ©efefc 43, 

72 ff., 99 ff.,* 188. 
©ieuerent^iefmng 17, 65, 72, 98. 
©itnber, f oll man nidjt berfiudjen 67. 

®almub, über ba3 (Sfjriftentfjum 

174. 
£äufd)ung, f. betrug 49, 173. 
5tfjor='ißrojel^ten, f. ©er Stoicfjab. 
Gablung oon ^icfjtjuben 191 ff. 
Streue gegen 9?idjtjuben 88 f. 

$leberr>ortf)eiIung 12, 76, 164 f., 
168, 177. 

Verlorenes, 3urütfgabe beäfelben 

5, 13, 29, 59, 60 ff., 107, 162. 

225. 
SSerorbnungen ber SRabbincn ju 

©unften ber 9?id)tjuben 13f„ 

78, 169. 
Sölfer ber Scheit 15, 20, 28. 
93orentf)altung 42, 96. 

Pafjrfmftigfeit, 12, 57, 88, 170. 
28ot)l be3 SanbeS, görberung be§= 

felben 20, 177 f. 
Üßudier 17, 32, 103, 114 f., 127, 

161 f., 222. 

geugnifj für 9Jid)tjuben 107 f. 
ytn§naf)iue f. 28ud)er. 






©eile 







Dtudtfeljl 


er. 




1 


Seile 5 


ftatt: haftet 


He§: 


baffen. 


7 


H 2 


„ bem 


,, 


ben. 


13 


H 11 


1888 


,, 


1884. 


14 


,. 2 


©njim 


,, 


©ojint. 


21 


„ 16 


tf)Qt 


,, 


tjat. 


24 


„ 15 


©e6ote 


,, 


©cbolen. 


27 


„ 17 


[ed)amor 


,, 


ladjamor. 


28 


,, 7 


» &m 


,, 


8*80$. 


32 


„ 15 


gefunbcn 


,, 


gentnben 


72 


„ 5 


„ 3nben 


,, 


Suben. 


109 


,. 24 


„ gegeben 


,, 


geboien. 


1-28 


„ 10 


IMe 


,, 


3) ®ie. 


137 


„ 33 


„ feiner 




in feiner. 



SDruct bon .§. Sfe fotoöfi, SBeclin. 




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